Haus der ReligionenElefanten-Gott trifft Lamm
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"Mein Weg ist der beste"

Serifi kennt das Christentum gut. Sie stammt aus dem Kosovo und ist in der Schweiz aufgewachsen. Lange war ihr Religion nicht so wichtig. Doch seit sie geheiratet und Kinder geboren hat, trägt sie Kopftuch. "Ich bin Muslima und denke natürlich, dass mein Weg der beste ist. Es wäre ja auch komisch, wenn nicht." Trotzdem ist sie Mitglied im Integrationsrat einer evangelisch-reformierten Gemeinde.

Wie aber steht sie zum Elefanten-Gott? "Ich habe echt Mühe mit Menschen, die an mehrere Götter glauben", sagt Serifi. "Sei es der Hinduismus oder der Buddhismus. Das ist für mich verrückt, wie sie das leben. Das ist wirklich das pure Gegenteil zum Islam oder zum Christentum." Mit einem Mal sind sich zwei Religionen nahe, die sich angeblich so sehr widersprechen, dass man in der Schweiz sogar glaubte, Minarette verbieten zu müssen, und in Deutschland Kopftücher .

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Doch dann steht da dieser Taufstein, jahrhundertealte Steinmetzkunst, und mittendrauf ein Lamm. Es ist das zentrale Symbol für den Opfertod von Jesus und der Kern des christlichen Glaubens. Nur wo ist da der Unterschied zum Elefanten? Beides sind Symbole, mit deren Hilfe sich die Gläubigen eine Facette des Göttlichen vorstellen. Hindu-Priester Saskumar wird später sagen: "Auch die Muslime sagen, sie brauchen kein Symbol. Aber warum beten sie dann Richtung Mekka?"

Im Schlafzimmer

Über so eine Frage lässt sich nicht konstruktiv streiten. Deshalb stellt sie Saskumar Serifi auch nicht. Denn es ist sinnlos, einzelne Ausprägungen der Religionen gegeneinander aufzurechnen. Das wissen alle Kursteilnehmer.

Auch Marco Röss. Er ist ganz in der Nähe von Amsoldingen aufgewachsen, streng katholisch. Zu streng. Dann verschlug ihn das Leben nach Japan . Eigentlich hatte er nur eine Sportbogen-Gruppe gesucht. Im buddhistischen Kloster nebenan durfte er aber nur mittrainieren, wenn er auch an der Meditation teilnahm. Heute ist er Zen-Buddhist.

Dass sie sich im Kurs nicht in dieser Art angreifen, erklärt er so: "Wenn man jemandem sagt: 'Was Du glaubst, das gibt’s ja gar nicht', dann stellt man dessen Lebenskonzept und sein ganzes bisheriges Leben infrage. Es ist ein Angriff auf die Fundamente seiner Persönlichkeit. Deshalb ist es gut, wenn man vorsichtig damit umgeht." Der reformierte Pastor, der den Kurs durch die Kirche in Amsoldingen führte, hatte den richtigen Vergleich: Sich einer anderen Religion zu nähern sei, als betrete man ein fremdes Schlafzimmer. Da setze man seine Schritte auch sanft und es müsse viel Vertrauen wachsen, bevor man es wage, die Stimme zu erheben.

Die Gesellschaft will Antworten

Leise sein ermöglicht aber noch kein friedliches Zusammenleben, das ist Leutwyler bewusst. Nur im kritischen Dialog wachse das Verständnis füreinander. Deshalb dürfe der Kurs nicht beim Beobachten stehen bleiben: "Am Ende ist unser Ziel schon, klar auszusprechen, was wir für kritikwürdig halten – auf die Gefahr hin, dass es zu Konflikten kommt."

Im Haus der Religionen werden sie nicht umhin kommen, Streit zu führen. Das fordert ihnen schon die säkulare Gesellschaft ab, die sie umgibt. Denn wer seine Kultur und Religion in einem großen Haus sichtbar leben will, dem werden auch Stellungnahmen zu Themen abverlangt, die die ganze Gesellschaft beschäftigen. Viele davon berühren das religiöse Grundverständnis: Wie geht man mit homosexuellen Beziehungen um? Kann man Sterbehilfe akzeptieren, wenn man an die ewige Wiedergeburt glaubt, die bewusste Auflösung des Geistes anstrebt oder die Auferstehung erwartet? Ist die Beschneidung religiöse Pflicht oder kulturelle Tradition?

