Haus der Religionen Elefanten-Gott trifft Lamm

Religiöse Menschen streiten ungern. Aber sollten sie es nicht tun, wenn sie in unserer westlichen Gesellschaft leben? In Bern versuchen acht Weltreligionen, es zu lernen.

Bleigrauer Beton ziert den Europaplatz in Bern. Rechts wummern Lastwagen über eine Autobahnbrücke, links bröselt eine Industrieruine. Dazwischen breitet sich eine staubige Baugrube aus. Über ihr sollen schon bald die letzten Wahrheiten von einigen Milliarden Menschen verhandelt werden.

Endlich richtig streiten - die Themenwoche

Wir müssen dringend wieder streiten – auch laut und heftig. Denn ohne solche Konflikte gehen gehen unsere Beziehungen kaputt, unsere Identität – und am Ende unsere Demokratie. ZEIT ONLINE will in einer Themenwoche zeigen, wie man sich konstruktiv und erfolgreich auseinandersetzen kann: in der Partnerschaft und der Familie, am Arbeitsplatz und in der Schule, unter Bürgern und im Bundestag, sogar im Internet und in der Religion.

Die Folgen der Serie

Streitkultur: Streitet euch! Ein Essay

Sexualität: Streiten öffnet das Herz und andere Teile der Anatomie

Familie: Wenn Eltern "Ich will" sagen

Schule: Ohne Streit kein Unterricht

Internet: Ist das Netz ein Streitbeschleuniger? Eine Leserdebatte

Arbeit: Lass uns streiten, Chef

Unternehmen: Die Wohlfühl-Lüge

Politik: Geistige Terroristen sind ausgestorben

Wutbürger: Wir lassen Euch nie mehr in Ruhe

Religion: Elefanten-Gott trifft Lamm

Denn inmitten dieser städtebaulichen Wüste wächst eine große Idee heran: Das Haus der Religionen. Ein Zentrum der Anbetung und Begegnung soll es werden, mit sakralen Räumen für Aleviten, Buddhisten, Baha'i, Juden und Sikh, mit einer Moschee, einem Hindu-Tempel und einer Kirche. Dazu Küchen, Tagungsräume, ein gemeinsames Forum.

Anzeige

Zehn Jahre ist die Idee alt, in der Hauptstadt der Schweiz einen Ort des Dialogs der Religionen und Kulturen zu schaffen, der nach neuen Regeln funktioniert. Nicht: Wohlmeinende Schweizer kümmern sich freundlich um arme Einwanderer. Sondern: Alle verschiedenen Gruppen reden gleichwertig miteinander. So wie bei einem Fußballturnier: Acht Mannschaften, jeweils sieben Spiele, also mindestens 49 Varianten des Gesprächs. Immer mit dem Ziel, den jeweiligen Glauben und die kulturellen Eigenarten des anderen kennen- und akzeptieren zu lernen, und so das friedliche Zusammenleben dieser unterschiedlichen Menschen zu fördern.

Kann es einen besseren Ort geben, um eine Antwort auf die Frage zu finden, warum religiöse Menschen so ungern miteinander streiten?

Streit gehört zur Religion

Eigentlich müsste das genaue Gegenteil der Fall sein. Viele Religionen sind überhaupt erst aus Streit entstanden: Das Judentum erwuchs aus unzähligen Auseinandersetzungen des Volkes Israel mit seinen Nachbarn, mit sich selbst und mit Gott; die jüdische Theologie ist bis heute ein nie endender Disput. Auch in der christlichen Lehre von der Trinität Gottes, also der Idee, es gebe das Göttliche als Gott, Mensch und Geist, ist der Diskurs angelegt; nicht von ungefähr haben sich daran diverse Kirchenstreite und Spaltungen entzündet. Der Islam kennt den Dschihad, in dem der Prophet seine Lehre einst gegen seine Gegner verteidigen musste, und der heute nicht nur als Glaubenskrieg verstanden werden kann, sondern ebenso als spiritueller Streit mit der menschlichen Unvollkommenheit für die Sache Gottes. Buddhismus und Hinduismus pflegen ebenfalls Jahrhunderte alte Debattenkulturen.

Karsten Polke-Majewski
Karsten Polke-Majewski

Karsten Polke-Majewski ist stellvertretender Chefredakteur von ZEIT ONLINE. Seine Profilseite finden Sie hier.

