Leserartikel

BeschneidungBedenkliche Untertöne

Die Beschneidungsdebatte geht in die falsche Richtung, schreibt Leser Sören Heim. Im Namen der Aufklärung werden antisemitische und antimuslimische Vorurteile bedient.

Das Urteil des Kölner Landesgerichts zur die Beschneidung als strafbare Körperverletzung hat eine heftige Debatte ausgelöst. Es ist zwar einleuchtend, dass die Beschneidung von Minderjährigen gegen deren Willen geschieht und deshalb mit dem Recht auf körperliche Unversehrtheit unvereinbar ist. Der Körper des Kindes wird dadurch "dauerhaft und irreparabel verändert", wie es in der Urteilsbegründung heißt.

Mich stört, mit welcher Vehemenz sich Beschneidungsgegner jetzt äußern: Statt nüchtern über mögliche Folgen der Beschneidung zu diskutieren, werfen sie mit Anklagen wie "Kindesmisshandlung" und "menschenverachtend" um sich.

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Im vordergründig aufklärerischen Diskurs schwingen düstere Untertöne mit: Überraschend schnell hat sich die Rechtsdebatte zu einer Diskussion über das Judentum an sich entwickelt. Allerlei Vorurteile und Gerüchte wurden verbreitet: Da war die Rede von einem am Penis saugenden Mohel, der das Kind angeblich gegen Krankheiten immunisiere, von aus Vorhäuten produzierten Antifaltencremes, und die Beschneidung wurde mit Steinigungen, Ehrenmorden und Hexenjagd verglichen. Hinter solchen Verschiebungen des Diskussionsschwerpunktes ist antisemitisches Denken zumindest zu vermuten. Ansonsten ließe sich die Aggressivität, mit der die Diskussion geführt wird, kaum verstehen.

Das heißt nicht, dass ich Beschneidungen unter allen Umständen verteidige: Die Diskussion verläuft im Spannungsfeld zwischen religiösen Traditionen und aufklärerischem Idealismus. 

Einerseits müssen Rechtsgrundsätze universell gelten und dürfen angesichts der Interessen religiöser Kollektive nicht aufgeweicht werden. Das Kölner Urteil ist daher korrekt im Sinne des Rechtspositivismus. Es will und kann körperliches Leid verhüten.

Andererseits ist nicht auszuschließen, dass ein per Dekret angeordneter fortschrittlicher Akt die Gegner des Islam und des Judentums in ihren Vorurteilen bestärkt. Es könnte einem Mob dienen, der im Einklang mit der staatlichen Autorität rückständigen Gläubigen die Leviten lesen will.

Aufklärung schlägt leicht in Barbarei um. Vor allem wenn sie nicht den Menschen, wie er ist, sondern den Menschen, wie er sein soll, zur Grundlage nimmt.

 
Leserkommentare
    • Allora
    • 25.07.2012 um 6:49 Uhr
    169. 167. kai1

    Der gesellchaftliche Schaden besteht neuerdings im Durchmarsch der religiösen Fundamentalisten. Der Rechtsstaat ist plötzlich nichts mehr wert, diese Leute verlangen lautstark Ausnahmen für sich und verbitten sich jede "Einmischung".

    Eine Leserempfehlung
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    Warum eigentlich "religioese Fundamentalisten"? Tatsache ist, zumindest im Judentum, dass mit sehr wenigen Ausnahmen alle Knaben beschnitten werden. Ob religioes oder hoffnungslos atheistisch spielt keine Ursache.Die Forderung, man "koennte oder muesste das aendern da wir ja nun alle so toll aufgeklaert sein" wird wirklich keinen Juden ueberzeugen, dem seine Identitaet wichtig ist.
    Wie es im Islam gehalten wird, weiss ich nicht. In Amerika werden viele, auch christliche maennliche Kinder schon kurz nach der Geburt beschnitten und keiner regt sich auf. Diese verbissene,besserwisserische und gelegentlich auch klugschei...rische Diskussion die sich mit den Privatangelegenheiten ihrer Buerger beschaeftigt ist typisch teutonische Arroganz.
    Die einzige Folge des Gesetzes wird sein, dass es schon sehr bald auch die letzten in Deutschland lebenden Juden vertreiben wird. Und wenn ich so in deutschen Foren die Kommentare von vox populi lese, dann bin ich sicher dass die ploetzliche harsche Diskussion eigentlich genau das meint.