Noch tragen sie im Haus der Religionen den Streit über solche Fragen nicht offen aus. "In einer Welt, in der Religion oft als Privatsache verstanden wird, müssen wir alle erst lernen, zu unseren kulturellen und religiösen Werten zu stehen und Verantwortung zu übernehmen für die eigenen Denkweisen", sagt Leutwyler. Das fasst gut zusammen, wie es vielerorts um den Streit der Religionen steht.

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Leserkommentare
  1. Ist ja schön und gut, aber das Zimmer für die Atheisten fehlt definitiv. Das ist der wahre Glaube.

    Witzig ist auch immer wieder die Einteilung Religion hier, Aberglaube da. Es gibt doch inhaltlich überhaupt keinen Unterschied zwischen den beiden.

    27 Leserempfehlungen
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    • yurina
    • 25. November 2012 11:58 Uhr

    Den Gedanken finde ich sehr bedenkenswert - nur ist mir nicht klar, was Atheisten da machen, da ich immer dachte, bei denen gibt es keinen Ritus, oder ?

    Dieser Ritus heisst Wissenschaft statt Pendel und Globuli.
    Er heisst auch "was du nicht selbst tust, macht niemand".
    Wenn der Bauer der Atheisten nicht aufs Feld geht, ist auch keiner der Manna vom Himmel fallen lässt: Atheisten denken,
    Gläubigen lassen denken. Und: Gott schuf nicht die Gehirne, sondern die Gehirne schufen Gott.

    Also ich bin selbst auch Atheist und wenn ich dort vorbeigehen würde, dann würde mich sicherlich niemand rausschmeißen, sondern ich dürfte mich mit am Dialog beteiligen. Es soll durch dieses Haus ja genau vermieden werden, dass jeder mit der Streitaxt seinen eigenen Glauben als einzig Wahren herausstellt und dabei über Leichen geht. Militanter Atheismus hat dann dort natürlich genauso keinen Platz wie fundamentales Christentum und co. Miteinander statt gegeneinander, bei den Kommentaren hier scheint das niemand so recht verstanden zu haben. Schade.

    "Wenn man jemandem sagt: 'Was Du glaubst, das gibt’s ja gar nicht', dann stellt man dessen Lebenskonzept und sein ganzes bisheriges Leben infrage. Es ist ein Angriff auf die Fundamente seiner Persönlichkeit. Deshalb ist es gut, wenn man vorsichtig damit umgeht."

    Sie sagen selber "Das ist der wahre Glaube." Sie glauben also genauso wie die anderen und sagen sie sind besser als die anderen. Der Unterschied das sie keinen Gott haben macht ihre "Radikalität" nicht besser. Und kann genauso in ein Fundamentalismus enden wie jeder andere Glaube.

    Gute Idee:)

    An Daniel312 ("Der Unterschied das sie keinen Gott haben macht ihre "Radikalität" nicht besser."): wieso ist man radikal, wenn man keinen Gott hat?

    Karlos111 hat Recht, wenn er sagt, dass der "Glaube" der Atheisten die Wissenschaft ist, mit dem wichtigen Unterschied, dass Wissenschaft (im Gegensatz zu fast allen Religionen) nicht dogmatisch ist, sondern immer ihre Denkrichtung ändern MUSS, falls nötig. Deshalb kommen die Wissenschaftler auf der ganzen Welt auch (meistens ;-) gut miteinander aus, im Gegensatz zu den Gläubigen, die sich regelmässig gegenseitig die Schädel einschlagen.

    Was der Artikel anpreist, ein "Haus der Religionen" hat die Wissenschaft an jeder Uni und auf jedem Meeting, nämlich einen Ort des Dialogs. Die Religionen werden das vermutlich nie erreichen, weil immer nur ein kleiner Teil der Gläubigen so tolerant sind, sich auf andere Religionen einzulassen. Jeder Wissenschaftler MUSS sich laufend mit neuen Ideen und Kritik auseinandersetzen, auch wenn das mitunter schwer fällt.

    Und ja: auch Wissenschaft gibt Sinn und Halt, auch da kann sie mit den Religionen locker mithalten :)

    Mfg,
    Ein (atheistischer) Forscher, verheiratet mit einer Hindufrau :)

    keine Diskussion über Religion ohne irgendeinen Missionar der sich für was besseres hält weil er keinen Glauben hat. Damit unterscheiden sie sich nicht sonderlich von vielen religiösen Menschen.
    Warum nicht einfach den Leuten ihren Glauben lassen? Oder stört es Sie so sehr, dass es Leute gibt die andere Überzeugungen haben als Sie?

    dann ist keine Briefmarken sammeln ein Hobby.

