RechtsextremismusKampfansage an die braunen Burschenschaften

Antisemitische Pamphlete, Kontakte zu Neonazis: In Studentenverbindungen gewinnen Rechtsextreme an Einfluss. Liberale Dissidenten kämpfen dagegen an. von 

Norbert Weidner kannte auf seinem Karriereweg bisher nur eine Richtung: Über die rechtsextreme Wiking-Jugend kam er zur Freiheitlichen Deutschen Arbeiter-Partei (FAP), programmatisch nah an der NSDAP. Er brachte es zum Vorstand der verbotenen Hilfsorganisation für nationale Gefangene und deren Angehörige. Er unterstützte Rechtsextremisten wie Horst Mahler und Martin Wiese im Gefängnis.

Heute ist Weidner Chefredakteur der Burschenschaftlichen Blätter , des Zentralorgans der Burschenschaften in Deutschland und Österreich . Auf Burschenschaftsdeutsch heißt sein Job Schriftleiter. Er gehört zum Vorstand der Deutschen Burschenschaft , dem wichtigsten Dachverband mit etwa 105 Verbindungen, 10.000 Mitgliedern und einem Barvermögen von 418.000 Euro (Stand Januar 2011). Führend ist der Wirtschaftsjurist zudem in der Alten Breslauer Burschenschaft der Raczeks zu Bonn , in der Nationalisten das Wort führen.

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Außerhalb der verklinkerten Gründerzeitvilla der Raczeks' in der Bonner Südstadt ist Weidner allerdings unter heftigem Druck. Kritische Burschenschafter arbeiten an seinen Rauswurf, seit er in der Mitgliederzeitschrift die Verurteilung des Theologen und Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer zum Tode als "juristisch gerechtfertigt" gutgeheißen hatte. "Zweifelsfrei ein Landesverräter", hatte Weidner über Bonhoeffer geschrieben. Für das Schreiben, das ZEIT ONLINE vorliegt , interessiert sich die Staatsanwaltschaft. Schriftliche Nachfragen zu seinem Wirken lässt Weidner unbeantwortet. In internen Rundmails, die ZEIT ONLINE ebenfalls vorliegen, wirft er seinen Kritikern eine Kampagne gegen ihn vor und betont, seine Mitgliedschaft in der Gefangenen-Hilfsorganisation liege 18 Jahre zurück.

Offen rechtsradikale Gesinnung

Weidner verkörpert eines der größten Probleme des Korporationswesens: In den traditionell konservativen Studentenvereinigungen nimmt der Einfluss offen nationalistischer Kräfte zu. Interne Dokumente belegen, dass sich der rechte Rand der Mitglieder in einem Maße radikalisiert, dass liberale Mitglieder um die Ideale der Burschenschaften fürchten – den Lebensbund, Gemeinschaft, Treue, Freiheit. Vor allem Alte Herren – also im Berufsleben angekommene Burschen – klagen über eine wachsende Zahl rechtsradikaler Studierender, die verbindungsintern ihre Gesinnung ungehemmt ausleben.

Burschenschaften

Burschenschaften sind eine weitgehend geschlossene Gesellschaft. Öffentliches Engagement und Wirken sind selten, der Zugang Außenstehender zu Veranstaltungen ist reglementiert. Das macht es schwer, gegen ideologische Auswüchse vorzugehen. Verfassungsschützer sahen bisher nur einzelne Fälle als beobachtungswürdig an.

Mitglieder zahlen Beiträge, manchmal mehrere Hundert Euro im Jahr. Ein Teil geht an den Dachverband Deutsche Burschenschaft. Er umfasst in 105 Verbindungen etwa 1.000 Mitglieder in sogenannten Aktivitas, also studierende Burschen. Der Rest der etwa 10.000 in Österreich und Deutschland Organisierten sind Alte Herren, also Burschen im Berufsleben.

