BurschentagDem Dachverband der Burschenschaften droht der Zerfall
Seite 2/2:

Tagung in Eisenacher Halle offen

 

Gegen Ende des Burschenschaftstreffens kulminierte der Konflikt in einer erregten Diskussion über eine mögliche Auflösung des Dachverbandes. Wie es mit der Deutschen Burschenschaft weitergeht, soll nun ein außerordentlicher Burschentag diskutieren, möglicherweise noch in diesem Jahr. "Dort wird es um die Zukunft unseres Verbandes gehen", sagte ein Sprecher. Ein entsprechender Vorschlag hatte die Mehrheit des Plenums gefunden.

Ob die Burschen wieder in der stadteigenen Aßmann-Halle in Eisenach tagen, ist offen. SPD-Oberbürgermeister Matthias Doht gestattete das Treffen am Fuße der Wartburg wohlwollend mit Verweis auf die 1817 begründete Tradition. Seine eigene Parteiführung hatte 2006 beschlossen, dass Angehörige des ultrakonservativen Flügels der Burschenschaft nicht zugleich in der SPD Mitglied sein dürfen , doch Doht stört das offenbar wenig. Ebensowenig wie die Tatsache, dass immer mehr Burschenschaften in den Verfassungsschutzberichten der Länder erwähnt sind.

Katja Wolf von der Linkspartei , ab Juli Dohts Amtsnachfolgerin, kündigte an, die Vergabe der städtischen Halle an die Burschenschaft "kritisch zu prüfen". Dass sich die Uniformträger wieder dort versammeln, sei "kein Automatismus".

Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • A-RAP
    • 03. Juni 2012 12:36 Uhr

    Verzichten Sie bitte auf Pauschalurteile. Danke, die Redaktion/fk.

    • CM
    • 03. Juni 2012 12:36 Uhr

    Die "Machtergreifung light" der Rechtsradikalen in den ohnehin rechten Burschenschaften ist ein hervorragendes Signal an den Verfassungsschutz: einfach alle beobachten, man trifft keine Verfassungsfreunde mehr!

    Bleiben werden nur noch vorgestrige Monarchisten, handverlesene Nazis und durchgeknallte politische Brandstifter. Das hat mit Traditionspflege nichts mehr zu tun, das ist ein Sammelbecken von Leuten, die eine Gefahr für den Frieden in einem Rechtsstaat darstellen.

  1. ...bei allem Mitgefühl, aber der Duktus im Artikel ist doch schon arg fragwürdig: Auf der einen Seite die Liberalen, Reformer, Knuddelteddys und auf der anderen Seite die Rechtsextremen, Nationalisten, Pamphlet oder einfach nur Monster.

    Es gab eine demokratische Abstimmung und das ist das Resultat. Aber dass nun hier versucht wir mit aller Gewalt die dmeokratische Entscheidugn rückwirkend anzufechten und den gesamten Verband in Verruf zu bringen ist nicht meine Vorstellung von Aufgeklärtheit und Toleranz. Zumal auch irgendwelche ollen Kamellen und Sachen, die überhaupt nichts mit dem Thema zu tun haben angerührt werden.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Demokratisch zum Reichspräsidenten ernannt.

    • CM
    • 03. Juni 2012 12:47 Uhr

    Die beiden Worte in einem Satz erwähnt zu sehen ist schon amüsant. Die Wahl bei den Burschenschaften mag intern ähnlich demokratisch gewesen sein wie die letzte Reichstagswahl der Weimarer Republik, aber das Ergebnis fällt wohl ähnlich aus: der rechtsradikale Mob kommt an die Macht und wird sie nicht mehr loslassen.

