Lebensstil:
Schöner wohnen in der Wagenburg

Die Wagenburg Fango in Lüneburg: Ein bisschen erinnert sie an einen Siedler-Treck in Amerika. | © Patrick Lux/Getty Images
In der Wagenburg Fango in Lüneburg leben rund 30 Menschen. Sie wohnen in alten Bauwagen, heizen mit weggeworfenem Holz und erzeugen Strom über Solaranlagen. Manche sammeln Essen, das in den Mülltonnen der Supermärkte gelandet ist. Die Bewohner sehen sich als Vertreter eines alternativen Lebensstils – es ist eine Absage an die Konsum- und Wegwerfgesellschaft. Der Fotograf Patrick Lux hat die Aussteiger besucht.
- Datum 21.08.2012 - 16:53 Uhr
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Ich dachte immer, je kleiner die Wohnfläche, je mehr schafft Ordnung Platz! Hier scheint es umgekehrt zu funktionieren wenn überhaupt. Ich kann mir gut vorstellen in so einer Umgebung zu leben, jedenfalls eine zeitlang, da wäre aber alles tiptop aufgeräumt und deshalb auch gemütlicher. Enge muss nicht immer totale Unordnung bedeuten, diese scheint aber sowohl bei den heutigen Austeigern als auch bei den ex-Hippies die Regel zu sein um sich wohl zu fühlen. Wie auch immer, jedem sein Dasein wie er meint es gestalten zu müssen.
So sehr minimalistisch Leben die aber jetzt nicht, wenn ich das richtig sehe. Ich habe auch kaum mehr als die Aussteiger in meinem Besitz. Wenn ich es bekomme, dann heize ich meinen Ofen auch mit weggworfenem Holz, ist es alle, dann stelle ich den Heizkörper auf 3. Gut, fließendes Wasse und Toilette würde ich schon sehr vermissen. Meinen Compi auch. Ich habe also doch mehr als die Wagenburgbewohner.
Vermissen würde ich natürlich auch den Gang zum Supermarkt. Bisher bin ich nachts noch nicht in Markttonnen nach Lebensmitteln wühlen gewesen, ich habe aber Hochachtung vor den Menschen, die das aus Überzeugung oder Hunger (scheint ein grassierendes Problem zu werden in Deutschland) freiwillig machen oder machen müssen.
Kurz, die Bilder machen mich neugierig. Ich bin überzeugt, dass die Nachbarschaft in der Wagenburg besser ist, als ich sie kenne.
Ach ja, schöner wohnen stelle ich mir allerings ein wenig anders vor.
warum komme ich nur auf die Werbung der LBS???
Es ist zwar schon ein Weilchen her, aber vielleicht erinnert sich noch der eine oder andere an das Vater-Tochter Gespräch...
Malou will vielleicht auch Spießer werden.
Wobei ich den Ansatz nicht sinnentleert zu konsumieren gut finde. Das geht aber auch in Küchen, bei denen der Herd nicht im Freien steht, sondern der Grill. Wichtig ist was oben drauf kommt und nicht nur hinten raus kommt.
sich neben dem allmächtigen "mainstream" zu behaupten.
ich denke den meisten aussteigern geht es darum, ein möglichst selbstbestimmtes leben ohne den allgegenwärtigen enormen anpassungsdruck führen zu können - was ich gut verstehen kann...
schön mal solche bilder hier zu sehen.
wenn das Räumungskommando der Polizei vorbeikommt und brandschatzt. Dann hat's sich ausstudiert und die verbleibenden werden in die Gesellschaft zwangsintegriert. Ist ja auch unverantwortlich, dass dort sogar noch Kinder herangezogen werden, die habens besser wenn sie vor einem H4-Wohnblock auf- und abschaukeln.
Igendwie beeindruckend, dass es offensichtlich doch noch Nachfolger des berühmten griechischen Philosophen Diogenes von Sinope gibt, der in einer Tonne wohnte und Bedürfnislosigkeit, Unabhängigkeit und Natürlichkeit propagierte.
"... – es ist eine Absage an die Konsum- und Wegwerfgesellschaft."