Extremismus

Unter dem Schutz des Brauchtums-Etiketts pflegen einzelne Burschenschaften rechtsextremes Gedankengut. Manche haben besten Verbindungen zu Kameradschaften und Parteien wie der NPD, Pro NRW und der FPÖ in Österreich. Offiziell distanzieren sich viele Bünde vom Extremismus, doch für das Reden und Handeln einzelner Brüder will keiner garantieren. Geschützt durch Meinungsfreiheit und Korpsgeist bleiben auch Ausländerfeinde und Geschichtsverdreher unbehelligt. Ein Rauswurf ist so nahezu unmöglich.

Hinzu kommt, dass Streit unter Bundesbrüdern wegen des Conventsgeheimnisses bisher kaum nach außen drang. Kritische Burschenschafter versuchten, online die braunen Umtriebe zu thematisieren. Konflikte schlichtet meist oft die verbindungsinterne Gerichtsbarkeit. 

Die Erzkonservativen

Die Burschenschaftliche Gemeinschaft ist ein Verband von etwas mehr als 30 Burschenschaften erzkonservativer, völkisch-nationalistischer Ausrichtung. Sie veranstaltet das Fechtseminar auf dem Deutschen Burschentag, der jährlich in Eisenach stattfindet. Aus Sorge um die extremistischen Tendenzen betreiben liberale Burschenschafter den Austritt ihrer Bünde aus der Burschenschaftlichen Gemeinschaft. Aus demselben Grund bildete sich im März 2011 die liberale Initiative Burschenschaftliche Zukunft. Die SPD bezeichnet die Burschenschaftliche Gemeinschaft als völkischen Kampfverband, der Hamburger Verfassungsschutzbericht 2011 als in Teilen rechtsextremistisch.

Die Initiative

Die Initiative Burschenschaftliche Zukunft ist ein im März 2012 gegründeter Zusammenschluss von liberalen Burschenschaften (21 Gründungsunterzeichner), die die radikale Ausrichtung der bisherigen Burschenschaftsverbände Burschenschaftliche Gemeinschaft und der Dachorganisation Deutsche Burschenschaft nicht mehr billigen. Sie versteht sich als Gegengewicht zu den erzkonservativen und rechtsradikal dominierten Burschenschaften.

Entrüstet reagierten viele Burschenschaftler auf einen im Juni 2011 in der Mitgliederzeitung publizierten Artikel. Unter der in Fraktur gesetzten Überschrift Burschenschaft und Judentum räsonierte der Historiker und Abstammungskundler Björn Thomann – selbst Raczek – über "das anmaßende Auftreten des Zentralrats der Juden", dem sich "die deutsche Politik widerstandslos unterworfen hat". Besorgnis lösen zudem die personellen Schnittmengen mancher Burschenschaften mit der NPD aus. Und es gibt Berührungspunkte zur Neonazi-Szene

Verfassungsschutz registriert rechtsextremistische Bewegungen

Den Rechtsruck unter den Burschenschaften registrierten auch Verfassungsschützer mehrerer Bundesländer. Der bayerische Jahresbericht 2011 bescheinigt der Burschenschaft Danubia München erstmals "rechtsextremistische Ausrichtung und Zielsetzung". Namentlich erwähnt ist Pierre Pauly, der laut dem Bericht "enge Kontakte zur neonazistischen Kameradschaft München" hat. Auskünfte zu den Hintergründen verweigert Pauly ZEIT ONLINE. Aus der Rundgiebel-Villa der Danubia in der Münchener Möhlstraße heißt es nur, man prüfe wegen des Verfassungsschutzberichts eine Klage gegen das Land. In internen Mails wirbt Pauly dafür, Burschenschafter sollten "ruhig auch mal außerhalb der gesellschaftlichen Konventionen denken und handeln". Wie Weidner gehört Pauly zur Burschenschaft der Raczeks in Bonn – nach eigener Darstellung. Die Raczeks-Zentrale teilt dagegen mit, dass es "bei uns keinen Herrn Pauly" gebe.

