Haus der Religionen Elefanten-Gott trifft Lamm

Religiöse Menschen streiten ungern. Aber sollten sie es nicht tun, wenn sie in unserer westlichen Gesellschaft leben? In Bern versuchen acht Weltreligionen, es zu lernen.

Bleigrauer Beton ziert den Europaplatz in Bern. Rechts wummern Lastwagen über eine Autobahnbrücke, links bröselt eine Industrieruine. Dazwischen breitet sich eine staubige Baugrube aus. Über ihr sollen schon bald die letzten Wahrheiten von einigen Milliarden Menschen verhandelt werden.

Endlich richtig streiten - die Themenwoche

Wir müssen dringend wieder streiten – auch laut und heftig. Denn ohne solche Konflikte gehen gehen unsere Beziehungen kaputt, unsere Identität – und am Ende unsere Demokratie. ZEIT ONLINE will in einer Themenwoche zeigen, wie man sich konstruktiv und erfolgreich auseinandersetzen kann: in der Partnerschaft und der Familie, am Arbeitsplatz und in der Schule, unter Bürgern und im Bundestag, sogar im Internet und in der Religion.

Die Folgen der Serie

Streitkultur: Streitet euch! Ein Essay

Sexualität: Streiten öffnet das Herz und andere Teile der Anatomie

Familie: Wenn Eltern "Ich will" sagen

Schule: Ohne Streit kein Unterricht

Internet: Ist das Netz ein Streitbeschleuniger? Eine Leserdebatte

Arbeit: Lass uns streiten, Chef

Unternehmen: Die Wohlfühl-Lüge

Politik: Geistige Terroristen sind ausgestorben

Wutbürger: Wir lassen Euch nie mehr in Ruhe

Religion: Elefanten-Gott trifft Lamm

Denn inmitten dieser städtebaulichen Wüste wächst eine große Idee heran: Das Haus der Religionen. Ein Zentrum der Anbetung und Begegnung soll es werden, mit sakralen Räumen für Aleviten, Buddhisten, Baha'i, Juden und Sikh, mit einer Moschee, einem Hindu-Tempel und einer Kirche. Dazu Küchen, Tagungsräume, ein gemeinsames Forum.

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Zehn Jahre ist die Idee alt, in der Hauptstadt der Schweiz einen Ort des Dialogs der Religionen und Kulturen zu schaffen, der nach neuen Regeln funktioniert. Nicht: Wohlmeinende Schweizer kümmern sich freundlich um arme Einwanderer. Sondern: Alle verschiedenen Gruppen reden gleichwertig miteinander. So wie bei einem Fußballturnier: Acht Mannschaften, jeweils sieben Spiele, also mindestens 49 Varianten des Gesprächs. Immer mit dem Ziel, den jeweiligen Glauben und die kulturellen Eigenarten des anderen kennen- und akzeptieren zu lernen, und so das friedliche Zusammenleben dieser unterschiedlichen Menschen zu fördern.

Kann es einen besseren Ort geben, um eine Antwort auf die Frage zu finden, warum religiöse Menschen so ungern miteinander streiten?

Streit gehört zur Religion

Eigentlich müsste das genaue Gegenteil der Fall sein. Viele Religionen sind überhaupt erst aus Streit entstanden: Das Judentum erwuchs aus unzähligen Auseinandersetzungen des Volkes Israel mit seinen Nachbarn, mit sich selbst und mit Gott; die jüdische Theologie ist bis heute ein nie endender Disput. Auch in der christlichen Lehre von der Trinität Gottes, also der Idee, es gebe das Göttliche als Gott, Mensch und Geist, ist der Diskurs angelegt; nicht von ungefähr haben sich daran diverse Kirchenstreite und Spaltungen entzündet. Der Islam kennt den Dschihad, in dem der Prophet seine Lehre einst gegen seine Gegner verteidigen musste, und der heute nicht nur als Glaubenskrieg verstanden werden kann, sondern ebenso als spiritueller Streit mit der menschlichen Unvollkommenheit für die Sache Gottes. Buddhismus und Hinduismus pflegen ebenfalls Jahrhunderte alte Debattenkulturen.

Karsten Polke-Majewski
Karsten Polke-Majewski

Karsten Polke-Majewski ist stellvertretender Chefredakteur von ZEIT ONLINE. Seine Profilseite finden Sie hier.

