BeschneidungDer Weg zum legalen Schnitt

Die Bundesregierung will Beschneidungen von Jungen umgehend legalisieren. Doch so schnell wie erhofft geht es nicht – die Unsicherheit für Juden und Muslime bleibt. von 

Es könnte doch so einfach sein: "Die elterliche Sorge umfasst die Entscheidung, ob ein Junge an der Vorhaut beschnitten wird oder nicht." Dieser Satz in ein Gesetz gegossen und schon könnte das Beschneidungsverbot vom Tisch sein. Schließlich garantiert das Grundgesetz in Artikel 6 den Eltern weitgehende Freiheit in der Erziehung ihrer Kinder. Wenn per Gesetz festgelegt wäre, dass zum Sorgerecht der Eltern auch die Verantwortung über ein paar Zentimeter Vorhaut am Geschlechtsteil von Jungen gehört, könnte das Problem also gelöst sein. Doch so einfach ist es nicht.

Das Landgericht Köln hat mit seinem Beschneidungsverbot eine Schockwelle ausgelöst. Das Entfernen der männlichen Vorhaut aus religiösen Gründen sei Körperverletzung, urteilten die Richter. Das Selbstbestimmungsrecht des Kindes wiege schwerer als die Religionsfreiheit.

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Ausgerechnet in Deutschland soll die jahrhundertelange Praxis der Beschneidung von Juden und Muslimen verboten sein? Islamische und jüdische Verbände reagierten entsetzt, die Konferenz Europäischer Rabbiner sprach vom schwersten Angriff auf jüdisches Leben in Deutschland seit dem Holocaust. Entsprechend alarmiert reagierte die Politik. "Beschneidungen von Jungen sollen weiter straffrei sein", versprach Regierungssprecher Steffen Seibert. Eine gesetzliche Regelung solle Juden und Moslems schnell Rechtssicherheit geben. "Wir machen uns ja sonst zur Komiker-Nation", warnte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie wolle nicht, dass Deutschland das einzige Land auf der Welt sei, wo Juden nicht ihre Riten ausüben dürften.

Grundrecht gegen Grundrecht

Seit dem Urteil zerbrechen sich die Experten im Justizministerium den Kopf, auf welchem Wege die Legalisierung der Beschneidung möglich ist. Der Gesetzgeber muss abwägen zwischen den Grundrechten Religionsfreiheit, Erziehungsrecht der Eltern und dem Schutz der körperlichen Unversehrtheit des Kindes. Entsprechend prüft das Ministerium, ob die Beschneidung im Sorgerecht, Familienrecht oder im Patientengesetz geregelt wird.

Till Schwarze
Till Schwarze

Till Schwarze ist Nachrichtenredakteur bei ZEIT ONLINE. Seine Profilseite finden Sie hier.

Eine weitere Frage ist, ob nur religiöse Beschneidungen legalisiert werden sollen, oder ob die Entfernung der Vorhaut auch aus hygienischen, kulturellen oder ästhetischen Gründen erlaubt wird. So lassen sich in den USA wohl drei Viertel aller Männer beschneiden, die Vorhautentfernung ist auch bei in Deutschland lebenden Senegalesen oder Kongolesen Tradition.

Weil diese Abwägung komplex ist, braucht ein solches Gesetz Zeit. "Man kann nicht einfach pauschal sagen: Jeder religiös motivierte Eingriff ist immer erlaubt", sagte Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger dem Bayerischen Rundfunk. Das Gesetz muss dem Ministerium zufolge zwar die Ansprüche des Gleichheitsgebotes nach Artikel 3 des Grundgesetzes erfüllen, nach dem niemand etwa aufgrund seines Geschlechts oder seiner Religion diskriminiert werden darf. Aber ein nicht eindeutig formuliertes Gesetz könnte ungewollte Auswirkungen haben. "Niemand möchte die Genitalverstümmelung von Mädchen in unser Gesetz aufnehmen", sagte die Justizministerin.