Die Raczeks ruinierten ihren Ruf zuletzt 2011, als sie eine deutsche Abstammung als Aufnahmekriterium festschreiben lassen wollten. Der Antrag löste beim Burschentag 2011 in Eisenach einen Eklat aus und brachte den Raczeks erstmals eine indirekte Erwähnung im Hamburger Verfassungsschutzbericht 2011 ein. Die Behörde warnt, in Burschenschaften würden "zum Teil rechtsextremistische Positionen offensiv vertreten oder zumindest zustimmend zur Kenntnis genommen".

Rücksicht auf demokratische Konventionen im Umgang mit Radikalen ist bei den Raczeks unerwünscht: "Political Correctness, Nein Danke!", propagiert der Bund auf seiner Website . Nun ergreifen die letzten liberalen Mitglieder die Flucht – zur Jahrestagung am vergangenen Wochenende ging gleich eine Serie Austrittsschreiben ein.

Neue Spaltung wahrscheinlich

Beim Burschentag , dem Jahrestreffen des Dachverbandes Anfang Juni in Eisenach, dürfte der Konflikt zwischen Liberalen und Extremisten das Verbindungswesen erneut spalten. Schon mehrfach waren liberale Burschenschaften rechten Tendenzen ausgewichen, indem sie sich unter neuem Dach organisierten: 1996 entstand in Hannover die Neue Deutsche Burschenschaft . Im März dieses Jahres unterschrieben 21 liberale Bünde aus Sorge um den Ruf ihrer Zunft in Stuttgart das Gründungsprotokoll der Initiative Burschenschaftliche Zukunft.

Einige Wochen später machten Extremismusgegner mit einem zunächst nur burschenschaftsintern publizierten offenen Brief an 105 Verbindungen auf den Rechtsruck aufmerksam. Als Weidner von der geplanten Veröffentlichung erfuhr, drohte er den Unterzeichnern: "Das würde ich mir … dreimal überlegen." Doch Hunderte Adressaten reagierten positiv, darunter der CSU-Innenpolitiker Hans-Peter Uhl , der der Burschenschaft Arminia-Rhenania München angehört. Auch Verkehrsminister Peter Ramsauer , Bundesbruder der Franco Bavaria München, unterstützte ausdrücklich das Ansinnen mit seiner Unterschrift.

Tilman Steffen
Tilman Steffen

Tilman Steffen, aufgewachsen in Sachsen, ist Redakteur bei ZEIT ONLINE. Seine Profilseite finden Sie hier.

Vor dem Burschentag kursieren via Mail die Antragspapiere der rechten Hardliner: Etwa auf Gründung einer eigenen Partei und zur Abschaffung des Euro. Ob die liberalen Kritiker inmitten der korporalen Übermacht in der Eisenacher Aßmann-Halle überhaupt Gehör finden werden, ist offen.

Eine Enthebung Weidners wäre ein Novum

Der Dachverband verspricht offiziell, sich mit Weidner und seinen Gesinnungsgenossen zu befassen: Personelle Überschneidungen in der Verbandsspitze mit extremistischen Organisationen "werden abgelehnt und Hinweise darauf entsprechend geklärt", sagt der Sprecher der Deutschen Burschenschaft. Und die liberale Initiative Burschenschaftliche Zukunft forderte vor dem Treffen, "zu prüfen, ob eine vorübergehende beziehungsweise endgültige Enthebung" Weidners als Blätter-Chefredakteur möglich ist. Auch an Weidner persönlich erging "die Aufforderung zu überlegen, ob er noch tragbar ist".

Dies ist ein Novum im Verbindungssystem, das extremistische Haltungen bisher als Privatsache betrachtete. Denn damit ist Weidner nicht mehr nur mit der Kritik Einzelner konfrontiert, ein ganzer Verband will ihn loswerden.

