KündigungKatholische Kirche zahlt lesbischer Erzieherin Abfindung

Einer lesbischen Erzieherin war gekündigt worden, weil ihre Sexualität gegen die Grundsätze der Katholischen Kirche verstieß. Nun bekommt die Frau eine Abfindung. von dpa und dapd

Die Katholische Kirche hat im Streit um die Kündigung einer lesbischen Erzieherin einen Vergleich mit der Frau geschlossen. Die ehemalige Mitarbeiterin der Kirche akzeptierte die Kündigung gegen Zahlung einer Abfindung, teilte das Arbeitsgericht Neu-Ulm mit. Damit wurde ein für Dienstag angesetzter Verhandlungstermin vor dem Arbeitsgericht abgesagt.

Der Leiterin eines kirchlichen Kindergartens im Bistum Augsburg war während einer Abwesenheitsphase gekündigt worden. Begründung war, dass sie mit ihrer gleichgeschlechtlichen Beziehung gegen die Grundsätze der katholischen Glaubens- und Sittenlehre verstößt. Im Juni hatte das Verwaltungsgericht Augsburg entschieden, dass die katholische Kirche dies nicht dürfe.

Anzeige

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) warf der Katholischen Kirche nach Bekanntwerden der Einigung vor, dass sie die öffentliche Diskussion über die Kündigungspraxis gegenüber gleichgeschlechtlichen Lebenspartnern scheue. Für die Erzieherin sei das Ergebnis aber ein voller Erfolg. Weil sie 14 Jahre lang bei der Katholischen Kirche beschäftigt gewesen sei, falle die Abfindung sehr hoch aus.
 

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. Grundsätze der katholischen Glaubens- und Sittenlehre verstößt." - aber Priester, die Kinder und Jugendliche sexuell mißbrauchen, werden in den eigenen Reihen gehalten und gepäppelt. - Was für eine katholische Glaubens- und Sittenlehre ist es, die das eine zuläßt, das andere jedoch verstößt?

    49 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • otto_B
    • 09. Oktober 2012 7:47 Uhr

    Entfernt. Bitte äußern Sie sich differenziert. Danke. Die Redaktion/kvk

    • otto_B
    • 09. Oktober 2012 8:04 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unangemessene Spekulationen. Danke, die Redaktion/ds

    Ist doch allen Religionen gemein, dass weiblicher Sex noch genauer und rigider kontrolliert und weitaus negativer bewertet ist, als männlicher.

  2. ...ein paar Tausend Mitglieder kosten, die diesen Anachronismus nicht länger mitmachen wollen. Nur zu! Ich hatte mich auch lange vor dem Austritt gewunden, bis der Kindesmissbrauch-Skandal mir vor zwei Jahren keine andere Wahl mehr gelassen hat.
    Ich fühle mich seitdem deutlich besser.

    22 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    was Kirche Ihnen vorher bedeutet hat.

    Ne, ich würde gleich wieder eintreten, nachdem ich nach meiner Scheidung, die ich nicht zu vertreten habe,
    ausgetreten bin.
    Ich bin katholisch verheiratet, aber nicht wieder verheiratet.

    Mich bedrückt dies.

    Niemand kann von mir verlangen, dass ich meine Kinder
    in einen katholischen Kindergarten gebe und dort der Lebenstil
    einer Lesbe vermittelt wird.
    Was ist mit dem Vater, war der einverstanden. Was soll dann sein Kind von ihm denken.Oder ist er mißbraucht worden, als Samenspender.
    Ne, solche Verhältniise würde ich mein Kind nicht ausgesetzt sehen wollen.

    • Kanzel
    • 08. Oktober 2012 20:45 Uhr

    und dazu auch noch falsch. Ist das die neue Qualität von ZO? Oder ein weiterer Fall von Katholiken-Bashing, was seit Jahren offensichtlich unter gleichgeschaltenen Medien Mode ist.
    Die "Abwesenheitsphase" war Elternzeit. Warum benennen sie das nicht?
    Die kath. Kirche durfte sie in dieser Zeit nicht kündigen, also tat sie es zum Ende. Da die Frau mit ihrer Lebensführung gegen die derzeit geltenden kirchlichen Arbeitsverträge verstieß, zeigt die katholische Kirche hier Barmherzigkeit; die Frau soll sich über diese Abfindung freuen.
    Kein Wort finde ich hier, dass neulich in Hannover auf dem Dialogforum, Bischöfe für eine Änderung dieser Arbeitsverträge eintraten.

    17 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Kein Wort finde ich hier, dass neulich in Hannover auf dem Dialogforum, Bischöfe für eine Änderung dieser Arbeitsverträge eintraten."

    Sie meinen, die Kirche beabsichtigt, teilweise ins 21. Jh. vorzustoßen?^^

    Wenn es jetzt nicht so blasphemisch klingen würde, würde ich sagen: Dann geschähen ja noch Zeichen und Wunder...

    • henry06
    • 08. Oktober 2012 21:08 Uhr

    was denn mit dem Vater des Kindes geschehen ist...

    Hat da jemand eine Antwort drauf?

