Berlin: Bouba Kabas Weg aus der Wut
Selbstbewusst lebt der 22-jährige Bouba Kaba heute in Berlin. Dabei hat ihn die Stadt wenig tolerant und weltoffen empfangen. Aber er hat auch Orte der Stärkung gefunden.
© Kilian Müller für ZEIT ONLINE

Bouba Kaba
"Rassismus gehört in Berlin zum Alltag", sagt der kleine, schmächtige junge Mann mit den Dreadlocks, die ihm bis zum Kinn reichen. "Auch heute noch". Er schaut seinem Gegenüber fest in die Augen und strahlt in seiner knielangen, grauen Sporthose, den weißen Turnschuhen und der Trainingsjacke lässige Selbstsicherheit aus. Um seinen Hals liegt eine Kette mit einem kleinen rot-gelb-grünen Anhänger. I love Africa steht darauf.
- Leben mit Rassismus
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Viele Migranten in Deutschland erleben Vorurteile und Rassismus. Wie gehen sie damit um? Mit diesen Blicken, Worten, Rangeleien oder sogar Gewalttaten? In unserer Themenwoche Leben mit Rassismus berichten ganz unterschiedliche Menschen, welche Rolle Rassismus in ihrem Leben in Deutschland spielt – und wie sie sich dagegen wappnen. Ihre Erfahrungen und ihre Sichten auf die Deutschen sind so individuell wie sie selbst.
Wir entwickeln keine neuen Theorien und hantieren nicht mit abstrakten Begriffen. Wir zeigen keine Prototypen – weder Opfer noch Täter. Stattdessen lassen wir Individuen zu Wort kommen.
Auch Ihre Berichte können Teil der Woche werden: Wie leben Sie mit Rassismus in Deutschland? Schreiben Sie einen Leserartikel.
- Die Beiträge zur Themenwoche
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Bayrischer Wald – Der bayerische Inder
Sachsen-Anhalt – Angekommen in Stendal
Rassismus in Sachsen-Anhalt – "Wer aus dem Senegal kommt, wird als Neger beschimpft"
Berlin – Bouba Kabas Weg aus der Wut
Berlin – Fotos von Tatorten von Sabine Schründer
Brandenburg – Herrn Chans Kampf in Cottbus
Thüringen – Zeca Schall: "Wir dulden keinen Rechtsextremismus mehr"
Leben mit Rassismus – Was ist ein Erfolg gegen Rechts?
Leserartikel – Beunruhigende Sprüche am Stammtisch
Leserartikel – Der Russe kommt
Mehrfach wurde er von der Bundespolizei angehalten, ohne etwas Verdächtiges getan zu haben, erzählt Bouba Kaba. Ausweiskontrolle. In seiner Tasche suchten die Beamten nach Drogen. Als Kaba in seine Jackentasche greifen wollte, hielten sie ihm ihre Pistolen entgegen und brüllten: "Hände hoch!" "Ich habe die Hände hoch gerissen – und der Polizist hat eine Banane aus meiner Jackentasche gezogen", sagt Kaba und lacht.
Lachen ist ein Weg, solche Erfahrungen auszuhalten. Aber er konnte nicht immer lachen. Er war auch wütend: "Das ist manchmal immer noch so. Ich lasse es mir zwar nicht anmerken, aber ich bin wütend."
Gaffer statt Zeugen
Als 15-Jähriger hatte Kaba seine Heimat Guinea wegen des Bürgerkrieges verlassen. Er kam nach Berlin. Allein. Drei Jahre später, nach Aufenthalten in verschiedenen Flüchtlingsheimen, wohnte Kaba 2008 schließlich in der Moabiter Turmstraße. Eine Gegend, "in der man Gewalt gegen Schwarze nicht unbedingt erwartet".
Doch in einem Supermarkt pflaumte ihn ein Wachmann an: "Hey, du schwarzer Affe, geh' hier raus", und machte Anstalten, Kaba gewaltsam aus dem Geschäft zu werfen. Kaba wehrte sich. Es kam zu einer Rangelei. Kein Kunde griff ein, vielmehr filmten einige die Szene mit ihren Handys. Angestellte verständigten die Polizei. Als sie eintraf und Kaba Anzeige erstatten wollte, erklärten ihm die Beamten, seine Chancen, damit durchzukommen, stünden schlecht. Keiner der Zeugen war zu einer Aussage bereit. In dem Moment packte der Wachmann Kaba an der Schulter und beleidigte ihn abermals: "Du schwarzer Affe. Geh' hier raus!"