Zum Burschentag soll der Protest der Kritiker an der Aßmann-Halle nicht zu übersehen sein. Für den 2. Juni mobilisieren Aktivisten bundesweit für eine Demonstration gegen das "reaktionäre Verbindungswesen", unweit des Tagungsortes ist eine Plakatwand gemietet. Geplanter Slogan: "Wer die Demokratie links liegen lässt, tritt rechts in die Sche..e"

Anmerkung: In einer früheren Version des Artikels war zu lesen, dass Norbert Weidner Rechtsextremisten wie Horst Mahler und Martin Wiese im Gefängnis besucht habe. In einer Stellungnahme nach Veröffentlichung des Artikels legt Norbert Weidner Wert auf die Feststellung, dass er beide nie besucht habe.

Norbert Weidner war im Vorstand der nationalistischen Gefangenen-Hilfsorganisation HNG.

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Leserkommentare
  1. Ein angenehm unaufgeregt informierender Artikel zum Thema. Für einen Außenstehenden doch erfreulich zu sehen, dass es entgegen der braunen Tendenzen auch Initiativen gibt.
    Hoffentlich wird dort einmal ordentlich ausgekehrt.

  2. Sehr geehrter Herr Steffen,
    zwei kleine Korrekturen zu Ihrem ansonsten informativen Artikel:

    1. Die Burschenschaftlichen Blätter sind das Organ des Dachverbands Deutsche Burschenschaft, nicht der Studentenverbindungen. Die weitaus meisten Verbindungen sind keine Burschenschaften. Die deutsche Burschenschaft ist auch bei weitem nicht der "wichtigste" Dachverband; insbesondere die christlichen Verbände haben weitaus mehr Mitglieder.

    2. Der Vorwurf des "zunehmender Einflusses offen nationalistischer Kräfte" betrifft nur die Deutschen Burschenschaft. Die anderen Verbände haben sich hiervon distanziert.

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    ansonsten wäre für einen Aussenstehenden auch jeder Deutsche ein Nazi!

    Und spätestens seit Guido Knopp wissen wir ja, dass es seit 1933 zwei Deutschlands gab. Das Gute Deutschland und das Nazi Deutschland und beide hatte auch nie miteinander zu tun.

    Hitler errang auch nicht die Mehrheit im Parlament, nein! der hat sich die Macht erschlichen. So heimlich, dass das keiner aus GUTdeutschland dies mitbekommen konnte.

    Ihr Differenzierungsvermögen in Ehren, aber wenn ich mit Angehörigen dieser Burschenschaften- und Verbindungsszene zu tun habe - und im politischen, wirtschaftlichen und akademischen Machtgefüge dieser Republik lässt sich das ja kaum vermeiden -, dann kommt mir immer das Grauen.

    Man weiß ja auch nie, mit wem man es gerade zu tun hat. In Bezug auf ihre politische Anliegen und die dahinterstehenden Seilschaften verhalten sie sich ja alle extrem konspirativ. Oft erkennt man sie nur daran, dass sie geradezu chamäleonhaft um Einfluss und Positionen keilen. Erst nach dem fünften oder sechsten Bier aber bekommt die Fassade dann manchmal Risse und es tun sich Abgründe auf.

    Und auch wenn sich diese Klientel ihre Machtpositionen ruppig erkämpft hat, lässt sie den ideologischen Schleier nicht immer fallen. Vielmehr werden dann zuerst einmal diejenigen gnadenlos ins Visier genommen, die ihrem Machtstreben in der Vergangenheit im Wege gestanden haben.

    Indirekt lassen sich daraus natürlich Schlüsse über das in dieser Szene gepflegte Weltbild ziehen, sind die als Feinde identifizierten Menschen doch zumeist solche, die Freiheit nicht ohne Gleichheit denken wollen und ein solidarisches Miteinander gegenüber dem mehr oder weniger gepflegten Ressentiment vorziehen.

    Wie dem auch sei: Nicht alle aus dieser Szene mögen rassistisch eingestellt sein, nationalistisch aber sind sie durchweg. Und ihr geheimbündlerisches Agieren solle in einer Demokratie eigentlich nichts zu suchen haben.