    Warum eigentlich "religioese Fundamentalisten"? Tatsache ist, zumindest im Judentum, dass mit sehr wenigen Ausnahmen alle Knaben beschnitten werden. Ob religioes oder hoffnungslos atheistisch spielt keine Ursache.Die Forderung, man "koennte oder muesste das aendern da wir ja nun alle so toll aufgeklaert sein" wird wirklich keinen Juden ueberzeugen, dem seine Identitaet wichtig ist.
    Wie es im Islam gehalten wird, weiss ich nicht. In Amerika werden viele, auch christliche maennliche Kinder schon kurz nach der Geburt beschnitten und keiner regt sich auf. Diese verbissene,besserwisserische und gelegentlich auch klugschei...rische Diskussion die sich mit den Privatangelegenheiten ihrer Buerger beschaeftigt ist typisch teutonische Arroganz.
    Die einzige Folge des Gesetzes wird sein, dass es schon sehr bald auch die letzten in Deutschland lebenden Juden vertreiben wird. Und wenn ich so in deutschen Foren die Kommentare von vox populi lese, dann bin ich sicher dass die ploetzliche harsche Diskussion eigentlich genau das meint.

  1. wie sie geführt wird:
    In Deutschland wurden Juden verfolgt, und zu Menschen einer niedrigeren Klasse degradiert. Nun bildet man sich öffentlich ein, dies moralisch ausgleichen zu müssen, in dem man Juden zu einer höheren Klasse erhebt (das geschieht nicht durch sie selbst, ist also kein Vorwurf) - dass das Problem darin besteht, dass Menschen nicht in Klassen eingestuft werden sollten begreift man nicht.
    Einfaches Resultat: Die Deutschen, die mit den Nazis nichts mehr zu tun haben, und sich dahingehend ihr Leben lang nichts zu Schulden kommen haben lassen fühlen sich zurecht diskriminiert, da ihre Angelegenheiten wenn sie mit dem Gesetz kollidieren nicht derartiges Echo und Diskussionen hervorrufen.
    Als "Diskriminierte" richtet sich ihr Unmut auf die besser Behandelten Menschen...
    ---> Und da kommt das Resultat aus generationenlangem Deutsche sind pauschal alle Böse, und ihr müsst euch schuldig fühlen: Antisemitismus

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Zweierlei Maßstäbe?"
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    kommt an die kohle mehr fast ran
    ich sehe wirklich keine bevorteilung von minderheiten in dioesem land
    auch nicht für juden, egal ob reformiert oder ortodox
    keine bevorzugung von moslems,
    katolischen
    oder reformierten christen,
    keine bevorzugung von ateisten

    es giebt das kleine spiel mit den privilegien
    geb dem dies und dem das und sie werden einander um das was sie nicht haben beneiden, und was sie haben geringschätzen, auch nicht in dem ausmaß wie es die briten in palestina und indien einsetzten, mit durchschlagendem erfolg,
    aber das prinzip ist auch hier wirksam
    man neidet dem anderen vermeintliche vorteile, weil man die eigenen nicht sieht
    und die überbehütung, die der schwächere, die minderheit, halt von dem imaginären wesen staat, so es einen daseinszweck haben soll, bekommt, wird als herrabsetzung der masse und diskriminierung ihres willen die minderheit unter die regeln der mehrheit zu zwingen gesehen
    da werden auf einmal kleiderrvorschriften für das auftreten auf der straße erfunden!!!!
    viviane behüte uns!

    kommt an die kohle mehr fast ran
    ich sehe wirklich keine bevorteilung von minderheiten in dioesem land
    auch nicht für juden, egal ob reformiert oder ortodox
    keine bevorzugung von moslems,
    katolischen
    oder reformierten christen,
    keine bevorzugung von ateisten

    es giebt das kleine spiel mit den privilegien
    geb dem dies und dem das und sie werden einander um das was sie nicht haben beneiden, und was sie haben geringschätzen, auch nicht in dem ausmaß wie es die briten in palestina und indien einsetzten, mit durchschlagendem erfolg,
    aber das prinzip ist auch hier wirksam
    man neidet dem anderen vermeintliche vorteile, weil man die eigenen nicht sieht
    und die überbehütung, die der schwächere, die minderheit, halt von dem imaginären wesen staat, so es einen daseinszweck haben soll, bekommt, wird als herrabsetzung der masse und diskriminierung ihres willen die minderheit unter die regeln der mehrheit zu zwingen gesehen
    da werden auf einmal kleiderrvorschriften für das auftreten auf der straße erfunden!!!!
    viviane behüte uns!

