Von Pflegekräften wird erwartet, dass sie liebevoll mit ihren Patienten umgehen. Persönliche Zuneigung lässt sich aber nicht erzwingen, schreibt Leserin M. Efinger.
Von Pflegekräften wird einiges erwartet, unter anderem dass sie liebevoll sind. Doch gehört diese Eigenschaft zu einem Berufsbild? Suchen Sie wirklich einen liebevollen Steuerberater, Friseur, Taxifahrer? Suchen Sie nicht vielmehr jemanden, der etwas von Steuern versteht, vom Haareschneiden oder vom Autofahren?
Die Aufgabe einer Pflegekraft besteht vor allem darin, ärztliche Anordnungen auszuführen und pflegebedürftige Menschen professionell bei ihren täglichen Verrichtungen zu unterstützen, wie zum Beispiel beim Essen, Trinken, Waschen und Ausscheiden. Das habe ich selbst erlebt, denn ich habe fünf Jahre lang als Krankenschwester gearbeitet. Wie bei jeder anderen Dienstleistung sind Sorgfalt, Freundlichkeit und Geduld dabei wichtige Qualitätsmerkmale. Darüber hinaus einzufordern, dass Pflegebedürftige ein Recht auf persönliche Zuwendung, auf Liebe gar haben, verlangt von den Pflegenden Übermenschliches.
Niemand ist liebevoll, weil es im Berufsbild steht. Niemand empfindet Zuneigung, weil er in emotionaler Intelligenz, Kommunikation und empathischer Interaktion geschult wurde und ein Zertifikat dafür bekommen hat. Pflegekräfte sind Menschen. Manche Patienten sind ihnen sympathisch, bei anderen kommt nur mäßiges Interesse auf und es gibt immer wieder Menschen, um die sie am liebsten einen Bogen machen würden. Zuneigung entwickelt sich nicht unabhängig vom Gegenüber. Liebevolle Pflege zu planen und organisieren ist schlicht unmöglich.
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Die Forderung an Pflegekräfte, zu allen ihnen anvertrauten Menschen gleichermaßen liebevoll zu sein, basiert auf einem falsch verstandenen Christentum. Persönliche Beziehungen und der Respekt vor anderen Menschen werden miteinander verwechselt. Dabei sind bei Jesus Christus persönliche Beziehungen und allgemeine Menschenliebe nicht dasselbe.
Wenn Pflegekräfte ihre Patienten nicht nur versorgen, sondern liebevoll versorgen müssen, führt das zu Frust. Sie scheitern permanent an dieser Forderung und sind mit sich und ihrem Job unzufrieden. Nicht ohne Grund gehören Pflegekräfte zu den Berufsgruppen, die am häufigsten unter Burn-out leiden.
Berufliche Anforderungen können sich nur auf konkrete Leistungen beziehen, nicht auf die Vermittlung von Glück und Zufriedenheit als Lebensgefühl.






soll seine Angehörigen besser selber pflegen.
Sachgerechte und den Pflegebedarf abdeckende Pflege kann man kaufen, bestenfalls. Mehr nicht.
Das ist ja fast wie die Erwartung, dass die käufliche Liebe wirklich Liebe sei.
Eine gelungene Antwort auf
http://www.zeit.de/gesell...
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jenen artikel habe ich als äußerst unverschämt empfunden.
man kan pflege fremdvergeben, doch die verantwortung für den mangel an persönlicher zuwendung dem pflegepersonal aufzuhalsen ist eine frechheit.
auch der vergleich mit dem säugling zieht nicht, gerade weil die emisten mütter sich doch noch liebend gerne SELBST um ihre kleinen kümmern und sie nicht in dunkle zimmer wegsperren.
die aufgabe, zuwendung und liebe zu geben, liegt immer noch bei den angehörigen und nicht beim pflegepersonal.
...und denke das sie durchaus berechtigt ist, aber kommt das liebevoll - und die über die genaue definition können wir lange diskutieren - nicht vor der Arbeit?
Soft-Skills, um ein Neudeutsches Wort zu gebrauchen, sind auch Teil der beruflichen Fähigkeiten, die man aber als Mensch mitbringen muss, da man sie nicht wirklich, auf den Beruf bezogen, dazulernen kann.
Ein Kellner hat auch freundlich zu sein sonst ist er über kurz oder lang seinen Job bald los.
Natürlich ist eine Pfegekraft zu allererst ein Mensch der bezahlt wird um jemanden anderen professionell zu pflegen.
Ich habe großen Respekt vor der Aufgabe, weil ich weis das ich dafür nicht gemacht bin, eben weil mir die Soft-Skills dafür fehlen - ich würde mich nicht einem Pflegefall zumuten wollen.
Vielleicht haben wir auch alle andere Vorstellungen was "liebevoll" beinhaltet...
wie wäre es mit deren Benutzung ?
[...]
Gekürzt. Bitte diskutieren Sie das konkrete Artikelthema sachlich. Danke, die Redaktion/lv
Irgendwie sollte man seinen Lebensunterhalt verdienen.