    Die Frau sollte während! der Elternzeit gekündigt werden. So war die Sachlage.
    In diesem Zusammenhang von Barmherzigkeit zu sprechen, finde ich.....interessant.

    Ich kann Ihnen nicht folgen.
    Die beiden großen Kirchen in Deutschland haben ein eigenen Dienstrecht, das nach ihrer Selbstaussage besser ist als das allgemein gültige Arbeitsrecht.
    Ich kann hier kein besseres Recht erkennen.
    Niemand darf in Deutschland auf Grund seiner Religion, etc. und sexuellen Neigung benachteiligt werden.
    Wann akzeptiert die katholische Kirche das Grundgesetzt?
    Es wäre Zeit.

    Selbst wenn das während der Elternzeit war.

    Seit wann gilt denn das deutsche Arbeitsrecht bitte für die Kirche? Die haben ihr eigenes Arbeitsrecht!!!!!

    • xpeten
    • 10. Oktober 2012 8:47 Uhr

    die den Leuten die schlechte Nachricht überbringen und über Missstände in der RKK berichten - das ist nur höchst durchsichtig bis absolut lächerlich.

    Aber was bleibt einem anderes übrig, wenn man für seine vorsintflutlichen Positionen keine Argumente hat.

  3. "Kein Wort finde ich hier, dass neulich in Hannover auf dem Dialogforum, Bischöfe für eine Änderung dieser Arbeitsverträge eintraten."

    Sie meinen, die Kirche beabsichtigt, teilweise ins 21. Jh. vorzustoßen?^^

    Wenn es jetzt nicht so blasphemisch klingen würde, würde ich sagen: Dann geschähen ja noch Zeichen und Wunder...

    14 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Kanzel
    • 08. Oktober 2012 21:12 Uhr

    In der Print-Zeit finden Sie als Beilage die Christ&Welt, darin Infos zu den Veränderungen:
    http://www.christundwelt....

    • 15thMD
    • 08. Oktober 2012 21:00 Uhr

    Was ist das eigentlich für ein seltsamer Verein, der sich so etwas erlauben darf?

    Wenn das jeder Personalchef so handhaben würde, da wäre aber was los...

    7 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ... ich würde sagen, das ist ein Verein, wie Sie es nennen, der sich, wie jeder Verein, seine Regeln und Satzungen gegeben hat. Ich werde die Aufregung, die jedes Mal um solche Vorgänge entsteht, nie begreifen können. Das ist nunmal die Katholische Kirche. Und gleichgeschlechtliche Beziehungen gehen gegen deren Überzeugungen. Also ist es doch nicht weiter verwunderlich, wenn sie keine Mitarbeiter in ihren Reihen haben will, die gegen ihre Überzeugungen leben und handeln.

  4. ich kann die Klage der Verbände gut verstehen, bin jedoch auch gleichzeitig überrascht, warum homosexuelle Personen sich überhaupt in einer katholischen Institution bewerben. Ich möchte mich zumindest mit meinem Arbeitgeber und meiner Tätigkeit dort identifizieren.

    7 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Die Dame wird sich bei diesem Kindergarten beworben haben, weil sie in diesem Beruf arbeiten wollte und es in manchen Regionen fast keine anderen als kirchliche Kindergärten gibt.

    Übrigens gibt es auch bekennend homosexuelle Katholiken. Verstehe ich persönlich auch nicht, ist aber so.

    Nebenbei bemerkt: Kirchliche Kindergärten werden zu weniger als 10 Prozent aus kirchlichen Mitteln finanziert.

    • henry06
    • 08. Oktober 2012 21:08 Uhr

    was denn mit dem Vater des Kindes geschehen ist...

    Hat da jemand eine Antwort drauf?

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Kanzel
    • 08. Oktober 2012 21:28 Uhr

    aber hier der gesamte Hintergrund:
    http://www.sueddeutsche.d...

    verzeihung, aber warum, außer aus boulevardesker neugier, ist dies relevant?

  5. was Kirche Ihnen vorher bedeutet hat.

    3 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Entfernt. Beziehen Sie bitte Ihre Kommentare auf das Artikelthema. Danke, die Redaktion/ds

    Die erste Antwort auf Ihren Post (von norbertZ) nimmt schon das meiste vorweg, was auch ich ich denke.
    Auch wenn ich mich persönlich heute mit dem Glauben selbst schwertue, bin ich mir zu 100% sicher, dass der Jesus, der in der in der Bibel beschrieben wird, niemals eine solche Kirche gewollt hätte.
    Er wollte Nächstenliebe und Mitmenschlichkeit statt Pharisäertum.
    Die Kirche betreibt Ausgrenzung (siehe Artikel oder auch das Fernhalten von Frauen vom Priesteramt), verhält sich in vielerlei Hinsicht unmenschlich (siehe Verhütungsverbot und dessen Folgen vor allem in armen Ländern) und deckt nicht selten sogar überführte Kinderschänder, indem sie sie einfach in andere Gemeinden versetzt. Dabei hat Jesus doch die Kinder höher geschätzt als alles andere, wenn ich mich nicht täusche.

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, dapd
  • Schlagworte Kirche | Abfindung | Katholische Kirche | Beziehung | Bistum | Kindergarten
Service