Beschneidung : Bedenkliche Untertöne

Die Beschneidungsdebatte geht in die falsche Richtung, schreibt Leser Sören Heim. Im Namen der Aufklärung werden antisemitische und antimuslimische Vorurteile bedient.

Das Urteil des Kölner Landesgerichts zur die Beschneidung als strafbare Körperverletzung hat eine heftige Debatte ausgelöst. Es ist zwar einleuchtend, dass die Beschneidung von Minderjährigen gegen deren Willen geschieht und deshalb mit dem Recht auf körperliche Unversehrtheit unvereinbar ist. Der Körper des Kindes wird dadurch "dauerhaft und irreparabel verändert", wie es in der Urteilsbegründung heißt.

Mich stört, mit welcher Vehemenz sich Beschneidungsgegner jetzt äußern: Statt nüchtern über mögliche Folgen der Beschneidung zu diskutieren, werfen sie mit Anklagen wie "Kindesmisshandlung" und "menschenverachtend" um sich.

Im vordergründig aufklärerischen Diskurs schwingen düstere Untertöne mit: Überraschend schnell hat sich die Rechtsdebatte zu einer Diskussion über das Judentum an sich entwickelt. Allerlei Vorurteile und Gerüchte wurden verbreitet: Da war die Rede von einem am Penis saugenden Mohel, der das Kind angeblich gegen Krankheiten immunisiere, von aus Vorhäuten produzierten Antifaltencremes, und die Beschneidung wurde mit Steinigungen, Ehrenmorden und Hexenjagd verglichen. Hinter solchen Verschiebungen des Diskussionsschwerpunktes ist antisemitisches Denken zumindest zu vermuten. Ansonsten ließe sich die Aggressivität, mit der die Diskussion geführt wird, kaum verstehen.

Das heißt nicht, dass ich Beschneidungen unter allen Umständen verteidige: Die Diskussion verläuft im Spannungsfeld zwischen religiösen Traditionen und aufklärerischem Idealismus. 

Einerseits müssen Rechtsgrundsätze universell gelten und dürfen angesichts der Interessen religiöser Kollektive nicht aufgeweicht werden. Das Kölner Urteil ist daher korrekt im Sinne des Rechtspositivismus. Es will und kann körperliches Leid verhüten.

Andererseits ist nicht auszuschließen, dass ein per Dekret angeordneter fortschrittlicher Akt die Gegner des Islam und des Judentums in ihren Vorurteilen bestärkt. Es könnte einem Mob dienen, der im Einklang mit der staatlichen Autorität rückständigen Gläubigen die Leviten lesen will.

Aufklärung schlägt leicht in Barbarei um. Vor allem wenn sie nicht den Menschen, wie er ist, sondern den Menschen, wie er sein soll, zur Grundlage nimmt.

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Kommentare

887 Kommentare Seite 1 von 64
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könnte

Bei aller Sorge vor dem Aufflammen des Antisemitismus, die im Artikel mitschwingende Forserung ist gefährlich.
Repräsentativ dürften zweideutige Vorwürfe nicht sein. und nur weil "ein Mob" eine Diskussion missbrauchen könnte diese zu unterbinden, kann wohl nicht allen Ernstes gefordert werden.

Wir haben diesen Beitrag wiederhergestellt. Danke. Die Redaktion/ds

Warnung berechtigt,

aber ich habe bei den Kommentaren dazu nur bei einem sehr geringen Anteil den Eindruck, die Aufklärung schlage in (verbale) Barbarei um. Und ich möchte darauf hinweisen, dass Adorno/Horkheimer dem aufklärerischen Idealismus trotz Dialektik zutiefst verbunden geblieben sind, denn eine Aufklärung, die sich mythisiert, ist eben keine Aufklärung mehr.

.......

Wenn nunmal nur Juden und Moslems (kleinere Untergruppen mal unbeachtet) in Deutschland dieses Ritual nutzen, dann gehts eben nur um diese beiden Glaubensrichtungen.

Wäre es ein christliches Ritual, würde man diese auch noch mit ins Boot holen... fühlt man sich dann besser?

Narrrenfreiheiten

3."3.3. .......
Wenn nunmal nur Juden und Moslems (kleinere Untergruppen mal unbeachtet) in Deutschland dieses Ritual nutzen, dann gehts eben nur um diese beiden Glaubensrichtungen.
Wäre es ein christliches Ritual, würde man diese auch noch mit ins Boot holen... fühlt man sich dann besser?"