Jetzt hatte Kaba seinen Zeugen: einen der Polizisten.
Vor Gericht bekam Bouba Kaba Recht. Der Wachmann musste ihm Schmerzensgeld zahlen.
Doch was machen solche Angriffe mit einem Menschen? Kaba war verunsichert und lernte gleichzeitig, kämpferisch zu sein. Nach der Schule machte er eine Ausbildung, die Berufsschule war in Berlin-Lichtenberg, ein Stadtteil, der für Ausländer als gefährlich galt. "Kein angenehmer Ort", sagt Kaba. "Es war, als liefe ich durch eine Gegend, in der ich immer kampfbereit sein müsste." Auch in der Schule war das nicht anders. Auf dem Schulhof wurde er beschimpft und beleidigt. Viele seiner Mitschüler waren der Meinung, es sei schlecht für Deutschland, wenn Menschen aus anderen Ländern hierher kämen. Manche waren nur unter Androhung schlechter Noten bereit, überhaupt mit Kaba zusammenzuarbeiten.
Die Wut stieg in ihm hoch. Er litt unter Schlafstörungen. Er wusste nicht, wie er über all das reden sollte.
Sprechen und Bewegung
Doch es gab auch andere Orte für Kaba, wie die Kreuzberger Beratungsstelle für Opfer rassistischer und rechter Gewalt Reach-Out. Hier traf er den Therapeuten Eben Louw, der ihn in seine Gruppe aufnahm. Zum ersten Mal hatte er die Möglichkeit, mit Menschen zu reden, die ähnliche Erfahrungen gemacht hatten. Sprechen wurde möglich. "Ein befreiender Ort", sagt Kaba.
Ebenso bedeutsam wurde für ihn die Tanzcompany Lissanga. Kabas Augen strahlen, wenn er davon spricht. Bei Lissanga tanzen Jugendliche aus Deutschland, Kroatien, Angola. Ein internationales Team. Das glatte Gegenprogramm zur Berufsschule, an der es außer Kaba nur einen weiteren Schwarzen gab. Das erste Stück, in dem er tanzte, hieß Krieg und erinnerte ihn an seine Kindheit. Es handelte von Flüchtlingen, die ihr Land verlassen mussten. "Tanzen ist in jedem Fall etwas Großes", sagt Kaba. "Ich bin einfach da und vergesse alles, was stressig ist."
Zu-Hause-Gefühl
Tanzen ist Kabas Leidenschaft, er liebt Fitness und Fußball. Vielleicht haben diese Leidenschaften und die Möglichkeit, über seine Erfahrungen zu sprechen, den heute 22-Jährigen aus Unsicherheit und Wut herausgeführt.
2009 bekam Kaba den Interdialog-Preis – für sein Engagement bei Lissanga und Reach-Out. In einem Video von der Verleihung wirkt der schmächtige junge Mann mit den kurzen Dreadlocks noch schüchtern, er bringt kaum ein Wort hervor.
Viel hat sich in den drei Jahren seither verändert. "Ich fühle mich in Berlin zu Hause", sagt Kaba. Er hat seine Ausbildung beendet und arbeitet, er ist verheiratet und wohnt im südlichen Teil der Stadt. "Dieses Gefühl kann mir keiner nehmen."








Meiner Meinung nach sind die wirklichen Gefahren nicht die Handvoll NPD-Honks, die einfach nur gerne Ausländer verprügeln. Der Anteil derer an der Gesamtbevölkerung liegt dann doch irgendwo bei nullkommanichts-Promille, außerdem landen Gewalttaten doch häufig vor Gericht und deren Urheber im Knast.
Viel schlimmer sind die Alltagsrassisten, um die es ja hier geht und mit denen Kaba - wenn ich das richtig verstehe - auch mehrheitlich Erfahrungen hatte. Obwohl in meinem persönlichen Umfeld niemals jemand mit der NPD symphatisieren würde, so schwadroniert doch etwa meine Mutter öfters über "die Neger, die in Afrika nur Kinder produzieren, aber nix arbeiten wollen", wohingegen für meinen Vater "Bimbos nicht ganz so schlimm sind wie die Kanacken aus Arabien". Mein Bruder "weißt zwar jeden Rassismus von sich", ist aber dennoch "der Meinung, dass Schwarze einfach keinen Staat aufbauen können - schließlich klappe ja in Afrika gar nichts". Bekannte sind wiederum der Ansicht, dass "der Sarrazin einfach Recht hat". Und wenn ich dann frage, worin er konkret Recht hat, kann mir keiner antworten. "Naja, du weißt doch auch, was ich meine".