    • kai1
    • 25.07.2012 um 7:03 Uhr

    ...was Sie meinen.
    Im Allgemeinen bin ich auch kein "Leisetreter", wenn es um die Verurteilung der political correctness in der Bundesrepublik geht.
    Das Problem ist nur, was erreiche ich mit einem strikten Verbot? Vermutlich eine massenhafte Übertretung, die dann rechtlich überhaupt nicht mehr angemessen zu würdigen ist. Als einziges Land zumindest in Europa hat Schweden eine gesetzliche Lösung, in anderen Ländern wird sie stillschweigend toleriert, genauso wie in der Bundesrepublik, wo sich lange Zeit niemand um eine vermeintliche Verletzung von Menschrechten in diesem Punkt scherte. Die Gestattung der Beschneidung dürfte auch nicht ein Indiz für einen "Durchmarsch der religiösen Fundamentalisten" sein, wird sie doch von allen Moslems und allen sich religiös verstehenden Juden befürwortet, ist also kein Hinweis auf "Fundamentalismus" per se im Gegensatz zur Verschleierung bei Moslems, deren generelle Praktizierung und das Ausmaß ihrer Praktizierung sehr wohl ein Indiz für den Grad der "Gläubigkeit" der Trägerin darstellen. Sinnigerweise hält man sich in Staaten, in denen es ein Burkaverbot gibt, beim Verbot der Beschneidung merkwürdig zurück.

  2. Warum eigentlich "religioese Fundamentalisten"? Tatsache ist, zumindest im Judentum, dass mit sehr wenigen Ausnahmen alle Knaben beschnitten werden. Ob religioes oder hoffnungslos atheistisch spielt keine Ursache.Die Forderung, man "koennte oder muesste das aendern da wir ja nun alle so toll aufgeklaert sein" wird wirklich keinen Juden ueberzeugen, dem seine Identitaet wichtig ist.
    Wie es im Islam gehalten wird, weiss ich nicht. In Amerika werden viele, auch christliche maennliche Kinder schon kurz nach der Geburt beschnitten und keiner regt sich auf. Diese verbissene,besserwisserische und gelegentlich auch klugschei...rische Diskussion die sich mit den Privatangelegenheiten ihrer Buerger beschaeftigt ist typisch teutonische Arroganz.
    Die einzige Folge des Gesetzes wird sein, dass es schon sehr bald auch die letzten in Deutschland lebenden Juden vertreiben wird. Und wenn ich so in deutschen Foren die Kommentare von vox populi lese, dann bin ich sicher dass die ploetzliche harsche Diskussion eigentlich genau das meint.

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    Antwort auf "167. kai1"
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    Sie gestatten, dass ich frage, inwiefern Sie meinen, dass die Beschneidung kleiner Jungen direkt mit der Identität von Juden zu tun habe, wie sie behaupten, wo Sie doch im gleichen Atemzug von der Beschneidung von Christen (auf Atheisten dürfte das auch zutreffen)in Amerika und Muslimen reden?

    Oder meinen Sie mit Identität etwas anderes als das hier:

    "Identität (lateinisch idem ‚derselbe‘, ‚dasselbe‘, ‚der Gleiche‘) ist die Gesamtheit der eine Entität, einen Gegenstand oder Objekt ihn kennzeichnenden und als Individuum von allen anderen unterscheidende Eigentümlichkeit seines Wesens."

    Ist in einer Umwelt, wo fast alle Männer, unabhängig von ihrer Religionszugehörigleit oder Weltanschauung, z.B. auch aus ästhetischen Gründen beschnitten wären, eine jüdische Identität gewährleistet?

    Würde mich über Argumente anstelle von Polemik und Diffamierung freuen.