Religiöse Menschen müssten Streit also lieben. Doch tatsächlich trifft man in ihren Kreisen oft auf eine merkwürdige Scheu, Konflikte auszutragen. Woran liegt das?

Die Frage geht zuerst an David Leutwyler. Er ist Bildungsreferent des Hauses der Religionen und lädt in ein leicht marodes Holzhaus oberhalb der Altstadt von Bern. Bis der Bau am Europaplatz fertiggestellt ist, hat die Stadt dem Trägerverein des Projekts diesen provisorischen Zwischensitz zur Verfügung gestellt. Einen Seminarraum gibt es hier, Büros, eine Küche und einen Speisesaal. Außerdem haben Hindus hier übergangsweise einen Tempel eingerichtet. So erproben die verschiedenen Religionsgemeinschaften schon einmal im Kleinen, was in Zukunft im neuen Zentrum stattfinden soll. 

Also, Herr Leutwyler, wer so viel vorhat, muss doch automatisch in Konflikte geraten. Wie setzen sich die Gläubigen im Haus der Religionen auseinander? "Die Leute denken, dass wir uns Abende lang darüber streiten, welche letzte Wahrheit die richtige ist. Aber eigentlich geht es hier eher um das alltägliche Zusammenleben."

Leser-Kommentare
    • OIKOS
    • 26.11.2012 um 21:40 Uhr
    225. Weltethos

    So wie ich das Haus der Religionen in Bern verstehe, soll dort praktiziert werden, was der Theologe Hans Küng in seinem Projekt "Weltethos" vorausgedacht hat: Das Entwickeln einer gemeinsamen Ethik aller Menschen für den verantwortungsvollen Umgang miteinander und mit der Natur. Die Grundwerte der Humanität und Ethik sollen den Menschen ein friedliches Zusammenleben auf diesem Planeten erleichtern. Als Pendant zur UNO auf Staatsebene das Haus der Religionen als ein globales Forum, das von den Menschen ausgeht, die nach dem Sinn fragen. Ich wünsche diesem Haus viel Glück, besten Erfolg und Anregung zu vielen weiteren Häusern!

    Eine Leser-Empfehlung
  1. 226. es trägt

    "die welt als factum brutum ist ein dünnes eis"

    ..., aber es trägt.

    "Denken sie nur an Menschen wie Konfuzius, Buddha, Moses, Mohammed, Jesus und viele, viele andere. Diese Menschen waren Wegweiser, die mit dem Weg auch immer den Sinn vermittelten."

    das meinte ich mit religion als pädagogischer veranstaltung in einem meiner beiträge heute.

    "...die mit dem Weg auch immer den Sinn vermittelten."

    ja, einen vermuteten sinn. meine vermutung ist eben, daß es keinen sinn gibt. ich halte es da eher mit lukrez. lustgewinn ist moralisch und lustgewinn ziehe ich auch und vor allem aus einem möglichst moralischen leben; ganz ohne gott.

    nun habe ich den begriff des "factum brutum" nicht eingeführt. ich meine vielmehr, das die welt unendlich viele erklärungen zuläßt - die letzte wahrheit werden wir menschen jedoch nie finden (können). wogegen ich mich gewehrt habe ist die behauptung, ethik und moral seien ohne gott nicht möglich. und vom gegenteil hat mich noch kein beitrag argumentativ überzeugen können.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • _bla_
    • 26.11.2012 um 23:05 Uhr

    ich meine vielmehr, das die welt unendlich viele erklärungen zuläßt - die letzte wahrheit werden wir menschen jedoch nie finden (können).

    Da stimme ich völlig mit Ihnen überein.

    wogegen ich mich gewehrt habe ist die behauptung, ethik und moral seien ohne gott nicht möglich.

    Möglicherweise gäb es diese Welt ohne Gott ja gar nicht, in einer Welt die nicht existiert gibt es auch keine Ethik und Moral oder?
    Aber die Welt existiert, darauf können wir uns sicher einigen und in dieser Welt gibt es auch viele Menschen, die nicht an Gott glauben und deren Verhalten moralisch einwandfrei ist. Ich denke auch das Problem ist ein anderes: Moral ist sehr wohl möglich ohne Gott, aber Moral ist ohne Glauben unmöglich. Ohne religiösen Glauben natürlich, aber nicht ohne den Glauben an die Existenz verbindlicher Regeln des Zusammenlebens. Wer wirklich an nichts glaubt, dessen Existenz sich nicht beweisen lässt, also bspw. auch nicht an die Menschenwürde, der kann auch nicht bewusst moralisch handeln.

    "Ohne religiösen Glauben natürlich, aber nicht ohne den Glauben an die Existenz verbindlicher Regeln des Zusammenlebens. Wer wirklich an nichts glaubt, dessen Existenz sich nicht beweisen lässt, also bspw. auch nicht an die Menschenwürde, der kann auch nicht bewusst moralisch handeln."

    seien sie mir bitte nicht böse - ich schätze ihre freundlichkeit und integrität in diesem disput sehr - aber, mit verlaub, das ist ein allgemeinplatz. das ist jedoch für mich nicht schlimm, denn jetzt haben wir die konvergenz unserer anschauungen erkannt - hoffe ich jedenfalls. ich jedenfalls habe wieder viel gelernt und meine zugegebenermaßen frühere flapsigkeit gegenüber religiösen menschen noch weiter zurückfahren können.

    gute nacht.

    Ich möchte aus Ihrem Beitrag zwei Aspekte herausgreifen.
    Sie schreiben:
    "..., einen vermuteten sinn. meine vermutung ist eben, daß es keinen sinn gibt. ich halte es da eher mit lukrez. lustgewinn ist moralisch und lustgewinn ziehe ich auch und vor allem aus einem möglichst moralischen leben"

    Statt vermuten können Sie auch glauben einsetzen. Diesen Glauben kann man haben, .Aber bedenken Sie die Konsequenzen die Ihr Standpunkt in intersubjektiver Hinsicht hätte. Durch die Offenbarungen/Lehren der von mir genannten Menschen/Religionsstifter wurden/werden Menschen nach oben gezogen, gibt es eine vertikale Dimension.
    Was täte ein allgemeiner Glaube von der Sinnlosigkeit des Ganzen und damit auch des Menschlichen Er zöge die Menschen herab und würfe sie auf ihre Individualität zurück. Konsequent ist dann natürlich ein hedonistischer Standpunkt (=Lustgewinn). Aber warum in aller Welt verbinden Sie diesen Hedonismus mit Moral, die Ihnen doch gar nicht so selten eine Rücknahme Ihres persönlichen Lustgewinns abverlangt. Glauben Sie, dass einer der Hitlerattentäter seine Tat mit Lustgewinn begründet hätte?

    Sie schreiben:
    ".. wogegen ich mich gewehrt habe ist die behauptung, ethik und moral seien ohne gott nicht möglich. und vom gegenteil hat mich noch kein beitrag argumentativ überzeugen können"

    Es gibt in allen menschlcihen Kulturen eine moralisch/sittliche Gemeinsamkeit. Überall gelten Mut, Großzügigkeit, Gerechtigkeit, Aufrichtigkeit, Güte als bewunderungswürdig und überall werden Verrat, Heimtücke, Grausamkeit, Willkür, Geiz als verachtenswürdig angesehen.

    Aus dieser sittlichen Grundstimmung erwuchs Moral und schließlich reflektiert, die Ethik.
    Wenn wir den kategorischen Imperativ als Destillat aus dieser Grundstimmung betrachten, so wäre er quasi ein "moralisches Naturgesetz".
    Nun sind ethischen Grundvoraussetzungen keine Erfindungen der Menschen, sie stecken in uns und sind wohl auch die Gewähr dafür, dass sich in der Praxis nicht beliebige Ethiken durchsetzen werden.
    Ich wiederhole mich, wenn ich nochmals Frage, woher diese, meiner Überzeugung nach evolutiv entstandenen, Grundbedingungen kommen. Der Hinweis auf eine evolutive Entstehung ist natürlich keine Erklärung. Ein Agnostiker wird vielleicht mit G.Benn sagen:
    "Ich habe mich stets gefragt, woher das Gute und Schöne kommt. Weiß es immer noch nicht und muß nun gehn." (so sinngemäß)
    Ein religiöser Mensch vertraut in all dem auf das Wirken eines Gottes.
    Der Atheist behauptet/glaubt, dass das nicht stimmt - aber eine Antwort hat er auch nicht und die Konsequenz ist (siehe Aspekt 1).

    • _bla_
    • 26.11.2012 um 23:05 Uhr

    ich meine vielmehr, das die welt unendlich viele erklärungen zuläßt - die letzte wahrheit werden wir menschen jedoch nie finden (können).

