Gegen Ende des Burschenschaftstreffens kulminierte der Konflikt in einer erregten Diskussion über eine mögliche Auflösung des Dachverbandes. Wie es mit der Deutschen Burschenschaft weitergeht, soll nun ein außerordentlicher Burschentag diskutieren, möglicherweise noch in diesem Jahr. "Dort wird es um die Zukunft unseres Verbandes gehen", sagte ein Sprecher. Ein entsprechender Vorschlag hatte die Mehrheit des Plenums gefunden.

Ob die Burschen wieder in der stadteigenen Aßmann-Halle in Eisenach tagen, ist offen. SPD-Oberbürgermeister Matthias Doht gestattete das Treffen am Fuße der Wartburg wohlwollend mit Verweis auf die 1817 begründete Tradition. Seine eigene Parteiführung hatte 2006 beschlossen, dass Angehörige des ultrakonservativen Flügels der Burschenschaft nicht zugleich in der SPD Mitglied sein dürfen , doch Doht stört das offenbar wenig. Ebensowenig wie die Tatsache, dass immer mehr Burschenschaften in den Verfassungsschutzberichten der Länder erwähnt sind.

Katja Wolf von der Linkspartei , ab Juli Dohts Amtsnachfolgerin, kündigte an, die Vergabe der städtischen Halle an die Burschenschaft "kritisch zu prüfen". Dass sich die Uniformträger wieder dort versammeln, sei "kein Automatismus".