  2. Gefällt mir gut!

    Man kann nur hoffen, dass das Haus der Religionen zum Vorbild wird und das Modell sich in andere Städte ausbreitet. Falls ich aber doch mal nach Bern komme werde ich auch versuchen, dort mal vorbeizusehen.

    7 Leserempfehlungen
  3. Das mag sein. Wer streitet, dem kann es passieren, dass er seinen Standpunkt überdenken muss. Dann kann der Glaube vorbei sein, und der Glaubende sieht seine eigene Nacktheit.

    Dafür beharren religiöse Menschen gern auf ihrem Standpunkt. Kein Millimeter wird davon abgewichen. Siehe Beschneidung oder die Vormachtstellung des Papstes.

    21 Leserempfehlungen
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    "Dafür beharren religiöse Menschen gern auf ihrem Standpunkt. Kein Millimeter wird davon abgewichen. Siehe Beschneidung oder die Vormachtstellung des Papstes."

    Wie lief denn Ihre letzte Diskussion mit religiösen Menschen über die Vormachtstellung des Papstes so ab?

    • lxththf
    • 25. November 2012 13:17 Uhr

    überdenken permanent ihre Meinungen? Werfen Sie einen Blick in dieses Forum und die Streitkultur. Wenn 5% der Foristen tatsächlich ihre Meinung ändern, dann würde mich das schon wirklich stark überraschen.
    Gesellschaftlich haben wir quasi keine richtige Streit-, bzw. Argumentationskultur, denn im großen und ganzen prallen immer nur Argumente aufeinander, zwischen denen vielleicht unentschlossene wählen, aber nicht die Streitenden.
    Am Ende und das ist nunmal die Natur des Menschen, ob gläubig oder nicht, geht es den meisten nur darum, ihre Meinung durchzusetzen. So im übrigen auch Atheisten, welche teilweise neben der Starrköpfigkeit gelegentlich auch ein gewisses Maß an Arroganz an den Tag in der Diskussion legen, weil sie sich für Intelligenter halten, da sie den religiösen "Schwindel" durchschauen.

    Re-ligion, von Lateinisch re-ligare, bedeutet ja im Grunde genommen

    Rück-bindung. Da es nur einen Gott gibt, an den man sich rückbinden kann und unterschiedliche Wege (= Glaubensbekenntnisse oder auch Konfessionen), die zu ihm hinführen,

    sollte hier eigentlich eher von einem Haus der Konfessionen gesprochen werden.

    Sich ultimativ an Gott rückzubinden und ganz eins mit ihm zu werden, wie das VOR dem "Sünden"fall oder auch der Absonderung der jeweiligen Einzelseele aus diesem ultimativen Einssein mit Gott, der Fall war,

    kann nur, wer all sein EGO verliert. Das aber kann ein Mensch nicht alleine schaffen.

    Alles was einen gottverwirklichten Mensch (wie es z.B. der karmafreie Jesus war) von Gott unterscheidet, ist eben sein Karma, das er noch am Stecken hat.

    Ist aber der Schüler bereit, trifft er den Meister. Jenen, der ihn auf dem schwierigen Weg führt, der es bedeutet, sein Ego, an das sich seine Seele über viele Inkarnationen gewöhnt hat, wieder loszuwerden, indem man es aufgibt.

    Jesus war solch ein Meister. Erkenntlich am Ausspruch:

    "Niemand kommt zum Vater, denn durch mich".

    Vieles hätte ich euch noch zu sagen, aber ihr könntet es jetzt noch nicht tragen ...

    weißt darauf hin, dass Jesus definitiv nicht in seiner letzten Inkarnation unterwegs war, sondern wieder kommen würde.

    Ein Haus der Konfessionen. Eine schöne Idee, in Zeiten wo es weltweit Kriege zwischen solchen gibt.

    "Das mag sein. Wer streitet, dem kann es passieren, dass er seinen Standpunkt überdenken muss. Dann kann der Glaube vorbei sein, und der Glaubende sieht seine eigene Nacktheit."

    Es geht nicht um Religion oder keine Religion. Es geht um Streitbarkeit und Friedliebe.

    Man muss nicht ein religiöser Mensch sein um freidliebend zu sein. Man kann auf unterschiedlichen Ebenen streiten. Der sachlichen und der emotionalen.

    Wenn man ein Gegenüber hat, dass intensiv in die eigene Persönlichkeit z.B. durch primitive Bevormundung eingreift, und dieses Gegenüber jede Form von sachlicher Auseinandersetzung (Streit!) abwürgt, soll man dann auf die emotionale Ebene gehen?

