Leserin A. Oleksinska studierte in Hannover deutsche Sprachwissenschaft. Ihr Wunsch wäre, dass weniger Deutsche ihre Heimat Polen für rückständig und unmodern halten.
Polen ist bereits seit dem 1. Mai 2004 Mitglied der Europäischen Union. Doch obwohl die europäische Integration bereits viele Trennungen überwunden hat, ist mein Heimatland im Bewusstsein der meisten Deutschen häufig noch mit negativen Klischees behaftet.
Neulich haben sich bei einem meiner Friseurbesuche in Düsseldorf zwei Männer über die bevorstehende Europameisterschaft unterhalten. Viel könne man wohl vom Turnier in Polen nicht erwarten. Ich fragte sie, ob sie schon mal in Polen waren. Die Antwort lautete: "Nein". Sie hätten nur einen Fernsehbericht über Polen gesehen.
Die alten Stereotypen über Polen existieren leider immer noch. Bei einer Fahrt mit einer alten, kaputten Straßenbahn in der Düsseldorfer Innenstadt witzelt jemand: "Die Bahn wird bald nach Polen abgeschoben". Am selben Tag werde ich gefragt, ob wir in Polen Heizungen haben. Wie bitte?
Eine ganz ähnliche Erfahrung: In der Reisebank am Düsseldorfer Bahnhof stand am Schalter ein älterer Herr. Er wechselte seine prachtvollen Euro-Scheine in polnische Zloty und fragte den Kassierer: "Klauen die da?"
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Das Interesse der Deutschen am östlichen Nachbarland ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Inzwischen können sie billig nach Polen fliegen und dort Urlaub machen. Als ich kurz vor Ostern im Flugzeug Richtung Heimat reiste, kommen mir ungewollt Gespräche zu Ohren, in denen ein wenig Skepsis, aber auch Neugierde durchklingt. Wodka und Pierogi werden diskutiert. Aufgeschlagene Reiseführer lassen auf eine Bildungsreise deuten. Umso erschrockener war ich, als ich nach der Landung in Krakow Balice in einem überfüllten Shuttlebus Richtung Hauptbahnhof fuhr. Eine Gruppe von fünf Deutschen platziert sich um mich herum und unterhält sich lautstark. Zuerst befürchten sie, dass der Bus nicht losfährt und ihre Handys nicht funktionieren könnten, da es in Polen sicherlich keinen Empfang gebe. Dann scherzen sie, dass auf dem Parkplatz vor dem Flughafen ihre Autos aus Deutschland bereits geparkt seien.
Lange konnte ich mir den Spott nicht anhören. Ich hatte mich sehr auf mein Zuhause gefreut, aber die Klischees holten mich sogar in meinem eigenen Land ein. Ich brüllte los: "Warum führt Ihre Reise ausgerechnet nach Polen, wenn in Polen nichts zu funktionieren scheint?" Schweigen.








...ausgerechnet ein Deutscher hat es bestens formuliert:
"Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom."
Albert Einstein
und damit Angehöriger einer diskriminierten Minderheit - der Mehrheitsmob hat's mit dieser Einsicht schwerer ...
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf pauschale Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/vn
..dabei war sich aber gerade auch Einstein wohl völlig im Klaren darüber, daß er bei der Erwähnung seines Nobelpreises durch Juden immer als einer der Ihren bezeichnet wurde und durch Deutschen auch immer als einer der Ihren. ;-)
Im übrigen ist m.M.n. von Leserin Oleksinska vergessen worden, einen meiner Meinung nach vorleigenden Unterschied zwischen Ost- und West-Bundesrepublikanern zu machen.
Daß nämlich - jedenfalls nach meinen persönlichen Beobachtungen - die deutschen Vorurteile eigentlich und international sonst ganz untypisch, mit der Entfernung von unseren polnischen Nachbarn abnehmen, will sagen:
die neuen Bundesländer tragen den Polne m.E. immer noch mehr die für mich eigentlich immer sympathisch gewesene passive Resistenz während der Planwirtschaft des moskaugesteuerten Sozialismus nach.
Dennoch klappt die bilaterale Verständigung im sogenannten kleinen Grenzverkehr und nicht zuletzt dank Platzecks unermüdlicher Rührigkeit eigentlich ganz gut, wenn auch leider immer noch nicht so gut wie zu Frankreich, ist mein persönlicher Eindruck.
und damit Angehöriger einer diskriminierten Minderheit - der Mehrheitsmob hat's mit dieser Einsicht schwerer ...
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf pauschale Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/vn
..dabei war sich aber gerade auch Einstein wohl völlig im Klaren darüber, daß er bei der Erwähnung seines Nobelpreises durch Juden immer als einer der Ihren bezeichnet wurde und durch Deutschen auch immer als einer der Ihren. ;-)
Im übrigen ist m.M.n. von Leserin Oleksinska vergessen worden, einen meiner Meinung nach vorleigenden Unterschied zwischen Ost- und West-Bundesrepublikanern zu machen.
Daß nämlich - jedenfalls nach meinen persönlichen Beobachtungen - die deutschen Vorurteile eigentlich und international sonst ganz untypisch, mit der Entfernung von unseren polnischen Nachbarn abnehmen, will sagen:
die neuen Bundesländer tragen den Polne m.E. immer noch mehr die für mich eigentlich immer sympathisch gewesene passive Resistenz während der Planwirtschaft des moskaugesteuerten Sozialismus nach.
Dennoch klappt die bilaterale Verständigung im sogenannten kleinen Grenzverkehr und nicht zuletzt dank Platzecks unermüdlicher Rührigkeit eigentlich ganz gut, wenn auch leider immer noch nicht so gut wie zu Frankreich, ist mein persönlicher Eindruck.
sind offensichtlich kaum auszurotten. Dazu sind Touristen oft so überheblich, dass Sie sich nicht mal vorstellen könne, dass ihre Sprache und Lästereien öfter verstanden werden als sie vermuten. Es scheint eine Art Lust daran zu geben, sich die eigene scheinbare Überlegenheit durch die Abwertung der anderen zu bestätigen – das ist unkultiviert, peinlich und gefährlich. Ich wünsche der Autorin, dass sie in Zukunft vor solchen Erfahrungen verschont bleibt und den Lästerern, dass sie vielleicht doch irgendwann mal ihre Ressentiments loswerden.
und damit Angehöriger einer diskriminierten Minderheit - der Mehrheitsmob hat's mit dieser Einsicht schwerer ...
Zugegeben mich würds auch nach ner Weile stören und mein Mund aufmachen.
Aber wenn ich irgendwo im Ausland bin als Deutscher, sind die großen Themen auf die jeder sofort kommt: Hitler und Oktoberfest.
Beste Frage bisher: "Do you believe in Hitler?" O.o
Vlt wird's mit der Em auch ein Sommermärchen wie seinerzeit in Deutschland. Da hat Deutschland auch von aller Welt großes Lob bekommen, weil wir freundlich, locker und weltoffen sind.
Ps. Am schlimmsten habens zurzeit die Griechen, was blöde Sprüche angeht
Und weil die Leute nicht nur in Deutschland oft oberflächlich und vorurteilsbeladen über fremde Länder und Kulturen urteilen ist's schon ok? Wie man sieht - es ist noch ein langer Weg!
....habens zurzeit die Griechen, was blöde Sprüche angeht"
Verständnisfrage: meinen Sie damit die Vorurteile, die Deutschen aus Griechenland entgegenschlagen ("Nazis", "Besserwisser" etc) oder diejenigen, die in Deutschland über Griechen kursieren ("Betrüger", "Faule" etc.)??
Das zeigt das Schlimme an Vorurteilen: es funktioniert immer in beide Richtungen, was sie inhaltlich nicht rechtfertigt aber ein Grund für die psychologische Aufschaukelung ist (Gruppenidentität formt sich durch Abgrenzung). Leider. Aber wer will wirklich behaupten, er sei frei davon ?
Wer von "dem" Deutschen, Griechen, Polen etc spricht, beginnt bereits ein Vorurteil auszusprechen.
Ich bin ein Grieche.mit 22 jr. Bin ich nach Deutschland gezogen.vieles ist schöner hier als in meiner Heimat und umgekehrt aber auch. ich habe den Vorteil/Nachteil vergleichen zu können. Lediglich bekomme ich auch die Wut über jeglicher pauschalisierung und herablassende Kommentare von beide Seiten...und Stelle auch öfters selber fest das ich manch pauschalisierung nicht entgehen kann (das schlimmste Tier auf Erden ist halt der Mensch).Ich wünsche die Menschen in Polen und in der Ukraine eine wunderschöne EM...denn ich weiss wie wichtig es ist wenn es einem schlecht geht.Möge das Polnische und Ukrainische Volk Europameister werden
Und weil die Leute nicht nur in Deutschland oft oberflächlich und vorurteilsbeladen über fremde Länder und Kulturen urteilen ist's schon ok? Wie man sieht - es ist noch ein langer Weg!
....habens zurzeit die Griechen, was blöde Sprüche angeht"
Verständnisfrage: meinen Sie damit die Vorurteile, die Deutschen aus Griechenland entgegenschlagen ("Nazis", "Besserwisser" etc) oder diejenigen, die in Deutschland über Griechen kursieren ("Betrüger", "Faule" etc.)??
Das zeigt das Schlimme an Vorurteilen: es funktioniert immer in beide Richtungen, was sie inhaltlich nicht rechtfertigt aber ein Grund für die psychologische Aufschaukelung ist (Gruppenidentität formt sich durch Abgrenzung). Leider. Aber wer will wirklich behaupten, er sei frei davon ?
Wer von "dem" Deutschen, Griechen, Polen etc spricht, beginnt bereits ein Vorurteil auszusprechen.
Ich bin ein Grieche.mit 22 jr. Bin ich nach Deutschland gezogen.vieles ist schöner hier als in meiner Heimat und umgekehrt aber auch. ich habe den Vorteil/Nachteil vergleichen zu können. Lediglich bekomme ich auch die Wut über jeglicher pauschalisierung und herablassende Kommentare von beide Seiten...und Stelle auch öfters selber fest das ich manch pauschalisierung nicht entgehen kann (das schlimmste Tier auf Erden ist halt der Mensch).Ich wünsche die Menschen in Polen und in der Ukraine eine wunderschöne EM...denn ich weiss wie wichtig es ist wenn es einem schlecht geht.Möge das Polnische und Ukrainische Volk Europameister werden
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und rein provokative Beiträge. Danke, die Redaktion/jz
Entfernt. Bitte beachten Sie, dass der Kommentar auf den Sie sich beziehen, mittlerweile entfernt wurde. Danke, die Redaktion/jz
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Und weil die Leute nicht nur in Deutschland oft oberflächlich und vorurteilsbeladen über fremde Länder und Kulturen urteilen ist's schon ok? Wie man sieht - es ist noch ein langer Weg!
...sondern zeigt, dass ü b e r a l l das "Fremde" sehr oft ausgegrenzt und mit Klischees belegt wird. Die Deutschen sind da wirklich nichts Besonderes, Menschen sind so, überall - wenn auch nicht alle oder alle im gleichen Maße. Ich weiss wovon ich rede, ich habe in Kuwait gelebt, in Indien, in Frankreich und bin jetzt in der Schweiz. Das alles mit deutschem Pass, deutschen Vorfahren und ca. 30 Jahren Leben in Deutschland. Ich brauche wohl niemandem die Klischees über Deutsche aufzuzählen. Ich habe sie alle zu hören bekommen, inklusive auf die Schulter klopfen fürs "Dritte Reich".
...sondern zeigt, dass ü b e r a l l das "Fremde" sehr oft ausgegrenzt und mit Klischees belegt wird. Die Deutschen sind da wirklich nichts Besonderes, Menschen sind so, überall - wenn auch nicht alle oder alle im gleichen Maße. Ich weiss wovon ich rede, ich habe in Kuwait gelebt, in Indien, in Frankreich und bin jetzt in der Schweiz. Das alles mit deutschem Pass, deutschen Vorfahren und ca. 30 Jahren Leben in Deutschland. Ich brauche wohl niemandem die Klischees über Deutsche aufzuzählen. Ich habe sie alle zu hören bekommen, inklusive auf die Schulter klopfen fürs "Dritte Reich".
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Als gäbe es in Polen und all den anderen Ländern, deren Vertreter hier auf ZEIT-online von den Deutschen die absolute "political correctness" mit hypersensorischen Antennen für jede noch so kleine Befindlichkeit eines Ausländers oder Einwanderers erwarten, keine Stereotype oder Vorurteile über andere Länder. Vorzugsweise über Deutschland.
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Beiträge, die als beleidigend verstanden werden. Danke, die Redaktion/jz
Entfernt. Bitte wenden Sie sich mit Kritik an Moderationsentscheidungen an community@zeit.de. Der Kommentarbereich ist der Diskussion des Artikelthemas vorbehalten. Danke, die Redaktion/jz
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