Ne, weiß ich nicht. Außer, dass so ein latenter Rassismus schlimmer ist als prügelnde Idioten. Denn gegen die kann sich ein Ausländer notfalls mit Pfefferspray wehren. Dem Supermarktverkäufer kann man schlecht eine Dosis verpassen - vor allem, wenn der Bäcker der gleichen Ansicht ist..
Ich stimme Ihnen, aus persönlichen Erfahrungen absolut zu. Rassismus beginnt oft beim Kopf und endet nicht zwingend in Gewalt. Oft sind es Blicke, Tuscheln, Auslachen, das Isolieren in der Bahn und viele weitere Beispiele. Auch unzeitgemäße Begriffe wie "Neger" (Beispiel Sarah Kuttner), welche immer noch im Alltagssprachgebrauch verankert sind zeigen meiner Meinung nach, dass viele Menschen Rassismus begehen, ohne sich dessen bewusst zu sein mit diesen Handlungen. Viele sind auch keine Rassisten, aber einfach unsensibel.
Es ist schön das Kaba seinen Weg und einen Ort der Integration gefunden hat.
Beim Thema Migration sollte man den Migrationshintergrund deutlich differenziert betrachten. Ein Schwede, Niederländer oder Franzose wird mit Sicherheit nicht die gleichen Erfahrungen sammeln, wie Menschen mit afrikanischen, oder arabischen Migrationshintergrund.
...HailMary, kann ich teilen. Leider!
Auch wenn ich meine Eltern langsam etwas für das Thema sensibilisiert habe. Aber auf Arbeit... bei Kunden....
Überall dieser Alltagsrassismus. Und ich lebe auf dem Lande. Schwarze oder Türken sehen die meisten bei uns bestenfalls in der Glotze oder einmal im Jahr beim Großeinkauf in Berlin. Komisch oder?
Aber Hitler konnte in den Großstädten wie Berlin auch keine Mehrheiten gewinnen.
Herrn Kaba und allen anderen Betroffenen wünsche ich viel Glück und Durchhaltevermögen!
Ihr macht unsere Geselschaft reicher!
vielleicht nicht von meinen Eltern aus; aber gerade im Umkreis meiner Großeltern gab es Menschen, deren Sätze oft mit "Ich habe nix gegen Ausländer/Schwule/etc, AAAAABER" begannen.
Auch die wünschenswerte Zivilcourage, dass Kunden dem Opfer des Wachmanns helfen, ist nur punktuell gut. Klar, für den konkret betroffenen Menschen bedeutet es viel, wenn er merkt, dass er eben nicht so allein und ausgegrenzt ist, wie man sich in so einer Situation vermutlich fühlt.
Aber die Situation an sich verhindern kann man eigl nur, in dem man solchen Leuten die jeweils andere Brille zwangsaufsetzt; sie einmal die Ausgegrenztheit und die Vorurteile der stummen Masse erfahren lässt.
Wie das aber gehen soll - keine Ahnung.
Latenter und auch im öffentlichen Raum offen ausgetragener Rassismus wird von der einheimischen Bevölkerung offensichtlich akzeptiert. Beispiel:
Ich saß im Zug gegenüber einem Schwarzen. Dann kam eine Fahrkartenkontrolle in Form einer Security Firma (der ÖPPNV sourct ja auch immer mehr aus). Mein Gegenüber suchte in seiner Tasche und fand nicht sofort seine Fahrkarte. Daraufhin sagte dieser Kontrolleur "Du nix haben Ticket Bimbo ?"
Mein Gegenüber antwortete in allerbestem Deutsch: Ein Botschaftsangehöriger pflegt in der Regel nicht ohne Fahrkarte zu reisen. Geben Sie mir bitte Ihren Namen, ich werde mich über Sie beschweren. Ich bot dem Mann an, meine Adresse zu notieren, falls er mich als Zeugin benötige.