 

Leserkommentare
  1. werden jüdische und muslimische Eltern Beschneidungen an Jungen durchführen. Aus ärztlicher Sicht wäre es sehr begrüßenswert, wenn schnell für Rechtssicherheit gesorgt würde.

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    ...so oder so machen, dann sollte man sie so oder so dafür bestrafen. Die lernen das schon.

    • joG
    • 16. Juli 2012 23:12 Uhr

    ....und Drogen ähnlich. Mal löst man solche Situationen so und Mal anders.

    wird es auch weiterhin gelegentlich Morde und Komasaufen geben...

    Wenn etwas "sowieso getan wird", heißt dies noch lange nicht, dass man es gesellschaftlich und juristisch absegnen muss.

    Ansonsten dürfte es durchaus schwierig werden, ein entsprechendes Gesetz zu verabschieden. Dies liegt unter anderem daran, dass der Richterspruch recht eindeutig war: ist ein Eingriff medizinisch nicht notwendig und gegen den Willen des Betroffenen, handelt es sich automatisch um Körperverletzung. Daran ändert auch der Versuch der religiösen Verbände nichts, im Schutz von Tabus ("Diskriminierung!", "Erinnert an den Holocaust!") archaische Traditionen zu verteidigen.

    • hladik
    • 17. Juli 2012 14:50 Uhr

    Wir bitten von der Austragung von Privatfehden abzusehen, und zu einer themenbezogenen Diskussion zurück zu kehren. Danke, die Redaktion/kvk

    • förgi
    • 17. Juli 2012 16:08 Uhr

    Mit dem kölner Urteil habe ich mich endlich einmal im 21. Jahrhundert erlebt und nun schon wieder Mittelalter. Ich erwarte den unbedingten Schutz unserer Kinder. Tausende Jahre alte Ideologien und Traditionen haben in unserem Rechtsstaat nichts verloren. Mit dem mutigen Urteil des Richters wird nun endlich eine Diskussion angeregt, die schon lange fällig ist. Ich habe bis heute nicht verstanden, warum bei der Beschneidung von Mädchen große Emotionen des Nichtverstehens gelebt werden, aber die Mehrzahl der deutschen Bevölkerung keine Regungen zeigt, über die männliche Beschneidung. Mir zeigt dies, dass die meisten und auch unsere Politiker und Politikerinnen buchstäblich gar nichts über die Anatomie dieser sensiblen Organe wissen. Darum kann man sie ja ohne Weiteres der Tradition oder Religion opfern. Um des lieben Friedens willen. Ich erwarte von meinem Rechtsstaat die Sicherung der Unversehrtheit von Mann, Frau und Kindern. Die Beschneidung der Genitalien beider Geschlechter im Kindesalter muss als Strafbestand geahndet werden.

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    ...ist eine Mehrheit gegen die Beschneidung, der einen radikelen und schmerzhaften Aingriff an den kleinen Jungen darstellt:
    http://www.heise.de/tp/bl...

    Zitat:
    "ein bis zu zwanzig Minuten dauernder chirurgischer Eingriff. Das liegt unter anderem daran, dass die Vorhaut beim Säugling mit der Eichel häufig natürlich verklebt ist und sich erst im Laufe der Kindheit löst. Bei einer Beschneidung muss sie deshalb teilweise abgerissen werden "wie ein Nagel vom Finger". Hinzu kommen ein minutenlanges Abquetschen und schließlich die Entfernung mit dem Skalpell. Weil der Eingriff im Regelfall ohne Betäubung stattfindet, erleiden Kinder Schmidbauer zufolge dabei "extreme Schmerzen", die in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen wurden."

    Bezeichnend, dass das in Berlin wieder niemanden interessiert.

    Religion hat vor den Menschenrechten zurückzutreten und ein Kind an den Genitalien zu verstümmeln, kann durch keine Religion gerechtfertig werden.

    Wir erlauben andere Sachen ja auch nicht, etwa das Schächten auf offener Straße oder ähnlich barbarische religiöse Akte. Bisher haben das die Religiösen ganz gut weggesteckt...

