Haus der Religionen Elefanten-Gott trifft Lamm

Religiöse Menschen streiten ungern. Aber sollten sie es nicht tun, wenn sie in unserer westlichen Gesellschaft leben? In Bern versuchen acht Weltreligionen, es zu lernen.

Bleigrauer Beton ziert den Europaplatz in Bern. Rechts wummern Lastwagen über eine Autobahnbrücke, links bröselt eine Industrieruine. Dazwischen breitet sich eine staubige Baugrube aus. Über ihr sollen schon bald die letzten Wahrheiten von einigen Milliarden Menschen verhandelt werden.

Endlich richtig streiten - die Themenwoche

Wir müssen dringend wieder streiten – auch laut und heftig. Denn ohne solche Konflikte gehen gehen unsere Beziehungen kaputt, unsere Identität – und am Ende unsere Demokratie. ZEIT ONLINE will in einer Themenwoche zeigen, wie man sich konstruktiv und erfolgreich auseinandersetzen kann: in der Partnerschaft und der Familie, am Arbeitsplatz und in der Schule, unter Bürgern und im Bundestag, sogar im Internet und in der Religion.

Die Folgen der Serie

Streitkultur: Streitet euch! Ein Essay

Sexualität: Streiten öffnet das Herz und andere Teile der Anatomie

Familie: Wenn Eltern "Ich will" sagen

Schule: Ohne Streit kein Unterricht

Internet: Ist das Netz ein Streitbeschleuniger? Eine Leserdebatte

Arbeit: Lass uns streiten, Chef

Unternehmen: Die Wohlfühl-Lüge

Politik: Geistige Terroristen sind ausgestorben

Wutbürger: Wir lassen Euch nie mehr in Ruhe

Religion: Elefanten-Gott trifft Lamm

Denn inmitten dieser städtebaulichen Wüste wächst eine große Idee heran: Das Haus der Religionen. Ein Zentrum der Anbetung und Begegnung soll es werden, mit sakralen Räumen für Aleviten, Buddhisten, Baha'i, Juden und Sikh, mit einer Moschee, einem Hindu-Tempel und einer Kirche. Dazu Küchen, Tagungsräume, ein gemeinsames Forum.

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Zehn Jahre ist die Idee alt, in der Hauptstadt der Schweiz einen Ort des Dialogs der Religionen und Kulturen zu schaffen, der nach neuen Regeln funktioniert. Nicht: Wohlmeinende Schweizer kümmern sich freundlich um arme Einwanderer. Sondern: Alle verschiedenen Gruppen reden gleichwertig miteinander. So wie bei einem Fußballturnier: Acht Mannschaften, jeweils sieben Spiele, also mindestens 49 Varianten des Gesprächs. Immer mit dem Ziel, den jeweiligen Glauben und die kulturellen Eigenarten des anderen kennen- und akzeptieren zu lernen, und so das friedliche Zusammenleben dieser unterschiedlichen Menschen zu fördern.

Kann es einen besseren Ort geben, um eine Antwort auf die Frage zu finden, warum religiöse Menschen so ungern miteinander streiten?

Streit gehört zur Religion

Eigentlich müsste das genaue Gegenteil der Fall sein. Viele Religionen sind überhaupt erst aus Streit entstanden: Das Judentum erwuchs aus unzähligen Auseinandersetzungen des Volkes Israel mit seinen Nachbarn, mit sich selbst und mit Gott; die jüdische Theologie ist bis heute ein nie endender Disput. Auch in der christlichen Lehre von der Trinität Gottes, also der Idee, es gebe das Göttliche als Gott, Mensch und Geist, ist der Diskurs angelegt; nicht von ungefähr haben sich daran diverse Kirchenstreite und Spaltungen entzündet. Der Islam kennt den Dschihad, in dem der Prophet seine Lehre einst gegen seine Gegner verteidigen musste, und der heute nicht nur als Glaubenskrieg verstanden werden kann, sondern ebenso als spiritueller Streit mit der menschlichen Unvollkommenheit für die Sache Gottes. Buddhismus und Hinduismus pflegen ebenfalls Jahrhunderte alte Debattenkulturen.