Wären Beschneidungen kleiner Babies ohne Narkose(bei Juden bekommen Babies Überdosis Alkohol vorher,bei Muslimen nichts) und Schächtungen von Tieren und Ehrenmorde und Verschleierungen
christlichen Ursprungs und christliche Rituale,sie wären in Europa im 21.Jhd schon lange sowas von verboten!!
und zwar zu recht,diese mittelalterlichen Rituale passen definitiv nicht in ein aufgeklärtes,demokratisches Europa!
Ich hoffe Mut und Vernunft werden siegen,Religonsnarrenfreiheiten müssen beendet werden.

Polemik gegen Minderheiten

Bevor ich mich von diesem Thema verabschiede, weil in Deutschland wohl keine sachliche Debatte über Islam und Judentum möglich ist, will ich hier noch einmal zeigen warum:

"Wären Beschneidungen kleiner Babies ohne Narkose(bei Juden bekommen Babies Überdosis Alkohol vorher,bei Muslimen nichts) und Schächtungen von Tieren und Ehrenmorde und Verschleierungen christlichen Ursprungs und christliche Rituale,sie wären in Europa im 21.Jhd schon lange sowas von verboten!!"

Hier wird also Beschneidung mit Schächtung, Verschleierung und EHRENMORD in einen Topf geschmissen, als ob das tragen von Kopftüchern etwas mit Mord zu tun hätten, und also ob im Islam oder Judentum Ehrenmord teil der Religion sind. Hier wird Minderheiten mit einer bestimmten Zielrichtung völlig überzogene Vorwürfe gemacht und mit möglichst blutrünstigen Beispielen ausgeschmückt. Ziel: Kulturelle homogenisierung des deutschen Volkskörpers? Ich jedenfalls lese in solchen Beiträgen einen Ekel vor dem Anderen, eine Wut gegen Menschen, die nicht so funktionieren wie der Deutsche. Ich sehe das Ziel hierin, Menschen wie mich aus Deutschland rauszuekeln. Fürchterlich, was heute wieder in Deutschland gemacht wird.

So fassen Sie sich doch !

Hier schreibt offenbar das halbe Ausland mit - willkommen, aber zu notifizieren.Nun malen Sie hier bitte keine Monster an die Wand. Wir sind alles nette Leute !

Aber: Es geht um Menschenrechte der Schwächsten. Und da findet sich keine, aber auch gar keine Begründung, mit Messern oder Skalpellen an unschuldigen Neugeborenen herumzuschneidenund bleibende Stigmata zu setzen. Das verletzt ihr genuines Menschenrecht. Ende.

Oder wollen Sie einfachste Menschenrechte infragestellen ? Schon Goethe stellte es fest "Vom Rechte, das MIT UNS geboren ist, von dem ist leider! nie die Frage. Das Problem ist also alt. Neu ist, dass man eine rechtswahrende Antwort findet.

es steht zuviel auf dem Spiel

126." Ich jedenfalls lese in solchen Beiträgen einen Ekel vor dem Anderen, eine Wut gegen Menschen, die nicht so funktionieren wie der Deutsche. Ich sehe das Ziel hierin, Menschen wie mich aus Deutschland rauszuekeln. Fürchterlich, was heute wieder in Deutschland gemacht wird."

Es gibt in ganz Europa des 21.Jhd Auseinandersetzungen,es stehen sich gegenüber auf der einen Seite Menschenrechte,Verfassung und auf der anderen Seite Riten und Rituale und kulturelle Gewohnheiten aus dem Mittelalter,da beides auf Dauer nicht zusammengehen wird,und die Politik sich in manchen zu schwer tut,wäre es wohl das Beste die Bürger entscheiden zu lassen.Oder wie in Holland,Schweden etc Burka-Verbot,Beschneidungsverbot,aber es muß bald eine Lösung gefunden werden,die einem demokratischen und aufgeklärtem Europa im 21 gerecht wird,sonst geht es nämlich langsam zurück hier in Richtung Mittelalter.Wer hätte sich je träumen lassen,dass in Europa mal Künstler wie Theeo van Gogh ermordet werden,oder wie Westergaard fast ermordet weil sie es "wagten" ihre Meinung in einem Cartoon kundzutun.Wir haben hier verdammt viel zu verlieren in Europa!