    • joG
    • 16. Juli 2012 23:15 Uhr

    .... Den sollte man auf Abtreibung anwenden.

    ;)

    • ddde
    • 17. Juli 2012 7:31 Uhr

    Bitte achten Sie auf Ihren Tonfall und äußern Sie Kritik konstruktiv. Danke, die Redaktion/mk

  3. Warum eigentlich? Gibt es einen Grund, warum man kleinen Kindern ohne Betäubung an den Geschlechtsteilen herumschnippelt, außer der Begründung:
    "Das wurde doch schon immer gemacht?"

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    • joG
    • 16. Juli 2012 23:21 Uhr

    ....sie muss mit etwas Anderem zu tun haben, als mit dem schnipp. Schließlich hätte man nichts weiter einzuwenden, wenn man das Kind ein paar Wochen früher zerfetzen würde in einer Abtreibung. Da ist scon etwas pervers sich über diesen kleinen, hygienischen Schnitt aufzuregen.

    • ribera
    • 16. Juli 2012 23:47 Uhr

    Wenn ich einem jungen Hund die Rute ohne Betäubung coupiere,
    dan trifft mich wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz die volle gesetzliche Härte.

    Die Frage nach den Maßstäben muß erlaubt sein.

    ...glaubt, ist im Zweifel strafbar. Und zwar weil das Kind Rechte hat, die nur gegen "vernünftige" Gründe abgewogen werden dürfen. Dem Kind hingegen die Vorhaut abschneiden, weil man daran glaubt, dass der Schöpfer von 100 Milliarden Galaxien mit jeweils 200 Milliarden Sonnen und ihren unzähligen Planeten einen Pakt mit einem auserwählten Stamm einer halbintelligenten Affenspezies auf einem dieser Planeten dadurch besiegelte, dass er sie sich einen Teil ihres Genitals abschneiden ließ – richtig: Das muss "in diesem Land straffrei möglich sein". (...)'

    - http://www.heise.de/tp/ar...

    das Thema hat hier nichts verloren. Eine Zygote ist nicht dasselbe wie ein Kind. Oder definieren Sie wie die Anhänger der radikalchristlichen amerikanischen Rechten eine befruchtete Eizelle bereits als Person mit allen dazugehörigen Rechten? Fernerhin scheinen Sie von der Entwicklung des Schmerzempfindens, wie ich Ihrem anderen Kommentar entnehme, offenkundig keine Ahnung zu haben. Nozizeption ist abzugrenzen vom psychischen Phänomen der Schmerzwahrnehmung und entwickelt sich überhaupt erst erst im 2. Schwangerschaftsdrittel. Schmerz ist ein psychologisches Phänomen, für das bestimmte corticale Voraussetzungen vorhanden sein müssen - die sind bei einem 8 Tage alten Kind mit wesentlich größerer Wahrscheinlichkeit gegeben als bei einem 11 Wochen alten Fötus. Ich empfehle Ihnen, erst nachzulesen, bevor Sie simplifizierende, polemische Kommentare verbreiten und hier Dinge zusammenbringen, die wesentlich komplexer sind. Wenn man unbedingt von der Schmerzempfindung her argumentieren möchte, dann ganz klar: Beschneidung nein, Abtreibung (bis Woche x) ja.

  4. Kein Mensch käme auf die Idee, die Steinigung (Altes Testament) oder das Abhacken von Händen bzw. Füßen bei Diebstahl (Koran) in einem ziviliserten Land für legitim oder gar legal zu halten.
    Die Beschneidung ist (sofern nicht medizinisch indiziert) eine nicht-notwendige Körperverletzung mit traumatisierender Langzeitwirkung und daher kategorisch abzulehnen.

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    komisch Freiheit, die sie da zum Freund haben...

