Im Dunkelzellentrakt des ehemaligen Geschlossenen Jugendwerkhofes Torgau © Peter Endig dpa/lth

Die Länder legten vor, nun zieht der Bund nach: Nach der Billigung durch das Bundeskabinett kann der gemeinsame Fonds zur Entschädigung von DDR-Heimkindern eingerichtet werden. Das Kabinett beschloss eine entsprechende Vereinbarung , nach der Opfer von Gewalt in Erziehungseinrichtungen der DDR Entschädigung erhalten können.

Der Fonds soll zum 1. Juli mit 40 Millionen Euro starten. Als Vorbild dient der 120 Millionen Euro umfassende Fonds Heimerziehung West. Je die Hälfte der Summe zahlen Bund und Ost-Länder.

Zeitgleich beginnt ein Netz von Anlauf- und Beratungsstellen in den ostdeutschen Ländern seine Arbeit. Es soll den Betroffenen bei der Aufarbeitung ihrer Lebensgeschichte, bei der Suche nach ihren Akten und beim Zugang zu Hilfeleistungen und Rentenersatzleistungen helfen.

Als Entschuldigung verstanden

Aus dem Fonds können all jene, die in DDR-Kinderheimen Schläge oder andere Gewalt erlitten, Geld erhalten. Damit sollen sie therapeutische Behandlungen und Beratungen bezahlen sowie ihre Alterseinkünfte verbessern. Monatliche Barzahlungen sind vorerst nicht vorgesehen.

Die Initiatoren wollen den auf fünf Jahre angelegten Fonds als Bitte um Entschuldigung verstanden wissen. Sie wollen den Betroffenen helfen, die Folgen des Leids ihrer Kindheit zu mildern.

Den Angaben zufolge gab es zwischen 1949 und 1990 mehr als 400.000 Kinder in den Heimen und Jugendwerkhöfen der DDR.

Die Ost-Länder zahlen jeweils einstellige Millionensummen zwischen 2,4 und 5,9 Millionen Euro in den Fonds ein. Den höchsten Anteil hat Sachsen zu bezahlen.