Die kleine Tochter eines Freundes wurde von Mitschülern Schokofresse und Bimbobaby gerufen. Mehrfach wandte sich der Vater an die Lehrerin, bis sie versprach, Rassismus in der Klasse mal zum Thema zu machen.
Dass eine Pädagogin Rassismus so verharmlost (sind Kinder u.ä.),kann ich nicht verstehen.
in einem demokratischen Rechtstaat.
Und er ist erschreckend akzeptabel(geworden). Widerspruch dagegen - man hört ja rassisitische Äußerungen von bekannten, Verwandten, Arbeitskollegen im normalen Gespräch - wird meiner Erfahrung nach häufig mit großen, ungläubigen Augen quittiert und der Bemerkung, man sei naiv, Gutmensch oder "alles hat seine Grenzen".
Trotzdem haben rechtsextreme Gruppierungen einen großen Einfluss, ihr dreistes Auftreten, ihre Präsenz in Parlamenten und auf Demonstrationen, wo sie ihre Parolen unwidersprochen und professionell vorbringen, erzeugen doch erst ein Klima, in dem der Normalbürger sich rassistisch zu äußern traut.
Von den Einschüchterungsversuchen gegen kritische Journalisten und Politiker ganz zu schweigen.
Alltagsrassismus und politischer Rechtsextremismus verstärken sich m.M.n. gegenseitig.
k.
Ich stimme Ihnen, aus persönlichen Erfahrungen absolut zu. Rassismus beginnt oft beim Kopf und endet nicht zwingend in Gewalt. Oft sind es Blicke, Tuscheln, Auslachen, das Isolieren in der Bahn und viele weitere Beispiele. Auch unzeitgemäße Begriffe wie "Neger" (Beispiel Sarah Kuttner), welche immer noch im Alltagssprachgebrauch verankert sind zeigen meiner Meinung nach, dass viele Menschen Rassismus begehen, ohne sich dessen bewusst zu sein mit diesen Handlungen. Viele sind auch keine Rassisten, aber einfach unsensibel.
Es ist schön das Kaba seinen Weg und einen Ort der Integration gefunden hat.
Beim Thema Migration sollte man den Migrationshintergrund deutlich differenziert betrachten. Ein Schwede, Niederländer oder Franzose wird mit Sicherheit nicht die gleichen Erfahrungen sammeln, wie Menschen mit afrikanischen, oder arabischen Migrationshintergrund.
...HailMary, kann ich teilen. Leider!
Auch wenn ich meine Eltern langsam etwas für das Thema sensibilisiert habe. Aber auf Arbeit... bei Kunden....
Überall dieser Alltagsrassismus. Und ich lebe auf dem Lande. Schwarze oder Türken sehen die meisten bei uns bestenfalls in der Glotze oder einmal im Jahr beim Großeinkauf in Berlin. Komisch oder?
Aber Hitler konnte in den Großstädten wie Berlin auch keine Mehrheiten gewinnen.
Herrn Kaba und allen anderen Betroffenen wünsche ich viel Glück und Durchhaltevermögen!
Ihr macht unsere Geselschaft reicher!
vielleicht nicht von meinen Eltern aus; aber gerade im Umkreis meiner Großeltern gab es Menschen, deren Sätze oft mit "Ich habe nix gegen Ausländer/Schwule/etc, AAAAABER" begannen.
Auch die wünschenswerte Zivilcourage, dass Kunden dem Opfer des Wachmanns helfen, ist nur punktuell gut. Klar, für den konkret betroffenen Menschen bedeutet es viel, wenn er merkt, dass er eben nicht so allein und ausgegrenzt ist, wie man sich in so einer Situation vermutlich fühlt.
Aber die Situation an sich verhindern kann man eigl nur, in dem man solchen Leuten die jeweils andere Brille zwangsaufsetzt; sie einmal die Ausgegrenztheit und die Vorurteile der stummen Masse erfahren lässt.
Wie das aber gehen soll - keine Ahnung.
Latenter und auch im öffentlichen Raum offen ausgetragener Rassismus wird von der einheimischen Bevölkerung offensichtlich akzeptiert. Beispiel:
Ich saß im Zug gegenüber einem Schwarzen. Dann kam eine Fahrkartenkontrolle in Form einer Security Firma (der ÖPPNV sourct ja auch immer mehr aus). Mein Gegenüber suchte in seiner Tasche und fand nicht sofort seine Fahrkarte. Daraufhin sagte dieser Kontrolleur "Du nix haben Ticket Bimbo ?"
