Rassismus: Ordner ließen Dunkelhäutige nicht auf Fanmeile
Ein Jugendlicher in Neuwied sollte deutsche Gedichte aufsagen, um auf die Fanmeile gelassen zu werden. Ein anderer wurde offen wegen seiner Hautfarbe zurückgewiesen.
Bei einem öffentlichen EM-Fußballfest in Neuwied soll mehreren dunkelhäutigen Menschen der Eintritt wegen ihrer Hautfarbe verwehrt worden sein. Dies berichtet die Rhein-Zeitung aus Koblenz unter Berufung auf Aussagen mehrerer Besucher, die das Spiel Deutschland gegen Griechenland auf einer Großbildleinwand ansehen wollten.
Am Eingang seien Mitglieder des Neuwieder Sportvereins aufgehalten worden, weil ein dunkelhäutiger Jugendlicher der Gruppe angehörte. "Die Mitarbeiter der Sicherheitsfirma bestanden darauf, dass er, um letztlich eingelassen zu werden, zwei deutsche Gedichte aufsagen müsse", sagte ein Mitglied des Vereins nach Angaben der Zeitung.
Von einem weiteren Vorfall berichtet eine Neuwieder Lehrerin, die mit ihrer Klasse das Gelände besuchte. In der Halbzeitpause sei ihr aufgefallen, dass einer der Schüler fehlte und noch am Eingang stand. Der Schüler berichtete, die Ordner hätten ihn nicht hereinlassen wollen. Als er nach einer Begründung gefragt habe, hätten sie ihm geantwortet: "Weil du schwarz bist", schreibt die Zeitung weiter. Seine Lehrerin gab an, dass der Junge 14 Jahre alt sei.
Mutter mit Adoptivsohn zurückgewiesen
Auch eine Mutter mit ihrem dunkelhäutigen Adoptivsohn soll zunächst nicht eingelassen worden sein, hieß es. "Ohne Gründe zu nennen, hat man ihn am Eingang an die Seite gestellt", sagte die Frau. Nach längerer Wartezeit habe der 13-Jährige doch die Fanmeile betreten dürfen.
@rheinzeitung Das schaffen ja nur noch die wenigsten "normalen" Deutschen!
— CDU-Fraktion Biblis (@CDUBiblis) June 26, 2012
Die Koblenzer Sicherheitsfirma weist dem Bericht zufolge die Vorwürfe zurück. "Als wir am Montag damit konfrontiert wurden, waren wir sehr schockiert, weil es so ein Verhalten in unserem Unternehmen nicht gibt und dieses auch nicht geduldet wird", heißt es in einer Presseerklärung.
Das Unternehmen würde niemandem den Einlass wegen seiner Herkunft verwehren, sondern höchstens wegen seines Verhaltens. Außerdem habe die Firma in Neuwied auch drei Mitarbeiter nichtdeutscher Herkunft eingesetzt, von denen zwei ebenfalls eine dunkle Hautfarbe hätten. "Der Bereichsleiter, der für die Einlasskontrolle zuständig war, war einer von beiden", schreibt das Unternehmen.
Sollten Sie Ähnliches bei anderen Fußball-Fanfesten erlebt oder beobachtet haben, berichten Sie uns davon. Bitte senden Sie eine E-Mail an: community@zeit.de







Entfernt. Bitte verfassen Sie sachliche Kommentare zum konkreten Artikelinhalt. Danke, die Redaktion/au.
haben Sie irgendeine bestimmte Schiene nach denen Sie hier Kommentare löschen, die sich auf Zeit-Artikel mit rechtem Hintergrund beziehen?
habe beim letzten ZeitArtikel mit rechter Thematik diesen Türsteher Sachverhalt mit einigen Sätzen ausgeführt - da wurde es wegen Polemik gelöscht
hier nun kommt -welch Überraschung- einmal eine Meldung zu diesem Sachverhalt, der viele junge Migraten betrifft
& dies fließt im Gegensatz zur Ostbetrachtung noch nirgendwo in eine Meinung/Kolumne ein - das wurde nun gelöscht ??
mit allem Respekt, aber wer koordiniert hier die Forenregeln?
[...] Gekürzt. Kein konstruktiver Kommentar. Danke. Die Redaktion/kvk
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habe beim letzten ZeitArtikel mit rechter Thematik diesen Türsteher Sachverhalt mit einigen Sätzen ausgeführt - da wurde es wegen Polemik gelöscht
hier nun kommt -welch Überraschung- einmal eine Meldung zu diesem Sachverhalt, der viele junge Migraten betrifft
& dies fließt im Gegensatz zur Ostbetrachtung noch nirgendwo in eine Meinung/Kolumne ein - das wurde nun gelöscht ??
mit allem Respekt, aber wer koordiniert hier die Forenregeln?