    Da stimme ich völlig mit Ihnen überein.

    wogegen ich mich gewehrt habe ist die behauptung, ethik und moral seien ohne gott nicht möglich.

    Möglicherweise gäb es diese Welt ohne Gott ja gar nicht, in einer Welt die nicht existiert gibt es auch keine Ethik und Moral oder?
    Aber die Welt existiert, darauf können wir uns sicher einigen und in dieser Welt gibt es auch viele Menschen, die nicht an Gott glauben und deren Verhalten moralisch einwandfrei ist. Ich denke auch das Problem ist ein anderes: Moral ist sehr wohl möglich ohne Gott, aber Moral ist ohne Glauben unmöglich. Ohne religiösen Glauben natürlich, aber nicht ohne den Glauben an die Existenz verbindlicher Regeln des Zusammenlebens. Wer wirklich an nichts glaubt, dessen Existenz sich nicht beweisen lässt, also bspw. auch nicht an die Menschenwürde, der kann auch nicht bewusst moralisch handeln.

    "Ohne religiösen Glauben natürlich, aber nicht ohne den Glauben an die Existenz verbindlicher Regeln des Zusammenlebens. Wer wirklich an nichts glaubt, dessen Existenz sich nicht beweisen lässt, also bspw. auch nicht an die Menschenwürde, der kann auch nicht bewusst moralisch handeln."

    seien sie mir bitte nicht böse - ich schätze ihre freundlichkeit und integrität in diesem disput sehr - aber, mit verlaub, das ist ein allgemeinplatz. das ist jedoch für mich nicht schlimm, denn jetzt haben wir die konvergenz unserer anschauungen erkannt - hoffe ich jedenfalls. ich jedenfalls habe wieder viel gelernt und meine zugegebenermaßen frühere flapsigkeit gegenüber religiösen menschen noch weiter zurückfahren können.

    gute nacht.

    Ich möchte aus Ihrem Beitrag zwei Aspekte herausgreifen.
    Sie schreiben:
    "..., einen vermuteten sinn. meine vermutung ist eben, daß es keinen sinn gibt. ich halte es da eher mit lukrez. lustgewinn ist moralisch und lustgewinn ziehe ich auch und vor allem aus einem möglichst moralischen leben"

    Statt vermuten können Sie auch glauben einsetzen. Diesen Glauben kann man haben, .Aber bedenken Sie die Konsequenzen die Ihr Standpunkt in intersubjektiver Hinsicht hätte. Durch die Offenbarungen/Lehren der von mir genannten Menschen/Religionsstifter wurden/werden Menschen nach oben gezogen, gibt es eine vertikale Dimension.
    Was täte ein allgemeiner Glaube von der Sinnlosigkeit des Ganzen und damit auch des Menschlichen Er zöge die Menschen herab und würfe sie auf ihre Individualität zurück. Konsequent ist dann natürlich ein hedonistischer Standpunkt (=Lustgewinn). Aber warum in aller Welt verbinden Sie diesen Hedonismus mit Moral, die Ihnen doch gar nicht so selten eine Rücknahme Ihres persönlichen Lustgewinns abverlangt. Glauben Sie, dass einer der Hitlerattentäter seine Tat mit Lustgewinn begründet hätte?

    Sie schreiben:
    ".. wogegen ich mich gewehrt habe ist die behauptung, ethik und moral seien ohne gott nicht möglich. und vom gegenteil hat mich noch kein beitrag argumentativ überzeugen können"

    Es gibt in allen menschlcihen Kulturen eine moralisch/sittliche Gemeinsamkeit. Überall gelten Mut, Großzügigkeit, Gerechtigkeit, Aufrichtigkeit, Güte als bewunderungswürdig und überall werden Verrat, Heimtücke, Grausamkeit, Willkür, Geiz als verachtenswürdig angesehen.

    Aus dieser sittlichen Grundstimmung erwuchs Moral und schließlich reflektiert, die Ethik.
    Wenn wir den kategorischen Imperativ als Destillat aus dieser Grundstimmung betrachten, so wäre er quasi ein "moralisches Naturgesetz".
    Nun sind ethischen Grundvoraussetzungen keine Erfindungen der Menschen, sie stecken in uns und sind wohl auch die Gewähr dafür, dass sich in der Praxis nicht beliebige Ethiken durchsetzen werden.
    Ich wiederhole mich, wenn ich nochmals Frage, woher diese, meiner Überzeugung nach evolutiv entstandenen, Grundbedingungen kommen. Der Hinweis auf eine evolutive Entstehung ist natürlich keine Erklärung. Ein Agnostiker wird vielleicht mit G.Benn sagen:
    "Ich habe mich stets gefragt, woher das Gute und Schöne kommt. Weiß es immer noch nicht und muß nun gehn." (so sinngemäß)
    Ein religiöser Mensch vertraut in all dem auf das Wirken eines Gottes.
    Der Atheist behauptet/glaubt, dass das nicht stimmt - aber eine Antwort hat er auch nicht und die Konsequenz ist (siehe Aspekt 1).

    • ebsw
    • 26.11.2012 um 22:44 Uhr

    Na endlich isses raus.

    Gott als Erfinder der Moral.

    Ich halte es aber doch eher mit Feuerbach:
    "Etwas in Gott setzen oder aus Gott ableiten, das heißt nichts weiter als etwas der prüfenden Vernunft entziehen, als unbezweifelbar, unverletzlich, heilig hinstellen, ohne rechenschaft darüber abzulegen."

    Schlussfolgerung:
    Dieser nun Tage währende Disput über Moral demonstriert, dass das Religionshaus in der Schweiz alles mögliche ermöglichen kann, aber nicht den gemeinsamen Erkenntnisgewinn über die Grenzen der jeweiligen Religionen. Eher kommt mir eine Übung aus Hundeschulen in Erinnerung, wo die wilden Vertreter ihrer Art mit einem nicht aus der Ruhe zu bringenden alpha-Tier konfrontiert werden, mit dem Ziel, dass sie fürderhin nicht mehr an der Leine ziehen, wenn sie einen Artgenossen mit anderem Fell erspähen. Ein Armutszeugnis für Menschen....

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • _bla_
    • 26.11.2012 um 23:24 Uhr

    Dieser nun Tage währende Disput über Moral demonstriert, dass das Religionshaus in der Schweiz alles mögliche ermöglichen kann, aber nicht den gemeinsamen Erkenntnisgewinn über die Grenzen der jeweiligen Religionen.

    Seltsame Schlussfolgerung angesichts des Verlaufs der Diskussionen hier. Da wurden durchaus interessante Fragestellung zur Tragfähigkeit des Utilitarismus, zu den Grenzen der Wissenschaft oder zur Moralischen Wertung der Sklaverei besprochen und während keiner der Angesprochenen sich auf Gott berufen hat, wurde es dennoch immer wieder vermieden, Rechenschaft über die eigenen Ansichten abzulegen.

    Zitat ebsw:
    "Na endlich isses raus.
    Gott als Erfinder der Moral.
    Ich halte es aber doch eher mit Feuerbach:
    "Etwas in Gott setzen oder aus Gott ableiten, das heißt nichts weiter als etwas der prüfenden Vernunft entziehen, als unbezweifelbar, unverletzlich, heilig hinstellen, ohne rechenschaft darüber abzulegen."

    Es gibt objektive Moral und daraus abgeleitet moralische Werte. Ich brachte Vergleiche und Beispiele. Erklärung warum es sowas gibt?

    Atheismus: Wir wissen es nicht.
    Christentum: Gott als moralischer Gesetzgeber.

    Es ist unerheblich, ob man an Gott glaubt oder nicht, es gibt objektive moralische Werte, jedoch ist Atheismus in der Frage der Begründung stumm.

    Ich habe zahlreiche Beispiele für meine Position gebracht, sie jedoch nur Ausflüchte. Ist aber keine Überraschung, kein Atheist hat jemals eine plausible Erklärung für die Existenz von objektiven moralische Werten bringen können, bzw wo sie begründet sind.

    Hier ein Dogma von Feuerbach aufzustellen, hilft nicht weiter, ich habe mit Logik und prüfender Vernunft argumentiert.

    • _bla_
    • 26.11.2012 um 23:24 Uhr

    Dieser nun Tage währende Disput über Moral demonstriert, dass das Religionshaus in der Schweiz alles mögliche ermöglichen kann, aber nicht den gemeinsamen Erkenntnisgewinn über die Grenzen der jeweiligen Religionen.

    Seltsame Schlussfolgerung angesichts des Verlaufs der Diskussionen hier. Da wurden durchaus interessante Fragestellung zur Tragfähigkeit des Utilitarismus, zu den Grenzen der Wissenschaft oder zur Moralischen Wertung der Sklaverei besprochen und während keiner der Angesprochenen sich auf Gott berufen hat, wurde es dennoch immer wieder vermieden, Rechenschaft über die eigenen Ansichten abzulegen.

    Zitat ebsw:
    "Na endlich isses raus.
    Gott als Erfinder der Moral.
    Ich halte es aber doch eher mit Feuerbach:
    "Etwas in Gott setzen oder aus Gott ableiten, das heißt nichts weiter als etwas der prüfenden Vernunft entziehen, als unbezweifelbar, unverletzlich, heilig hinstellen, ohne rechenschaft darüber abzulegen."

    Es gibt objektive Moral und daraus abgeleitet moralische Werte. Ich brachte Vergleiche und Beispiele. Erklärung warum es sowas gibt?

    Atheismus: Wir wissen es nicht.
    Christentum: Gott als moralischer Gesetzgeber.

    Es ist unerheblich, ob man an Gott glaubt oder nicht, es gibt objektive moralische Werte, jedoch ist Atheismus in der Frage der Begründung stumm.

    Ich habe zahlreiche Beispiele für meine Position gebracht, sie jedoch nur Ausflüchte. Ist aber keine Überraschung, kein Atheist hat jemals eine plausible Erklärung für die Existenz von objektiven moralische Werten bringen können, bzw wo sie begründet sind.

    Hier ein Dogma von Feuerbach aufzustellen, hilft nicht weiter, ich habe mit Logik und prüfender Vernunft argumentiert.

  2. [Die Atheisten gehen nun noch einen Schritt weiter, Sie sind eigentlich die großen Verneiner (Mephisto läßt grüßen) des Religiösen. ...]

    Wenn von Atheisten die Rede ist, meinen Sie solche, die sich selbst als A. bezeichnen oder solche, die von anderen als A. bezeichnet werden, weil ihre Gottesvorstellung nicht der vorherrschendenb Lehrmeinung entspricht?

    Interessant ist, dass Sie Atheisten mit Mephisto assoziieren, worunter Sie außer "die großen Verneiner" was genau meinen?
    Das hat Tradition, auch was solche betrifft, die sich der Gottesvorstellung und religiösen Lehre der Obrigkeit nicht unterwerfen wollen wie sehr anschaulich im NT beschrieben wird, wo selbst Jesus von Pharisäern/Sadduzäern verteufelt wird.

    ---------
    [...Sie ketten sich häufig unreflektiert an obscure Gottesvorstellungen (Spaghgettimonster). Am Ende ihrer Gedanken steht ganz emphatisch "Ich glaube nicht!"]

    Hier erwähnen Sie einen interessanten und wichtigen Punkt, nämlich den der GottesVORSTELLUNGEN, die abgelehnt werden. Das heißt doch nichts anderes, als dass nicht Gott an sich abgelehnt wird, sondern das, was als Gott vorgestellt wird, z.B. also Gott als Gegenüber der Menschen, als Schöpfer der Welt, als Dreifaltigkeit/Dreieinigkeit, als ...

    Und das finde ich absolut legitim und nachvollziehbar.

    Was, das interessiert mich, ist Ihre oder Ihre Gottesvorstellung und wodurch wurde diese Vorstellung geprägt?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wenn ich von Atheisten spreche, so meine ich solche, die sich so nennen.

    Sie schreiben:
    "Interessant ist, dass Sie Atheisten mit Mephisto assoziieren, worunter Sie außer "die großen Verneiner" was genau meinen?"

    Das ist ein weites Feld. Der Theologe Thomas Schärtl hat in einem Artikel Atheisten charakterisiert. Eine Kategorie bezeichnet er als den argumentative Atheismus. Diesem geht ohne Diffamierungen um den Wahrheitsgehalt religiöser Aussagen. Für die Theisten ist dieser Atheismus fruchtbar, werden sie doch gezwungen über ihre eigene Begrifflichkeit nachzudenken.
    Insofern das Bild des großen Verneiners Mephisto (denken Sie an den Prolog). Über die anderen Formen zu reden würde zu weit führen.

    Ihre Ausführungen zu den GottesVorstellungen teile ich.

    Über meine Gottesvorstellung rede ich ungern, vielleicht später mal.

    Wenn ich von Atheisten spreche, so meine ich solche, die sich so nennen.

    Sie schreiben:
    "Interessant ist, dass Sie Atheisten mit Mephisto assoziieren, worunter Sie außer "die großen Verneiner" was genau meinen?"

    Das ist ein weites Feld. Der Theologe Thomas Schärtl hat in einem Artikel Atheisten charakterisiert. Eine Kategorie bezeichnet er als den argumentative Atheismus. Diesem geht ohne Diffamierungen um den Wahrheitsgehalt religiöser Aussagen. Für die Theisten ist dieser Atheismus fruchtbar, werden sie doch gezwungen über ihre eigene Begrifflichkeit nachzudenken.
    Insofern das Bild des großen Verneiners Mephisto (denken Sie an den Prolog). Über die anderen Formen zu reden würde zu weit führen.

    Ihre Ausführungen zu den GottesVorstellungen teile ich.

    Über meine Gottesvorstellung rede ich ungern, vielleicht später mal.

    • _bla_
    • 26.11.2012 um 23:05 Uhr
    229. @231:

    ich meine vielmehr, das die welt unendlich viele erklärungen zuläßt - die letzte wahrheit werden wir menschen jedoch nie finden (können).

    Da stimme ich völlig mit Ihnen überein.

    wogegen ich mich gewehrt habe ist die behauptung, ethik und moral seien ohne gott nicht möglich.

    Möglicherweise gäb es diese Welt ohne Gott ja gar nicht, in einer Welt die nicht existiert gibt es auch keine Ethik und Moral oder?
    Aber die Welt existiert, darauf können wir uns sicher einigen und in dieser Welt gibt es auch viele Menschen, die nicht an Gott glauben und deren Verhalten moralisch einwandfrei ist. Ich denke auch das Problem ist ein anderes: Moral ist sehr wohl möglich ohne Gott, aber Moral ist ohne Glauben unmöglich. Ohne religiösen Glauben natürlich, aber nicht ohne den Glauben an die Existenz verbindlicher Regeln des Zusammenlebens. Wer wirklich an nichts glaubt, dessen Existenz sich nicht beweisen lässt, also bspw. auch nicht an die Menschenwürde, der kann auch nicht bewusst moralisch handeln.

    2 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "es trägt"
  3. [Wenn 3jähriges Kind im Zoo in das Löwengehege fällt und der Löwe das Kind frißt handelt er nicht unmoralisch, er ermordet das Kind nicht... er verhält sich als würde er Lebendfutter bekommen.
    Wenn ein erwachsener Mann ein 3jähriges Kind tötet und verspeist handelt er objektiv BÖSE. Weil er gegen die Menschenwürde handelt(du sollst nicht töten).
    Aus atheistisch/evolutionärer Sicht, wo es kein objektives GUT/BÖSE gibt würde er lediglich seinen Hunger stillen.]

    Gestatten Sie, dass ich mich einmische, aber der Vergleich hinkt, denn der Mann tötet auf widernatürlicher Weise einen schutzbedürftigen Artgenossen, dessen Fressfeind er nicht ist.

    Es wäre passender, wenn entweder der Löwe ein Löwenbaby tötet und frisst (kommt vor, Frage ist, warum?) oder aber der Mann ein Löwenbaby tötet und frisst. (Würde der Löwin vermutlich auch nicht so gut gefallen.)

    Antwort auf "Objektive Moral"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Geben sie ein Beispiel wo sie objektive moralische Werte aus einer atheistischen Position begründen. Oder gibt es sie nicht? Bin gespannt.

    Ich suche auf die Fragen des Lebens die logischen vernünftigen Antworten, nur finde ich sie in dieser speziellen im Atheismus nicht.

    Geben sie ein Beispiel wo sie objektive moralische Werte aus einer atheistischen Position begründen. Oder gibt es sie nicht? Bin gespannt.

    Ich suche auf die Fragen des Lebens die logischen vernünftigen Antworten, nur finde ich sie in dieser speziellen im Atheismus nicht.

    • mat123
    • 26.11.2012 um 23:11 Uhr

    Also, wer glaubt, dass ein Haufen Nervenzellen Bewusstsein erzeugen kann, der hängt auch einem Glauben an.

    • mat123
    • 26.11.2012 um 23:15 Uhr

    vielleicht sollte man in jedem Artikel, in dem das Wort "Atheisten" vorkommt, dieses mit dem Wort "Osterhase" ersetzen. Wäre auch lustig. Aber genauso erkenntnisfrei wie Ihr Vorschlag mit dem Spaghettimonster.

    Eine Leser-Empfehlung
    Antwort auf "fliegendes...."

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service