Leserartikel

Leben mit Rassismus"Warum soll ich Fremden meine Familiengeschichte erzählen?"

Dauernd wird Leserin Sophie Kara gefragt, woher sie komme. Karlsruhe reicht als Antwort nicht. Immer muss sie auch die Herkunft ihrer Familie erklären.

Ich bin eine der dritten Generation. Ich habe die deutsche Staatsbürgerschaft, studiere an einer deutschen Hochschule Politikwissenschaft und Germanistik. Ich bin eine Deutsche mit sogenanntem Migrationshintergrund.

Leben mit Rassismus

Viele Migranten in Deutschland erleben Vorurteile und Rassismus. Wie gehen sie damit um? Mit diesen Blicken, Worten, Rangeleien oder sogar Gewalttaten? In unserer Themenwoche Leben mit Rassismus berichten ganz unterschiedliche Menschen, welche Rolle Rassismus in ihrem Leben in Deutschland spielt – und wie sie sich dagegen wappnen. Ihre Erfahrungen und ihre Sichten auf die Deutschen sind so individuell wie sie selbst.

Wir entwickeln keine neuen Theorien und hantieren nicht mit abstrakten Begriffen. Wir zeigen keine Prototypen – weder Opfer noch Täter. Stattdessen lassen wir Individuen zu Wort kommen.

Auch Ihre Berichte können Teil der Woche werden: Wie leben Sie mit Rassismus in Deutschland? Schreiben Sie einen Leserartikel.

Die Beiträge zur Themenwoche

Migranten – Trotzdem zu Hause

Bayrischer Wald – Der bayerische Inder

Sachsen-Anhalt – Angekommen in Stendal

Rassismus in Sachsen-Anhalt – "Wer aus dem Senegal kommt, wird als Neger beschimpft"

Berlin – Bouba Kabas Weg aus der Wut

Berlin – Fotos von Tatorten von Sabine Schründer

Brandenburg – Ich war schon immer da. Zwei türkischstämmige Berlinerinnen studieren in Frankfurt/Oder

Brandenburg – Herrn Chans Kampf in Cottbus

Thüringen – Zeca Schall: "Wir dulden keinen Rechtsextremismus mehr"

Leben mit Rassismus – Was ist ein Erfolg gegen Rechts?

Leserartikel – Beunruhigende Sprüche am Stammtisch

Leserartikel – Der Russe kommt

Leserartikel - Überfall an der Bushaltestelle

Bilanz - Hochachtung vor menschlicher Größe

Um mit der ewigen Frage nach dem Woher umzugehen, musste ich erst einen Weg finden. Denn diese Frage kehrt immer wieder. Meinen Freunden mag nicht mehr auffallen, dass ich aus einer sogenannten Migrantenfamilie komme. Für sie spielt es keine Rolle. Aber wenn ich Menschen neu kennenlerne, dauert es nicht lange, bis jemand fragt: "Woher kommst du?"

Anzeige

Meine Antwort besteht aus zwei Wörtern: "Aus Karlsruhe". Karlsruhe ist der Ort, an dem ich aufgewachsen bin. Es gibt für mich keine andere Heimat als Deutschland.

Gleichzeitig trage ich den Herkunftsort meiner Familie in mir. Meine Großeltern und Eltern kamen vor rund vierzig Jahren aus der Türkei nach Deutschland. Bei mir zu Hause spricht man deutsch, arabisch und türkisch. Verleugnen würde ich die Herkunft meiner Eltern nie. Ich kann und will sie auch nicht ablegen.

Unterschwelliger Rassismus

Offener Rassismus ist in Deutschland nicht oft zu beobachten, ich selbst bin damit kaum in Berührung gekommen. Aber ich denke, dass Rassismus heute vor allem unterschwellig stattfindet. Auf die zunächst banal wirkende Frage "Woher kommst du?" folgt nach meiner Antwort meist eine zweite Frage: "Wo deine Familie ursprünglich herkommt, meinte ich."

Haben Sie jemals ihren deutschen Nachbarn, ihre deutsche Arbeitskollegin oder den deutschen Kommilitonen gefragt, wo seine Familie herkommt? Wieso sollte ich jemandem meine gesamte Familiengeschichte erzählen wollen, den ich erst vor wenigen Minuten kennengelernt habe? Und welchen Unterschied macht es, woher meine Familie stammt?

Leserartikel auf ZEIT ONLINE

ZEIT ONLINE präsentiert regelmäßig ausgewählte Leserartikel, die unsere eigenen Inhalte um zusätzliche Meinungen, Erfahrungsberichte und Sichtweisen bereichern. Vor der Veröffentlichung nehmen wir mit den Autoren Kontakt auf und sprechen über den Text, anschließend wird der Leserartikel von uns redigiert und bebildert. Auch bei Leserartikeln, die unter Pseudonym veröffentlicht wurden, kennt die Redaktion Namen und Anschrift des Autors. Alle weiteren Informationen finden Sie in unseren Leserartikel-FAQ.

Leserartikel schreiben

Welches Thema brennt Ihnen schon seit Längerem auf der Seele? Was freut, ärgert oder verwundert Sie? Welches Buch, welche Musik oder welchen Film würden Sie gerne einmal auf ZEIT ONLINE rezensieren? ZEIT ONLINE freut sich auf Ihren Leserartikel. In unseren Leserartikel-FAQ finden Sie alle wichtigen Hinweise, wie Sie beim Verfassen Ihres eigenen Artikels für ZEIT ONLINE vorgehen sollten.

Zur Artikeleingabe

Der ZEIT-ONLINE-Wald

Als symbolisches Dankeschön pflanzen wir für jeden Leserartikel, den wir veröffentlichen, einen Baum. Dabei arbeiten wir mit iplantatree.org zusammen. Zum Start des neuen Leserartikel-Projekts haben wir schon 1000 Bäume in Berlin Friedrichshagen gepflanzt und hoffen, dass daraus im Lauf der Jahre ein ganzer ZEIT-ONLINE-Wald wird. Mehr Informationen finden Sie in unseren Leserartikel-FAQ.

