Die Katholische Kirche hat im Streit um die Kündigung einer lesbischen Erzieherin einen Vergleich mit der Frau geschlossen. Die ehemalige Mitarbeiterin der Kirche akzeptierte die Kündigung gegen Zahlung einer Abfindung, teilte das Arbeitsgericht Neu-Ulm mit. Damit wurde ein für Dienstag angesetzter Verhandlungstermin vor dem Arbeitsgericht abgesagt.

Der Leiterin eines kirchlichen Kindergartens im Bistum Augsburg war während einer Abwesenheitsphase gekündigt worden. Begründung war, dass sie mit ihrer gleichgeschlechtlichen Beziehung gegen die Grundsätze der katholischen Glaubens- und Sittenlehre verstößt. Im Juni hatte das Verwaltungsgericht Augsburg entschieden, dass die katholische Kirche dies nicht dürfe.

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) warf der Katholischen Kirche nach Bekanntwerden der Einigung vor, dass sie die öffentliche Diskussion über die Kündigungspraxis gegenüber gleichgeschlechtlichen Lebenspartnern scheue. Für die Erzieherin sei das Ergebnis aber ein voller Erfolg. Weil sie 14 Jahre lang bei der Katholischen Kirche beschäftigt gewesen sei, falle die Abfindung sehr hoch aus.