Katholische KirchePius-Brüder schließen Bischof Williamson aus

Der Holocaust-Leugner Williamson ist nicht länger Mitglied der Piusbruderschaft. Der Bischof lasse Respekt und Gehorsam vermissen, teilte die Bruderschaft mit.

Das Priesterseminar der Pius-Bruderschaft in der Oberpfalz

Das Priesterseminar der Pius-Bruderschaft in der Oberpfalz

Die Piusbruderschaft hat den Holocaust-Leugner Richard Williamson ausgeschlossen. Der Bischof habe sich "seit mehreren Jahren von der Führung und Leitung der Priesterbruderschaft entfernt", teilte das Generalhaus der katholischen Traditionalisten mit.

Williamson habe sich ferner geweigert, "den Respekt und den Gehorsam zu bezeigen, den er seinen rechtmäßigen Oberen schuldet". Deshalb sei er durch eine Entscheidung des Generaloberen und seines Rates aus der Bruderschaft ausgeschlossen worden.

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Williamson hatte im November 2008 im oberpfälzischen Zaitzkofen im Interview mit einem schwedischen Fernsehteam den Holocaust geleugnet und die Existenz von Gaskammern im Nationalsozialismus bestritten. Der Fall Williamson hatte die katholische Kirche in eine schwere Krise gestürzt und auch eine Debatte über die Piusbruderschaft ausgelöst.

Der Bischof muss sich wegen der Leugnung erneut wegen Volksverhetzung vor Gericht verantworten, muss allerdings nicht persönlich erscheinen. Eine erste Verurteilung hatte das Oberlandesgericht (OLG) Nürnberg im Februar wegen Verfahrensmängeln kassiert. Daraufhin hatte die Staatsanwaltschaft den Strafbefehl überarbeitet. Es geht um einen Betrag von maximal 6.500 Euro (100 Tagessätze zu je 65 Euro).

Williamson hat gegen den vom Amtsgericht Regensburg erlassenen Strafbefehl Einspruch eingelegt, teilte das Gericht am Montag mit. Das Hauptverfahren werde voraussichtlich im kommenden Jahr in Regensburg stattfinden.

 
Leserkommentare
  1. Papst Benedikt hat gegen den Aufstand der Öffentlichkeit seine schützende Hand über die Piusbruderschaft und den Holocaust-Leugner Williamson gehalten. Konsterniert muss man feststellen, dass diese Handlung des Pontifex Maximus nur durch fehlende Urteilsfähigkeit zu rechtfertigen wäre. Wie weit der Papst überhaupt geschäftsfähig ist, auch angesichts der Veröffentlichungen über die Einflussnahme des engen Umfeldes, bleibt dahin gestellt. [...]

    Gekürzt. Bitte verweisen Sie seriöse Quellen, die geeignet sind, Ihre Thesen zu stützen. Danke, die Redaktion/ds

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    [...]

    Falls Sie nach erfolgreicher Behandlung Ihre Katholophobie halbwegs in den Griff bekommen haben und in der Lage sind, Informationen objektiv zu verarbeiten, werden Sie feststellen, dass die Piusbrüderschaft kein Teil der kath. Kirche ist, der Papst seine Hand nicht schützend über Williamson hält, sich seine Ansichten nicht zu eigen macht, sondern im Gegenteil 2009 zum Gedenktag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz seine „volle und unbestreitbare Solidarität“ mit den Juden erklärte und sagte:
    „Die Shoah sei für alle eine Mahnung gegen das Vergessen, gegen die Leugnung oder die Reduzierung.“ Williamson wurde vom Staatssekretariat des Vatikans aufgefordert, er müsse seine Aussagen zum Holocaust vollständig, eindeutig und öffentlich widerrufen.

    Bitte üben Sie Kritik sachlich und mittels Argumenten. Danke, die Redaktion/fk.

    Entfernt. Bitte verfassen Sie sachliche Kommentare zum konkreten Artikelinhalt. Danke, die Redaktion/au.

    [...]

    Falls Sie nach erfolgreicher Behandlung Ihre Katholophobie halbwegs in den Griff bekommen haben und in der Lage sind, Informationen objektiv zu verarbeiten, werden Sie feststellen, dass die Piusbrüderschaft kein Teil der kath. Kirche ist, der Papst seine Hand nicht schützend über Williamson hält, sich seine Ansichten nicht zu eigen macht, sondern im Gegenteil 2009 zum Gedenktag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz seine „volle und unbestreitbare Solidarität“ mit den Juden erklärte und sagte:
    „Die Shoah sei für alle eine Mahnung gegen das Vergessen, gegen die Leugnung oder die Reduzierung.“ Williamson wurde vom Staatssekretariat des Vatikans aufgefordert, er müsse seine Aussagen zum Holocaust vollständig, eindeutig und öffentlich widerrufen.

    Bitte üben Sie Kritik sachlich und mittels Argumenten. Danke, die Redaktion/fk.

    Entfernt. Bitte verfassen Sie sachliche Kommentare zum konkreten Artikelinhalt. Danke, die Redaktion/au.

    • TDU
    • 24.10.2012 um 14:16 Uhr

    "Der Fall Williamson hatte die katholische Kirche in eine schwere Krise gestürzt und auch eine Debatte über die Piusbruderschaft ausgelöst."

    Wann war denn diese schwere Krise? Habe ich nichts von mitbekommen. Nun sind die Pius Brüder ja in Gnade aufgenommen und können keinen größeren Schaden mehr anrichten. Und ob der Williamson drin ist oder nicht ist eigentlich egal. Was kümmerts einen, wenn der Verein der Gartenzwerge einen anderen Gartenzwerg rauswirft.

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    • Acrux
    • 25.10.2012 um 0:28 Uhr

    In Gnade aufgenommen? Nicht wirklich. Der letzte Stand ist der, dass die Exkommunikation zwar zurueckgezogen wurde, aber eine Ausuebung der Aemter (Messe lesen) den Mitgliedern nach wie vor verboten ist, und die Bruderschaft auch keinen Status innerhalb der kirchlichen Hierarchie besitzt.

    Da sich die Bruderschaft in zentralen spaltenden Fragen praktisch keinen Zentimeter bewegt, ist auch vom Papst kein weiteres Entgegenkommen zu Erwarten, und die Situation bleibt wohl auf weiteres so.

    Williamson scheint eher ein Opfer interner Machtspielchen geworden zu sein.

    • Acrux
    • 25.10.2012 um 0:28 Uhr

    In Gnade aufgenommen? Nicht wirklich. Der letzte Stand ist der, dass die Exkommunikation zwar zurueckgezogen wurde, aber eine Ausuebung der Aemter (Messe lesen) den Mitgliedern nach wie vor verboten ist, und die Bruderschaft auch keinen Status innerhalb der kirchlichen Hierarchie besitzt.

    Da sich die Bruderschaft in zentralen spaltenden Fragen praktisch keinen Zentimeter bewegt, ist auch vom Papst kein weiteres Entgegenkommen zu Erwarten, und die Situation bleibt wohl auf weiteres so.

    Williamson scheint eher ein Opfer interner Machtspielchen geworden zu sein.

    • TDU
    • 24.10.2012 um 14:22 Uhr

    Adolf Hitlers "Rassenwahn" eine Schöpfung der katholischen Kirche. Toll. Vielleicht wird er dann ja mal heilig gesprochen.

    Und ich galube, dass die Gnade der Wiederaufnahme keiner schützenden Hand geschuldet ist. Aber über die katholische kirch kann man sagen, was man will. Wenn es was schlechtes ist, es immer richtig. Ungeachtet neuer Erkenntnisse übers Konkordat, Kreuzzüge und anderes.

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    Sie sollten lesen, was das steht und nicht nach eigenen Vorurteilen interpretieren. Ich habe geschrieben, dass die Ressentiments gegenüber den Juden über Jahrhunderte geschürt wurden, auch von der Katholischen Kirche. Dies kann niemand bestreiten. Wenn der Papst sich direkt für Williamson einsetzt und das hat er mit seiner Haltung unweigerlich getan, muss die Frage nach der Haltung der Kirche gegenüber den Juden und dem Holocaust gestellt werden, auch gerade deshalb, weil es um Williamsons Holocaust-Leugnung ging. Hitler hat nur das abgeholt, was bereits vorhanden war. Ihn für das verantwortlich zu machen, was Jahrhunderte schwelte, ist eine komfortable aber falsche Auslegung.

    Sie sollten lesen, was das steht und nicht nach eigenen Vorurteilen interpretieren. Ich habe geschrieben, dass die Ressentiments gegenüber den Juden über Jahrhunderte geschürt wurden, auch von der Katholischen Kirche. Dies kann niemand bestreiten. Wenn der Papst sich direkt für Williamson einsetzt und das hat er mit seiner Haltung unweigerlich getan, muss die Frage nach der Haltung der Kirche gegenüber den Juden und dem Holocaust gestellt werden, auch gerade deshalb, weil es um Williamsons Holocaust-Leugnung ging. Hitler hat nur das abgeholt, was bereits vorhanden war. Ihn für das verantwortlich zu machen, was Jahrhunderte schwelte, ist eine komfortable aber falsche Auslegung.

  2. Holocaustleuger darf man sein, aber ja nicht den schuldigen Gehorsam verweigern...

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  3. Sie sollten lesen, was das steht und nicht nach eigenen Vorurteilen interpretieren. Ich habe geschrieben, dass die Ressentiments gegenüber den Juden über Jahrhunderte geschürt wurden, auch von der Katholischen Kirche. Dies kann niemand bestreiten. Wenn der Papst sich direkt für Williamson einsetzt und das hat er mit seiner Haltung unweigerlich getan, muss die Frage nach der Haltung der Kirche gegenüber den Juden und dem Holocaust gestellt werden, auch gerade deshalb, weil es um Williamsons Holocaust-Leugnung ging. Hitler hat nur das abgeholt, was bereits vorhanden war. Ihn für das verantwortlich zu machen, was Jahrhunderte schwelte, ist eine komfortable aber falsche Auslegung.

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    Antwort auf "@ vertige echoes"
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    "Hitler hat nur das abgeholt, was bereits vorhanden war."

    Das stimmt so aber nicht. Es gab in der Tat einen christlichen Antijudaismus über Jahrhunderte hinweg. Übrigens auch auf protestantischer Seite. Dieser Antijudaismus zielte aber nicht auf die Vernichtung des Judentums, sondern auf dessen Bekehrung. (Wobei es auch zu Gewalt kam, das ist unbestritten.) In der katholischen Karfreitagsliturgie hieß es nicht umsonst: "Wir beten auch für die ungläubigen Juden."
    Das war eine Anmaßung, aber kein Vernichtungswille. Der rassisch begründete, auf Ausrottung abzielende Antisemitismus der Nationalsozialisten unterscheidet sich vom christlichen Antijudaismus also grundlegend.
    Eines ist aber klar: Ohne den Antijudaismus hätte der Antisemitismus sich nicht so sehr und so schnell ausbreiten können.

    "Hitler hat nur das abgeholt, was bereits vorhanden war."

    Das stimmt so aber nicht. Es gab in der Tat einen christlichen Antijudaismus über Jahrhunderte hinweg. Übrigens auch auf protestantischer Seite. Dieser Antijudaismus zielte aber nicht auf die Vernichtung des Judentums, sondern auf dessen Bekehrung. (Wobei es auch zu Gewalt kam, das ist unbestritten.) In der katholischen Karfreitagsliturgie hieß es nicht umsonst: "Wir beten auch für die ungläubigen Juden."
    Das war eine Anmaßung, aber kein Vernichtungswille. Der rassisch begründete, auf Ausrottung abzielende Antisemitismus der Nationalsozialisten unterscheidet sich vom christlichen Antijudaismus also grundlegend.
    Eines ist aber klar: Ohne den Antijudaismus hätte der Antisemitismus sich nicht so sehr und so schnell ausbreiten können.

  4. ... mußte ich beim 3. oder 4. Betrachten des Bildes lauthals lachen. Wie der Bruder den Besen (nach dem im Artikel beschriebenen Kehraus ?) hinter dem Rücken haltend von Dannen zieht.

    Was für eine treffende Symbolik !

    PA

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    • TDU
    • 24.10.2012 um 16:39 Uhr

    "Hitler hat nur das abgeholt, was bereits vorhanden war." So einfach wie sich das manche mit den dritten Reich und Kirche machen isses nicht und mit dem Argument können Sie auch dem Islam pauschal die Schuld am islamischen Terrorismus zubilligen.

    Und die Welt ist keine Kugel. Sie würde eiern, würde man sie rollen. Vielleicht sind deswegen Pauschalurteile wertlos und reine persönliche Ansichts- oder Geschmackssache. Darüber kann am zwar trefflich streiten, aber Grips rein zu investieren lohnt sich nicht. Also lassen wirs einfach.

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    Ja, ja, ...

    Die Kirche war viel früher mit der Judenverfolgung beschäftigt, das hat mit Hitler nichts zu tun, der Holocaust aber sehr wohl. Wenn aber die Kirche sich mit einem Holocaust-Leugner solidarisiert - und das hat sie zweifelsohne getan - dann ist die Verbindung von Kirche und Nazionalsozialismus nicht meine Konstruktion, sondern die Entscheidung des Kirchenfürsten und der Kirche selbst.

    Den Rest daraus zu folgern, ist selbst für eiernde Birnen nicht schwer.

    Ja, ja, ...

    Die Kirche war viel früher mit der Judenverfolgung beschäftigt, das hat mit Hitler nichts zu tun, der Holocaust aber sehr wohl. Wenn aber die Kirche sich mit einem Holocaust-Leugner solidarisiert - und das hat sie zweifelsohne getan - dann ist die Verbindung von Kirche und Nazionalsozialismus nicht meine Konstruktion, sondern die Entscheidung des Kirchenfürsten und der Kirche selbst.

    Den Rest daraus zu folgern, ist selbst für eiernde Birnen nicht schwer.

  5. Ja, ja, ...

    Die Kirche war viel früher mit der Judenverfolgung beschäftigt, das hat mit Hitler nichts zu tun, der Holocaust aber sehr wohl. Wenn aber die Kirche sich mit einem Holocaust-Leugner solidarisiert - und das hat sie zweifelsohne getan - dann ist die Verbindung von Kirche und Nazionalsozialismus nicht meine Konstruktion, sondern die Entscheidung des Kirchenfürsten und der Kirche selbst.

    Den Rest daraus zu folgern, ist selbst für eiernde Birnen nicht schwer.

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    Antwort auf "@ vertigeo echoes"
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    "...Verbindung von Kirche und Nationalsozialismus..."

    Die katholische Kirche war der (seriösen) Geschichtsschreibung zufolge nach der Gleichschaltung der einzige noch verbliebene Kontrahent des Dritten Reiches. Ein Beispiel: 50 Prozent des Klerus hatten unliebsame Begegnungen mit der Gestapo. Die Folgen reichten von einer Geldstrafe bis zur Hinrichtung. Im KZ Dachau gab es einen Priesterblock. Die Enzyklika "Mit brennender Sorge" aus dem Jahr 1937 stellte eine Kampfansage an den Nationalsozialismus dar. Für die Zeit nach dem "Endsieg" war die Auslöschung des Christentums und seiner Kirchen geplant. Weitere Beispiele gäbe es zur Genüge.
    Soviel zur Verbindung von Kirche und Nationalsozialismus.

    "...Verbindung von Kirche und Nationalsozialismus..."

    Die katholische Kirche war der (seriösen) Geschichtsschreibung zufolge nach der Gleichschaltung der einzige noch verbliebene Kontrahent des Dritten Reiches. Ein Beispiel: 50 Prozent des Klerus hatten unliebsame Begegnungen mit der Gestapo. Die Folgen reichten von einer Geldstrafe bis zur Hinrichtung. Im KZ Dachau gab es einen Priesterblock. Die Enzyklika "Mit brennender Sorge" aus dem Jahr 1937 stellte eine Kampfansage an den Nationalsozialismus dar. Für die Zeit nach dem "Endsieg" war die Auslöschung des Christentums und seiner Kirchen geplant. Weitere Beispiele gäbe es zur Genüge.
    Soviel zur Verbindung von Kirche und Nationalsozialismus.

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