Wenn Freunde oder Bekannte diese Frage nach einiger Zeit stellen, kann ich mir sicher sein, dass es darum geht, mehr über meine Persönlichkeit zu erfahren. Bei neuen Bekanntschaften frage ich mich: Wollen sie mich einordnen, eine exotische Geschichte hören? Vor allem aber: Kann mich jemand, der nach wenigen Minuten eine solche Frage stellt, als ebenbürtiges Gegenüber sehen? Oder zeigt nicht bereits diese Frage, dass man aufgrund seines Aussehens – das im Übrigen für Außenstehende der einzige Grund sein kann, mir eine Frage wie diese zu stellen – vom Rest unterschieden wird?

Ich denke, Rassismus in Deutschland entsteht nicht selten durch überflüssige Unterscheidungen: Hier die Deutschen, da die Deutschen mit Migrationshintergrund. Mir ist bewusst, dass manche Migranten noch nicht das Gefühl haben, in Deutschland angekommen zu sein. Andere aber nennen Deutschland längst ihre Heimat. Ich für meinen Teil musste nie ankommen. Mein Zuhause ist hier.

 
Leserkommentare
    • SusoKa
    • 15.06.2012 um 16:18 Uhr

    Leider fühlen sich hier scheinbar viele Leser auf den Schlips getreten. Dabei möchte ich klarstellen:

    1.An keiner Stelle des Artikels spreche ich davon, dass diese "Woher"-Frage nur von "Deutschen ohne Migrationshintergrund" gestellt wird, Gegenteiliges ist oftmals der Fall, wird von mir persönlich jedoch nicht anders gewertet- nämlich als überflüssige Unterscheidung, wenn ich jemanden neu kennen lerne.

    2. Aus dem Artikel geht eindeutig hervor, dass es nicht die 1.Frage ist, die mich stört, sondern das indiskrete Nachfragen, das oftmals wortwörtlich folgendermaßen ausfällt: "Okay, aber woher kommst du WIRKLICH?"
    Dabei kann ich mich nur Kommentar Nr.72 anschließen:

    "72. Heimat
    (...)
    sie schreiben, dass ihre Freunde mit Begeisterung über ihre Heimat sprechen und sie deshalb nichts Verwerfliches an dieser Frage entdecken können.
    Das sieht auch Frau Kara so... sie spricht, so wie ich sie verstehe, gerne über ihre Heimat. Das ist für sie Karlsruhe und Deutschland. Jedoch akzeptieren ihre Gesprächspartner diese Antwort nicht und das ist es was Frau Kara stört.

    3. Zudem unterstelle ich hiermit keinem, der eine solche Frage stellt, absichtlich rassisitische Tendenzen, sondern möchte dazu anregen, über das meist unbewusste Unterscheidungs- und Schubladendenken zu reflektieren.

    Eine Leserempfehlung
  1. vor Allem gegenüber Menschen mit dunkler Hautfarbe.

    Gucken sie sich die Dokumentation Schwarz Weiß von Günther Wallraff an. Gibt es in der Ard Mediathek oder auch bei Youtube.

    Überheblichkeit, Arroganz, Ignoranz sind die Stichwörter.
    Preise werden erhöht, Mitgliedausweise an Diskotüren verlangt, Mieten erhöht, Pöbeleien im Zug oder auf offener Strasse.

    Der Rassismus ist in der bildungsfernen, ländlichen Generation Bevölkerung fest verankert. Man kann nicht gezwungen werden alle Menschen gleich zu behandeln. Aber diesen Menschen wird nicht mal ein mindestmaß an Respekt oder Aufmerksamkeit entgegen gebracht. Sie als weißer deutscher Bürger haben natürlich nicht diese Probleme.

    Für sie ist der Vereinsbeitrag nicht 3x so hoch wie für alle anderen Vereinsmitglieder. An der Diskotür werden sie nicht nach ihrem Mitgliedsausweis gefragt. Sie müssen sich in der Bahn nicht anhören: " Afrika den Affen und Europa den Weißen. " Sie müssen nicht 10x mal so viele Bewerbungen schreiben wie andere selber Qualifikation. Sie werden nicht ständig von der Polizei angehalten und kontrolliert.

    Sie haben leider absolut keine Ahnung wie es ist. Meine Situation ist ähnlich. Mein Vater lebt seit 40 Jahren hier. Ich schließe grade mein Studium ab, werde danach hoffentlich promovieren und spreche 4 Sprachen. Aber ich bin auch schwarz und darauf reduzieren mich viele Menschen die mir im Alltag begegnen. Das ist keine Einbildung sondern Fakt. Gucken sie sich die Doku an.

    4 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Willkommen in der"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Zunächst verweise ich auf meinen Kommentar oben.

    Mir sind derlei Dinge noch nie passiert. Im Gegenteil: Ich war in einem Vereinshauptvorstand (über 1000 Mitglieder; beitragsfrei!) in einer ländlichen Gegend, in der meine Eltern (beide schwarz) auch ein Eigenheim haben, und habe kommunalpolitische Ämter (Stichwort: geheime Wahl!) bekleidet. Ich habe eine schöne Wohnung, die preislich auf Mietspiegelniveau liegt und habe einen ausgesprochen guten Job.

    Ich bin auch schwarz! Ich fühle mich von Filmen wie dem von Wallraff nicht respräsentiert. Der schnöde Verweis auf den Film ist doch lächerlich. Wallraff übertreibt und provoziert. Natürlich gibt es Alltagsrassismus, aber sie übertreiben völlig. Jedenfalls ist das keine objektive Wahrheit und entspricht nicht dem Alltag auf deutschen Straßen! Es beschämt mich, dass sie für sich in Anspruch nehmen, vermeintliche Tatsachen zu verbreiten, obwohl sie nur Gemeinplätze herausposaunen.

    Zunächst verweise ich auf meinen Kommentar oben.

