Brüssel: EU-Kommission schlägt Frauenquote vor
Sie hat lange dafür gekämpft. Jetzt hat EU-Kommissarin Viviane Reding eine Mehrheit in der Kommission hinter sich gebracht: Die Quote für Aufsichtsräte soll kommen.
© Axel Schmidt/dapd

Viviane Reding, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission und Justizkommissarin
Die EU-Kommission hat eine Frauenquote für Europas börsennotierte Unternehmen vorgeschlagen und damit einen wochenlangen internen Streit beigelegt. Das Gremium nahm einen Gesetzesentwurf von EU-Justizkommissarin Viviane Reding an. Dieser soll den rund 5.000 börsennotierten Firmen in der EU vorschreiben, bis 2020 Aufsichtsratsposten zu 40 Prozent mit Frauen zu besetzen.
Bei gleicher Qualifikation sollen weibliche Bewerberinnen Vorrang haben. Wenn sich Firmen nicht daran halten, soll es Strafen geben. Für Vorstandsposten wird zunächst aber keine Quote aus Brüssel vorgeschrieben. Reding schrieb auf dem Kurznachrichtendienst Twitter: "Geschafft."
Der Vorschlag bedarf der Zustimmung von Europaparlament und EU-Ministerrat, in dem die Mitgliedsstaaten vertreten sind. Einige Staaten, darunter Deutschland, sind gegen eine gesetzliche Quote. Ob der Vorschlag daher Gesetzeskraft erhält, ist offen. Erst vor drei Wochen war Reding mit ihrem Vorstoß noch in der Kommission gescheitert.
- Für eine Frauenquote
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- Es geht um Chancengleichheit und Gleichberechtigung: Frauen stellen die Hälfte der Bevölkerung und sie sind genauso gut ausgebildet wie Männer.
- Unternehmen, deren Führungsspitze aus Männern und Frauen besteht, erzielen bessere Ergebnisse.
- Ein Großteil der Kaufentscheidungen wird von Frauen getroffen.
- Durch einen höheren Frauenanteil verbessert sich das Betriebsklima, die von Männern geprägten Spielregeln in Kommunikation und Karriereverhalten ändern sich mit mehr Frauen an der Spitze.
- Männer fördern eher Männer – und weil die Führungspositionen überwiegend mit Männern besetzt sind, rücken Frauen bei der Besetzung der Spitzenposten weniger ins Blickfeld. Es handelt sich um ein sich selbst erhaltendes System.
- Frauen sind aufgrund ihrer geschlechtsspezifischen Sozialisierung oft nicht so stark darin, ihre Stärken und Erfolge zu kommunizieren. Sie machen weniger stark auf sich aufmerksam.
- Es gibt viele Karrierenetzwerke und Eliteclubs, zu denen nur Männer Zutritt haben. Hier findet informelles Mentoring statt und hier werden die entscheidenden Karrierekontakte gemacht. Weil Frauen keinen oder nur schwer Zugang zu den Männernetzwerken haben, können sie von den Netzwerken kaum profitieren.
Fehlt ein Argument? Kontaktieren Sie uns: @zeitonline_kar
- Gegen eine Frauenquote
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- Eine Frauenquote diskriminiert Männer.
- Eine gesetzliche Quote greift in die unternehmerische Freiheit ein.
- Durch die Quote wird Geschlecht zum Kriterium für die Besetzung einer Spitzenposition. Dabei sollte die Leistung und die Qualifizierung entscheidend sein.
- Frauen werden als Quotenfrau in Unternehmen stigmatisiert.
- In einigen Branchen und Unternehmen gibt es nicht ausreichend qualifizierte Frauen, um eine Quote einzuführen und einzuhalten.
- Mädchen und junge Frauen wählen immer noch traditionelle Frauenberufe, aus denen heraus eine Karriere in eine Führungsposition unwahrscheinlich ist.
- Viele Frauen wollen gar keine Karriere machen, sondern entscheiden sich bewusst für Familie.