    Ich bin zwar sehr tolerant, was die Religionsausübung angeht. Im Falle der Verletzung des Grundrechts auf körperliche (schließt die seelische für mich mit ein) Unversehrtheit, hört bei mir die Toleranz auf.
    Gerade Neugeborene, wehrlos, einem fremden Mann ausgeliefert, der ihnen, ohne Not, große Schmerzen zufügt.

    Beschneidung nur auf freiwilliger Basis, gemäß dem Selbstbestimmungsrecht.

    MfG
    AoM

    Abraham war es, der als Erster die Beschneidung einführte.
    Als das Zeichen des Bundes zwischen Gott und den Menschen.

    ...ein gar nicht mal so schlechter Handel, bedenkt man, dass Gott doch seinen ersten Sohn als Opfer forderte - nun muss halt die Vorhaut dran glauben.
    Gut gehandelt/gefeilscht?! ;-)

    Seine (Abraham) Nachkommen, welche an Gott glauben, sollen beschnitten sein. Er hat sie mit seiner Frau Sarah gezeugt. Es ist das 'auserwählte' Volk.
    "Ein Unbeschnittener, eine männliche Person, die am Fleisch ihrer Vorhaut nicht beschnitten ist, soll aus ihrem Stammesverbund ausgemerzt werde. Er hat meinen Bund gebrochen."
    ...aha, also habe ich jahrelang (bis zu meinem *geschäftlichen* Austritt) Kirchensteuer gezahlt, obwohl ich schon von Gott "ausgemerzt" wurde?!

    In Wirklichkeit wird die Beschneidung doch eher dazu genutzt, den jungen Männern den Spaß am Onanieren zu nehmen.
    Besonders, wenn im Artikel die USA als Beispiel angeführt wird, muss man dem entgegen halten, dass in den USA die Beschneidung erst um 1880, Verbreitung fand.
    Das beschnittene Männer heute weniger an sich manipulieren (Onanieren), mag aufgrund der vielfachen Möglichkeiten durch SexToys, wohl überholt sein... ;-)

    Ich bin glücklich noch *komplett* zu sein - auch wenn ich jetzt nicht in den Himmel komme! ;-)

    • jkluge
    • 16. Juli 2012 23:45 Uhr

    Welche traumatisierende Langzeitwirkung meinen Sie?

    "Die Beschneidung ist (sofern nicht medizinisch indiziert) eine nicht-notwendige Körperverletzung mit traumatisierender Langzeitwirkung und daher kategorisch abzulehnen."

    Unbeschnitt kann kein Jude Jude und kein Moslem Moslem sein. In Israel, das keine Zivilehe kennt, darf ein Nichtbeschnittener nicht einmal heiraten: der Rabbi verweigert ihm in der Regel die Eheschließung.

    Seine Söhne nicht zu beschneiden, ist nach dem Alten Testament ein glatter Bruch des Bundes, den der Gott Jahwe mit Abraham, dem Stammvater der Israeliten und der Araber einging. Jahwe bzw. Allah drohen in diesem Fall mit der Verdammnis der Seele nach dem Tod (nachzulesen in 1. Mose, Kap. 17, 14).

    Bleibt die religiöse Beschneidung von Neugeborenen verboten, können weder Juden, noch Muslime in Deutschland ihre Religion mehr ausüben. Und mehr noch: Jahwe bzw. Allah zwingen sie, das Land zu verlassen, wollen die Eltern nicht selbst als Brecher des abrahamitischen Bundes nach dem Tode verdammt werden.

    Allerdings: ich halte es sinnvoll die Frage hinsichtlich der Beschneidung dem BVerfG vorzulegen. Und ich frage mich, warum das Kölner Urteil nicht Karlsruhe vorgelegt wurde. Die Abwägung dessen, was höher wiegt: Recht auf körperliche Unversehrtheit, Religionsfreiheit sowie Elternrecht kann nur von Verfassungsrechtlern abschließend beurteilt werden. Nicht jedoch von der Politik.

    im Mittelalter waren z. Bsp. Daumenschrauben, Streckbänke und Scheiterhaufen Gang und Gäbe und wurde von der Katholischen Kirche gerne und häufig angewendet, stets im Namen der Religion!