    Mir sind derlei Dinge noch nie passiert. Im Gegenteil: Ich war in einem Vereinshauptvorstand (über 1000 Mitglieder; beitragsfrei!) in einer ländlichen Gegend, in der meine Eltern (beide schwarz) auch ein Eigenheim haben, und habe kommunalpolitische Ämter (Stichwort: geheime Wahl!) bekleidet. Ich habe eine schöne Wohnung, die preislich auf Mietspiegelniveau liegt und habe einen ausgesprochen guten Job.

    Ich bin auch schwarz! Ich fühle mich von Filmen wie dem von Wallraff nicht respräsentiert. Der schnöde Verweis auf den Film ist doch lächerlich. Wallraff übertreibt und provoziert. Natürlich gibt es Alltagsrassismus, aber sie übertreiben völlig. Jedenfalls ist das keine objektive Wahrheit und entspricht nicht dem Alltag auf deutschen Straßen! Es beschämt mich, dass sie für sich in Anspruch nehmen, vermeintliche Tatsachen zu verbreiten, obwohl sie nur Gemeinplätze herausposaunen.

    • SusoKa
    • 15.06.2012 um 16:31 Uhr

    4. Von meinen Empfindungen, die ich in Reaktion auf diese Fragen habe, auf mein Verhalten dem Fragesteller ("zickig") oder sogar auf meine Wesenszüge ("mangelnde Empathie") zu schließen, finde ich äußerst unsachlich und gehört meiner Meinung nach nicht in eine gute Diskussion.
    Ich würde mich hüten, im Gespräch mit einem Fremden ungehalten oder unhöflich auf solche Fragen zu reagieren, schließlich kann man sachlich und höflich argumentieren, wenn man denn so will.

    5. Ich habe weder ein Problem mit der Herkunft meiner Eltern, noch Minderwertigkeitskomplexe aufgrund dieser, sondern möchte mir- und das erscheint mir nur menschlich- gerne das Recht vorbehalten, selbst zu entscheiden, wem ich davon erzähle. Und ich betone nun wiederholt: Wie Sie dem Artikel entnehmen könnten, geht es um FREMDE, die mit ihrer Folgefrage, woher meine Familie komme (bzw woher ich "wirklich" komme), indirekt implizieren, dass Karlsruhe und Deutschland als Antwort nicht akzeptabel sind. Diese Fragen sind- und das ist mir sehr bewusst- in 99% der Fälle nicht rassisistisch gedacht, das mindert jedoch nicht gleichzeitig die Problematik, die vor allem in Kommentar 42 sehr reflektiert dargestellt wurde.
    Es geht hier nicht darum, mit dem Zeigefinger Rassisten unter uns ausfindig zu machen, sondern zur Reflexion über die eigenen, unterbewussten Denkmuster anzuregen (und ich verwende hier bewusst das Wort "uns", da ich davon ausgehe, dass jeder Mensch solche Denkmuster besitzt.)

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Feo
    • 15.06.2012 um 16:46 Uhr

    Viele mit Migrationshintergrund fühlen sich in Deutschland nicht integriert. Integration muss aber von den Deutschen genauso wie von denen mit Migration(shintergrund) kommen.

    Vielleicht ist diese Frage ein Versuch einem ausländisch aussehenden Menschen "die Hand zu reichen", ins Gespräch zu kommen, Interesse zu zeigen? Es hieß immer "von anderen Kulturen lernen" - wie soll das gehen, ohen das jemand "der anderen Kultur" gefragt wird? Warum empfinden Sie sowas als Rassismus?

    Wissen Sie, meine Großmutter wohnt in einem urdeutschen Hintertupfingen-Dorf. Als dort die "erste ausländische Familie" (Türken) hingezogen ist, hat meine Großmutter diese Familie praktisch "ausgequetscht" weil sie die türkische Kultur einfach spannend und interessant fand. Keinder in dieser Familie hat das als Rassismus aufgefasst. Vielmehr haben sie sich darüber gefreut, dass Interesse da ist und gerne darüber gesprochen. Sowas nennt sich Austausch. Ohne den geht Integration nicht.

    • SusoKa
    • 15.06.2012 um 16:52 Uhr

    Sie verwechseln hier aber Integration von Migranten mit in Deutschland geborenen und aufgewachsenen Deutschen, wie ich es bin. Die Generation, über die sie sprechen, ist eine völlig andere. Wieso muss mir mein Gegenüber die "Hand" reichen, um mir die Integration zu erleichtern? Ich befürchte, ich habe diese Integration gar nicht nötig. Mit Ihrer Betitelung "jemand der anderen Kultur" zeigen Sie offensichtlich, dass sie mich einer anderen Kultur zuordnen. Ich persönlich tue dies nicht. (Und, aber das geht über die Thematik des Artikels hinaus: Was ist überhaupt "Kultur"?)

    ("geht es um FREMDE, die mit ihrer Folgefrage, woher meine Familie komme (bzw woher ich "wirklich" komme), indirekt implizieren, dass Karlsruhe und Deutschland als Antwort nicht akzeptabel sind.")

    Ihre Kritik an solch einem Verhalten kann ich wirklich nur unterstützen; die dahinterstehende Denkweise, jemand sei "in Wirklichkeit" nicht aus Karlsruhe, sondern aus dem Ausland, würde ich auch als rassistisch bezeichnen.

    Trotzdem möchte ich meinen Eindruck verteidigen, dass man Ihren Artikel ohne böse Absicht durchaus so lesen kann, Sie fänden nicht nur die Folgefrage, sondern auch die erste Frage inakzeptabel. Nun haben Sie dankenswerter Weise dargestellt, dass das nicht so ist.