Mein Gegenüber antwortete in allerbestem Deutsch: Ein Botschaftsangehöriger pflegt in der Regel nicht ohne Fahrkarte zu reisen. Geben Sie mir bitte Ihren Namen, ich werde mich über Sie beschweren. Ich bot dem Mann an, meine Adresse zu notieren, falls er mich als Zeugin benötige.
Die kleine Tochter eines Freundes wurde von Mitschülern Schokofresse und Bimbobaby gerufen. Mehrfach wandte sich der Vater an die Lehrerin, bis sie versprach, Rassismus in der Klasse mal zum Thema zu machen.
Dass eine Pädagogin Rassismus so verharmlost (sind Kinder u.ä.),kann ich nicht verstehen.
in einem demokratischen Rechtstaat.
Und er ist erschreckend akzeptabel(geworden). Widerspruch dagegen - man hört ja rassisitische Äußerungen von bekannten, Verwandten, Arbeitskollegen im normalen Gespräch - wird meiner Erfahrung nach häufig mit großen, ungläubigen Augen quittiert und der Bemerkung, man sei naiv, Gutmensch oder "alles hat seine Grenzen".
Trotzdem haben rechtsextreme Gruppierungen einen großen Einfluss, ihr dreistes Auftreten, ihre Präsenz in Parlamenten und auf Demonstrationen, wo sie ihre Parolen unwidersprochen und professionell vorbringen, erzeugen doch erst ein Klima, in dem der Normalbürger sich rassistisch zu äußern traut.
Von den Einschüchterungsversuchen gegen kritische Journalisten und Politiker ganz zu schweigen.
Alltagsrassismus und politischer Rechtsextremismus verstärken sich m.M.n. gegenseitig.
k.
Ich stimme Ihnen, aus persönlichen Erfahrungen absolut zu. Rassismus beginnt oft beim Kopf und endet nicht zwingend in Gewalt. Oft sind es Blicke, Tuscheln, Auslachen, das Isolieren in der Bahn und viele weitere Beispiele. Auch unzeitgemäße Begriffe wie "Neger" (Beispiel Sarah Kuttner), welche immer noch im Alltagssprachgebrauch verankert sind zeigen meiner Meinung nach, dass viele Menschen Rassismus begehen, ohne sich dessen bewusst zu sein mit diesen Handlungen. Viele sind auch keine Rassisten, aber einfach unsensibel.
Es ist schön das Kaba seinen Weg und einen Ort der Integration gefunden hat.
Beim Thema Migration sollte man den Migrationshintergrund deutlich differenziert betrachten. Ein Schwede, Niederländer oder Franzose wird mit Sicherheit nicht die gleichen Erfahrungen sammeln, wie Menschen mit afrikanischen, oder arabischen Migrationshintergrund.
''Ein Schwede, Niederländer oder Franzose wird mit Sicherheit nicht die gleichen Erfahrungen sammeln''
..aber ein farbiger wird in schweden die gleichen erfahrungen sammeln wie in deutschland..selbst ein schwede wird in deutschland diskriminierung erfahren, zwar nicht in gleichem maßstab. auch ein deutscher in botswana. meine integrationserfahrung ist jene, integration muss von beiden seiten stattfinden. das ist natürlich leicht gesagt, da die heimische seite da sehr unwillig sein kann. der migrant kommt schnell in die opferrolle, und opfer locken täter an. also, raus aus der opferrolle (harte arbeit). und dabei seine eigenen wurzeln nach aussen tragen.
es gibt sogar geschichtsrassismus, in der verweigerung sich mit eigener geschichte auseinanderzusetzen zu wollen
Du hast recht. Ich wurde angemacht weil ich angeblich einen Studienplatz "gestohlen" hatte.
Inzwischen halten mich viele, auf Grund meiner Aussprache, für jemand aus Uri.
Hälsningar från Danmark
Birger
Auch unzeitgemäße Begriffe wie "Neger" (Beispiel Sarah Kuttner), welche immer noch im Alltagssprachgebrauch verankert sind zeigen meiner Meinung nach, dass viele Menschen Rassismus begehen, ohne sich dessen bewusst zu sein mit diesen Handlungen. Viele sind auch keine Rassisten, aber einfach unsensibel.