Stimmt,

deswegen sind Exorzismus und Hexenverbrennung auch fest und unumstösslich vom GG geschützt!
Todesstrafe für Ketzerei und Gotteslästerung ist zwar debattierbar, aber auch hier sind christliche Traditionen eigentlich nicht anfechtbar.

Und mal Spass beiseite gewisse Christliche Eigenheiten, die vom deutschen Gesetz geschützt werden sind genauso unsinnig wie die Beschneidung, weswegen Vernunft über Religion immer zu begrüßen wäre...

Es geht um Glaubwürdigkeit

@ Maria Magdalena

Nun, nach allem was der Katholischen Kirche in letzter Zeit so zugestoßen ist, hoffe ich doch, dass dies nur ein letzter Anstoß war und nicht der Hauptgrund ihrer Kirche den Rücken zu kehren.
Die Bischöfe (Evangelisch wie Katholisch) mussten sich einschalten. Denn auch das Christliche Ritual der Aufnahme in die Glaubensgemeinschaft ist ein unwiederholbares und nicht mehr zurück zu nehmende Änderung des Menschen.
Die Taufe, wie sie im Christentum praktiziert wird (wie im übrigen auch die Priesterweihen in vielen Konfessionen) verändert die Seele für immer und ewig und macht sie zum Eigentum Gottes. Ein Getaufter kann austreten, aber er bleibt immer "Mitglied" der "einen" Kirche.

Wenn die Bischöfe also glaubhaft bleiben wollen, dann müssen sie das Recht auf einen solchen Eingriff verteidigen.
Denn für einen gläubigen Christen macht es erst mal keinen Unterschied, ob die Veränderung körperlicher oder seelischer Natur ist.

Viele Grüße und vielleicht überlegen sie es sich ja noch einmal :)
Omegon

die katholiken

haben sogar schon vorgebaut
indem sie die verdammnis für ungetauft gestorbene kinder abgeschafft haben
damit können sie, falls die zwangsmitgliedschaft von kindern in religiösen gemeinschaften wirklich in frage gestellt wird zumindest die armen aufgescheuchten eltern beruhigen ohne in einen ansonsten drohenden konflikt mit staaten zu geraten
erstaunlich
das die katholiken mal am puls der zeit sind

was steht auf dem Spiel?

Wie kommen Sie eigentlich darauf, den Mord an Menschen mit der Erlaubnis der Beschneidung von Kindern zu vergleichen? Die Beschneidung wird seit über Tausend Jahren in Europa praktiziert - und dann kommen Sie mit dem Theo van Gogh Vergleich und machen sich damit einfach lächerlich.

Es ist doch spannend, dass es bei den aktuellen Debatten immer nur um die "Anderen" geht, also um Minderheiten. Schächtung, Kopftuch oder Kippa und Jungensbeschneidung haben nun mal null Auswirkung auf das Zusammenleben in Deutschland und beeinträchtigen Ihr Leben nicht (außer Sie halten das Tragen von Kopftüchern für eine Zumutung ihres Geschmackssinns, aber dann müsste man auch die gesamte Jugendmode verbieten). Hier geht es nicht um Mord und Totschlag sondern um seit Jahrhunderten praktizierten Rieten die bisher kein normal Mensch in Frage gestellt hatte (ich gehe mal davon aus, dass Nazipropaganda hier (noch) nicht als "normal" durchgeht).

ich fasse mich nicht!!!

"So fassen Sie sich doch ! "

Sie wissen doch, Ausländer und ihr heißes Blut. Bei dem rassistischen Unterton so vieler Beiträge, die auch noch mehr Empfehlungen erhalten als die nicht-rassistischen Beiträge muss ich wütend werden. Der Zeit Online Kommentar Bereich wird immer mehr zum Sandkasten von Rechtspopulisten. Ich habe ernsthaft Angst um Deutschland. Die ersten Moscheen haben schon gebrannt, Rostock und Mölln können auch noch wiederkommen.

"Hier schreibt offenbar das halbe Ausland mit - willkommen, aber zu notifizieren."

Eigentlich bin ich Deutscher und nur mal einen Monat weg. Willkommen fühle ich mich hier (Zeit Online, Deutschland, Europa) aber auch nicht mehr.