    • Rhyz
    • 15.06.2012 um 17:10 Uhr

    ...laut Ihrer eigenen Aussage in 99% der Fälle gar nichts mit Rassismus, sondern eher mit Unhöflichkeit zu tun hat, warum dann gleich als "unterschwelligen Rassismus" deklarieren? Denn das ist es ja, was die meisten Kommentatoren hier ablehnen. Kaum jemand wird behaupten, es sei höflich, auf die Antwort "aus Karlsruhe" mit dieser Frage nachzubohren. Aber unhöflich und wenig feinfühlig ist von rassistisch doch weit entfernt.

    Ich kann mir auch gut vorstellen, dass so eine Frage auf die Dauer nerven kann. Ich verstehe allerdings ehrlich nicht, warum man denn, wenn man selbst sagt, man sei stolz auf die Herkunft der Eltern und verbinde auch persönlich noch etwas damit, diese nicht einfach gleich bei der ersten Frage nennen kann. Ist das so etwas Privates, dass man diese auf eine einfache Frage nicht nennen kann? Ein "Ich komme aus Karlsruhe, aber wahrscheinlich wollen Sie wissen, woher meine Familie stammt, das war aus Kontinent/Gegend/Land..." würde den Leuten ihre Doofheit darüber, dass man den Gefragten gleich in die Schublade "nicht von hier" gesteckt hat, klar vor Augen führen und doofes Nachbohren von vorne herein unterbinden. Denn eigentlich wissen Sie doch selbst, dass Sie mit "aus Karlsruhe" das, was der Fragende eigentlich wissen wollte, gar nicht beantwortet haben. Das lädt doch zum weiteren Nachbohren direkt ein.

    • SusoKa
    • 15.06.2012 um 17:28 Uhr

    Ich habe folgenden Satz formuliert: "Diese Fragen sind- und das ist mir sehr bewusst- in 99% der Fälle nicht rassisistisch gedacht". Damit ist gemeint, dass ich hier keinen absichtlichen und bewussten Rassismus unterstelle. Trotzdem unterstütze ich weiterhin die These, dass dies eine Form unterschwelligen- auch weil unbewussten- Rassismus sein kann und nicht lediglich Unhöflichkeit genannt werden kann.

    Es mag sicherlich ein paar dumme Menschen geben, bei denen die Nachfrage "woher denn wirklich?" rassistisch motiviert ist. Bei der absolut überwiegenden Mehrheit würde ich aber einfach vermuten, dass sie die Frage blöd formuliert - und wissen möchte, wo die Wurzeln Ihrer Familie liegen. Aber daraus latenten Alltagsrassismus abzuleiten, das tut meiner Meinung nach sehr vielen Menschen unrecht. Aber vielleicht bin ich auch einfach nur zu blauäugig in der Hinsicht.

    Ich selbst habe einen ungewöhnlichen Namen - und freue mich, wenn ich darüber mit anderen Menschen ins Gespräch komme und diese ehrliches Interesse zeigen. Und fände es schade, wenn sich niemand mehr trauen würde, nachzufragen, weil er Angst hat, sich damit in die falsche Ecke zu stellen. Aber die Situation weicht vielleicht auch ein wenig von der Ihren ab.

    Nichts desto trotz würde ich dafür plädieren, das Gute im Menschen und seiner Frage sehen zu wollen, bis das Gegenteil bewiesen ist (was ich dann eher bei wirklich rassistischen/fremdenfeindlichen Kommentaren wie z.B. "Und wann gehen Sie zurück?" sehen würde) - statt von vornherein einen Rassismusverdacht zu erheben.

    • Spez
    • 16.06.2012 um 16:00 Uhr

    Ich habe jetzt Ihren Artikel erneut gelesen, einschließlich Kommentar 42, den Sie empfohlen haben, da ich versucht bin andere Menschen zu verstehen. Außerdem haben Sie in Ihren Kommentaren einen vernünftigen Eindruck gemacht, so dass bei mir die Hoffnung besteht, dass eine Diskussion möglich ist. Ich glaube Sie haben das Pech, dass dieser Artikel in der Serie "Leben mit Rassismus" erscheint, dafür können Sie wahrscheinlich nichts, aber deshalb dürften Sie die Leserreaktionen wirklich nicht überraschen. Vereinfacht gesagt: Das Fell ist bei diesem Thema meiner Ansicht nach nachvollziehbarerweise sehr dünn geworden. Ihre Intention bleibt dennoch unklar. Nicht weil der Mangel, welchen Sie ansprechen bzw. der Kommentar 42 nicht offensichtlich ist. Sie erwarten jedoch etwas von Ihren Mitmenschen, das sie zu leisten nicht im Stande sind. Wir sind nicht alle gleich klug, gleich einfühlsam, gleich weltgewandt, gleich rhetorisch begabt... Somit müssen Sie akzeptieren, nicht weil Sie im Unrecht sind, sondern weil Sie sich mit dem Gegenteil unglücklich machen. (Fortsetzung folgt)

    • SusoKa
    • 16.06.2012 um 16:17 Uhr

    Lieber spez, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, den Artikel noch einmal (und vielleicht auf eine andere Weise) zu lesen.
    Es mag sein, dass die Einordnung in das Thema "Leben mit Rassismus" schnell unbewusste, unliebsame Reaktionen bei Lesern hervorruft, da stimme ich Ihnen zu, vielleicht wären die Reaktionen bei Veröffentlichtung unter einem anderen Leittitel anders gewesen. Mir war bewusst, dass viele Leser diesen Artikel anders auffassen werden, als es meine Intention war, trotzdem hätte ich mir manchmal etwas mehr Einfühlungsvermögen und einen sensibleren Umgang mit der Thematik gewünscht, statt gleich auf das Pferd "Die will uns doch alle als Rassisten bezeichnen" aufzuspringen. Bei einigen Kommentaren musste ich mich fragen, ob die Kommentatoren gelesen haben, was sie wollten oder was tatsächlich beschrieben ist.
    Da dies jedoch ein sehr sensibles Thema ist, muss ich mit den Reaktionen umgehen können. Zudem kann auch ich aus den Beiträgen, die wirklich konstruktive Krtitik enthalten, etwas mitnehmen und das ist schließlich auch der Sinn einer sachlichen Diskussion.