Religiöse Menschen müssten Streit also lieben. Doch tatsächlich trifft man in ihren Kreisen oft auf eine merkwürdige Scheu, Konflikte auszutragen. Woran liegt das?

Die Frage geht zuerst an David Leutwyler. Er ist Bildungsreferent des Hauses der Religionen und lädt in ein leicht marodes Holzhaus oberhalb der Altstadt von Bern. Bis der Bau am Europaplatz fertiggestellt ist, hat die Stadt dem Trägerverein des Projekts diesen provisorischen Zwischensitz zur Verfügung gestellt. Einen Seminarraum gibt es hier, Büros, eine Küche und einen Speisesaal. Außerdem haben Hindus hier übergangsweise einen Tempel eingerichtet. So erproben die verschiedenen Religionsgemeinschaften schon einmal im Kleinen, was in Zukunft im neuen Zentrum stattfinden soll. 

Also, Herr Leutwyler, wer so viel vorhat, muss doch automatisch in Konflikte geraten. Wie setzen sich die Gläubigen im Haus der Religionen auseinander? "Die Leute denken, dass wir uns Abende lang darüber streiten, welche letzte Wahrheit die richtige ist. Aber eigentlich geht es hier eher um das alltägliche Zusammenleben."

Leser-Kommentare
  1. "das die Kinder für die Fehler voriger Generationen verantwortlich sind."
    Umwelt, Finanzen, Politik, Gesellschaft, wir zahlen nicht nur für die Fehler, älterer Generationen, nein für unsere Fehler werden unsere Kinder zahlen.
    Was Sie predigen ist Egoismus. Nicht mehr und nicht weniger, egal wie nett Sie es umschreiben. Im übrigen. Die inflationäre Benutzung des Wortes "Perversion" erscheint mir im Zusammenhang mit Jesus leicht verwunderlich, aber geschenkt.
    Das Konzept ds Christentums in aktueller Zeit ist ein anderes und ihr Fokus ist dabei m.M.n. völlig falsch gesetzt. Ethik und Moral wird in Texten wie der Bergpredigt deutlich und allein darin liegt das wirklich positive. Es ist mir egal, ob Jesus gelebt hat, auferstanden ist, oder der Sohn Gottes ist. An alle dem habe ich massive Zweifel, aber was wirklich relevant ist, sind die optimistischen positiven Lehren. Es ist schon merkwürdig, warum Sie diese so aggressiv angehen.

    Eine Leser-Empfehlung
    Antwort auf "Nr. 3 Lieber Pastor T."
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    "Umwelt, Finanzen, Politik, Gesellschaft, wir zahlen nicht nur für die Fehler, älterer Generationen, nein für unsere Fehler werden unsere Kinder zahlen."

    - Ist richtig. Aber die Kinder sind nicht SCHULD daran, sondern die Eltern. Nach dem Prinzip der Erbsünde im Christentum (und vielen anderen Beispielen aus dem alten Tetemant wo ganze Generationen verdammt werden) ist das so und dass ist der zentrale Punkt meiner Kritik gewesen.

    "Umwelt, Finanzen, Politik, Gesellschaft, wir zahlen nicht nur für die Fehler, älterer Generationen, nein für unsere Fehler werden unsere Kinder zahlen."

    - Ist richtig. Aber die Kinder sind nicht SCHULD daran, sondern die Eltern. Nach dem Prinzip der Erbsünde im Christentum (und vielen anderen Beispielen aus dem alten Tetemant wo ganze Generationen verdammt werden) ist das so und dass ist der zentrale Punkt meiner Kritik gewesen.

  2. Ich habe kein Wort über Martin Luther King verloren und auchden Gewaltverzicht nicht als solches verpöhnt oder herabgewürdigt - darum gingt es nicht.

    Zunächst hat sich Martin Luther King in erster Linie christlicher Rhetorik bedient, da diese am besten verstanden wurde und die meisten sich damit identifizieren konnten. Zeitgleich hat er sich aber auch mit Hegel, Marx etc. vertraut gemacht, was man nun nicht jedem unterstellen kann.
    Also ja - wie andere auch hat Martin Luther King mit Gewaltverzicht wunderbares erreicht. So aber auch Ghandi - er war kein Christ, scheint also auch ohne zu gehen.