    Sie gestatten, dass ich frage, inwiefern Sie meinen, dass die Beschneidung kleiner Jungen direkt mit der Identität von Juden zu tun habe, wie sie behaupten, wo Sie doch im gleichen Atemzug von der Beschneidung von Christen (auf Atheisten dürfte das auch zutreffen)in Amerika und Muslimen reden?

    Oder meinen Sie mit Identität etwas anderes als das hier:

    "Identität (lateinisch idem ‚derselbe‘, ‚dasselbe‘, ‚der Gleiche‘) ist die Gesamtheit der eine Entität, einen Gegenstand oder Objekt ihn kennzeichnenden und als Individuum von allen anderen unterscheidende Eigentümlichkeit seines Wesens."

    Ist in einer Umwelt, wo fast alle Männer, unabhängig von ihrer Religionszugehörigleit oder Weltanschauung, z.B. auch aus ästhetischen Gründen beschnitten wären, eine jüdische Identität gewährleistet?

    Würde mich über Argumente anstelle von Polemik und Diffamierung freuen.

  3. Beim Atheismus kann man sicherlich nicht von Missionieren sprechen. Die Mission als Verbreitung einer religiösen Lehre unter Andersgläubigen schließt die Verbreitung der nicht-Religion aus.
    Ebenso weigere ich mich gegen den Begriff atheistische Fundamentalisten. Sowas gibts nicht.

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    Da widerspreche ich Ihnen.
    Solange die Existenz\ Nichtexistenz einer wie immer gearteten "hoeheren Macht" nicht bewiesen ist, solange ist auch Atheismus nur ein Glaube. Ein Glaube im Besitz der Wahrheit zu sein.
    Atheistische Fundamentalisten gibts nicht? Aber natuerlich!!
    Stalin, Mao,Kim Jong, Hitler, u.a Ideologien sind\waren strikt antireligioes, die ihre "religioese Lehre" (ihre Wahrheit) ruecksichtslos mit missionarischem Eifer durchsetzten.

    Da widerspreche ich Ihnen.
    Solange die Existenz\ Nichtexistenz einer wie immer gearteten "hoeheren Macht" nicht bewiesen ist, solange ist auch Atheismus nur ein Glaube. Ein Glaube im Besitz der Wahrheit zu sein.
    Atheistische Fundamentalisten gibts nicht? Aber natuerlich!!
    Stalin, Mao,Kim Jong, Hitler, u.a Ideologien sind\waren strikt antireligioes, die ihre "religioese Lehre" (ihre Wahrheit) ruecksichtslos mit missionarischem Eifer durchsetzten.

  4. Da widerspreche ich Ihnen.
    Solange die Existenz\ Nichtexistenz einer wie immer gearteten "hoeheren Macht" nicht bewiesen ist, solange ist auch Atheismus nur ein Glaube. Ein Glaube im Besitz der Wahrheit zu sein.
    Atheistische Fundamentalisten gibts nicht? Aber natuerlich!!
    Stalin, Mao,Kim Jong, Hitler, u.a Ideologien sind\waren strikt antireligioes, die ihre "religioese Lehre" (ihre Wahrheit) ruecksichtslos mit missionarischem Eifer durchsetzten.

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Verkehrte Welt"
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    Der Atheismus sagt zuallererst, man soll nicht an dinge glauben, die nicht erweißlich wahr sind.
    "Solange die Existenz\ Nichtexistenz einer wie immer gearteten "hoeheren Macht" nicht bewiesen ist, solange ist auch Atheismus nur ein Glaube. Ein Glaube im Besitz der Wahrheit zu sein."
    Die Nichtexistenz von irgendetwas zu beweisen ist unmöglich!
    Diese Art von Beweisführung ist unmöglich.
    Was soll den die Wahrheit sein, von der Sie meinen, die Atheisten würden daran glauben? Als Atheist ist man lediglich bestrebt Dinge für Glaubhaft zu halten die faktisch oder logisch belegbar sind.
    Sie behaupten ja im Prinzip Nicht-Glaube=Glaube.