    • Feo
    • 15.06.2012 um 16:46 Uhr

    Viele mit Migrationshintergrund fühlen sich in Deutschland nicht integriert. Integration muss aber von den Deutschen genauso wie von denen mit Migration(shintergrund) kommen.

    Vielleicht ist diese Frage ein Versuch einem ausländisch aussehenden Menschen "die Hand zu reichen", ins Gespräch zu kommen, Interesse zu zeigen? Es hieß immer "von anderen Kulturen lernen" - wie soll das gehen, ohen das jemand "der anderen Kultur" gefragt wird? Warum empfinden Sie sowas als Rassismus?

    Wissen Sie, meine Großmutter wohnt in einem urdeutschen Hintertupfingen-Dorf. Als dort die "erste ausländische Familie" (Türken) hingezogen ist, hat meine Großmutter diese Familie praktisch "ausgequetscht" weil sie die türkische Kultur einfach spannend und interessant fand. Keinder in dieser Familie hat das als Rassismus aufgefasst. Vielmehr haben sie sich darüber gefreut, dass Interesse da ist und gerne darüber gesprochen. Sowas nennt sich Austausch. Ohne den geht Integration nicht.

    • SusoKa
    • 15.06.2012 um 16:52 Uhr

    Sie verwechseln hier aber Integration von Migranten mit in Deutschland geborenen und aufgewachsenen Deutschen, wie ich es bin. Die Generation, über die sie sprechen, ist eine völlig andere. Wieso muss mir mein Gegenüber die "Hand" reichen, um mir die Integration zu erleichtern? Ich befürchte, ich habe diese Integration gar nicht nötig. Mit Ihrer Betitelung "jemand der anderen Kultur" zeigen Sie offensichtlich, dass sie mich einer anderen Kultur zuordnen. Ich persönlich tue dies nicht. (Und, aber das geht über die Thematik des Artikels hinaus: Was ist überhaupt "Kultur"?)

    ("geht es um FREMDE, die mit ihrer Folgefrage, woher meine Familie komme (bzw woher ich "wirklich" komme), indirekt implizieren, dass Karlsruhe und Deutschland als Antwort nicht akzeptabel sind.")

    Ihre Kritik an solch einem Verhalten kann ich wirklich nur unterstützen; die dahinterstehende Denkweise, jemand sei "in Wirklichkeit" nicht aus Karlsruhe, sondern aus dem Ausland, würde ich auch als rassistisch bezeichnen.

    Trotzdem möchte ich meinen Eindruck verteidigen, dass man Ihren Artikel ohne böse Absicht durchaus so lesen kann, Sie fänden nicht nur die Folgefrage, sondern auch die erste Frage inakzeptabel. Nun haben Sie dankenswerter Weise dargestellt, dass das nicht so ist.

    • Rhyz
    • 15.06.2012 um 17:10 Uhr

    ...laut Ihrer eigenen Aussage in 99% der Fälle gar nichts mit Rassismus, sondern eher mit Unhöflichkeit zu tun hat, warum dann gleich als "unterschwelligen Rassismus" deklarieren? Denn das ist es ja, was die meisten Kommentatoren hier ablehnen. Kaum jemand wird behaupten, es sei höflich, auf die Antwort "aus Karlsruhe" mit dieser Frage nachzubohren. Aber unhöflich und wenig feinfühlig ist von rassistisch doch weit entfernt.

    Ich kann mir auch gut vorstellen, dass so eine Frage auf die Dauer nerven kann. Ich verstehe allerdings ehrlich nicht, warum man denn, wenn man selbst sagt, man sei stolz auf die Herkunft der Eltern und verbinde auch persönlich noch etwas damit, diese nicht einfach gleich bei der ersten Frage nennen kann. Ist das so etwas Privates, dass man diese auf eine einfache Frage nicht nennen kann? Ein "Ich komme aus Karlsruhe, aber wahrscheinlich wollen Sie wissen, woher meine Familie stammt, das war aus Kontinent/Gegend/Land..." würde den Leuten ihre Doofheit darüber, dass man den Gefragten gleich in die Schublade "nicht von hier" gesteckt hat, klar vor Augen führen und doofes Nachbohren von vorne herein unterbinden. Denn eigentlich wissen Sie doch selbst, dass Sie mit "aus Karlsruhe" das, was der Fragende eigentlich wissen wollte, gar nicht beantwortet haben. Das lädt doch zum weiteren Nachbohren direkt ein.

    • SusoKa
    • 15.06.2012 um 17:28 Uhr

    Ich habe folgenden Satz formuliert: "Diese Fragen sind- und das ist mir sehr bewusst- in 99% der Fälle nicht rassisistisch gedacht". Damit ist gemeint, dass ich hier keinen absichtlichen und bewussten Rassismus unterstelle. Trotzdem unterstütze ich weiterhin die These, dass dies eine Form unterschwelligen- auch weil unbewussten- Rassismus sein kann und nicht lediglich Unhöflichkeit genannt werden kann.

    Es mag sicherlich ein paar dumme Menschen geben, bei denen die Nachfrage "woher denn wirklich?" rassistisch motiviert ist. Bei der absolut überwiegenden Mehrheit würde ich aber einfach vermuten, dass sie die Frage blöd formuliert - und wissen möchte, wo die Wurzeln Ihrer Familie liegen. Aber daraus latenten Alltagsrassismus abzuleiten, das tut meiner Meinung nach sehr vielen Menschen unrecht. Aber vielleicht bin ich auch einfach nur zu blauäugig in der Hinsicht.

    Ich selbst habe einen ungewöhnlichen Namen - und freue mich, wenn ich darüber mit anderen Menschen ins Gespräch komme und diese ehrliches Interesse zeigen. Und fände es schade, wenn sich niemand mehr trauen würde, nachzufragen, weil er Angst hat, sich damit in die falsche Ecke zu stellen. Aber die Situation weicht vielleicht auch ein wenig von der Ihren ab.