    Studentenverbindung, es kommt auf den Verein selber an wie er sich bezeichnet.
    Rechtsgerichtete Tendenzen in solchen Verbindungen waren schon immer vorhanden und auch kein Geheimnis, doch jetzt gehen Sie hausieren.
    Wir brauchen bloß den Migrationsanteil in solchen Verbindung ansehen um festzustellen wohin die Richtung geht und momentan erlaubt es der Zeitgeist das solche Schritte in die Öffentlichkeit keine Empörung verursachen.
    In Zeiten von LePen, griechische Rechte, Islamfeindlichkeit in Europa, Sarrazin und nationalen Klischees(faule Griechen) scheint so ein Schritt der Verbindungen nicht verwunderlich.

    Die Frage ist ja, was komm als nächstes?

    Geht man auf die Seite der Raczeks und klickt auf "häufig gestellte Fragen", so kommt als Anwort auf die Frage, was eine Burschenschaft sei:

    "Eine Burschenschaft ist eine Art von Studentenverbindung. Im Gegensatz zu anderen Arten von Studentenverbindungen sind wir politisch..."

    Redaktion

    Hallo Dartain, veieln Dank für den Hinweis betreffs der Burschenschaftlichen Blätter, wir haben das im Text jetzt präzisiert.

    Viele Grüße, Tilman Steffen/ZEIT ONLINE

  3. ansonsten wäre für einen Aussenstehenden auch jeder Deutsche ein Nazi!

    Und spätestens seit Guido Knopp wissen wir ja, dass es seit 1933 zwei Deutschlands gab. Das Gute Deutschland und das Nazi Deutschland und beide hatte auch nie miteinander zu tun.

    Hitler errang auch nicht die Mehrheit im Parlament, nein! der hat sich die Macht erschlichen. So heimlich, dass das keiner aus GUTdeutschland dies mitbekommen konnte.

  4. Ihr Differenzierungsvermögen in Ehren, aber wenn ich mit Angehörigen dieser Burschenschaften- und Verbindungsszene zu tun habe - und im politischen, wirtschaftlichen und akademischen Machtgefüge dieser Republik lässt sich das ja kaum vermeiden -, dann kommt mir immer das Grauen.

    Man weiß ja auch nie, mit wem man es gerade zu tun hat. In Bezug auf ihre politische Anliegen und die dahinterstehenden Seilschaften verhalten sie sich ja alle extrem konspirativ. Oft erkennt man sie nur daran, dass sie geradezu chamäleonhaft um Einfluss und Positionen keilen. Erst nach dem fünften oder sechsten Bier aber bekommt die Fassade dann manchmal Risse und es tun sich Abgründe auf.

    Und auch wenn sich diese Klientel ihre Machtpositionen ruppig erkämpft hat, lässt sie den ideologischen Schleier nicht immer fallen. Vielmehr werden dann zuerst einmal diejenigen gnadenlos ins Visier genommen, die ihrem Machtstreben in der Vergangenheit im Wege gestanden haben.

    Indirekt lassen sich daraus natürlich Schlüsse über das in dieser Szene gepflegte Weltbild ziehen, sind die als Feinde identifizierten Menschen doch zumeist solche, die Freiheit nicht ohne Gleichheit denken wollen und ein solidarisches Miteinander gegenüber dem mehr oder weniger gepflegten Ressentiment vorziehen.

    Wie dem auch sei: Nicht alle aus dieser Szene mögen rassistisch eingestellt sein, nationalistisch aber sind sie durchweg. Und ihr geheimbündlerisches Agieren solle in einer Demokratie eigentlich nichts zu suchen haben.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sie nutzen Begriffe wie "extrem konspirativ" oder "geheimbündlerisches Agieren" und frage mich wovon Sie da sprechen... Ich bin selber Corpsstudent und bin erstaunt, denn bei uns ist nichts heimlich und Gäste sind jederzeit und gerne willkommen. Nur auf den regelmäßigen Conventen sind wir quasi "unter uns", aber auch da werden nun keine Intrigen gesponnen und solche Sitzungen machen schließlich nicht nur Studentenverbindungen sondern auch Unternehmen, Vereine usw.... Der Tierschutzverein von Nebenan will schließlich auch nicht das ich mich in deren Teamsitzungen hinsetze und mein Quark dazugebe...