Fehlt ein Argument? Kontaktieren Sie uns: @zeitonline_kar
Während das EU-Parlament mehrheitlich Redings Vorstoß unterstützt, sind viele nationale Regierungen gegen das Gesetz. Großbritannien und Schweden haben schon mehrere Quotengegner versammeln können.
Auch die Bundesregierung ist bisher gegen die gesetzliche Einmischung aus Brüssel, weil sie sich intern nicht einigen kann. Allerdings hatte der Bundesrat Ende September Druck gemacht und für eine Quote in Aufsichtsräten gestimmt, mit dem Ziel, bis 2023 auf einen Frauenanteil von 40 Prozent zu kommen
Laut Kommission sind derzeit europaweit nur 13,5 Prozent der Mitglieder in den Führungsgremien Frauen. In Deutschland sind demnach 15,6 Prozent der Aufsichtsratsposten mit Frauen besetzt, in den mächtigeren Vorständen gar nur 4,2 Prozent. Die EU-Länder sollen dem Vorschlag zufolge künftig jedes Jahr aktuelle Zahlen vorlegen, die Kommission will dann einen Bericht erstellen.








Wenn man Benachteiligung wirklich bekämpfen will, dann darf man nicht eine durch eine andere ersetzen. Sprich will man die Benachteiligung von Frauen gegenüber Männern bekämpfen, dann ist es falsch, dies durch eine Benachteiligung von Männern gegenüber Frauen austauschen zu wollen.
Ein solches Verhalten ist nicht wirklich ein Fortschritt.
Wer so etwas fordert, hat entweder noch nicht genug intensiv nachgedacht, was die heutige Maxime von Chancengleichheit erfordert oder aber er beziehungsweise sie stellt absichtlich die Forderung nach Frauenquoten, um sich oder seiner Gruppe persönliche Vorteile zu verschaffen.
Entscheidend muss für die Jobbesetzung die Qualifikation sein, nicht das Geschlecht.
Ich arbeite unter einer kompetenten, für die betreffende Position geeigneten, Frau genauso gerne, wie unter einem kompetenten Mann. Gleiches gilt für kollegiale Zusammenarbeit.
Es würde mir aber nicht gefallen, wenn ich eine Vorgesetzte hätte, die lediglich wegen ihrer Weiblichkeit diese Position inne hat und nicht wegen ihrer Fähigkeiten, die vielleicht gemessen an ihren Fähigkeiten gar nicht geeignet für den Job wäre.
Zudem sollten sich die Verfechter von Frauenquoten auch klar machen, dass sie nicht nur eine Diskriminierung von Männern befürworten, sondern gleichzeitig auch eine Diskriminierung von Frauen betreiben - denn sie verbreiten damit die - falsche - Ansicht, dass Frauen es ohne Hilfen zu nichts bringen.
Statt Austausch von Diskriminierungen Gleichheit stärken!
Erinnert an den schönen Spruch:
Hinter jedem Mann, der erfolgreich ist, steht eine Frau, die ihn stützt. Und hinter jeder Frau, die erfolgreich ist, stehen drei Männer, die das verhindern wollen."
In den den obersten Etagen sind es i.d.R. bislang fast alle ...
Wer das Gegenteil behauptet, kriegt eine lange Nase!
"Unsere Gesellschaft muss ausgeglichener und gerechter werden. Das geht nur, wenn genauso viel Frauen das sagen ham wie Maenner. Wanns von allein nicht geht, muss man halt ein bisschen nachhelfen. Is so, und auch voellig richtig."
Es geht aber nicht um die Verteilung in der Gesellschaft. Der Maßstab muss die Verteilung an qualifizierten Bewerbern sein. Wenn für eine Position nur 20% qualifizierte Frauen vorhanden sind, dann würden bei einer Quote von 40%, 20% der Aufsichtsratmitglieder unterqualifiziert sein!
Eine Quote bzw. ein Umdenken kann nicht Top Down, sondern nur Bottom Up funktionieren. Dass heißt, wir müssen uns erstmal um Frauen in unteren Führungspositionen kümmern, bevor wir bei der Unternehmensspitze anfangen.
Im übertragenen Sinne heißt, dass das man beim Hausbau zuerst mit dem Fundament anfängt. Ob es hilft wenn man beim Bau zuerst mit dem Dachausbau beginnt?
wieso ist das nicht möglich?
Bewerbungen gehen ein, Name und Anschrift werden entfernt und jeder Bewerbung eine Nummer oder Ähnliches zugewiesen. Dann erhalten die Personaler sie und bewerten nur auf Grund der Leistungen.
Klar, wenn Mutterschaftsurlaub etc im Lebenslauf drinstehen, lässt sich ein Rückschluss auf das Geschlecht nicht vermeiden, aber in großer Zahl wird dennoch das Geschlecht uninteressant sein, weil es (meistens) nicht bekannt ist.
Unter diesen Voraussetzungen ließe sich auch feststellen, ob Frauen und Männer gleichermaßen für zu vergebende Stellen ausgesucht werden.
Eine Frauenquote ist per sé Quatsch - Sie ist kein Garant, dass die auf Grund der Quote ausgewählten Frauen tatsächlich die beste Wahl sind. Es sollte maßgeblich auf die Leistungen ankommen und dafür ist weitgehende Anonymität der Bewerber - bis zum Bewerbungsgespräch - die beste Lösung.
ist der Bericht falsch, denn nicht Frauen, sondern das unterrepräsentierte Geschlecht soll (bis 40%) bei gleicher Qualifikation bevorzugt werden.
Zweitend bleibt es schwierig, eine 40%-Quote als STRAFBEWEHRTE Zielmarge vorzuschreiben, wo doch viele Unternehmen ein eindeutiges Übergewicht bei Mitarbeitern nur eines Geschlechts haben. Ob die Mitarbeiterinnen eines Kosmetikkonzerns es als gerecht empfinden, wenn der Aufsichtsrat nun plötzlich mit 40% Männern besetzt sein MUSS?
Dass es eine Frauenquote geben muss, damit Frauen bis zum Jahr 2020(!) - frühere Generationen haben sich hier denke ich eine perfekte Gesellschaft vorgestellt - eine höhere Position in der Wirtschaft erlangen können, finde ich immer noch höchst bedenklich. Das eigentliche Problem wird auch mit einer Frauenquote nicht gelöst, denn wer sich als Frau für solch eine Position entscheidet, entscheidet sich meist gegen ein (einigermaßen) geregeltes Familienleben mit Mann und Kindern. Solange es hier keine befriedigende Lösung gibt (flächendeckende Einführung von Ganztagsbetreuung etc.), wird es meines Erachtens nur Frauen in solchen Positionen geben, die sich von der Rolle als "Mutter" gänzlich verabschiedet haben. Frauen mit dem Wunsch nach Familie werden sich gegen eine solche Laufbahn entscheiden - Frauenquote hin oder her...
- Für die Gleichberechtigung wäre es wirklich hilfreich, wenn mehr Männer sich vehement für ihre Familie entscheiden würden. Wir brauchen keine Quote, wir brauchen familienfreunliche Arbeitsbedingungen für alle! - Quoten sind nur Fassadenverschönerung und kaschieren das eigentliche Problem.
- Für die Gleichberechtigung wäre es wirklich hilfreich, wenn mehr Männer sich vehement für ihre Familie entscheiden würden. Wir brauchen keine Quote, wir brauchen familienfreunliche Arbeitsbedingungen für alle! - Quoten sind nur Fassadenverschönerung und kaschieren das eigentliche Problem.
Auch in Deutschland und der EU sucht man auf gehobenen Posten in Forschung und Wirtschaft immer noch fast vergeblich nach Frauen. Wieso eigentlich? http://www.atkearney361gr...
- Für die Gleichberechtigung wäre es wirklich hilfreich, wenn mehr Männer sich vehement für ihre Familie entscheiden würden. Wir brauchen keine Quote, wir brauchen familienfreunliche Arbeitsbedingungen für alle! - Quoten sind nur Fassadenverschönerung und kaschieren das eigentliche Problem.
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