Überzeichnungen

Solche Vorwürfe sind Ausdruck einer fundamentalistisch atheistischen Strömung, die im weltanschaulich Andersdenkenden eine schwere gesellschaftliche Störung sieht. Deren verbissene Intoleranz lebt von der Überzeichnung. Das führt u.a. zu solch grotesken Vergleichen, die Sie mEs zu Recht kritisieren.

Diese Überzeichnung findet ihren Ausdruck auch in der erklärten Sorge um vermeintliche Grundrechtsverletzungen. So, als  ginge es nicht um die Abwägung zweier Grundrechte, kommt es zu unsinnigen Konfliktkonstruktionen, wie Religionsausübung gegen Grundgesetz oder - besonders originell - Religionsausübung gegen Menschenwürde und -bevorzugt - Religion gegen Kindeswohl.

Dass es für religiöse Menschen mehr als nur ein körperliches Kindeswohl gibt, ist in diesem Fanatismus nicht vorgesehen. 

Wenn es für Atheisten keinen Gott gibt, dann dürfen auch die, die an Gott glauben, ihr Kind nicht durch Beschneidung mit Gott verbinden. Auch dann nicht, wenn in ihren Augen eine Verbindung zwischen Gott und Kind - für das Kindeswohl - wesentlich schwerer wiegt, als ein leichter Eingriff.

Totalitäre Ansprüche neigen dazu, sich mit rigoroser Polemik Geltung zu verschaffen. Das sind dann die "bedenklichen Untertöne", die Ihnen und Sören Heim auffallen.

Bedenklich ist es, wenn...

...Leute Fronten aufbauen, hier die Atheisten und da die Gläubigen.

"Wenn es für Atheisten keinen Gott gibt, dann dürfen auch die, die an Gott glauben, ihr Kind nicht durch Beschneidung mit Gott verbinden."

Kann irgendjemand wenigstens aus den Schriften, die für Gläubige als Wort Gottes gilt (als bräuchte Gott ein Buch, um sich mitzuteilen) glaubhaft ableiten und begründen - so wie es der jüdischen Tadition entsprach - dass heutzutage durch die Beschneidung eines KINDES ein Bund mit Gott entstünde?

"Dass es für religiöse Menschen mehr als nur ein körperliches Kindeswohl gibt, ist in diesem Fanatismus nicht vorgesehen."

Das nenne ich Polemik. Fanatismus bedeutet, nicht auf Argumente eingehen, nicht hinterfragen, blind glauben, was einem gesagt wird, nicht überprüfen, ob sich möglicherweise bei Lesart, Übersetzung und Interpretation ein Irrtum eingeschlichen hat oder man bewusst angelogen wird.

Stieg Moses mit Hörnern vom Berg?
Wird jemals das Wort Apfel in der Bibel genannt?
Heißt es Auge um Auge (=Rache) oder Auge für Auge (=Schadenersatz?)
Heißt es "die SÜNDEN" sollen verschwinden oder die SÜNDER sollen verschwinden? (beide Worte haben im Hebräischen die gleiche Konsonantenfolge).

Und Sie wissen ja als Fachmann in Sachen jüdischer Religion sicher, dss Vkl ncht gschrben wrdn und die Bedeutung einiger hebräischer/aramäischer Worte noch heute unbekannt ist.

Im Übrigen, auch der gewöhnliche homo nichtreligiosus weiß um ein psychisches und soziales Kindeswohl.

Auf Reformen setzen

"...Fronten aufbauen, hier die Atheisten und da die Gläubigen..."

Die waren fertiggebaut noch ehe die Diskussion um das Kölner Urteil begann. Aber wir alle können ja dazu beitragen, sie durch Toleranz zu überwinden.

"...Kann irgendjemand wenigstens aus den Schriften, die für Gläubige als Wort Gottes gilt (als bräuchte Gott ein Buch, um sich mitzuteilen) glaubhaft ableiten und begründen - so wie es der jüdischen Tadition entsprach - dass heutzutage durch die Beschneidung eines KINDES ein Bund mit Gott entstünde?..."

Wäre das nicht müßig, wenn beim Empfänger schon die Prämisse lautet dass es Gott nicht gibt? Und welchen Einfluss sollte das auf die Entscheidung haben, Juden und Muslimen ihr Grundrecht nach Art 4 nicht abzusprechen?

Ein tolerant geführter Dialog mit den Religionsgesellschaften wird Reformen sicher eher befördern, als ihre Angehörigen mit haltlosen Vorwürfen zu überziehen.