Leider wird in der Diskussion alles auf Rassismus beschränkt, obwohl das Problem ein größeres ist; nämlich, dass vom Äußeren eines Menschen auf seine grundsätzliche Gesinnung geschlossen wird. Stellen Sie sich einen Weißen vor, der Lederjacke mit Nieten, Springerstiefel mit unterschiedlich farbigen Schnürsenkeln, die Haare teils abrasiert, teils bunt trägt und dem ein humpelnder Hund hinterher stauchelt. Der Mensch, der einen Schwarzen als "Bimbo" oder "Neger" bezeichnet, wird diesen Weißen als "Schmarotzer" oder "hässliches Gesocks" bezeichnen. Die Ursache dafür ist nicht etwa Rassismus sondern die pauschale Ablehnung von Andersartigem. Rassismus ist hier nur ein Teilmenge des Problems.
''Ein Schwede, Niederländer oder Franzose wird mit Sicherheit nicht die gleichen Erfahrungen sammeln''
..aber ein farbiger wird in schweden die gleichen erfahrungen sammeln wie in deutschland..selbst ein schwede wird in deutschland diskriminierung erfahren, zwar nicht in gleichem maßstab. auch ein deutscher in botswana. meine integrationserfahrung ist jene, integration muss von beiden seiten stattfinden. das ist natürlich leicht gesagt, da die heimische seite da sehr unwillig sein kann. der migrant kommt schnell in die opferrolle, und opfer locken täter an. also, raus aus der opferrolle (harte arbeit). und dabei seine eigenen wurzeln nach aussen tragen.
es gibt sogar geschichtsrassismus, in der verweigerung sich mit eigener geschichte auseinanderzusetzen zu wollen
Du hast recht. Ich wurde angemacht weil ich angeblich einen Studienplatz "gestohlen" hatte.
Inzwischen halten mich viele, auf Grund meiner Aussprache, für jemand aus Uri.
Hälsningar från Danmark
Birger
Auch unzeitgemäße Begriffe wie "Neger" (Beispiel Sarah Kuttner), welche immer noch im Alltagssprachgebrauch verankert sind zeigen meiner Meinung nach, dass viele Menschen Rassismus begehen, ohne sich dessen bewusst zu sein mit diesen Handlungen. Viele sind auch keine Rassisten, aber einfach unsensibel.
Leider wird in der Diskussion alles auf Rassismus beschränkt, obwohl das Problem ein größeres ist; nämlich, dass vom Äußeren eines Menschen auf seine grundsätzliche Gesinnung geschlossen wird. Stellen Sie sich einen Weißen vor, der Lederjacke mit Nieten, Springerstiefel mit unterschiedlich farbigen Schnürsenkeln, die Haare teils abrasiert, teils bunt trägt und dem ein humpelnder Hund hinterher stauchelt. Der Mensch, der einen Schwarzen als "Bimbo" oder "Neger" bezeichnet, wird diesen Weißen als "Schmarotzer" oder "hässliches Gesocks" bezeichnen. Die Ursache dafür ist nicht etwa Rassismus sondern die pauschale Ablehnung von Andersartigem. Rassismus ist hier nur ein Teilmenge des Problems.
...HailMary, kann ich teilen. Leider!
Auch wenn ich meine Eltern langsam etwas für das Thema sensibilisiert habe. Aber auf Arbeit... bei Kunden....
Überall dieser Alltagsrassismus. Und ich lebe auf dem Lande. Schwarze oder Türken sehen die meisten bei uns bestenfalls in der Glotze oder einmal im Jahr beim Großeinkauf in Berlin. Komisch oder?
Aber Hitler konnte in den Großstädten wie Berlin auch keine Mehrheiten gewinnen.
Herrn Kaba und allen anderen Betroffenen wünsche ich viel Glück und Durchhaltevermögen!
Ihr macht unsere Geselschaft reicher!
"Ihr macht unsere Geselschaft reicher!"
ich dachte deutschland schafft sich wegen dieser menschen ab. soweit ich mich erinnern kann, stimmte eine absolute mehrheit der bürger dieser behauptung zu.
"Ihr macht unsere Geselschaft reicher!"
ich dachte deutschland schafft sich wegen dieser menschen ab. soweit ich mich erinnern kann, stimmte eine absolute mehrheit der bürger dieser behauptung zu.