Das Problem ist aber, das es nicht immer der "geliebte Beruf" ist, sondern die Tätigkeit aus einer Zwangssituation heraus aufgenommen wird.
und vielleicht auch noch freundlich ist eine Forderung an die Pflegenden, die man stellen kann, ist aber himmelweit weg von liebevoll - liebevoll kann ich jemanden nur behandeln, wenn ich von Liebe voll bin für genau diese Person - das mag im Verhältnis Pflegepersonal - Gepflegte in seltenen Ausnahmefällen vorkommen, die Regel oder gar eine Forderung an die Pfleger kann (und darf) es nicht sein.
wie wäre es mit deren Benutzung ?
[...]
Gekürzt. Bitte diskutieren Sie das konkrete Artikelthema sachlich. Danke, die Redaktion/lv
Irgendwie sollte man seinen Lebensunterhalt verdienen.
Das Problem ist aber, das es nicht immer der "geliebte Beruf" ist, sondern die Tätigkeit aus einer Zwangssituation heraus aufgenommen wird.
und vielleicht auch noch freundlich ist eine Forderung an die Pflegenden, die man stellen kann, ist aber himmelweit weg von liebevoll - liebevoll kann ich jemanden nur behandeln, wenn ich von Liebe voll bin für genau diese Person - das mag im Verhältnis Pflegepersonal - Gepflegte in seltenen Ausnahmefällen vorkommen, die Regel oder gar eine Forderung an die Pfleger kann (und darf) es nicht sein.
Ich habe selber erlebt, das es in anderen Kulturen durchaus möglich ist, mit menschl. Fürsorge gepflegt und versorgt zu werden. Ohne dafür noch Unsummen bezahlen zu müssen. Hier in Deutschland bekommt man das noch nicht einmal, wenn viel Geld fließt. Sehr traurig.. Fazit: ich möchte hier niemals in ein "Pflegeheim" ö.ä.
Liebe würde ich von Fremden nicht erwarten, Respekt aber schon.
Andererseits hoffe ich darauf, niemals ein Pflegefall zu werden. Falls es doch soweit kommt, nehmt eine schwere Pfanne und schlagt sie mir vor den Kopf.
Fast jeder - außer er stirbt einen ganz schnellen Tod - wird irgendwann einmal ein Pflegefall - und sei es nur für die letzten Tage - aber meist dauert es Wochen oder Monate, manchmal sogar Jahre. Irgendwann kommt die Zeit, wo man selbst nicht mehr kann - das habe ich bei allen meinen eines "natürlichen Todes" gestorbenen Verwandten beobachtet.
Fast jeder - außer er stirbt einen ganz schnellen Tod - wird irgendwann einmal ein Pflegefall - und sei es nur für die letzten Tage - aber meist dauert es Wochen oder Monate, manchmal sogar Jahre. Irgendwann kommt die Zeit, wo man selbst nicht mehr kann - das habe ich bei allen meinen eines "natürlichen Todes" gestorbenen Verwandten beobachtet.
Die Ansprüche sollten nicht zu hoch sein, sonst geht gar nichts mehr. Wer eine perfekte, liebevolle rund-um-die-Uhr-Betreuung für seine Angehörigen erwartet, muss diese eben selbst leisten!
Es ist eine Illusion, dass alle alten Menschen allzeit glücklich und zufrieden bis zum Tod sein müssen und dass dafür andere zu sorgen haben.
Ich kenne viele alte Menschen und einige wenige davon sind glücklich und zufrieden aus sich selbst heraus. Mit diesen Menschen ist der Umgang auch sehr angenehm, ich besuche sie gern. Viele sind aber auch miesepetrig, ungerecht und immer unzufrieden und am Jammern. Sie erwarten von anderen, diesen Zustand zu ändern. Das ist aber nicht Aufgabe der Pflegekräfte oder der Angehörigen! Genauso wenig wie ich von meinem Ehepartner verlangen kann, mich glücklich zu machen. Wie soll er das anstellen?
Erstens kommt es auf Ihre Ansprüche an und zweitens sollten Sie diese ihm mitteilen!
Erstens kommt es auf Ihre Ansprüche an und zweitens sollten Sie diese ihm mitteilen!
Welche Kulturen denn genau? Was ich in "anderen Ländern" erlebt habe, unterschied sich bezüglich der (an die Landeskonvention angepassten professionellen) Freundlichkeit nicht signifikant von meiner Wahrnehmung dieser in der Pflege in Deutschland- zudem wurden Alte und Kranke hauptsächlich von den Angehörigen versorgt und das Pflegepersonal gab eher Anweisungen und koordinierte oder beaufsichtigte eine Station. Wie im Artikel schon seht treffend beschrieben ist: professionelle Freundlichkeit und Respekt ist Teil der Dienstleistung, echte Zuneigung kann niemals verlangt werden. Im Übrigen: im Ausland habe ich im Bezug auf das Pflegepersonal auch Dinge gesehen, die hier direkt zu einer Klage oder einem Berufsverbot führen würden.
die die Pflegekraft als Dienstmagd degradieren hört es eh mit der Liebelei auf !
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