[...] Gekürzt. Kein konstruktiver Kommentar. Danke. Die Redaktion/kvk
DAS ist doch der Punkt. Nur, weil Andere rassistisch sind, ist es doch lange kein Grund oder aber eine Entschuldigung, selber entweder unbeteiligt wahrzunehmen oder, noch schlimmer,
Gleiches zu tun/zu auessern.
http://spon.de/vfdJ8
Hilft Antifaschisten hervorragend gegen zu niedrigen Blutdruck :-)
Vermutlich hat das Unternehmen niemanden, der professionell mit so einer Situation umgehen kann und die Rheinzeitung, als Lokalpostille, ist wohl etwas überfordert, dem Unternehmer den einen oder anderen Ratschlag zu dessen Äußerungen (und notwendigen Handlungen) zu geben..
Wie kann jemand so dämlich sein und nicht ankündigen, dass das Unternehmen den Vorwürfen nachgehen, sie aufklären und falls nötig personelle Konsequenzen zieen wird. Das sind ja überprüfbare Behauptungen von offenbar unabhängigen Personen, die der Lüge oder Intrige zunächst unverdächtig erscheinen.
Wenig professionell - da ist man geneigt zu glauben, dass auch bei der Personalauswahl nicht so genau hin gesehen wird ..
Grundsätzlich kann es der Sicherheitsfirma erstmal egal sein, denn den Gästen ggü. ist der Veranstalter in der Pflicht, falls es zu Klagen wegen Diskriminierung und Schmerzensgeldforderungen kommt. Den beauftragten Sicherheitsdienst kann er dann erst im Nachgang auf Schadensersatz verklagen.
Ich hoffe sehr schwer, daß der Veranstalter dafür vor den Kadi zitiert wird, denn offensichtlich hat er nach dem Larifari-Prinzip gehandelt. Er hat eine Sicherheitsfirma beauftragt, die unter Berufung auf das Hausrecht und die Hautfarbe Minderjährige von ihrem Erziehungsberechtigten isoliert! Eine solch sittenwidrige Sauerei spottet jedweder Beschreibung!
Grundsätzlich kann es der Sicherheitsfirma erstmal egal sein, denn den Gästen ggü. ist der Veranstalter in der Pflicht, falls es zu Klagen wegen Diskriminierung und Schmerzensgeldforderungen kommt. Den beauftragten Sicherheitsdienst kann er dann erst im Nachgang auf Schadensersatz verklagen.
Ich hoffe sehr schwer, daß der Veranstalter dafür vor den Kadi zitiert wird, denn offensichtlich hat er nach dem Larifari-Prinzip gehandelt. Er hat eine Sicherheitsfirma beauftragt, die unter Berufung auf das Hausrecht und die Hautfarbe Minderjährige von ihrem Erziehungsberechtigten isoliert! Eine solch sittenwidrige Sauerei spottet jedweder Beschreibung!
Denn es ging hier nicht um eine Disko, wo der Besitzer vorgeben kann, wie z.b. das Outfit zu sein hat...etc..
Auch eine Diskothek hat sich an das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz zu halten. Der Betreiber kann zwar eine gewisse Kleiderordnung und anderes festlegen, aber sein Hausrecht hebt §19 AGG deswegen noch lange nicht auf.
Das mußten auch einige Diskobetreiber bereits schmerzhaft erfahren. Sie wurden wegen Diskriminierung aufgrund der Hautfarbe verklagt und die Kläger bekamen Recht. Das OLG Stuttgart verurteilte einen Diskobetreiber zu satten 900 Euro Schmerzensgeld. In Bremen, Oldenburg und Leipzig ergingen ähnliche Urteile mit Schmerzensgeldern zwischen 300 und 500 Euro.
67 jahre "volkserziehung" umsonst...was ist eigentlich da schiefgelaufen?
sollte die erziehungsmethode richtig gewesen sein, dann stellt sich die frage..............
Vielleicht war zu viel Erziehung beiderseits der Grenze und jetzt kommt Deutschland in die Trotzphase und wird hoffentlich bald erwachsen.
vom gemeinen und freilebenden Gen. Da hilft dann auch kaum Bildung und Erziehung ;)
Vielleicht war zu viel Erziehung beiderseits der Grenze und jetzt kommt Deutschland in die Trotzphase und wird hoffentlich bald erwachsen.
vom gemeinen und freilebenden Gen. Da hilft dann auch kaum Bildung und Erziehung ;)
... diese Sicherheitsfirma eine ernsthafte interne Untersuchung einleiten. Ich hoffe es bleibt nicht dabei die Vorwürfe einfach abzustreiten.
... eine ernsthafte interne Untersuchung.
In diesem Fall ... eine ernsthafte oeffentliche Untersuchung.
Sollte es belastbare Zeugen geben, ist der Staatsanwalt gefragt.
Wehred den Anfaengen!
... eine ernsthafte interne Untersuchung.
In diesem Fall ... eine ernsthafte oeffentliche Untersuchung.
Sollte es belastbare Zeugen geben, ist der Staatsanwalt gefragt.
Wehred den Anfaengen!