Zweierlei Maßstäbe?

"Mich stört, mit welcher Vehemenz sich Beschneidungsgegner jetzt äußern: Statt nüchtern über mögliche Folgen der Beschneidung zu diskutieren, werfen sie mit Anklagen (...) um sich."

Sorry, aber machen Sie nicht etwas Ähnliches? Statt ausschließlich nüchtern Kritik zu üben, entwerfen Sie ein Bedrohungsszenario, für das ich keinerlei Anhaltspunkte sehe:

"Es könnte einem Mob dienen, der im Einklang mit der staatlichen Autorität rückständigen Gläubigen die Leviten lesen will. Aufklärung schlägt leicht in Barbarei um."

Wo sehen Sie denn Anzeichen für die Bildung von Mobs
- oder gar für "Barbarei"?

Nüchternheit ist gefragt, das ist richtig - auf allen Seiten.

Die Debatte wir aus einem einfachen Grund so geführt,

wie sie geführt wird:
In Deutschland wurden Juden verfolgt, und zu Menschen einer niedrigeren Klasse degradiert. Nun bildet man sich öffentlich ein, dies moralisch ausgleichen zu müssen, in dem man Juden zu einer höheren Klasse erhebt (das geschieht nicht durch sie selbst, ist also kein Vorwurf) - dass das Problem darin besteht, dass Menschen nicht in Klassen eingestuft werden sollten begreift man nicht.
Einfaches Resultat: Die Deutschen, die mit den Nazis nichts mehr zu tun haben, und sich dahingehend ihr Leben lang nichts zu Schulden kommen haben lassen fühlen sich zurecht diskriminiert, da ihre Angelegenheiten wenn sie mit dem Gesetz kollidieren nicht derartiges Echo und Diskussionen hervorrufen.
Als "Diskriminierte" richtet sich ihr Unmut auf die besser Behandelten Menschen...
---> Und da kommt das Resultat aus generationenlangem Deutsche sind pauschal alle Böse, und ihr müsst euch schuldig fühlen: Antisemitismus

das zum beispiel

kommt an die kohle mehr fast ran
ich sehe wirklich keine bevorteilung von minderheiten in dioesem land
auch nicht für juden, egal ob reformiert oder ortodox
keine bevorzugung von moslems,
katolischen
oder reformierten christen,
keine bevorzugung von ateisten

es giebt das kleine spiel mit den privilegien
geb dem dies und dem das und sie werden einander um das was sie nicht haben beneiden, und was sie haben geringschätzen, auch nicht in dem ausmaß wie es die briten in palestina und indien einsetzten, mit durchschlagendem erfolg,
aber das prinzip ist auch hier wirksam
man neidet dem anderen vermeintliche vorteile, weil man die eigenen nicht sieht
und die überbehütung, die der schwächere, die minderheit, halt von dem imaginären wesen staat, so es einen daseinszweck haben soll, bekommt, wird als herrabsetzung der masse und diskriminierung ihres willen die minderheit unter die regeln der mehrheit zu zwingen gesehen
da werden auf einmal kleiderrvorschriften für das auftreten auf der straße erfunden!!!!
viviane behüte uns!

Ich wollte nicht zum Ausdruck bringen,

dass es Sinnvoll sei, geschweige denn dass es geplant wäre, das Problem existiert aber tatsächlich. Da reicht ein Blick auf das Medienecho hierzu, oder auch das Medienecho zu Grass Israel Gedicht. Die Zuschanzung der Uboote, die leicht als Nukleare Erstschlagswaffen gesehen werden könnten an sich, und va. die gelähmtheit der Politik, wenn es um Israel generell geht. Jeder Politiker hat diese Angst als Antisemit dazustehen, deswegen spielt er sicher und ist pro-Israel bzw. bei dieser Debatte pro-jüdisch. Können sie sich vorstellen was los wäre, wenn ein Muslimischer Staat einen 3m Trennwall zu den Wohngebieten einer Jüdischen Minderheit errichten würde...haben sie andersherum viel Kritik an Israels Grenzzaun vernommen? Also ich nicht...
Genau das gleiche Spielchen hier.