"Ihr macht unsere Geselschaft reicher!"
ich dachte deutschland schafft sich wegen dieser menschen ab. soweit ich mich erinnern kann, stimmte eine absolute mehrheit der bürger dieser behauptung zu.
Eine Sarrazin-Partei hätte 2010 nach einer Emnid-Umfrage für die Blöd am Sonntag 18% erlangt http://www.welt.de/politi... die selbsternannten Sarrazin-Parteien wie pro-dingens, NPD, 'Freiheit' etc. firmieren erfreulicherweise beinahe überall unter 'Sonstige'.
Schockierend fand ich an dieser Emnid-Umfrage die breite Zustimmung zu Sarrazins Deutschlandabschafferei unter Anhängern der Linkspartei mit 29% - ein weiterer Grund für mich, die nicht wählen zu können.
Sollten Sie andere Kenntnisse - nebst dazugehöriger Quelle - haben, würde mich das sehr interessieren.
Eine Sarrazin-Partei hätte 2010 nach einer Emnid-Umfrage für die Blöd am Sonntag 18% erlangt http://www.welt.de/politi... die selbsternannten Sarrazin-Parteien wie pro-dingens, NPD, 'Freiheit' etc. firmieren erfreulicherweise beinahe überall unter 'Sonstige'.
Schockierend fand ich an dieser Emnid-Umfrage die breite Zustimmung zu Sarrazins Deutschlandabschafferei unter Anhängern der Linkspartei mit 29% - ein weiterer Grund für mich, die nicht wählen zu können.
Sollten Sie andere Kenntnisse - nebst dazugehöriger Quelle - haben, würde mich das sehr interessieren.
vielleicht nicht von meinen Eltern aus; aber gerade im Umkreis meiner Großeltern gab es Menschen, deren Sätze oft mit "Ich habe nix gegen Ausländer/Schwule/etc, AAAAABER" begannen.
Auch die wünschenswerte Zivilcourage, dass Kunden dem Opfer des Wachmanns helfen, ist nur punktuell gut. Klar, für den konkret betroffenen Menschen bedeutet es viel, wenn er merkt, dass er eben nicht so allein und ausgegrenzt ist, wie man sich in so einer Situation vermutlich fühlt.
Aber die Situation an sich verhindern kann man eigl nur, in dem man solchen Leuten die jeweils andere Brille zwangsaufsetzt; sie einmal die Ausgegrenztheit und die Vorurteile der stummen Masse erfahren lässt.
Wie das aber gehen soll - keine Ahnung.
Eine Sarrazin-Partei hätte 2010 nach einer Emnid-Umfrage für die Blöd am Sonntag 18% erlangt http://www.welt.de/politi... die selbsternannten Sarrazin-Parteien wie pro-dingens, NPD, 'Freiheit' etc. firmieren erfreulicherweise beinahe überall unter 'Sonstige'.
Schockierend fand ich an dieser Emnid-Umfrage die breite Zustimmung zu Sarrazins Deutschlandabschafferei unter Anhängern der Linkspartei mit 29% - ein weiterer Grund für mich, die nicht wählen zu können.
Sollten Sie andere Kenntnisse - nebst dazugehöriger Quelle - haben, würde mich das sehr interessieren.
Liebe "Dame von Welt",
es geht in der Umfrage um Wähler, nicht um Mitglieder. Im Gegensatz zu z.B. der Union, die mit ministern wie Frau Schröder ja aktiv versucht, antirassistische Arbeit zu behindern, und behauptet, dass von links Eigentum und Lohnarbeit in Frage zu stellen wäre ohnehin das gleiche ("radikal"), wie Menschen aufgrund rassistischer Ideologien umzubringen, ist die Linke eigentlich bei fast allem, was es in Deutschland an antirassistischen Gruppen und Aktionen gibt, dabei oder mit den Akteuren verknüpft.
Rassismus ist aber nicht zuletzt ein Herrschaftsinstrument, das die eine benachteiligte Gruppe gegen eine andere aufbringen soll. Und da die Linke sicher einen überproportional großen Anteil an sozial abgehängten hat, verfängt natürlich gerade dort die Propaganda von einem einfachen Schuldigen. Aber das lässt sich sicher nicht mit weniger linker Arbeit lösen, sondern nur mit mehr.