    Ausserdem ist der Aufruf zu "Liebe deinen Nächsten" bzw. sogar Liebe deinen Feind nicht nur ein Aufruf zum Gewaltverzicht, damit wären Sie beim Pazifismus. Da hörts aber nicht auf - ich muss denjenigen der mich Vernichten will, nicht nur keinen Widerstand leisten (Gewaltverzicht), ich muss ihn sogar lieben (Willkommen in 1984). Eine widerliche und unmoralische Forderung - ich kann genauso gut gerne auf Gewalt verzichten und meinen Feind leidenschaftlich hassen, ohne Ihn Anzugreifen oder zu töten.

    Sie werden lange durch die Reden von Dr. King gehen müssen, bis Sie eine Passage finden wo er dazu aufruft den KKK zu LIEBEN.

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    kein Wort über ihn verloren, weil er das Musterbeispiel der Nächstenliebe ist. Eine Interpretation davon, welche praktisch angewand wurde. Sie meinen, er hätte sich christlicher Rhetorik bedient, ich meine er war überzeugter Christ in seiner ursprünglichen Bedeutung und noch dazu, wie Sie ganz richtig anmerken, gebildet. Wenn ich Religion kritisiere, dann versuche ich immer auch das Potenzial zu sehen und egal ob nun im Christentum, Islam, Buddhismus oder ... gibt es den Grundstein für ein friedliches, gleichberechtigtes, demokratisches Miteinander und diesen Kern lohnt es, sich näher zu betrachten.
    Sie erwähnten Gandhi und auch ihm ist diese religiöse Inspiration zu eigen.
    Die Kritik an der Erbsünde, welche Sie äussern würde ich vielleicht sogar teilen, doch war es für mich nie wirklich relevant. Mein persönlicher Fokus, wenn es um Religion geht, ist einfach ein anderer und ich denke, was Sie konkret ansprechen, wie Sie. Kinder kommen unschuldig auf die Welt, erben jedoch die profanen Sünden ihrer Eltern.

    kein Wort über ihn verloren, weil er das Musterbeispiel der Nächstenliebe ist. Eine Interpretation davon, welche praktisch angewand wurde. Sie meinen, er hätte sich christlicher Rhetorik bedient, ich meine er war überzeugter Christ in seiner ursprünglichen Bedeutung und noch dazu, wie Sie ganz richtig anmerken, gebildet. Wenn ich Religion kritisiere, dann versuche ich immer auch das Potenzial zu sehen und egal ob nun im Christentum, Islam, Buddhismus oder ... gibt es den Grundstein für ein friedliches, gleichberechtigtes, demokratisches Miteinander und diesen Kern lohnt es, sich näher zu betrachten.
    Sie erwähnten Gandhi und auch ihm ist diese religiöse Inspiration zu eigen.
    Die Kritik an der Erbsünde, welche Sie äussern würde ich vielleicht sogar teilen, doch war es für mich nie wirklich relevant. Mein persönlicher Fokus, wenn es um Religion geht, ist einfach ein anderer und ich denke, was Sie konkret ansprechen, wie Sie. Kinder kommen unschuldig auf die Welt, erben jedoch die profanen Sünden ihrer Eltern.

  3. "Umwelt, Finanzen, Politik, Gesellschaft, wir zahlen nicht nur für die Fehler, älterer Generationen, nein für unsere Fehler werden unsere Kinder zahlen."

    - Ist richtig. Aber die Kinder sind nicht SCHULD daran, sondern die Eltern. Nach dem Prinzip der Erbsünde im Christentum (und vielen anderen Beispielen aus dem alten Tetemant wo ganze Generationen verdammt werden) ist das so und dass ist der zentrale Punkt meiner Kritik gewesen.

  4. Gute Idee:)

    An Daniel312 ("Der Unterschied das sie keinen Gott haben macht ihre "Radikalität" nicht besser."): wieso ist man radikal, wenn man keinen Gott hat?

    Karlos111 hat Recht, wenn er sagt, dass der "Glaube" der Atheisten die Wissenschaft ist, mit dem wichtigen Unterschied, dass Wissenschaft (im Gegensatz zu fast allen Religionen) nicht dogmatisch ist, sondern immer ihre Denkrichtung ändern MUSS, falls nötig. Deshalb kommen die Wissenschaftler auf der ganzen Welt auch (meistens ;-) gut miteinander aus, im Gegensatz zu den Gläubigen, die sich regelmässig gegenseitig die Schädel einschlagen.