Karsten Polke-Majewski
Karsten Polke-Majewski

Karsten Polke-Majewski ist stellvertretender Chefredakteur von ZEIT ONLINE. Seine Profilseite finden Sie hier.

Religiöse Menschen müssten Streit also lieben. Doch tatsächlich trifft man in ihren Kreisen oft auf eine merkwürdige Scheu, Konflikte auszutragen. Woran liegt das?

Die Frage geht zuerst an David Leutwyler. Er ist Bildungsreferent des Hauses der Religionen und lädt in ein leicht marodes Holzhaus oberhalb der Altstadt von Bern. Bis der Bau am Europaplatz fertiggestellt ist, hat die Stadt dem Trägerverein des Projekts diesen provisorischen Zwischensitz zur Verfügung gestellt. Einen Seminarraum gibt es hier, Büros, eine Küche und einen Speisesaal. Außerdem haben Hindus hier übergangsweise einen Tempel eingerichtet. So erproben die verschiedenen Religionsgemeinschaften schon einmal im Kleinen, was in Zukunft im neuen Zentrum stattfinden soll. 

Also, Herr Leutwyler, wer so viel vorhat, muss doch automatisch in Konflikte geraten. Wie setzen sich die Gläubigen im Haus der Religionen auseinander? "Die Leute denken, dass wir uns Abende lang darüber streiten, welche letzte Wahrheit die richtige ist. Aber eigentlich geht es hier eher um das alltägliche Zusammenleben."

Leser-Kommentare
  1. 88. @83 vielen Dank für ihren ehrlichen Beitrag

    mit Verlaub - Sie sprechen da vom "seichten und fragilen Gemüt "DER" Religiösen:

    wer sind denn ihrer Ansicht nach "die" seichten und fragilen Religiösen?:

    Ist es:

    Jesus Christus, der sich an's Kreuz nageln ließ
    Martin Luther King
    Nelson Mandela
    Mutter Theresa
    Mahatma Gandhi
    Dietrich Bonhoeffer
    Goerdeler
    die Weiße Rose

    ist es ein Mitglied der katholischen Gemeinde von nebenan, ein muslimischer Nachbar oder der Zen-Buddhist um die Ecke.

    Ist es der Papst, der gerade seine Konten auf der Vatikanbank überprüft, derweil er über seine roten Plüschteppiche wandelt ...

    Wer sind denn "DIE" Religiösen?

    Und genauso:

    Wer sind "DIE" Frauen
    "DIE" Männer
    "DIE" Kinder
    "DIE" Menschen ???

    Ansonsten:
    Schön natürlich für Sie, dass Sie NICHT seicht und fragil sind,
    sollten Sie aber fragil mit sensibel verwechseln, wäre es umgekehrt natürlich eher bedauerlich, wenn Sie es nicht wären. Wiese es doch auf eine gewisse Verhärtung hin ...

    Ansonsten:
    Wie verhält es sich denn mit der Wissenschaft und deren Zugang zur ABSOLUTEN Wahrheit?

    Laut dieser war die Erde vor Galilei eine Scheibe, nun ist Sie auf einmal rund. Und wer wer beim Urknall dabei und wie alles angefangen hat?

    Sie etwa? Schön, dass Sie als einziger begnadeter Mensch auf diesem Globus zu solch einer Zeitreise in die Vergangenheit fähig sind.

    Und schön, dass Sie im Besitz der absoluten Wahrheit sind.

    Eine Leser-Empfehlung
  2. und ich grenze das gerne ein:

    Gemeint sind alle religiösen Menschen, die meinen sich Ihre Weltanschauung per Strafgesetzt schützen lassen zu müssen. Gemeint sind alle die jegliche Kritik z.B. am Islam sofort als Rassismus abtun (als ob die Kritik einer Religion ein Angriff auf die ethnische Zugehörigkeit wäre). Gemeint sind die jenigen, welche sich nach der Veröffentlichung von Literatur (Salman Rushdie z.B.), Karikaturen (Kurt Westergaard), Videos (Theo Van Gogh) uvm. auf die Seite von faschistischen Theokraten stellen (im In- und Ausland) und das Konzept von Meinungsfreiheit, im Namen von Tolleranz, Nettsein und gemeinsamen Kumbaya singen, über Board werfen.
    Da kann jeder selber entscheiden ob er sich dazu zählt - es ist aber immer ein guter Teil DER religiösen und ein Teil DER intellektuellen Feiglinge.

    Zum letzten Teil ihrer wirren Ausführungen: An keiner Stelle habe ich eine absolute Wahrheit für irgendetwas beansprucht, schließlich bin ich kein Theist.

    Eine Leser-Empfehlung
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    wird in den seltensten Fällen (von Ihnen leider gerade auch nicht) inhaltlich geübt, sondern allzu oft an den Menschen. Ziel ist viel zu selten ein Dialog mit Religionen und Kulturen, quasi ein lockerer Meinungsaustausch. Dieser ist weder mit Fundamentalisten möglich, allzu oft aber auch nicht mit Religionskritikern, denn Angriffe werden dann relativ schnell persönlich und das, woran Menschen glauben, wird dann gern ins Lächerliche gezogen (kann man hier sehr schön nachlesen).
    Eine aufrichtige Kritik (z.B. am Islam) setzt ein grundsätzliches Interesse voraus und dieses spreche ich vielen ab.
    Ich kritisiere viel an diversen Religionen, interessiere mich aber sowohl für Religionen an sich, noch mehr aber für die Menschen und was sie tatsächlich geistig und moralisch bewegt.
    Und was den Rassismus betrifft. Der Islam wird automatisch auch mit einer Kultur und einem geographischen Standort assoziiert und dies in der Regel mit Arabern/Türken. Diese Konnotation wird auch medial stark gefördert und kann in der Konsequenz zu Rassismus führen. Betrachten Sie NPD Wahlplakate, dann wissen Sie, was ich meine.

    wird in den seltensten Fällen (von Ihnen leider gerade auch nicht) inhaltlich geübt, sondern allzu oft an den Menschen. Ziel ist viel zu selten ein Dialog mit Religionen und Kulturen, quasi ein lockerer Meinungsaustausch. Dieser ist weder mit Fundamentalisten möglich, allzu oft aber auch nicht mit Religionskritikern, denn Angriffe werden dann relativ schnell persönlich und das, woran Menschen glauben, wird dann gern ins Lächerliche gezogen (kann man hier sehr schön nachlesen).
    Eine aufrichtige Kritik (z.B. am Islam) setzt ein grundsätzliches Interesse voraus und dieses spreche ich vielen ab.
    Ich kritisiere viel an diversen Religionen, interessiere mich aber sowohl für Religionen an sich, noch mehr aber für die Menschen und was sie tatsächlich geistig und moralisch bewegt.
    Und was den Rassismus betrifft. Der Islam wird automatisch auch mit einer Kultur und einem geographischen Standort assoziiert und dies in der Regel mit Arabern/Türken. Diese Konnotation wird auch medial stark gefördert und kann in der Konsequenz zu Rassismus führen. Betrachten Sie NPD Wahlplakate, dann wissen Sie, was ich meine.

  3. Sie sagen selber "Das ist der wahre Glaube." Sie glauben also genauso wie die anderen und sagen sie sind besser als die anderen. Der Unterschied das sie keinen Gott haben macht ihre "Radikalität" nicht besser. Und kann genauso in ein Fundamentalismus enden wie jeder andere Glaube.

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    Antwort auf "Raum für Ungläubige?"
  4. wird in den seltensten Fällen (von Ihnen leider gerade auch nicht) inhaltlich geübt, sondern allzu oft an den Menschen. Ziel ist viel zu selten ein Dialog mit Religionen und Kulturen, quasi ein lockerer Meinungsaustausch. Dieser ist weder mit Fundamentalisten möglich, allzu oft aber auch nicht mit Religionskritikern, denn Angriffe werden dann relativ schnell persönlich und das, woran Menschen glauben, wird dann gern ins Lächerliche gezogen (kann man hier sehr schön nachlesen).
    Eine aufrichtige Kritik (z.B. am Islam) setzt ein grundsätzliches Interesse voraus und dieses spreche ich vielen ab.
    Ich kritisiere viel an diversen Religionen, interessiere mich aber sowohl für Religionen an sich, noch mehr aber für die Menschen und was sie tatsächlich geistig und moralisch bewegt.
    Und was den Rassismus betrifft. Der Islam wird automatisch auch mit einer Kultur und einem geographischen Standort assoziiert und dies in der Regel mit Arabern/Türken. Diese Konnotation wird auch medial stark gefördert und kann in der Konsequenz zu Rassismus führen. Betrachten Sie NPD Wahlplakate, dann wissen Sie, was ich meine.

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    ...wenn ich Sie richtig verstehe, ist der Stil bzw. der Tenor in dem die Diskussion statt finden soll. Dabei haben Sie aber sehr richtig, wenn auch in anderer Intention, den Begriff "Lächerlich" eingeführt. Wie Sie selber schreiben werden Glaubensbekenntnisse von Menschen oft - und z.T. sehr einfach - ins Lächerliche gezogen, das hat auch einen guten Grund: Das sind sie i.d.R. auch, zumindest für mich. Genauso wie jeder das Recht hat an was auch immer zu glauben, reserviere ich für mich das Recht mich nicht nur, sondern auch insbesondere, über einen religiösen Glauben lustig zu machen.

    Wenn man sich über die Fehlinterpretation von 72 Jungfrauen bzw. 72 Weintrauben für einen Märtyrer nicht lustig machen kann, worüber dann? Vielleicht noch darüber, dass Gott auf dem Planeten Kolob lebt...

    Und die Ernsthaftigkeit werde ich sehr gerne an den Tag legen, wenn jemand eine übereugende Kausalkette vorstellen kann, wie man vom Deismus zum Theismus kommt. Bis dahin ist es nunmal "Ich denke, ich meine, ich finde, ich glaube" - bitte schön, kann man gerne machen - aber Respekt gibt es dafür (von mir) nicht.

    Die inhaltliche Komponente der Religionskritik die Sie erwähnt haben, möchte ich aber natürlich nicht komplett umgehen, nehmen wir z.B. das Christentum:

    Die Lehren aus dem neuen Testament wie z.B. "Liebe deinen Nächsten wie dich selber", "Halt die andere Wange hin", "Zu Gott kommt Ihr nur durch mich", "Sorgt euch ale nicht um morgen" und natürlich die Erlösung bzw. die Befreiung von unseren Sünden durch ein Menschenopfer, sind nicht nur auf den ersten sondern insbesondere zweiten Blick im höchsten Maße unmoralisch und stehen (insbesondere die Idee der "Erlösung") im kompletten Widerspruch zum Prinzip der Selbstverantwortung.

    Der Wahrheitsgehalt dieser Lehren ist also nicht evident oder dialektisch zu erschließen, sondern ist zu 100% an die Authorität bzw. an die wahre (behauptete) Identität von Christus gebunden.

    Das hat C.S. Lewis in "Mere Christianity" bereits auf den Punkt gebracht "A man who said the sort of things Jesus said would not be a great moral teacher. He would either be a lunatic — on a level with the man who says he is a poached egg — or else he would be the Devil of Hell."

    Für die behauptete Identität gibt es aber, bis auf Hörensagen, absolut keine Beweise wie auch für alle anderen "wissenschaftlichen" Behauptungen (Entstehung unserer Spezies, unserer Welt) innerhalb der Bibel. Wir wissen kaum, was wir noch nicht wissen. Aber wir wissen zumindest, dass diese Behauptungen in der Bibel, absolut und eindeutig wiederlegt sind.

    ...wenn ich Sie richtig verstehe, ist der Stil bzw. der Tenor in dem die Diskussion statt finden soll. Dabei haben Sie aber sehr richtig, wenn auch in anderer Intention, den Begriff "Lächerlich" eingeführt. Wie Sie selber schreiben werden Glaubensbekenntnisse von Menschen oft - und z.T. sehr einfach - ins Lächerliche gezogen, das hat auch einen guten Grund: Das sind sie i.d.R. auch, zumindest für mich. Genauso wie jeder das Recht hat an was auch immer zu glauben, reserviere ich für mich das Recht mich nicht nur, sondern auch insbesondere, über einen religiösen Glauben lustig zu machen.

    Wenn man sich über die Fehlinterpretation von 72 Jungfrauen bzw. 72 Weintrauben für einen Märtyrer nicht lustig machen kann, worüber dann? Vielleicht noch darüber, dass Gott auf dem Planeten Kolob lebt...

    Und die Ernsthaftigkeit werde ich sehr gerne an den Tag legen, wenn jemand eine übereugende Kausalkette vorstellen kann, wie man vom Deismus zum Theismus kommt. Bis dahin ist es nunmal "Ich denke, ich meine, ich finde, ich glaube" - bitte schön, kann man gerne machen - aber Respekt gibt es dafür (von mir) nicht.

    Die inhaltliche Komponente der Religionskritik die Sie erwähnt haben, möchte ich aber natürlich nicht komplett umgehen, nehmen wir z.B. das Christentum:

    Die Lehren aus dem neuen Testament wie z.B. "Liebe deinen Nächsten wie dich selber", "Halt die andere Wange hin", "Zu Gott kommt Ihr nur durch mich", "Sorgt euch ale nicht um morgen" und natürlich die Erlösung bzw. die Befreiung von unseren Sünden durch ein Menschenopfer, sind nicht nur auf den ersten sondern insbesondere zweiten Blick im höchsten Maße unmoralisch und stehen (insbesondere die Idee der "Erlösung") im kompletten Widerspruch zum Prinzip der Selbstverantwortung.

    Der Wahrheitsgehalt dieser Lehren ist also nicht evident oder dialektisch zu erschließen, sondern ist zu 100% an die Authorität bzw. an die wahre (behauptete) Identität von Christus gebunden.

    Das hat C.S. Lewis in "Mere Christianity" bereits auf den Punkt gebracht "A man who said the sort of things Jesus said would not be a great moral teacher. He would either be a lunatic — on a level with the man who says he is a poached egg — or else he would be the Devil of Hell."

    Für die behauptete Identität gibt es aber, bis auf Hörensagen, absolut keine Beweise wie auch für alle anderen "wissenschaftlichen" Behauptungen (Entstehung unserer Spezies, unserer Welt) innerhalb der Bibel. Wir wissen kaum, was wir noch nicht wissen. Aber wir wissen zumindest, dass diese Behauptungen in der Bibel, absolut und eindeutig wiederlegt sind.

  5. Der Satz von Frau Serifi scheint mir völlig einsichtig:
    "Ich bin Muslima und denke natürlich, dass mein Weg der beste ist. Es wäre ja auch komisch, wenn nicht."
    Das meint sie, so denke ich, durchaus subjektiv. Für sie ist ihr Weg der Beste.
    Die relativistische Position eines Beobachters, der die Religionen mit dem Mikroskop eines Forschers untersucht, ist jedoch nicht die gelebte.
    Jeder Mensch wächst in weltanschaulichen Fragen in einem bestimmten gesellschaftlichen Umfeld auf, das sein Leben umfassender bestimmt als theoretische Erörterungen.
    So verstehe ich den Satz von Frau Serifi als Ausdruck einer praktizierten Religion. Wäre es nicht so, könnte sie ja heute Buddhistin und morgen Hinduistin sein, denn auch das sind mögliche Wege.

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    Antwort auf "Der beste Weg?"
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    So habe ich es zwar bisher noch nie gesehen, bzw. nicht in Worte zu fassen vermocht, aber genau das trifft es:

    "So verstehe ich den Satz von Frau Serifi als Ausdruck einer praktizierten Religion. Wäre es nicht so, könnte sie ja heute Buddhistin und morgen Hinduistin sein, denn auch das sind mögliche Wege".

    Anders ausgedrückt: nicht umsonst geht eben jeder DEN Weg, den er nun Mal geht, dass heißt aber nicht, dass andere andere Wege nicht für stimmiger empfinden dürfen.

    Und genau solche eine Haltung ermöglicht ja auch ein Miteinander in der "Schnittmenge an gemeinsamen Werten".

    Der Rest ist das, was die jeweilige Gemeinschaft in ihrem Andersein und auch Anderssein-Dürfen AUSMACHT (also, die respektiven Nicht-Schnitt-Mengen).

    So habe ich es zwar bisher noch nie gesehen, bzw. nicht in Worte zu fassen vermocht, aber genau das trifft es:

    "So verstehe ich den Satz von Frau Serifi als Ausdruck einer praktizierten Religion. Wäre es nicht so, könnte sie ja heute Buddhistin und morgen Hinduistin sein, denn auch das sind mögliche Wege".

    Anders ausgedrückt: nicht umsonst geht eben jeder DEN Weg, den er nun Mal geht, dass heißt aber nicht, dass andere andere Wege nicht für stimmiger empfinden dürfen.

    Und genau solche eine Haltung ermöglicht ja auch ein Miteinander in der "Schnittmenge an gemeinsamen Werten".

    Der Rest ist das, was die jeweilige Gemeinschaft in ihrem Andersein und auch Anderssein-Dürfen AUSMACHT (also, die respektiven Nicht-Schnitt-Mengen).

  6. ...wenn ich Sie richtig verstehe, ist der Stil bzw. der Tenor in dem die Diskussion statt finden soll. Dabei haben Sie aber sehr richtig, wenn auch in anderer Intention, den Begriff "Lächerlich" eingeführt. Wie Sie selber schreiben werden Glaubensbekenntnisse von Menschen oft - und z.T. sehr einfach - ins Lächerliche gezogen, das hat auch einen guten Grund: Das sind sie i.d.R. auch, zumindest für mich. Genauso wie jeder das Recht hat an was auch immer zu glauben, reserviere ich für mich das Recht mich nicht nur, sondern auch insbesondere, über einen religiösen Glauben lustig zu machen.

    Wenn man sich über die Fehlinterpretation von 72 Jungfrauen bzw. 72 Weintrauben für einen Märtyrer nicht lustig machen kann, worüber dann? Vielleicht noch darüber, dass Gott auf dem Planeten Kolob lebt...

    Und die Ernsthaftigkeit werde ich sehr gerne an den Tag legen, wenn jemand eine übereugende Kausalkette vorstellen kann, wie man vom Deismus zum Theismus kommt. Bis dahin ist es nunmal "Ich denke, ich meine, ich finde, ich glaube" - bitte schön, kann man gerne machen - aber Respekt gibt es dafür (von mir) nicht.

    Antwort auf "Kritik an der Religion"
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    des "Fliegenden Spagghettimonsters" werde ich mich nicht in der Öffentlichkeit lustig machen. Ist halt seine Anschauung.
    Sollten allerdings er und seinesgleichen fordern, daß die Propagandisten ihrer Lehre vom Staat bezahlt, gleichberechtigt im Lehrerkollegium neben Mathe- und Chemielehrern sitzen und in öffentlichen Einrichtungen nur noch Spagghetti serviert wird - dann sind Hohn und Spott das Mindeste, was ihnen geboten werden sollte.

    einer Diskussion. Wenn Sie dies nicht Ihrem Gegenüber (und sei es das virtuelle) entgegenbringen können, ja sogar der Meinung sind, sich über den anderen lustig machen zu müssen, dann wundern Sie sich nicht, wenn Ihr Gegenüber umso entschlossener verteidigt woran er glaubt und im Zweifelsfall glauben Sie auch nur. Andernfalls legen Sie gern los und erklären, warum es Gott nicht gibt. Das ist im Übrigen das Grundproblem. Worüber gestritten wird, kann man nicht nachweisen. Wir wissen einfach nicht, was nach dem Tod kommt. Wir wissen nicht, was am Anfang von Zeit und Raum stand. Wir können (vielleicht noch) nicht erklären, wie Zeit und Raum entstanden sind. Nicht ursächlich. Und dann bliebe die Frage, wenn es vor dem Urknall nichts gab, wie kann aus dem Nichts etwas entstehen?
    Das Beispiel, welches Sie anführen, nunja. Es ist, das muss man den Skeptikern wohl zugestehen, wie immer das Extremste (72Jungfrauen für einen Märtyrertod), denn wer bereit ist, sich aus religiösen Gründen in die Luft zu sprengen, nunja. Der macht vielleicht 0,00...% der Gläubigen aus.
    Aber gut, Sie haben deutlich gemacht, dass es für Sie nicht um eine Diskussion geht. Machen Sie sich also ruhig lustig. Es wäre nur interessant, wie Sie es empfinden würden, wenn Sie an etwas glauben und sich jemand darüber lustig macht und damit einen Teil Ihrer Identität verspottet.

    des "Fliegenden Spagghettimonsters" werde ich mich nicht in der Öffentlichkeit lustig machen. Ist halt seine Anschauung.
    Sollten allerdings er und seinesgleichen fordern, daß die Propagandisten ihrer Lehre vom Staat bezahlt, gleichberechtigt im Lehrerkollegium neben Mathe- und Chemielehrern sitzen und in öffentlichen Einrichtungen nur noch Spagghetti serviert wird - dann sind Hohn und Spott das Mindeste, was ihnen geboten werden sollte.

    einer Diskussion. Wenn Sie dies nicht Ihrem Gegenüber (und sei es das virtuelle) entgegenbringen können, ja sogar der Meinung sind, sich über den anderen lustig machen zu müssen, dann wundern Sie sich nicht, wenn Ihr Gegenüber umso entschlossener verteidigt woran er glaubt und im Zweifelsfall glauben Sie auch nur. Andernfalls legen Sie gern los und erklären, warum es Gott nicht gibt. Das ist im Übrigen das Grundproblem. Worüber gestritten wird, kann man nicht nachweisen. Wir wissen einfach nicht, was nach dem Tod kommt. Wir wissen nicht, was am Anfang von Zeit und Raum stand. Wir können (vielleicht noch) nicht erklären, wie Zeit und Raum entstanden sind. Nicht ursächlich. Und dann bliebe die Frage, wenn es vor dem Urknall nichts gab, wie kann aus dem Nichts etwas entstehen?
    Das Beispiel, welches Sie anführen, nunja. Es ist, das muss man den Skeptikern wohl zugestehen, wie immer das Extremste (72Jungfrauen für einen Märtyrertod), denn wer bereit ist, sich aus religiösen Gründen in die Luft zu sprengen, nunja. Der macht vielleicht 0,00...% der Gläubigen aus.
    Aber gut, Sie haben deutlich gemacht, dass es für Sie nicht um eine Diskussion geht. Machen Sie sich also ruhig lustig. Es wäre nur interessant, wie Sie es empfinden würden, wenn Sie an etwas glauben und sich jemand darüber lustig macht und damit einen Teil Ihrer Identität verspottet.

  7. des "Fliegenden Spagghettimonsters" werde ich mich nicht in der Öffentlichkeit lustig machen. Ist halt seine Anschauung.
    Sollten allerdings er und seinesgleichen fordern, daß die Propagandisten ihrer Lehre vom Staat bezahlt, gleichberechtigt im Lehrerkollegium neben Mathe- und Chemielehrern sitzen und in öffentlichen Einrichtungen nur noch Spagghetti serviert wird - dann sind Hohn und Spott das Mindeste, was ihnen geboten werden sollte.