    "Aber natuerlich!!
    Stalin, Mao,Kim Jong, Hitler, u.a Ideologien sind\waren strikt antireligioes, die ihre "religioese Lehre" (ihre Wahrheit) ruecksichtslos mit missionarischem Eifer durchsetzten."
    Ja die Herren mögen Atheisten gewesen sein, einfach weil sie Gottglauben ablehnten. Allerdings waren sie von anderen ideologischen Weltanschauungen verblendet. Das hat aber nichts mit Atheismus an sich zu tun. Anders gesagt, Moral und Ethik sind von Nicht-Glaube oder Glaube unabhängig.
    Eine ähnliche Argumentation wäre zu behaupten, alle weißen Menschen seien schlecht, weil Hitler ein Weißer war.

    Der Atheismus sagt zuallererst, man soll nicht an dinge glauben, die nicht erweißlich wahr sind.
    "Solange die Existenz\ Nichtexistenz einer wie immer gearteten "hoeheren Macht" nicht bewiesen ist, solange ist auch Atheismus nur ein Glaube. Ein Glaube im Besitz der Wahrheit zu sein."
    Die Nichtexistenz von irgendetwas zu beweisen ist unmöglich!
    Diese Art von Beweisführung ist unmöglich.
    Was soll den die Wahrheit sein, von der Sie meinen, die Atheisten würden daran glauben? Als Atheist ist man lediglich bestrebt Dinge für Glaubhaft zu halten die faktisch oder logisch belegbar sind.
    Sie behaupten ja im Prinzip Nicht-Glaube=Glaube.

    "Aber natuerlich!!
    Stalin, Mao,Kim Jong, Hitler, u.a Ideologien sind\waren strikt antireligioes, die ihre "religioese Lehre" (ihre Wahrheit) ruecksichtslos mit missionarischem Eifer durchsetzten."
    Ja die Herren mögen Atheisten gewesen sein, einfach weil sie Gottglauben ablehnten. Allerdings waren sie von anderen ideologischen Weltanschauungen verblendet. Das hat aber nichts mit Atheismus an sich zu tun. Anders gesagt, Moral und Ethik sind von Nicht-Glaube oder Glaube unabhängig.
    Eine ähnliche Argumentation wäre zu behaupten, alle weißen Menschen seien schlecht, weil Hitler ein Weißer war.

  5. Die Beschneidung ist ein religiöses Ritual, welches dem kleinen Kind die Macht der Priester über seinen Körper verdeutlicht (Motto: Wir herrschen über Dich und Deinen Körper). Im Moment ist es einen Fastenmonat lang Millionen von Muslimen verboten, tagsüber zu trinken - ist das ein Gebot eines vernünftigen Gottes? Das ist Menschenwerk!

    Warum ist das Abschneiden von Genitalteilen von Frauen "Genitalverstümmelung", beim Mann aber nicht? Es ist Genitalverstümmelung.

    Das Hygieneargument sollte sich doch seit der Erfindung von Wasser, Seife, Dusche und Co. erledigt haben, oder?

    Und wenn nicht - warum dann nicht jede Hautfalte wegschneiden, aus Hygienegründen? Gerade jetzt im Sommer (man steige mal in eine überfüllte Tram) könnte man sogar für Armamputationen sein, weil das mit den Achselhöhlen doch nun wirklich nicht hygienisch ist...

    Warum, wenn Gottes Schöpfung perfekt ist, muss man an dieser Schöpfung rumschnippeln? Eigentlich ist das Gotteslästerung.

    4 Leserempfehlungen
    • saja
    • 25.07.2012 um 8:44 Uhr

    Wenn die Kommentatoren das Gefühl haben, dass auf ihre Argumente mehrheitlich nicht eingegangen wird, werden sie ungehalten. Verschärft sich wiederum die Heftigkeit der Debatte ("Kindesmisshandlung" und "menschenverachtend"), sieht die andere Seite wiederum ein Indiz für den vermuteten Antisemitismus ("Im vordergründig aufklärerischen Diskurs schwingen düstere Untertöne mit"). Die Kommentatoren reagieren provoziert und eine nüchterne Diskussion über "über mögliche Folgen der Beschneidung", wie sie nach dem Urteil wünschenswert gewesen wäre, wird immer stärker blockiert. Wenn man schon eine Meta-Debatte führt, sollte man diesen Zusammenhang auch benennen.

    "Ich denke, wenn frühzeitig mehr Diskurs in den Redaktionen stattgefunden hätte, und der nach aussen getragen würde, wäre die Reaktion nicht so heftig."

    Ganz genau!

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