    Auch schreiben Sie von den sogenannten "Seilschaften".... Ganz ehrlich aber Networking wird doch heutzutage überall betrieben und gefordert. Ich bin selbst Sozialarbeiter und sehe das sogar alle sozialen Organisationen Networking betreiben. Und außerdem springt vielleicht höchstens mal ne Praktikumsstelle für einen heraus. Geschenkt bekommt man als Verbindungsstudent nix.

    Sie schrieben "Wie dem auch sei: Nicht alle aus dieser Szene mögen rassistisch eingestellt sein, nationalistisch aber sind sie durchweg. Und ihr geheimbündlerisches Agieren solle in einer Demokratie eigentlich nichts zu suchen haben."

    Eindeutig falsch! Als katholisch Korporierter verwahre ich mich gegen die pauschale und ahnungslose Unterstellung, die an Verleumdung grenzt. Nahezu alle Korporationsverbände haben letztes Jahr die Vorgänge in der DB scharf kritisiert, jüngst hat einer der großen kath. Verbände jeglichem Extremismus nochmals eine klare Absage erteilt.

    Geheimbündlerische Netzwerke sind die zweite beliebte Unterstellung. Werfen Sie doch einfach mal Ihren Taschenrechner an und rechnen vor, wie die wenigen Korporierten ihren eigenen Nachwuchs in die Schaltstellen hieven. Ganz zu schweigen von formalen Voraussetzungen an Bewerbungs- und Nachbesetzungsverfahren sowie den arbeitsrechtlichen Einspruchsmöglichkeiten unterlegener Bewerber.

    Am Ende plappern Sie doch auch nur die einschlägigen "Thesen" der Burschireader und Vortragsreisenden in dieser Angelegenheit nach.

  5. "Vor dem Burschentag kursieren via Mail die Antragspapiere der rechten Hardliner: Etwa auf Gründung einer eigenen Partei und zur Abschaffung des Euro"

    Das ist schlicht falsch. Die beiden genannten Anträge kommen nicht von rechten Hardlinern, sondern von einem unabhängigen Bund.

  6. Ob nun rechtslastig oder nicht, Burschenschaften sitzen mit ihren verstaubten Ansichten und Werten am rechten Rand, und brauchen sich nicht dumm zu stellen. Sie sind ein Überbleibsel aus einer alten, längst überholten Zeit. Ich habe einige Zeit in Eisenach gelebt, und diesen Karneval mit ansehen müssen. Das war vor ca. 12 Jahren, und schon damals waren junge und alte Nazis mit dabei. Und schon dort fielen Sprüche wie "Deutschland ist größer". Also, mir brauch keiner was zu erzählen, von wegen Burschenschaften distanzieren sich von Rechts! Es ist ein Haufen von ewig Gestrigen.

  7. 7. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/jz

  8. Studentenverbindung, es kommt auf den Verein selber an wie er sich bezeichnet.
    Rechtsgerichtete Tendenzen in solchen Verbindungen waren schon immer vorhanden und auch kein Geheimnis, doch jetzt gehen Sie hausieren.
    Wir brauchen bloß den Migrationsanteil in solchen Verbindung ansehen um festzustellen wohin die Richtung geht und momentan erlaubt es der Zeitgeist das solche Schritte in die Öffentlichkeit keine Empörung verursachen.
    In Zeiten von LePen, griechische Rechte, Islamfeindlichkeit in Europa, Sarrazin und nationalen Klischees(faule Griechen) scheint so ein Schritt der Verbindungen nicht verwunderlich.

    Die Frage ist ja, was komm als nächstes?

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