    Nichts desto trotz würde ich dafür plädieren, das Gute im Menschen und seiner Frage sehen zu wollen, bis das Gegenteil bewiesen ist (was ich dann eher bei wirklich rassistischen/fremdenfeindlichen Kommentaren wie z.B. "Und wann gehen Sie zurück?" sehen würde) - statt von vornherein einen Rassismusverdacht zu erheben.

    • Spez
    • 16.06.2012 um 16:00 Uhr

    Ich habe jetzt Ihren Artikel erneut gelesen, einschließlich Kommentar 42, den Sie empfohlen haben, da ich versucht bin andere Menschen zu verstehen. Außerdem haben Sie in Ihren Kommentaren einen vernünftigen Eindruck gemacht, so dass bei mir die Hoffnung besteht, dass eine Diskussion möglich ist. Ich glaube Sie haben das Pech, dass dieser Artikel in der Serie "Leben mit Rassismus" erscheint, dafür können Sie wahrscheinlich nichts, aber deshalb dürften Sie die Leserreaktionen wirklich nicht überraschen. Vereinfacht gesagt: Das Fell ist bei diesem Thema meiner Ansicht nach nachvollziehbarerweise sehr dünn geworden. Ihre Intention bleibt dennoch unklar. Nicht weil der Mangel, welchen Sie ansprechen bzw. der Kommentar 42 nicht offensichtlich ist. Sie erwarten jedoch etwas von Ihren Mitmenschen, das sie zu leisten nicht im Stande sind. Wir sind nicht alle gleich klug, gleich einfühlsam, gleich weltgewandt, gleich rhetorisch begabt... Somit müssen Sie akzeptieren, nicht weil Sie im Unrecht sind, sondern weil Sie sich mit dem Gegenteil unglücklich machen. (Fortsetzung folgt)

    • SusoKa
    • 16.06.2012 um 16:17 Uhr

    Lieber spez, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, den Artikel noch einmal (und vielleicht auf eine andere Weise) zu lesen.
    Es mag sein, dass die Einordnung in das Thema "Leben mit Rassismus" schnell unbewusste, unliebsame Reaktionen bei Lesern hervorruft, da stimme ich Ihnen zu, vielleicht wären die Reaktionen bei Veröffentlichtung unter einem anderen Leittitel anders gewesen. Mir war bewusst, dass viele Leser diesen Artikel anders auffassen werden, als es meine Intention war, trotzdem hätte ich mir manchmal etwas mehr Einfühlungsvermögen und einen sensibleren Umgang mit der Thematik gewünscht, statt gleich auf das Pferd "Die will uns doch alle als Rassisten bezeichnen" aufzuspringen. Bei einigen Kommentaren musste ich mich fragen, ob die Kommentatoren gelesen haben, was sie wollten oder was tatsächlich beschrieben ist.
    Da dies jedoch ein sehr sensibles Thema ist, muss ich mit den Reaktionen umgehen können. Zudem kann auch ich aus den Beiträgen, die wirklich konstruktive Krtitik enthalten, etwas mitnehmen und das ist schließlich auch der Sinn einer sachlichen Diskussion.

    • SusoKa
    • 15.06.2012 um 16:38 Uhr

    Wieso werde ich dann nicht einfach über meine Heimat "Karlsruhe" befragt? Denn das ist der Ort, aus dem ich stamme. So wie der Herr aus dem Autohaus aus Dresden kommt.

    Merken Sie den Unterschied?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ("Wieso werde ich dann nicht einfach über meine Heimat "Karlsruhe" befragt?")

    Vielleicht, weil dem Gegenüber ein anschließender Smalltalk über Karlsruhe weniger interessant erscheint als eine Diskussion mit einer "Türkin"? Das wäre schon ein bisschen klischeefixiert, aber auch nicht wirklich abwertend gemeint.

    ("Wieso werde ich dann nicht einfach über meine Heimat "Karlsruhe" befragt?")

    Vielleicht, weil dem Gegenüber ein anschließender Smalltalk über Karlsruhe weniger interessant erscheint als eine Diskussion mit einer "Türkin"? Das wäre schon ein bisschen klischeefixiert, aber auch nicht wirklich abwertend gemeint.

  2. Zunächst verweise ich auf meinen Kommentar oben.

    Mir sind derlei Dinge noch nie passiert. Im Gegenteil: Ich war in einem Vereinshauptvorstand (über 1000 Mitglieder; beitragsfrei!) in einer ländlichen Gegend, in der meine Eltern (beide schwarz) auch ein Eigenheim haben, und habe kommunalpolitische Ämter (Stichwort: geheime Wahl!) bekleidet. Ich habe eine schöne Wohnung, die preislich auf Mietspiegelniveau liegt und habe einen ausgesprochen guten Job.

    Ich bin auch schwarz! Ich fühle mich von Filmen wie dem von Wallraff nicht respräsentiert. Der schnöde Verweis auf den Film ist doch lächerlich. Wallraff übertreibt und provoziert. Natürlich gibt es Alltagsrassismus, aber sie übertreiben völlig. Jedenfalls ist das keine objektive Wahrheit und entspricht nicht dem Alltag auf deutschen Straßen! Es beschämt mich, dass sie für sich in Anspruch nehmen, vermeintliche Tatsachen zu verbreiten, obwohl sie nur Gemeinplätze herausposaunen.

    4 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    In ländlichen Regionen sieht es aber deutlichst so aus. Natürlich umgebe ich mich auch nicht mit solchen Leuten wenn es geht.

    Aber sie wollen doch nicht ernsthaft behaupten das ihnen im Alltag noch nie etwas von den genannten Beispielen passiert ist. Sie wurden nie rassistisch beleidigt? Sie wurden noch nie an der Diskotür abgewiesen wegen ihrer Hautfarbe?