    Auf keinen Fall!

    Jede emotionale Auseinandersetzung hat IMMER eine emotionale Komponente als letzendlichen Grund. Wird der Streit bis zum bitteren Ende durchgefochten, dann wird dieser Grund freigelegt obwohl die Ursache ursprünglich eine sachliche war und ursprünglich einen sachlichen letztendlichen Grund hatte.

    Wer hier die Nacktheit eines anderen Menschen zu beobachten glaubt, beobachtet letztendlich die Begrenztheit seines eigenen Intellektes.

    "Denken ist schwer, darum urteilen die meisten!"
    Und das ist keineswegs auf Religiöse beschränkt

    Sieh haben es treffend beschrieben. In meinen Augen sind die Logik und und damit auch die Wissenschaft der natürliche Feind von vielen gläubigen Menschen. Dies hindert sie leider auch oft an sachlichen Diskussionen. Glaube, bzw. eine damit einhergehende Ideologie verblendet halt den Blick für das Sachliche.

  4. empfinde ich keinen Mangel an dem, was Herr Polke-Majewski fordert. Ich bewege mich gerne auf einem sozialen Netzwerk, in dem Menschen aus sehr vielen Ländern etwas über die Kultur ihres Landes posten können - sei es ein Bild oder einen Text.

    Jetzt stelle ich fest, dass sehr viel religiöses gepostet wird. Wenn es sich einfach um ein Juchee handelt, wie toll der jeweilige Religionsstifter ist (ist ja eigentlich immer nur einer), antworte ich darauf nicht. Leben und leben lassen und so. Wenn jetzt jemand hingegen schreibt, seine Religion sei das Beste für alle Menschen des Planeten, nervt mich das - und ich stelle Fragen (Was ihn so sicher macht, wo die Dinosaurierknochen herkommen, ob Gott einen so großen Stein schaffen kann, dass er ihn nicht hochheben kann, etc). Was daraufhin einsetzt, ist, dass sich die betreffenden in kürzester Zeit von Menschen zu Papageien verwandeln. Anstatt nachzudenken, wird einfach immer wiederholt: "Aber in der Heiligen Schrift steht...".

    Ich glaube, gelernt zu haben, dass jemand, der Religion ernstnimmt, unfähig ist, konstruktiv mit glaubensfremden darüber zu streiten -
    und ob es da nicht am besten ist, die Sphären soweit zu trennen, dass jemand, der sich auf einer Mission des Alltags im öffentlichen Raum befindet, von ihnen möglichst nicht belästigt wird. In dem Zusammenang finde stimme ich diesem Spruch hier zu.

    9 Leserempfehlungen
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    ..als Eunuch?

  5. Man sollte im Artikel jedes "Gott"-Wort mit "fliegendes Spaghettimonster" auswechseln, dann ist es gleich viel witziger zu lesen und man merkt wie absurd diese Diskussionen um Glauben sind.

    20 Leserempfehlungen
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    • lxththf
    • 25. November 2012 13:12 Uhr

    sich über andere lustig zu machen, oder?
    Wissen Sie was das schöne am Glauben ist? Fast allen Religionen ist gemein, dass sie Sinnstiftend wirken, Menschen motivieren, Menschen gleich machen unabhängig von Ethnie oder sozialen Status. Aber immer weiter alles schön ins Lächerliche ziehen ...

    • TDU
    • 25. November 2012 13:19 Uhr

    Was würden Sie wohl jemandem sagen der, geschlagen und gefoltert, Sie fragt, was das denn alles für einen Sinn habe?

    Und was würden Sie dem sagen, dem angesichts seines Reichtums und seines privaten Glücks sich mal die Frage stellt, worin eigentlich der Sinn des Ganzen liegt.

    Da gibts viele Entwürfe, eine Erklärung oder eben keine zu finden. Aber die Ihre ist wohl die Sinnloseste. Denn Sie sagen ja nur, was es nicht gibt. Die Antwort was denn sonst sein könnte, bleiben Sie schuldig.

    "Man sollte im Artikel jedes "Gott"-Wort mit "fliegendes Spaghettimonster" auswechseln, dann ist es gleich viel witziger zu lesen"

    missionierender Atheisten erweist.

    • mat123
    • 26. November 2012 23:15 Uhr

    vielleicht sollte man in jedem Artikel, in dem das Wort "Atheisten" vorkommt, dieses mit dem Wort "Osterhase" ersetzen. Wäre auch lustig. Aber genauso erkenntnisfrei wie Ihr Vorschlag mit dem Spaghettimonster.