    Was der Artikel anpreist, ein "Haus der Religionen" hat die Wissenschaft an jeder Uni und auf jedem Meeting, nämlich einen Ort des Dialogs. Die Religionen werden das vermutlich nie erreichen, weil immer nur ein kleiner Teil der Gläubigen so tolerant sind, sich auf andere Religionen einzulassen. Jeder Wissenschaftler MUSS sich laufend mit neuen Ideen und Kritik auseinandersetzen, auch wenn das mitunter schwer fällt.

    Und ja: auch Wissenschaft gibt Sinn und Halt, auch da kann sie mit den Religionen locker mithalten :)

    Mfg,
    Ein (atheistischer) Forscher, verheiratet mit einer Hindufrau :)

    Antwort auf "Raum für Ungläubige?"
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    den Urknall, wenn ja vorher nichts war der diese Kraft erzeugte?
    Meines erachtens vereinfacht sich ein Atheist sein wissenschaftliches Bild nur soweit das es ohne Gott/Göttliches zutun auskommt was die Sache wissenschaftlich zwar erleichtert aber nicht wer Weisheit letzter Schluss ist ohne sich dabei mit Religionen auseinandersetzen zu müssen.

    • _bla_
    • 26.11.2012 um 9:44 Uhr

    Karlos111 hat Recht, wenn er sagt, dass der "Glaube" der Atheisten die Wissenschaft ist

    Da schätzt er aber den Glauben völlig falsch ein. Bei Religionen geht nur nebensächlich um eine Beschreibung der Welt, aber primär um eine Bewertung der Welt und Beschreibungen dessen was sein sollte. Wissenschaft allein kann aber weder bewerten, noch kann Aussagen darüber treffen was sein sollte, sie ist darauf beschränkt zu beschreiben was ist, ansonsten wäre sie keine Wissenschaft mehr, denn bewertende Aussagen oder Aussagen zum Soll sind nicht falsifizierbar.

    Und ja: auch Wissenschaft gibt Sinn und Halt, auch da kann sie mit den Religionen locker mithalten :)

    Nein. Sie können eine Weltanschauung haben, zur der auch die Wissenschaft dazugehört und diese Weltanschauung kann ihnen dann Sinn und Halt geben. Die Wissenschaft alleine kann dies gerade nicht. Die Haltung Wissenschaft könnte so etwas, trägt mehr zur Erosion des Wissenschaftsbegriffs bei als die deutlich offensichtlicheren Versuche Weltanschauung als Wissenschaft auszugeben der Kreationisten.

    den Urknall, wenn ja vorher nichts war der diese Kraft erzeugte?
    Meines erachtens vereinfacht sich ein Atheist sein wissenschaftliches Bild nur soweit das es ohne Gott/Göttliches zutun auskommt was die Sache wissenschaftlich zwar erleichtert aber nicht wer Weisheit letzter Schluss ist ohne sich dabei mit Religionen auseinandersetzen zu müssen.

    • _bla_
    • 26.11.2012 um 9:44 Uhr

    Karlos111 hat Recht, wenn er sagt, dass der "Glaube" der Atheisten die Wissenschaft ist

    Da schätzt er aber den Glauben völlig falsch ein. Bei Religionen geht nur nebensächlich um eine Beschreibung der Welt, aber primär um eine Bewertung der Welt und Beschreibungen dessen was sein sollte. Wissenschaft allein kann aber weder bewerten, noch kann Aussagen darüber treffen was sein sollte, sie ist darauf beschränkt zu beschreiben was ist, ansonsten wäre sie keine Wissenschaft mehr, denn bewertende Aussagen oder Aussagen zum Soll sind nicht falsifizierbar.

    Und ja: auch Wissenschaft gibt Sinn und Halt, auch da kann sie mit den Religionen locker mithalten :)

    Nein. Sie können eine Weltanschauung haben, zur der auch die Wissenschaft dazugehört und diese Weltanschauung kann ihnen dann Sinn und Halt geben. Die Wissenschaft alleine kann dies gerade nicht. Die Haltung Wissenschaft könnte so etwas, trägt mehr zur Erosion des Wissenschaftsbegriffs bei als die deutlich offensichtlicheren Versuche Weltanschauung als Wissenschaft auszugeben der Kreationisten.

  5. @129 ThomasSchweden
    Da muss ich widersprechen. Die meisten Naturwissenschaftler gehen davon aus, dass es im Universum „mit rechten Dingen zugeht“ und das weder Götter, Geister, noch Kobolde oder Dämonen in die Naturgesetze eingreifen. Unter Wissenschaft verstehen wir die Methodik Nachprüfbares mit nachprüfbaren Methoden undogmatisch, planmäßig und vernünftig zu überprüfen. Gegenstände, Theorien oder Behauptungen welche sich einer rationalen Überprüfung (Falsifizierung) entziehen, sind für uns nicht von Bedeutung (Popper). Weiter denken wir, dass man zur Erklärung von Naturphänomenen nicht mehr unbewiesene Argumente einführen sollte, als unbedingt notwendig (Ockhams Rasiermesser). Die als Theorien und Hypothesen formulierten Naturgesetzte betrachten wir nicht als in „Stein gemeisselte ewige Wahrheiten“ sondern sehen diese als Gegenstand der permanenten kritischen Prüfung. Als Folge davon entsteht innerhalb der wissenschaftlichen Theorien ein evolutiver Fortschritt, wodurch sich auch das bestehende Weltbild fortlaufend weiter entwickelt. Oder anders gesagt: „die Wissenschaft funktioniert, weil ihr Kernantrieb auf dem Wettstreit von Intellektuellen basiert. Sie bietet beeindruckende Antworten, weil sie schlaue Leute dazu nötigt, die Ideen anderer schlauer Leute zu verbessern“ (Hermann).
    Philosophische Überlegungen kommen etwa im Gebiet der Ethik, zu weit überzeugenderen Ergebnissen als die Religion. Wer Wissenschaft, Philosophie und Kunst besitzt, braucht keine Religion.

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    war gut und ok. ein anhang :z.b sie möchten zustände beschreiben, welche in vergangenen entwicklungzuständen des archaischen, oder magisch, mytischen bewusstseinszustandes der menschen lag, mit mental-logischen beschreibungen. sie werden scheitern. genauso werden sie scheitern, die evt.nächste entw.stufe unseres bewusstseins jetzt schon zu erfuehlen oder beschreiben zu wollen(integrales bewusstsein/gebser, wenn es denn kommt :)). nach dem holonkarakter sind wir auch gefangene unserer entwicklungstufe oder species.

    religion, kunst, philosophie, 'heutige' wissenschaft, könnten doch einfach nur ausdruckformen verschiedener bewusstseinsstufen-zustände sein und damit 'gleichberechtigt' !?!?

    im wachstumsalter gebildet wird und seine daraus resultierenden verhaltensmuster und uns zu welchem prozentsatz auch immer zu bioligischen maschinen 'dekradiert', und die reflektion zu anderen im netzgeflecht und seine eigene fähigkeit zur eigenen mustererkennung einen hauch von bewusstsein vorgauckelt, seitdem muss man besonders vorsichtig sein in der erkennung was wahrheit ueberhaupt noch ist. ohne ironie geschrieben. gute nacht

    war gut und ok. ein anhang :z.b sie möchten zustände beschreiben, welche in vergangenen entwicklungzuständen des archaischen, oder magisch, mytischen bewusstseinszustandes der menschen lag, mit mental-logischen beschreibungen. sie werden scheitern. genauso werden sie scheitern, die evt.nächste entw.stufe unseres bewusstseins jetzt schon zu erfuehlen oder beschreiben zu wollen(integrales bewusstsein/gebser, wenn es denn kommt :)). nach dem holonkarakter sind wir auch gefangene unserer entwicklungstufe oder species.

    religion, kunst, philosophie, 'heutige' wissenschaft, könnten doch einfach nur ausdruckformen verschiedener bewusstseinsstufen-zustände sein und damit 'gleichberechtigt' !?!?

    im wachstumsalter gebildet wird und seine daraus resultierenden verhaltensmuster und uns zu welchem prozentsatz auch immer zu bioligischen maschinen 'dekradiert', und die reflektion zu anderen im netzgeflecht und seine eigene fähigkeit zur eigenen mustererkennung einen hauch von bewusstsein vorgauckelt, seitdem muss man besonders vorsichtig sein in der erkennung was wahrheit ueberhaupt noch ist. ohne ironie geschrieben. gute nacht

  6. Sie geben - zumindest überwiegend - die richtigen Antworten. Sind Sie aber sicher, dass Sie auch die richtigen Fragen stellen?