Man sollte sich und vor allem das Quellenmaterial kritisch hinterfragen und spätestens dann würde man eine Umfrage für die "BamS", inklusive Aufbereitung der zum gleichen Verlagshause gehörenden "Welt", unter der Lupe der Relativierung völlig neu bewerten.
Ihre Aussage zeugt nur davon, dass sie auf das vom Springerkonsortium bezweckte Ziel hereingefallen sind und sich nicht ihres eigenen Verstandes bedienen.
Churchill: "Ich glaube nur der Statistik, die ich selbst gefälscht habe."
Man könnte bei der Deutung der erwähnten Statistik auch einfach davon ausgehen, dass über 80% sich in keinem Falle vorstellen könnten eine Sarazzin-Partei zu wählen.
Kern der Umfrage war es herauszufinden, wer und wie viele bereit wären den Thesen des Herrn T.S. zuzustimmen und wer absolut nicht konform mit dieser Person ist.
Es klolnnten sich in NRW bestimmt auch mehr als 8,5% der Leute vorstellen die FDP zu wählen, zumindest unter bestimmten Aspekten oder Eventualitäten, aber es treten nun mal nicht alle diese Fälle ein...zum Glück möchte man meinen.
Liebe "Dame von Welt",
es geht in der Umfrage um Wähler, nicht um Mitglieder. Im Gegensatz zu z.B. der Union, die mit ministern wie Frau Schröder ja aktiv versucht, antirassistische Arbeit zu behindern, und behauptet, dass von links Eigentum und Lohnarbeit in Frage zu stellen wäre ohnehin das gleiche ("radikal"), wie Menschen aufgrund rassistischer Ideologien umzubringen, ist die Linke eigentlich bei fast allem, was es in Deutschland an antirassistischen Gruppen und Aktionen gibt, dabei oder mit den Akteuren verknüpft.
Rassismus ist aber nicht zuletzt ein Herrschaftsinstrument, das die eine benachteiligte Gruppe gegen eine andere aufbringen soll. Und da die Linke sicher einen überproportional großen Anteil an sozial abgehängten hat, verfängt natürlich gerade dort die Propaganda von einem einfachen Schuldigen. Aber das lässt sich sicher nicht mit weniger linker Arbeit lösen, sondern nur mit mehr.
Man sollte sich und vor allem das Quellenmaterial kritisch hinterfragen und spätestens dann würde man eine Umfrage für die "BamS", inklusive Aufbereitung der zum gleichen Verlagshause gehörenden "Welt", unter der Lupe der Relativierung völlig neu bewerten.
Ihre Aussage zeugt nur davon, dass sie auf das vom Springerkonsortium bezweckte Ziel hereingefallen sind und sich nicht ihres eigenen Verstandes bedienen.
Churchill: "Ich glaube nur der Statistik, die ich selbst gefälscht habe."
Man könnte bei der Deutung der erwähnten Statistik auch einfach davon ausgehen, dass über 80% sich in keinem Falle vorstellen könnten eine Sarazzin-Partei zu wählen.
Kern der Umfrage war es herauszufinden, wer und wie viele bereit wären den Thesen des Herrn T.S. zuzustimmen und wer absolut nicht konform mit dieser Person ist.
Es klolnnten sich in NRW bestimmt auch mehr als 8,5% der Leute vorstellen die FDP zu wählen, zumindest unter bestimmten Aspekten oder Eventualitäten, aber es treten nun mal nicht alle diese Fälle ein...zum Glück möchte man meinen.
Das Entscheidende für Herrn Kaba ist doch gewesen, dass er einen Ort gefunden hat, an dem er einfach Mensch sein kann. Und von solchen Räumen braucht es mehr.
Viel schöner wäre es, wenn er an jedem Ort Mensch sein könnte.
Viel schöner wäre es, wenn er an jedem Ort Mensch sein könnte.
Ein Artikel über Fremdenfeindlichkeit und auf der ersten Kommentarseite noch so gut wie kein Beitrag, der den Rassismus, den Menschen wie Herr Kaba erleiden müssen, relativiert und verharmlost.
Empathie heißt das Stichwort. Sich einfach mal in andere Menschen hineinversetzen, die täglich das Gefühl bekommen, nicht dazuzugehören. Vielleicht kann die ZEIT-Reihe zu dem Thema ja etwas dazu beitragen.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren