"Deutsch-Türken", "eingebürgerte Türken", "türkische Türken" – Bitte was? Die Begriffsvielfalt ist groß und verwirrend zugleich – und dann wundert uns, dass sich unsere eingewanderten Mitmenschen in Deutschland nicht wohlfühlen. Die Diskussion über eine Studie zu "Deutsch-türkischen Lebenswelten" verrät mehr über uns als über die türkischstämmigen Bürger.

Es gibt Deutsche, die aus der Türkei eingewandert sind, Türken, die derzeit in Deutschland leben und Türken, die in der Türkei wohnen.

Die gebrauchten Bezeichnungen für alle, die hier in Deutschland leben und deren Stammbaum irgendetwas mit der Türkei zu tun hat, sind verwirrend, unpräzise und erschweren zielführende Diskussionen.

Auch die Forscher der Info GmbH Berlin tragen mit ihrer Studie "Türken in Deutschland" nichts zur Lösung dieses Problems bei. Wer ist damit gemeint? Unter anderem Türken mit deutscher Staatsbürgerschaft. Sind das nicht Deutsche?

Höchstes Vertrauen in "Deutschtürken"

Fachwelt und Medien suchen nach Erklärungen dafür, warum Türken aus Deutschland "häufiger als früher in ihre Heimat zurückkehren". Ihre Heimat? Das heißt, wir selbst gehen davon aus, dass die Türkei die Heimat dieser Menschen ist und wundern uns dann darüber, dass diese das genauso sehen?

Die Befragten gaben zu einem hohen Prozentsatz an, "am liebsten nur mit Türken zusammen" zu sein. Welche Türken sind damit gemeint? Die Forscher differenzieren hier: Sogenannte "Deutschtürken" haben demnach mehr Vertrauen zu Deutschen als zu "türkischen Türken". Am allermeisten vertrauten sie anderen "Deutschtürken".

Wir selbst haben Probleme, die Begrifflichkeiten zum deutsch-türkisch-deutschen Verhältnis zu klären. Doch wir diskutieren darüber, warum dieses Verhältnis manchmal schwierig ist. Schlüssig ist das nicht.

Übrigens: 45 Prozent der Befragten wollten sich gar nicht zwischen zwei Heimaten entscheiden: Sie gaben an, dass sowohl Deutschland als auch die Türkei ihre Heimat ist. Das ist sowieso die schönste Einstellung.