    Liebe deinen Nächsten - ist in der Tat als Handlungsanweisung schwer praktikabel und kaum praktisch. Aber Liebe ist im damaligen Kontext eher kein Gefühl, sondern eine Haltung. Und Martin Buber übersetzt den 2. Teil nicht mit "wie dich selbst", sondern: "Er ist wie du." Dann heißt das: Begegne dem anderen Menschen mit Respekt und Achtung, denn er ist dein Bruder, deine Schwester, wie du. Eine Haltung, die uns im Zusammenleben durchaus nützen könnte, finde ich.

    Dass "Aug um Auge" selbst schon ein Fortschritt gegenüber noch älteren Rechtssystemen ist, war mir bekannt. Bei Jesus geht es aber nicht um eine neue Rechtsordnung, sondern um eine Haltung, um die Würde des Menschen. In der Auslegung spielt der damalige Kontext der römischen Besatzung eine Rolle, wie einschlägigen Kommentaren zu entnehmen ist (Unterschied des Schlagens mit Handfläche und Handrücken...).

    Und wie Sie richtig bemerken: Auch das "Sorget nicht" ist so, wie es in der Bibel steht, kontextbezogen auf die Situation Jesu als Wanderprediger.

    Und was heißt das? Dass wir die Bibel interpretieren müssen, um sie zu verstehen. Eigentlich eine Binsenweisheit.

    2 Leser-Empfehlungen
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    Zunächst danke für die ausführlichen Antworten, aber ich bin mir nicht sicher was sie mit "Sind Sie aber sicher, dass Sie auch die richtigen Fragen stellen?" - beziehen Sie das auf Sinnfragen? Nicht alle Sinnfragen sind sinnvoll, mehr noch - die meisten sind sinnfrei wie z.B.

    "Was ist die Farbe von Neid?", "Was ist der Sinn der Lebens?", "Warum sind wir hier?" - Die erste, ich denke da wären wir uns einige ist einfach dämlich. Bei den anderen beiden wird von einem universellen inhaltlichen Sinn ausgegangen, für den es keine Indizien gibt. Ferner scheinen die Fragen aus einer Geisteshaltung zu kommen, die davon ausgeht dass das Universum uns eine Antwort schuldig ist. Das ist nicht der Fall, denn dieses ist in kein Bewusstsein ausgestattet - zumindest gibt es dafür keinerlei Anhaltspunkte und alle bisherigen Entdeckung sprechen sich dagegen aus.

    Die historischen Zusammenhänge haben Sie bereits ganz richtig dargestellt, aber bei der Schlussfolgerung muss ich Ihnen Widersprechen.

    Zunächst sind die historischen Zusammenhänge (z.B. die Tatsache das Frauen - auch innerhalb der 10 Gebote - als Gegenstände betrachtet werden) Argumente für den Atheismus, nicht umgekehrt. Es sprich alles dafür dass Man(n) Gott geschaffen hat.

    Wenn wir im historischen Kontext bleiben: Was ist wahrscheinlicher (ich erinnere an Ockhams Rasiermesser) - dass sich Menschen vor über 100.000 Jahren nicht erklären konnten was umsie herum und mit ihnen geschieht. Ein endloses und schmerzhaftes sterben in jungen Jahren, keine Ahnung von Bakterien und Viren, in ständiger Angst vor sich selbst, der Umwelt, der Dunkelheit und dem Tod - vollkommen Ignorant und haben daraus die ersten Erklärungsversuche (Geburtsstunde des Theismus)unternommen, oder dass eine Gottesähnliche Gestalt in den unerfahrenen und analphabetischen Teilen im mittleren Osten (mal wieder!!) von einer Jungfrau geboren wird.?

    Zunächst danke für die ausführlichen Antworten, aber ich bin mir nicht sicher was sie mit "Sind Sie aber sicher, dass Sie auch die richtigen Fragen stellen?" - beziehen Sie das auf Sinnfragen? Nicht alle Sinnfragen sind sinnvoll, mehr noch - die meisten sind sinnfrei wie z.B.