    Wallraff ist in der Doku absolut passiv bis auf einige Momente. Wenn sie dass als Provokation empfinden haben sie sich in ihrer Biedermeierrolle wohl schon zu recht gefunden. Glauben sie die Wahrheit eines Menschen der es nie selber erlebt hat ist objektiver ? Dem passieren doch diese Sachen auch nicht.
    Ich wohne in einer Großstadt in Westdeutschland und habe in meinen Kreisen in der Regel keine Probleme mit Rassismus. Aber ich wäre nie so töricht oder Feige zu behaupten es wäre nur ein kleines Problem.

    Gucken sie nochmal die Doku. Ein Beispiel. Wallraff kommt in einen Verein um seinen Hund ausbilden zu lassen. Erst sagt der Typ der Verein ist voll. Dann sagt er der Beitrag wäre 250 Euro Aufnahme plus Jahrebeitrag von 300 Euro. Wallraff geht. Dann kommt eine Frau. Selber Hund , selbes Alter. Für die Frau ist noch ein Platz frei. Jetzt ist der Beitrag 60 Euro und die Aufnahmegebühr 50.

    Hören sie auf mit ihrem Egoismus. Es gibt auch Menschen nicht deutscher Herkunft die eben nicht den Intellekt oder die Möglichkeiten wie sie und ich haben. Dafür müssen sie aufstehen denn sie können.

    In ländlichen Regionen sieht es aber deutlichst so aus. Natürlich umgebe ich mich auch nicht mit solchen Leuten wenn es geht.

    Aber sie wollen doch nicht ernsthaft behaupten das ihnen im Alltag noch nie etwas von den genannten Beispielen passiert ist. Sie wurden nie rassistisch beleidigt? Sie wurden noch nie an der Diskotür abgewiesen wegen ihrer Hautfarbe?

    Wallraff ist in der Doku absolut passiv bis auf einige Momente. Wenn sie dass als Provokation empfinden haben sie sich in ihrer Biedermeierrolle wohl schon zu recht gefunden. Glauben sie die Wahrheit eines Menschen der es nie selber erlebt hat ist objektiver ? Dem passieren doch diese Sachen auch nicht.
    Ich wohne in einer Großstadt in Westdeutschland und habe in meinen Kreisen in der Regel keine Probleme mit Rassismus. Aber ich wäre nie so töricht oder Feige zu behaupten es wäre nur ein kleines Problem.

    Gucken sie nochmal die Doku. Ein Beispiel. Wallraff kommt in einen Verein um seinen Hund ausbilden zu lassen. Erst sagt der Typ der Verein ist voll. Dann sagt er der Beitrag wäre 250 Euro Aufnahme plus Jahrebeitrag von 300 Euro. Wallraff geht. Dann kommt eine Frau. Selber Hund , selbes Alter. Für die Frau ist noch ein Platz frei. Jetzt ist der Beitrag 60 Euro und die Aufnahmegebühr 50.

    Hören sie auf mit ihrem Egoismus. Es gibt auch Menschen nicht deutscher Herkunft die eben nicht den Intellekt oder die Möglichkeiten wie sie und ich haben. Dafür müssen sie aufstehen denn sie können.

    • Feo
    • 15.06.2012 um 16:46 Uhr

    Viele mit Migrationshintergrund fühlen sich in Deutschland nicht integriert. Integration muss aber von den Deutschen genauso wie von denen mit Migration(shintergrund) kommen.

    Vielleicht ist diese Frage ein Versuch einem ausländisch aussehenden Menschen "die Hand zu reichen", ins Gespräch zu kommen, Interesse zu zeigen? Es hieß immer "von anderen Kulturen lernen" - wie soll das gehen, ohen das jemand "der anderen Kultur" gefragt wird? Warum empfinden Sie sowas als Rassismus?

    Wissen Sie, meine Großmutter wohnt in einem urdeutschen Hintertupfingen-Dorf. Als dort die "erste ausländische Familie" (Türken) hingezogen ist, hat meine Großmutter diese Familie praktisch "ausgequetscht" weil sie die türkische Kultur einfach spannend und interessant fand. Keinder in dieser Familie hat das als Rassismus aufgefasst. Vielmehr haben sie sich darüber gefreut, dass Interesse da ist und gerne darüber gesprochen. Sowas nennt sich Austausch. Ohne den geht Integration nicht.

    7 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Klarstellung II"
    • SusoKa
    • 15.06.2012 um 16:52 Uhr

    Sie verwechseln hier aber Integration von Migranten mit in Deutschland geborenen und aufgewachsenen Deutschen, wie ich es bin. Die Generation, über die sie sprechen, ist eine völlig andere. Wieso muss mir mein Gegenüber die "Hand" reichen, um mir die Integration zu erleichtern? Ich befürchte, ich habe diese Integration gar nicht nötig. Mit Ihrer Betitelung "jemand der anderen Kultur" zeigen Sie offensichtlich, dass sie mich einer anderen Kultur zuordnen. Ich persönlich tue dies nicht. (Und, aber das geht über die Thematik des Artikels hinaus: Was ist überhaupt "Kultur"?)

    Antwort auf "Klarstellung II"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wenn Sie die Person sind, die sich angegriffen fühlt, gleichzeitig aber meint "Integration" nicht mehr nötig zu haben, wodurch fühlen Sie sich dann doch gleich angegriffen? Ich verstehe es nicht. Was genau ist der Angriff?

    Sie sind integriert, sie tragen aber ihre Heimat (Türkei? ist auch egal) in ihrem Herzen. Und danach darf man nicht fragen ohne rassistisch zu sein?
    Dann ist es nicht verwunderlich, wenn hier Begriffe wie "zickig" fallen.

    • SusoKa
    • 15.06.2012 um 17:20 Uhr

    Ich habe hier mit keinem Wort einen "Angriff" erwähnt, sondern wollte lediglich aufzeigen, dass genau das die Denkmuster sind, die ich meine.

    Wenn Sie die Person sind, die sich angegriffen fühlt, gleichzeitig aber meint "Integration" nicht mehr nötig zu haben, wodurch fühlen Sie sich dann doch gleich angegriffen? Ich verstehe es nicht. Was genau ist der Angriff?