Wenn man sich dieser Tage beim Public Viewing umsieht und den Blick auch mal von der Leinwand abwendet, kann einem ganz anders werden. Da werden unverblümt die Arme zum "Deutschen Gruß" erhoben, ausländerfeindliche Parolen gegrölt und die Fans der gegnerischen Mannschaft beschimpft. Nach dem Spiel gegen Griechenland wurde am Nürnberger Hauptbahnhof eine Gruppe feiernder (!) Griechen beinahe von einigen deutschen Fans verprügelt - während die Sicherheitsbeamten, 50 Meter entfernt, seelenruhig am Treppengeländer lehnten. Wer die zunehmende Radikalisierung der Gesellschaft nicht sieht, ist in meinen Augen blind, wer die Augen vor ihr verschließt, handelt verantwortungslos.
Ausländerfeindlichkeit und Nationalismus sind nicht erst seit Sarrazin gesellschaftsfähig. Aber sie haben, nach meinem Empfinden, in den vergangenen zwei Jahren deutlich zugenommen, was wohl nicht zuletzt der finanziellen Krisenstimmung geschuldet ist. Fußballturniere sind dafür meist ein guter Indikator. Das selbstironische und gut gelaunte "Schlaaand" ist, zumindest in Franken, immer seltener zu hören. Stattdessen wird nun "Sieg!" gebrüllt und Bengalos gezündet. Wie gesagt: Da kann einem ganz anders werden.
Ich stimme Ihnen zu. Wurde hier erst vor kurzem heiß diskutiert.
http://www.zeit.de/sport/...
"Wer die zunehmende Radikalisierung der Gesellschaft nicht sieht, ist in meinen Augen blind..."
Gut, dann bin ich blind. Das ist keine Meinung sondern es ist eine Tatsache, denn ich habe das tatsächlich noch nie erlebt. Und daher habe ich auch nicht das Gefühl, dass es normal ist, dass hier Menschen verprügelt werden. Und unter normal verstehe ich nicht, dass es mal passiert.
Auch das Fans der gegenerischen Mannschaft beschimpft werden, habe ich nie gesehen auf der Fanmeile. Als Deutschland vs. Türkei im Halbfinale 2008 gespielt wurde riefen die Deutschen Fans "Ihr seit nur ein Dönerlieferant". Fand ich geschmacklos, aber so ist Fußball.
So gesehen erlebe ich es nicht so, dass Nationalismus gesellschaftsfähig ist. Meiner Meinung nach ist es gerade in Deutschland eine der schlimmsten beleidigungen, wenn mich jemand als Nationalist bezeichnet.
Eine Frage noch: Wie sieht denn eine beinahe Verprügelung aus?
Und noch etwas. Wenn Sie über zunehmende Radikalisierung schreiben - da bin ich ganz und gar bei Ihnen. Und jetzt fragen wir uns mal, woher diese Radikalisierung kommt. Die kommt nicht nur von Sarrazin sonder auch von einer ununterbrochenen Schwarzmalerei, die uns jeden Tag am Rande des Abgrunds sieht und die bei uns Deutschen, was typisch ist, die Frage nach Schuldigen aufwirft.
Die Boulevardpresse hat natürlich auch das ihrige getan.
Ich möchte nur auch immer wieder warnen, betrunkene Fans als den Durchschnitt unserern Gesellschaft anzusehen.
Ich stimme Ihnen zu. Wurde hier erst vor kurzem heiß diskutiert.
http://www.zeit.de/sport/...
"Wer die zunehmende Radikalisierung der Gesellschaft nicht sieht, ist in meinen Augen blind..."
Gut, dann bin ich blind. Das ist keine Meinung sondern es ist eine Tatsache, denn ich habe das tatsächlich noch nie erlebt. Und daher habe ich auch nicht das Gefühl, dass es normal ist, dass hier Menschen verprügelt werden. Und unter normal verstehe ich nicht, dass es mal passiert.
Auch das Fans der gegenerischen Mannschaft beschimpft werden, habe ich nie gesehen auf der Fanmeile. Als Deutschland vs. Türkei im Halbfinale 2008 gespielt wurde riefen die Deutschen Fans "Ihr seit nur ein Dönerlieferant". Fand ich geschmacklos, aber so ist Fußball.
So gesehen erlebe ich es nicht so, dass Nationalismus gesellschaftsfähig ist. Meiner Meinung nach ist es gerade in Deutschland eine der schlimmsten beleidigungen, wenn mich jemand als Nationalist bezeichnet.
Eine Frage noch: Wie sieht denn eine beinahe Verprügelung aus?
Und noch etwas. Wenn Sie über zunehmende Radikalisierung schreiben - da bin ich ganz und gar bei Ihnen. Und jetzt fragen wir uns mal, woher diese Radikalisierung kommt. Die kommt nicht nur von Sarrazin sonder auch von einer ununterbrochenen Schwarzmalerei, die uns jeden Tag am Rande des Abgrunds sieht und die bei uns Deutschen, was typisch ist, die Frage nach Schuldigen aufwirft.
Die Boulevardpresse hat natürlich auch das ihrige getan.
Ich möchte nur auch immer wieder warnen, betrunkene Fans als den Durchschnitt unserern Gesellschaft anzusehen.
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