Indem die Bewohner dieser Siedlung von den Abfällen der "Konsum- und Wegwerfgesellschaft" leben, nehmen sie an dieser Gesellschaft teil, wenn auch am Rande. Ich vermute, sie unterliegen in ihrem Lebensentwurf einem Irrtum. Wenn die "Konsum- und Wegwerfgesellschaft" nichts mehr "konsumiert" und keine Industrieprodukte (Thermoskanne, elektrische Zahnbürste, Kochtöpfe aus Edelstahl, Gläser von einem bekannten Möbelmarkt, elektrischer Wasserkocher usw.) herstellt, verlieren sie ihre Lebensgrundlage.
Autarkes und kulturvolles Leben sieht anders aus.
...oder wie erklaere ich auf bild 5 (links in der mitte) die elektrische zahnbuerste ausgerechnet bei einer kernkraft-gegnerin...? das ist doch ein widerspruch 'in sich'...
'ausserhalb der gesellschaft' verbunden mit einer 'ablehnung der konsumgesellschaft' wuerde nur stattfinden, wenn keiner der dort lebenden personen staatliche leistungen in anspruch naehme (-> autark 'mit' staatlichen leistungen?) (die transferleistungen muessen auch 'erwirtschaftet' werden) und ebenso auf alle 'zivilisatorischen errungenschaften' (a lá e-herd) verzichten wuerden.
wer mir leid tut, sind die kinder in den bildern. welche zukunftsperspektiven haben solche kinder denn, wenn ihnen ein vollkommen negatives bild der 'sonstigen' umgebung und lebenswirklichkeit vermittelt wird, derer dessen eltern versuchen zu entsagen...? die wagenburg als ein hort der excellenten bildung und glueckseligkeit -> oder doch eher ein beginnendes stadium der 'verwahrlosung'...? hier werden kinder in ein absolut negatives ideologisches konstrukt des lebens gepresst, aus dem sich nicht leicht herauszulaecheln ist...
cheers
p.s. ich wage zu behaupten, dass 'niemand' bisher und schon garnicht heute 'autark' leben kann -> selbst h. d. thoreau in seinem buch 'walden' lebte nicht autark: freunde brachten essen, er veroeffentlichte waehrenddessen artikel in zeitschriften (um an 'geld' zu kommen) und verdiente letztlich mit seiner story auch noch gut danach...
...oder wie erklaere ich auf bild 5 (links in der mitte) die elektrische zahnbuerste ausgerechnet bei einer kernkraft-gegnerin...? das ist doch ein widerspruch 'in sich'...
'ausserhalb der gesellschaft' verbunden mit einer 'ablehnung der konsumgesellschaft' wuerde nur stattfinden, wenn keiner der dort lebenden personen staatliche leistungen in anspruch naehme (-> autark 'mit' staatlichen leistungen?) (die transferleistungen muessen auch 'erwirtschaftet' werden) und ebenso auf alle 'zivilisatorischen errungenschaften' (a lá e-herd) verzichten wuerden.
wer mir leid tut, sind die kinder in den bildern. welche zukunftsperspektiven haben solche kinder denn, wenn ihnen ein vollkommen negatives bild der 'sonstigen' umgebung und lebenswirklichkeit vermittelt wird, derer dessen eltern versuchen zu entsagen...? die wagenburg als ein hort der excellenten bildung und glueckseligkeit -> oder doch eher ein beginnendes stadium der 'verwahrlosung'...? hier werden kinder in ein absolut negatives ideologisches konstrukt des lebens gepresst, aus dem sich nicht leicht herauszulaecheln ist...
cheers
p.s. ich wage zu behaupten, dass 'niemand' bisher und schon garnicht heute 'autark' leben kann -> selbst h. d. thoreau in seinem buch 'walden' lebte nicht autark: freunde brachten essen, er veroeffentlichte waehrenddessen artikel in zeitschriften (um an 'geld' zu kommen) und verdiente letztlich mit seiner story auch noch gut danach...
Leben sieht anders aus."
Wie denn? Und der Irrtum im Lebensentwurf wäre welcher? Nur so aus Neugier.
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