    Gut das man diesen archaischen Praktiken mit religiöser Intention abgeschworen hat und diese als unmenschlich verworfen hat.

    Offenbar sind aber leider noch nicht alle großen Religionen soweit entwickelt und dazu bereit, ebenfalls Schritte hin zu einer humanen Praxis ihrer Rituale zu gehen und z. Bsp. auf die brutale, blutige und irreversible Körperverletzung Minderjähriger (obendrein auch noch unter massiver Alkoholisierung des Kindes bis zur Bewusstlosigkeit und ohne qualifiziertem Arzt, wirkungsvoller Anästhesie und unter völlig ungeeigneten hygienischen Bedingungen!) zu verzichten!

  5. 'Ausgerechnet in Deutschland soll die jahrhundertelange Praxis der Beschneidung von Juden und Muslimen verboten sein?'

    Irgend jemand in der Welt muss eben damit anfangen archaischen Unsinn in die Schranken zu verweisen:
    Nämlich in die Schranken rationaler Gerichtsbarkeit und areligiöser Gesetzgebung.

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    ..aber wenn ich bei Ihnen was von "archaischem Unsinn" lese, weiß ich doch schon, woran ich bin. Ohne, dass ich persönlich jetzt die Praxis der Beschneidung rechtfertigen will, aber ihre Wortwahl verdeutlicht einen Mangel an Bereitschaft, die Gegenposition auch nur ernst zu nehmen - ohne sie deswegen in irgendeiner Weise gutzuheißen! - der bedeklich ist. Sie können entweder intolerant sein, oder sich als Verfechter demokratischer Werte darstellen - entscheiden Sie sich.

    • bayert
    • 16. Juli 2012 22:36 Uhr

    man sollte alte Bräuche hinterfragen. Oft haben diese zu gegebener Zeit und geographischer Lage ihre Berechtigung gehabt. Nur sind sie heute meist obsolet.

    Was im Moment in Deutschland abläuft, ist, daß Leute, die das nichts angeht und die damit auch gar nicht zu tun haben, anderen Leuten vorschreiben wollen, daß sie gefälligst ihre Gebräuche zu ändern haben. Die Betroffenen selber haben ja überhaupt kein Problem damit. Und diese Bevormundung wird dann auch noch als "Demokratie" verkauft. Na, danke. Mir wird himmelangst.

  6. Jetzt, genau wegen dieser Entscheidung, habe ich allen Respekt vor der Regierung verloren. Ja, hätte schon vorher passieren können, aber ein Grundgesetz aushebeln zu wollen ist die Spitze.
    Lächerlich. Ich hoffe nur, dass wir in einigen Jahren aufgeklärt genug sein werden, Körperverletzung an Säuglingen nicht mehr zu dulden, egal aus welchem Grund.

    112 Leserempfehlungen
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    Der Reaktion auf die jüdischen Vorwürfe: "schwersten Angriff auf jüdisches Leben in Deutschland seit dem Holocaust." hat man nichts weiter entgegenzusetzen als unreflektierte Unterwürfigkeit.

    Toll,wenn auf diese Weise religiöse Minderheiten in Zukunft ihre archaischen Interessen in einem (Menschen-)Rechtsstaat durchsetzen und eine der besten Verfassungen auf diesem Planeten beugen können.

    Es wäre interessant zu wissen,wie die "Bundesregierung" reagiert hätte,wenn die Beschneidung ausschließlich moslemische Praxis wäre.

    Und Frau Leutheusser-Schnarrenberger: Mit in Gesetz gegossener Doppelmoral werden wir in Zukunft nicht weit kommen!

    "...Niemand möchte die Genitalverstümmelung von Mädchen in unser Gesetz aufnehmen..."
    Wie wollen sie denn aber in Zukunft rechtfertigen,dass das eine erlaubt,dass Andere aber nicht ist? Wollen sie möglicherweise mit der "schwere" des Eingriffs argumentieren? Pervers!

    den Respekt vor der Regierung verloren, weil diese den Moslems nicht ans Bein pinkeln will?