    Eine Leser-Empfehlung
  8. einer Diskussion. Wenn Sie dies nicht Ihrem Gegenüber (und sei es das virtuelle) entgegenbringen können, ja sogar der Meinung sind, sich über den anderen lustig machen zu müssen, dann wundern Sie sich nicht, wenn Ihr Gegenüber umso entschlossener verteidigt woran er glaubt und im Zweifelsfall glauben Sie auch nur. Andernfalls legen Sie gern los und erklären, warum es Gott nicht gibt. Das ist im Übrigen das Grundproblem. Worüber gestritten wird, kann man nicht nachweisen. Wir wissen einfach nicht, was nach dem Tod kommt. Wir wissen nicht, was am Anfang von Zeit und Raum stand. Wir können (vielleicht noch) nicht erklären, wie Zeit und Raum entstanden sind. Nicht ursächlich. Und dann bliebe die Frage, wenn es vor dem Urknall nichts gab, wie kann aus dem Nichts etwas entstehen?
    Das Beispiel, welches Sie anführen, nunja. Es ist, das muss man den Skeptikern wohl zugestehen, wie immer das Extremste (72Jungfrauen für einen Märtyrertod), denn wer bereit ist, sich aus religiösen Gründen in die Luft zu sprengen, nunja. Der macht vielleicht 0,00...% der Gläubigen aus.
    Aber gut, Sie haben deutlich gemacht, dass es für Sie nicht um eine Diskussion geht. Machen Sie sich also ruhig lustig. Es wäre nur interessant, wie Sie es empfinden würden, wenn Sie an etwas glauben und sich jemand darüber lustig macht und damit einen Teil Ihrer Identität verspottet.

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    was ich geschrieben habe. Ich habe gesagt, dass ich für mich das Recht reserviere mich über Glaubensbekenntnisse und demnach Meinungen lustig machen zu dürfen - nicht über die Person die sie äussert. Wenn die aber mit einem Glauben Ihre Identifikation zu 100% ausmacht, kann ich das vorher nicht wissen und es ist auch nicht mein Problem.

    Was den Respekt anbelangt: Auch das habe ich schon betont. Ich respektiere Ihr RECHT darauf, alles glauben zu können was Sie möchten und dies auch zu praktizieren und zu vertreten (in welchem Stil- und Tenor Sie auch möchten). Ich werde aber den Eindruck nicht los, dass Ihnen das nicht ausreicht. In Ihrer Ausfühung schwingt eine Forderung nach inhaltlichem Respekt für Ihre Überzeugungen/Glauben mit - oder sehe ich das falsch? Denn die gibt es definitv nicht und ist auch nicht einzufordern.

    dem ist absolut nichts weiter hinzuzufügen.

    Das Recht, das hier einige Foristen für sich in Anspruch nehmen wollen, sich über Weltanschauungen anderer lustig zu machen und sich über Sie zu erheben, aber,

    ist JUST das GEGENTEIL von Respekt. Es ist das berühmt-berüchtigte Lächerlichmachen des Gegenübers, mit dem inhumanen Ziel seiner Abwertung als Person.

    was ich geschrieben habe. Ich habe gesagt, dass ich für mich das Recht reserviere mich über Glaubensbekenntnisse und demnach Meinungen lustig machen zu dürfen - nicht über die Person die sie äussert. Wenn die aber mit einem Glauben Ihre Identifikation zu 100% ausmacht, kann ich das vorher nicht wissen und es ist auch nicht mein Problem.

    Was den Respekt anbelangt: Auch das habe ich schon betont. Ich respektiere Ihr RECHT darauf, alles glauben zu können was Sie möchten und dies auch zu praktizieren und zu vertreten (in welchem Stil- und Tenor Sie auch möchten). Ich werde aber den Eindruck nicht los, dass Ihnen das nicht ausreicht. In Ihrer Ausfühung schwingt eine Forderung nach inhaltlichem Respekt für Ihre Überzeugungen/Glauben mit - oder sehe ich das falsch? Denn die gibt es definitv nicht und ist auch nicht einzufordern.

    dem ist absolut nichts weiter hinzuzufügen.

    Das Recht, das hier einige Foristen für sich in Anspruch nehmen wollen, sich über Weltanschauungen anderer lustig zu machen und sich über Sie zu erheben, aber,

    ist JUST das GEGENTEIL von Respekt. Es ist das berühmt-berüchtigte Lächerlichmachen des Gegenübers, mit dem inhumanen Ziel seiner Abwertung als Person.

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