    "Was ist die Farbe von Neid?", "Was ist der Sinn der Lebens?", "Warum sind wir hier?" - Die erste, ich denke da wären wir uns einige ist einfach dämlich. Bei den anderen beiden wird von einem universellen inhaltlichen Sinn ausgegangen, für den es keine Indizien gibt. Ferner scheinen die Fragen aus einer Geisteshaltung zu kommen, die davon ausgeht dass das Universum uns eine Antwort schuldig ist. Das ist nicht der Fall, denn dieses ist in kein Bewusstsein ausgestattet - zumindest gibt es dafür keinerlei Anhaltspunkte und alle bisherigen Entdeckung sprechen sich dagegen aus.

    Die historischen Zusammenhänge haben Sie bereits ganz richtig dargestellt, aber bei der Schlussfolgerung muss ich Ihnen Widersprechen.

    Zunächst sind die historischen Zusammenhänge (z.B. die Tatsache das Frauen - auch innerhalb der 10 Gebote - als Gegenstände betrachtet werden) Argumente für den Atheismus, nicht umgekehrt. Es sprich alles dafür dass Man(n) Gott geschaffen hat.

    Wenn wir im historischen Kontext bleiben: Was ist wahrscheinlicher (ich erinnere an Ockhams Rasiermesser) - dass sich Menschen vor über 100.000 Jahren nicht erklären konnten was umsie herum und mit ihnen geschieht. Ein endloses und schmerzhaftes sterben in jungen Jahren, keine Ahnung von Bakterien und Viren, in ständiger Angst vor sich selbst, der Umwelt, der Dunkelheit und dem Tod - vollkommen Ignorant und haben daraus die ersten Erklärungsversuche (Geburtsstunde des Theismus)unternommen, oder dass eine Gottesähnliche Gestalt in den unerfahrenen und analphabetischen Teilen im mittleren Osten (mal wieder!!) von einer Jungfrau geboren wird.?

  7. den Urknall, wenn ja vorher nichts war der diese Kraft erzeugte?
    Meines erachtens vereinfacht sich ein Atheist sein wissenschaftliches Bild nur soweit das es ohne Gott/Göttliches zutun auskommt was die Sache wissenschaftlich zwar erleichtert aber nicht wer Weisheit letzter Schluss ist ohne sich dabei mit Religionen auseinandersetzen zu müssen.

    Eine Leser-Empfehlung
    Antwort auf "Raum für Ungläubige?"
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    für den Einstieg den Vortrag von Lawrence Krauss (auch seine Bücher!!!) "A Universe from Nothing": http://www.youtube.com/wa...

    Wichtiger Hinweis: Das was wir in der Umgangssprache als "Nichts" bezeichnen ist nicht mit dem deckungsgleich, was Physiker als "Nichts" bezeichnen.

    Davon mal abgesehen: Ein Atheist ist Ihnen auf diese Frage keine Antwort schuldig (ein Astrophysiker schon eher)- die Antort lautet "Wir wissen es nicht" bzw. "Wir wissen es NOCH nicht, aber wir arbeiten dran!". Ein überzeugter Theist (insbesondere in den USA) wird Ihnen Ähnliches sagen "Wir wissen es nicht, aber ich erklärs jetzt trotzdem." Und wenn Sie merken, hilft es Ihnen auch nicht Jahve als Antwort zu installieren - es beantwortet gar nichts. Es ist eine Tautologie die mir der Frage endet "Und wer hat den nun erschaffen?" - Antwort: "Der ist ewig!" - Beweis:"Steht so in der Bibel." - Was schnell auffällt: Man lernt nichts aus der Hypothese und sie ist nich falsifizierbar.

    Dass der Mensch etwas nicht weiß, ist 1. Ansporn dazu, es herauszufinden, kann 2. die Einsicht sein, dass man etwas nie herausfinden kann, ist deshalb 3. ein Hinweis auf die Begrenztheit des Menschen, aber 4. niemals ein Hinweis auf "Gott". Zumindest nicht den Gott der Bibel. Denn Gott ist nicht die Leerstelle, die die Unvollkommenheit des Menschen lässt. Zwei Atheisten haben Definitionen von Gott gegeben, die meinem Verständnis schon näher kommen: Gott ist "der selbstverständliche Rahmen des gewöhnlichen Alltags" (B. Latour). Und L. Wittgenstein: „Wie sich alles verhält, ist Gott. Gott ist, wie sich alles verhält“ und „Den Sinn des Lebens, d.i. den Sinn der Welt, können wir Gott nennen.“ Und negativ, von einem Pastor: "Einen Gott, den es gibt, gibt es nicht." (D. Bonhoeffer)

    für den Einstieg den Vortrag von Lawrence Krauss (auch seine Bücher!!!) "A Universe from Nothing": http://www.youtube.com/wa...