sicher

jede menge kritik
wie oft ich "niemand hatt die absicht..." gelesen habe wage ich nichtmal abzuschätzen
und auch aus den regierenden parteien, wobei auf internationaler bühne, wenn es nicht gegen erklährte feinde geht, immer ein eiertanz aufgeführt werden MUSS, weil sich sonst populisten jeglicher couleur auf jeden fitzel stürzen und dinge wie das demonstrative ausschütten französischer weine dabei rauskommen(na gut, das war sogar ein erfolg, letztlich wurde ja, weil der kunde es wünscht,nachbestellt)
freedom frys - zum pipen
klassisches dilema
3 optionen
alle falsch
welche wählen sie? ("keine" ist eine der 3 möglichen antworten)

nebenbei

vermischen sie hier israelische politik
deutsche wirtschaftspolitik
und die lebensverhältnisse deutscher minderheiten
der wohl jüdische herr von gegenüber hatt meines wissens keine atomraketen, zumindest hätten sie in der wohnung kaum platz
und das jüdische pärchen neulich auf der party das frisch aus israel geflohen ist wirkte nicht so als hätten sie etwas gegen das arabische daneben gehabt und einen trennwall errichten wollen
vieleicht hätte man wirklich, wie es einige muslimische staaten vorschlugen, einen teil deutschlands an die juden abtreten sollen, nicht statt sondern ergänzend zu israel, vlt hätte ein jüdischer konkurenz und ausweichstaat, israel politik domestizieren können, weil sich nicht rechtsradikale mit einer geringen basis im volke israel als deren legitime vertreter aufplustern könnten, was bei einigen ja nicht anders als als messias-komplex zu beschreiben ist.
nur das die hiesigen meistens diesen mesiassen nicht folgen wollen
was hatt also israel
in einer innenpolitischen deutschen debatte zu suchen?

Es ging mir um das gestörte Verhältnis,

dass die deutsche Öffentlichkeit zu Juden hegt, und am Umgang mit Israel zeigt sich das eben sehr deutlich. Die Hauptangst eines Deutschen in der Öffentlichkeit ist immer nicht als Antisemit dazustehen, weswegen Personen der Politik etc. sowohl zu Juden in allen Ländern wie auch dem Staat Israel normal keine Meinung haben ausser Pro. Finde das nicht vermischt, weil es im Grunde das gleiche Problem ist welches an unterschiedlichen Stellen zu Tage tritt...
Das war lediglich eine Feststellung der Verhältnisse um die es im Text geht - die verkrüppelte Form einer Debatte. Ich persönlich nehme die Variante Contra Gläubige aller Religionen, Contra Israelischer Aussenpolitik, Contra Xenophobie und Contra Rechtsextrem - damit verlieren sie aber im Zweifel jeden Eiertanz ;-)

Danke...

...an Sören Heim für den Artikel, es ist Balsam für meine Seele. Die Flut an aggressiven und gehässigen Kommentaren, die bei diesem Thema aufkommt, ist wirklich kaum zu ertragen und abseits jeder nüchternen Diskussion.

Ich halte Religionen für einen der größten Spaltpilze überhaupt, und lehne alles religöse aus Überzeugung ab. Ich stehe aber ein für Freiheit und Toleranz, so wie - wie man meinen sollte - auch die anderen hier. Umso schockierter bin ich über die hier zur Schau getragenen Einstellungen, die letztlich auf das komplette Gegenteil von Freiheit und Toleranz hinauslaufen...

Seit sechzig Jahren...

... hat kein Mensch in Deutschland über dieses Ritual auch nur annähernd diskutiert. Wie kommt es also, dass uns erst im Juni/Juli 2012 quasi aufgeht, dass Juden und Muslime ihre Jungen beschneiden lassen?

Weshalb wird dies nun plötzlich Gegenstand einer heftigen Diskussion? Wir wissen doch lange, dass das jüdische Volk dies seit Jahrtausenden, die Muslime seit (etwa) 1.500 Jahren tun.

wo kein Kläger, da kein Richter

wie im Urteil angemerkt wurde:

Beschneidung ist eine "leichte" Körperverletzung die nur auf Antrag des Verletzten verfolgt wird, mir einer "Verjährungsfrist" von drei Monaten.

Was natürlich ungeheuer praktisch ist, da der Verletzte in diesem Fall unmündig ist und die Anzeige von den Erziehungsberectigten erfolgen müsste, die daran kein Interesse haben.

Weshalb eine Verletzung, die nicht rückgänging gemacht werden kann, als "leicht" eingestuft wird...
ist mir schleierhaft.

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