  2. Demokratisch zum Reichspräsidenten ernannt.

    • CM
    • 03. Juni 2012 12:47 Uhr

    Die beiden Worte in einem Satz erwähnt zu sehen ist schon amüsant. Die Wahl bei den Burschenschaften mag intern ähnlich demokratisch gewesen sein wie die letzte Reichstagswahl der Weimarer Republik, aber das Ergebnis fällt wohl ähnlich aus: der rechtsradikale Mob kommt an die Macht und wird sie nicht mehr loslassen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ...es gibt überhaupt keine richtigen Informationen, aber Leute wie Sie gröhlen gleich von "Mob" und natürlich ein Hitlervergleich. Das ist nicht meine Auffassung von Toleranz, Aufklärung und Objektivität. Ich habe eher Angst vor Leuten wie Ihnen, als vor lustigen Uniförmchenträgern...

    Dazu müssten die ja eine Art von Ermächtigungsgesetz durchsetzen. Ist Ihnen was in die Richtung bekannt?

  3. ...es gibt überhaupt keine richtigen Informationen, aber Leute wie Sie gröhlen gleich von "Mob" und natürlich ein Hitlervergleich. Das ist nicht meine Auffassung von Toleranz, Aufklärung und Objektivität. Ich habe eher Angst vor Leuten wie Ihnen, als vor lustigen Uniförmchenträgern...

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wenn Aussagen, dass Dietrich Bonhoeffer ein Landesverräter gewesen sei und dessen Hinrichtung gerechtfertigt war, durch eine quasi demokratische Wahl legitimiert werden, wird es gelinde gesagt bedenklich. Und die Menschen, die in dieser Wahl dafür gestimmt haben, dann als "lustige Uniförmchenträger" herunter zu spielen, ist genau die Art der naiven Verharmlosung, die der widerlichen braunen Gesinnung den Weg in die bürgerliche Gesellschaft ebnet.

    Darf ich Ihnen behilflich sein?

    Die von Tilman Steffen etwas euphemistisch 'Hilfsorganisation für nationalistische Strafgefangene' genannte HNG, der Norbert Weidner angehörte (wurde 2011 verboten) war bestes neonazistisches Netzwerkeln. Sie diente als Klammer für untereinander zerstrittene rechtsextremistische Organisationen und zur Werbung neuer Neo-Nazis in Gefängnissen. Rechtsextremistische Gefangenenfürsorge ist sowieso ein recht interessantes Thema, man nehme dazu auch die 'Stille Hilfe' als Beispiel, deren Engagement sich von 1945 in Form von Fluchthilfe, Nazi-Reinwaschung und -Gefangenenunterstützung bis heute in Form von Kümmerei um rechtsextremistische Kriminelle erstreckt, u.a. um Teilnehmer am Pogrom in Rostock-Lichtenhagen.

    Hier läßt sich der Bogen zurück zu Norbert Weidner und seiner eiligen Anreise aus Bonn an den Schauplatz der versuchten Ermordung von u.a. 115 Vietnamesen schlagen, um dort u.a. freigiebig Interviews zu geben. Er traf in Rostock auf Bela Ewald Althans, Michael Büttner, Gerhard Endress, Gerhard Frey, Christian Malcoci, Arnulf Priem, Erik Rundquist und Christian Worch, von der Polizei dort unbehelligt. Er kooperierte weiter eng mit Worch, organisierte Neo-Nazi-Aufmärsche und ist einer der Initiatoren der Anti-Antifa.

    Norbert Weidner arbeitete 5 Jahre als Presseassistent für den Deutschen Tierschutzbund e.V. und war 11 Jahre lang Mitglied der FDP, was der erst anhand seiner Äußerungen zu Bonhoeffer auffiel.

    Möchten Sie mehr Informationen?

    • CM
    • 03. Juni 2012 14:45 Uhr

    ...ist übrigens 1:1 die Strategie der NPD. Auch sie fordert Redefreiheit für Volksverhetzung und Toleranz für Rassismus.

    Schöne Grüße von George Orwell. So viel Doppeldenk und Doppelsprech ist doppelplusgut und könnte aus dem Ministerium für Wahrheit des Großen Bruders stammen - und das sagt sogar eine Unperson wie ich.

    ... 'ne Fliege auf dem Honig ...

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Artikel Auf einer Seite lesen
  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Die Linke | SPD | Burschenschaft | Dietrich Bonhoeffer | Hilfsorganisation | Plenum
Service