    Oder geht es Ihnen hier wirklich um den Schutz der Vorhaut bzw. des Kindes?

  7. Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich und verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/mk

    37 Leserempfehlungen
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    ...habe ich mich das auch schon gefragt. Onanieren soll ja dadurch schwerer werden (wenngleich Männer erfindungsreich sein können ;-)

    Aber testosterongetriebenes Verhalten scheint mir bei den beschneidenden Volks/Religionsgruppen überdurchschnittlich oft aufzutreten.

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich und konstruktiv das konkrete Artikelthema. Danke, die Redaktion/mk

    @ seidenschnabel

    Die Auswirkung von Beschneidungen auf die Psyche Heranwachsender und erwachsener Menschen ist meines Wissens noch nicht untersucht worden.

    Angenommen werden kann aber, dass die psychischen Auswirkungen umso größer sind, je schmerzvoller die Beschneidung ist und je früher sie stattfindet (dass sich Menschen, die als Säugling beschnitten wurden daran nicht mehr bewußt erinnern können, spielt dabei keine mildernde Rolle - vielleicht sogar eine verstärkende)

    Das Schmerzerlebnis, das auf das Genital bezogen ist erfolgt zeitlich früher als die erst später erwachende Sexualität, die ebenfalls auf das Genital bezogen ist. Insofern liegt es nahe, dass der Sexualität dadurch auf der körperlich-emotionalen Ebene ein Gefühl der "Verletzbarkeit" "eingeimpft" wird.

    Eine recht normale emotionale Strategie wäre, die Gefühle der "Verletzbarkeit" mit erhöhter "Wehrhaftigkeit" zu kontern, die sich auch im Sexualverhalten äußern würde. Diese "Wehrhaftigkeit" würde sich aber z.B. auch darin äußern, dass jeder "Angriff" auf die "Männlichkeit" als besonders verletzend empfunden wird.

    Man bedenke aber, dass jeder Mensch solche Erfahrungen individuell anders verarbeitet und sich ein solcher Effekt höchstens statistisch nachweisen lassen würde.

    Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen, wurde moderiert. Die Redaktion/mk

  8. Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Vergleiche. Danke, die Redaktion/mk

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    Haare und Nägel wachsen nach und das schneiden tut nicht weh!

    ...die Frage ist, wieso man das überhaupt solange geduldet hat. Ich habe mich das schon öfters gefragt und die Antwort ist ganz eindeutig: die starke jüdische Lobby. Schön, dass ein Gericht die Menschenwürde höher schätzt. Entlarvend aber erwartbar, dass die Politik sofort in Aktionismus verfällt.

    Und bitte: die Korrektur von Schönheitsfehlern (abstehende Ohren) mit der Verstümmelung von Genitalien gleichzusetzen ist schlicht geschmacklos. Schon deshalb weil man die Ohren idR nicht im Säuglingsalter anlegt und die Kinder oft leiden (Spott), wenn man es nicht tut. Davon abgesehen kann man natürlich auch diese OP im Zweifel aufs Erwachsenenalter verschieben.

    Wenn wir bei Jungen keine Grenze ziehen, kommt am Ende noch irgendein afrikanischer Einwanderer auf die Idee die Beschneidung seiner Mädchen einzuklagen. Die ist noch einen Ticken brutaler und sinnloser und garantiert der Frau lebenslang ein unbefriedigendes Sexualleben...

    • Egoldr
    • 16. Juli 2012 21:30 Uhr

    scheinbar haben Sie die Differenziertheit der Kommentare und des Problems nicht wahrgenommen. Es geht um religiös!!! motivierte Gewalt gegen Kinder, nicht um medizinische Notwendigkeiten......

    nägel und haare wachsen nach, vorhäute nicht. soviel sollte man als erwachsener schon wissen, oder?

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