    • yurina
    • 25. November 2012 11:58 Uhr

    Den Gedanken finde ich sehr bedenkenswert - nur ist mir nicht klar, was Atheisten da machen, da ich immer dachte, bei denen gibt es keinen Ritus, oder ?

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Raum für Ungläubige?"
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    Hieße es Haus der Weltanschauungen statt Haus der Religionen, würde sich diese Frage nicht stellen.
    Es dürfte auch klar sein, daß Atheisten genau so ein Interesse daran haben, sich mit Anhängern anderer Ideen und Philosophien auseinanderzusetzen wie diese untereinander.
    Und wiederum die Theisten mit den Atheisten.
    Unterm Strich geht es doch um Verständnis und Toleranz - wieso sollte man da ausgerechnet die Atheisten ausschließen?
    Mal beiseite gelassen, daß Theisten und Atheisten sich im Vergleich zu Polytheisten nur um einen Gott von einander unterscheiden ;) - die Theisten sind doch gerade dort in deren Weltbild viel mehr herausgefordert, das Konzept "Gar kein Gott" nachzuvollziehen, anstatt nur Unterschiede im Detail verstehen zu wollen!
    Ich meine, da würde es erst spannend werden...

    Die könnten zugucken, wie die Gläubigen unterschiedlicher Couleur ihren Glauben und ihre Lehre in die Tat umsetzen. Und staunen

    Vielleicht könnte ihnen dort auch ein Gläubiger seine heiligen Schriften erklären und interpretieren. Die Bergpredigt z.B. ("Was tust du Besonderes, wenn du die liebst, die dich lieben?"- Schön!). Könnte spannend sein.

    Womöglich könnten Gläubige wahrnehmen, dass es unter den Ungläubigen solche gibt, die sich so verhalten, dass man meinen könnte, sie handelten nach der christlichen Lehre.

    Aber wollen Gläubige Ungläubigen überhaupt? Wenn sie sich nicht missionieren lassen (wollen)?

  6. Wie aber steht sie zum Elefanten-Gott? "Ich habe echt Mühe mit Menschen, die an mehrere Götter glauben", sagt Serifi. "Sei es der Hinduismus oder der Buddhismus.

    Dort, wo es starke Berührungen mit dem Hinduismus gab,werden auch Gottheiten verehrt. Aber eigentlich ist Buddhismus eine säkulare Religion. Buddha lehnte die Idee eines Schöpfergottes radikal ab, da er es als mentale Einschränkung ansah.

    Es ist im übrigen ein sehr gängiges Vorurteil monotheistischer Religionen, Polytheismus sei Aberglaube. Warum es ein Fortschritt sei, nur einen Gott zu haben, konnte mir allerdings noch niemand erklären.

    Als "polytheistische Rekonstruktionistin" fällt mir immer wieder auf, daß man seltsamerweise sehr viel besser mit Atheisten reden kann, als mit Monotheisten. Warum? Polytheismus hat es sehr viel leichter, mit der Zeit zu gehen und wissenschaftliche Erkenntnis zu integrieren, weil es selten eine akribische Schriftreligion ist. Götter sind eher als archetypische Ideen zu verstehen, als eine Art geistiges Vehikel für bestimmte Ideen und Erfahrungen, weniger als real existierende Wesen, denen man dienen muß.

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    Buddhismus , ein philosophischer Begriff der im Westen kreiert wurde, also der Weg des Siddartha, der durch "eigenes" Tun zum Buddha wurde, ist völlig säkular und keine Religion. Jemand der diesen Weg geht,nicht nur philosophiert, will die Realität erfahren und dadurch sich selbst, natürlich zu "Besseren" verändern. Das hört sich schlicht und ohne viel Inhalt an. Und was dieses gelebt für eine Dynamik und Kraft entfaltet. Und man muß sich nicht darüber auseinandersetzen,ob es überhaupt einen Gott gibt, was er will oder nicht, wer das weiß und die Wahrheit hat und...und...und...grenzt sich nie ab.

  7. Wer keine Teufel fürchtet, der braucht auch keine Götter die ihn schützen.

    Ganz ohne jede Religion kommen immer mehr Menschen aus - was ist denn mit denen???

    Nur so am Rande, nebenbei

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    Der Glaube an das Grundgesetz und an die Evolution ist auch ein Glaube und sollte genau so gehört und geachtet werden

    Aufgrund eines Doppelpostings entfernt. Die Redaktion/ls

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