    Wichtiger Hinweis: Das was wir in der Umgangssprache als "Nichts" bezeichnen ist nicht mit dem deckungsgleich, was Physiker als "Nichts" bezeichnen.

    Davon mal abgesehen: Ein Atheist ist Ihnen auf diese Frage keine Antwort schuldig (ein Astrophysiker schon eher)- die Antort lautet "Wir wissen es nicht" bzw. "Wir wissen es NOCH nicht, aber wir arbeiten dran!". Ein überzeugter Theist (insbesondere in den USA) wird Ihnen Ähnliches sagen "Wir wissen es nicht, aber ich erklärs jetzt trotzdem." Und wenn Sie merken, hilft es Ihnen auch nicht Jahve als Antwort zu installieren - es beantwortet gar nichts. Es ist eine Tautologie die mir der Frage endet "Und wer hat den nun erschaffen?" - Antwort: "Der ist ewig!" - Beweis:"Steht so in der Bibel." - Was schnell auffällt: Man lernt nichts aus der Hypothese und sie ist nich falsifizierbar.

    Dass der Mensch etwas nicht weiß, ist 1. Ansporn dazu, es herauszufinden, kann 2. die Einsicht sein, dass man etwas nie herausfinden kann, ist deshalb 3. ein Hinweis auf die Begrenztheit des Menschen, aber 4. niemals ein Hinweis auf "Gott". Zumindest nicht den Gott der Bibel. Denn Gott ist nicht die Leerstelle, die die Unvollkommenheit des Menschen lässt. Zwei Atheisten haben Definitionen von Gott gegeben, die meinem Verständnis schon näher kommen: Gott ist "der selbstverständliche Rahmen des gewöhnlichen Alltags" (B. Latour). Und L. Wittgenstein: „Wie sich alles verhält, ist Gott. Gott ist, wie sich alles verhält“ und „Den Sinn des Lebens, d.i. den Sinn der Welt, können wir Gott nennen.“ Und negativ, von einem Pastor: "Einen Gott, den es gibt, gibt es nicht." (D. Bonhoeffer)

  8. Zunächst danke für die ausführlichen Antworten, aber ich bin mir nicht sicher was sie mit "Sind Sie aber sicher, dass Sie auch die richtigen Fragen stellen?" - beziehen Sie das auf Sinnfragen? Nicht alle Sinnfragen sind sinnvoll, mehr noch - die meisten sind sinnfrei wie z.B.

    "Was ist die Farbe von Neid?", "Was ist der Sinn der Lebens?", "Warum sind wir hier?" - Die erste, ich denke da wären wir uns einige ist einfach dämlich. Bei den anderen beiden wird von einem universellen inhaltlichen Sinn ausgegangen, für den es keine Indizien gibt. Ferner scheinen die Fragen aus einer Geisteshaltung zu kommen, die davon ausgeht dass das Universum uns eine Antwort schuldig ist. Das ist nicht der Fall, denn dieses ist in kein Bewusstsein ausgestattet - zumindest gibt es dafür keinerlei Anhaltspunkte und alle bisherigen Entdeckung sprechen sich dagegen aus.

    Die historischen Zusammenhänge haben Sie bereits ganz richtig dargestellt, aber bei der Schlussfolgerung muss ich Ihnen Widersprechen.

    Zunächst sind die historischen Zusammenhänge (z.B. die Tatsache das Frauen - auch innerhalb der 10 Gebote - als Gegenstände betrachtet werden) Argumente für den Atheismus, nicht umgekehrt. Es sprich alles dafür dass Man(n) Gott geschaffen hat.

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    "Es sprich alles dafür dass Man(n) Gott geschaffen hat."
    Eine endogene Reaktion aus Nichts? oder Wissenschaftlich noch nicht hinreichend erforscht:)

    "Es sprich alles dafür dass Man(n) Gott geschaffen hat."
    Eine endogene Reaktion aus Nichts? oder Wissenschaftlich noch nicht hinreichend erforscht:)

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