Das Projekt Dortmund den Dortmundern soll derzeit rechtsextreme Jugendliche mit demokratisch gesinnten Jugendlichen zusammenbringen. Was ähnlich klingt wie die Naziparole "Deutschland den Deutschen" ist ein Programm, mit dem Rechtsextremisten "inhaltlich konfrontiert und herausgefordert" werden sollen. Die Jugendlichen würden so lernen "sich an Regeln zu halten sowie die Auseinandersetzung inhaltlich und gewaltlos zu führen", heißt es auf der Website.

Das Projekt kann nur schiefgehen. Spätestens in den neunziger Jahren hätten Politiker verstehen müssen, dass es sinnlos ist, mit Neonazis zu diskutieren. Damals scheiterte der Versuch der Jugendsozialarbeit, sie in Entscheidungen einzubinden. In der Folge breitete sich die rechtsextreme Szene mit einer spektakulären Geschwindigkeit aus und übernahm ganze Jugendclubs.

Wenn jemand ein so geschlossenes Weltbild in sich trägt, wie Neonazis es tun, dann ist jede Diskussion nutzlos. Sie nutzen die Gelegenheit, um ihre Propaganda zu verbreiten. Ihre Positionen sind in einer Demokratie völlig indiskutabel. Sollen die Dortmunder tatsächlich mit Menschen über politische Themen reden, die den Holocaust leugnen, relativieren oder sogar gutheißen? Sollen sie tatsächlich mit jenen reden, die Andersdenkende zusammenprügeln und ermorden? Mit jenen, die gerne ganz Deutschland als national befreite Zone sehen würden?

Das Programm Dortmund den Dortmundern gewährt offensichtlichen Demokratiefeinden Zugang zu einem staatlich geförderten Projekt. Solche Projekte, die Neonazis einbeziehen, helfen nicht. Neonazis müssen ausgeschlossen werden. Ihnen muss überall – ob auf der Straße, in der Kneipe oder bei der Arbeit – gezeigt werden, dass sie nicht erwünscht sind. Nirgends. Dass ihre Meinungen keine sind, wie jede anderen auch, und dass sie sich nicht immer auf die Meinungsfreiheit berufen können. Gegen Neonazis vorzugehen, ist die Pflicht eines jeden, der sich selbst als Demokrat bezeichnet.