    Sie sind integriert, sie tragen aber ihre Heimat (Türkei? ist auch egal) in ihrem Herzen. Und danach darf man nicht fragen ohne rassistisch zu sein?
    Dann ist es nicht verwunderlich, wenn hier Begriffe wie "zickig" fallen.

    • SusoKa
    • 15.06.2012 um 17:20 Uhr

    Ich habe hier mit keinem Wort einen "Angriff" erwähnt, sondern wollte lediglich aufzeigen, dass genau das die Denkmuster sind, die ich meine.

  3. In ländlichen Regionen sieht es aber deutlichst so aus. Natürlich umgebe ich mich auch nicht mit solchen Leuten wenn es geht.

    Aber sie wollen doch nicht ernsthaft behaupten das ihnen im Alltag noch nie etwas von den genannten Beispielen passiert ist. Sie wurden nie rassistisch beleidigt? Sie wurden noch nie an der Diskotür abgewiesen wegen ihrer Hautfarbe?

    Wallraff ist in der Doku absolut passiv bis auf einige Momente. Wenn sie dass als Provokation empfinden haben sie sich in ihrer Biedermeierrolle wohl schon zu recht gefunden. Glauben sie die Wahrheit eines Menschen der es nie selber erlebt hat ist objektiver ? Dem passieren doch diese Sachen auch nicht.
    Ich wohne in einer Großstadt in Westdeutschland und habe in meinen Kreisen in der Regel keine Probleme mit Rassismus. Aber ich wäre nie so töricht oder Feige zu behaupten es wäre nur ein kleines Problem.

    Gucken sie nochmal die Doku. Ein Beispiel. Wallraff kommt in einen Verein um seinen Hund ausbilden zu lassen. Erst sagt der Typ der Verein ist voll. Dann sagt er der Beitrag wäre 250 Euro Aufnahme plus Jahrebeitrag von 300 Euro. Wallraff geht. Dann kommt eine Frau. Selber Hund , selbes Alter. Für die Frau ist noch ein Platz frei. Jetzt ist der Beitrag 60 Euro und die Aufnahmegebühr 50.

    Hören sie auf mit ihrem Egoismus. Es gibt auch Menschen nicht deutscher Herkunft die eben nicht den Intellekt oder die Möglichkeiten wie sie und ich haben. Dafür müssen sie aufstehen denn sie können.

    Antwort auf "Das muss ich bremsen"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Spez
    • 15.06.2012 um 17:47 Uhr

    Ich habe die Dokumentation gesehen, habe aber nicht die richtige Hautfarbe, um mit Ihnen über Alltagsrassismus zu referieren. Die Dokumentation und das Verhalten von Wallraff habe ich als sehr provokativ in Erinnerung. Er zeigt dies sogar selbst. Im Schmuckgeschäft wird er beispielsweise nicht diskriminiert, sondern wirkt wegen seines ärmlichen Kleidungsstil verdächtig. Dies führt ja dann ein wirklicher Schwarzer in Anzug und Krawatte in der selben Dokumentation vor. Wenn er aber beispielsweise mit Fotokamera unterwegs gewesen wäre, dann wäre sicherlich vieles entspannter abgelaufen. Aber ich würde nie auf die Idee kommen im Trachtenjäckchen durch Schwarzafrika zu laufen und permanent aufdringlich Leute anzulabern. Ergäbe sicherlich auch interessantes Material für eine Doku. Teilweise wirkte Wallraff in dieser Doku wie ein Psycho... Ich habe so ein Verhalten auf jeden Fall von Menschen egal welcher Hautfarbe noch nie erlebt. Des Weiteren ist er einfach an unpassende Orte gegangen. Ich würde mich auch nicht in einen Hooliganzug setzen. Ich bin mal zufällig in einen rein geraten und wurde auch angepöbelt. Sicher nicht aus Rassismus, aber weil es halt tumbe Leute sind. Ist das jetzt unser Maßstab? Während der WM 2006 hat sich deutlich gezeigt, dass Rassismus in Deutschland bei weiten kein Mehrheitsphänomen ist und mit dem Rest muss man vielleicht leben, ohne ihn zu akzeptieren.

    • Spez
    • 15.06.2012 um 17:47 Uhr

    Ich habe die Dokumentation gesehen, habe aber nicht die richtige Hautfarbe, um mit Ihnen über Alltagsrassismus zu referieren. Die Dokumentation und das Verhalten von Wallraff habe ich als sehr provokativ in Erinnerung. Er zeigt dies sogar selbst. Im Schmuckgeschäft wird er beispielsweise nicht diskriminiert, sondern wirkt wegen seines ärmlichen Kleidungsstil verdächtig. Dies führt ja dann ein wirklicher Schwarzer in Anzug und Krawatte in der selben Dokumentation vor. Wenn er aber beispielsweise mit Fotokamera unterwegs gewesen wäre, dann wäre sicherlich vieles entspannter abgelaufen. Aber ich würde nie auf die Idee kommen im Trachtenjäckchen durch Schwarzafrika zu laufen und permanent aufdringlich Leute anzulabern. Ergäbe sicherlich auch interessantes Material für eine Doku. Teilweise wirkte Wallraff in dieser Doku wie ein Psycho... Ich habe so ein Verhalten auf jeden Fall von Menschen egal welcher Hautfarbe noch nie erlebt. Des Weiteren ist er einfach an unpassende Orte gegangen. Ich würde mich auch nicht in einen Hooliganzug setzen. Ich bin mal zufällig in einen rein geraten und wurde auch angepöbelt. Sicher nicht aus Rassismus, aber weil es halt tumbe Leute sind. Ist das jetzt unser Maßstab? Während der WM 2006 hat sich deutlich gezeigt, dass Rassismus in Deutschland bei weiten kein Mehrheitsphänomen ist und mit dem Rest muss man vielleicht leben, ohne ihn zu akzeptieren.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service