GewaltverbrechenMörder der 11-jährigen Lena muss in Psychiatrie

Der Mord an der 11-jährigen Lena aus Emden hatte bundesweit Schlagzeilen gemacht, auch wegen Lynchjustiz-Aufrufen auf Facebook. Lenas Mörder wurde jetzt verurteilt. von dpa und dapd

Der Angeklagte beim Prozess im Saal des Landgerichtes Aurich

Der Angeklagte beim Prozess im Saal des Landgerichtes Aurich  |  © Jörg Sarbach/dpa

Der Mörder der elfjährigen Lena aus Emden muss auf unbestimmte Zeit in die Psychiatrie. Das Landgericht Aurich sprach ihn am Mittwoch schuldig, das Mädchen vor mehr als sieben Monaten erwürgt zu haben. Zudem wurde der junge Mann wegen versuchten sexuellen Missbrauchs verurteilt.

"Es wird sich um ein sehr langes Wegschließen des Angeklagten handeln", sagte Richter Werner Brederlow. Das Gericht betrachtet den mittlerweile 19-Jährigen als eingeschränkt schuldfähig. Bereits während des Prozesses wurde er aus der Untersuchungshaft in eine psychiatrische Einrichtung verlegt.

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Der Mann hatte die Tötung gestanden, den sexuellen Missbrauch des Mädchens bestritt er indes. Lena war am 24. März tot in einem Parkhaus gefunden worden. Die Polizei hatte den Angeklagten eine Woche später nach einem DNA-Spurenabgleich festgenommen.

Lynchaufrufe im Internet

Der Fall hatte bundesweit Aufsehen verursacht, weil es mehrere Ermittlungsfehler der Polizei gegeben hatte. Der junge Mann hatte sich Monate vor dem Mord selbst angezeigt, da er Kinderpornos auf seinen Rechner geladen und eine Siebenjährige nackt fotografiert hatte.

Die Ermittler versäumten es jedoch, weiter gegen ihn vorzugehen, eine gerichtlich angeordnete Hausdurchsuchung blieb unbearbeitet liegen. Außerdem nahm die Polizei vorübergehend einen Unschuldigen fest, gegen den es Lynchaufrufe im Internet gab.

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Leserkommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt, bitte diskutieren Sie das Thema des Artikels. Danke, die Redaktion/se

    • Erdling
    • 08. November 2012 9:57 Uhr

    Und wie Krank muss eine Gesellschaft sein, die ein Verbrechen nicht mehr sühnt, das eindeutig hart zu bestrafen wäre, gegebenenfalls mit dem Tode.
    Wer zum Schwert greift, wird durch das Schwert sterben. In dem Fall durch die Hand eines Henkers. Das zumindest verstehe ich unter Gerechtigkeit. Außerdem nützt es der Gesellschaft nichts, den Mörder zu inhaftieren, und das Problem auf die Zukunft zu verschieben, oder eben auf unser aller Kosten, bis zu seinem Tod zu lagern.

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    Schwert? Henker? Habe ich die Rückkehr des Mittelalters verschlafen? Die Wortwahl deutet darauf hin, ebenso die wiedergekehrte Mode der Zusammenrottung von Lynchmobs.

  2. Schwert? Henker? Habe ich die Rückkehr des Mittelalters verschlafen? Die Wortwahl deutet darauf hin, ebenso die wiedergekehrte Mode der Zusammenrottung von Lynchmobs.

    2 Leserempfehlungen
    • clair11
    • 08. November 2012 13:55 Uhr

    Psychiatrie ist nicht gleich Psychiatrie. Wäre es möglich, bei solchen Berichterstattungen, zwischen normalen Psychiatrien und forensischen Psychiatrien zu differenzieren?

    Ich hoffe, dass er nicht auf die geschlossene Station einer normalen Psychiatrie gekommen ist?

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    Die Antwort auf Ihre Frage findet sich im folgenden Satz:

    "Bereits während des Prozesses wurde er aus der Untersuchungshaft in eine psychiatrische Einrichtung verlegt."

    Aus der Untersuchungshaft wird niemand in eine "normale" geschlossene psychiatrische Abteilung verlegt, da

    a) die Sicherheitsvorkehrungen dort nicht ausreichen
    b) dies den anderen Patient(inn)en nicht zuzumuten ist

    Die Unterbringung in einer normalen Psychiatrie wäre nur möglich, wenn der Haftbefehl gegen den Betreffenden vorher aufgehoben worden wäre, dieser nach Hause hätte gehen können und dann in eine psychiatrische Einrichtung gebracht worden wäre.

  3. hängt im Wesentlichen von den Fortschritten in seiner Behandlung ab. Vielleicht stellt sich - das ist die negative Variante - heraus, dass eine Behandlung nichts bringt.

    Dann würde er sehr lange in der Forensik verbleiben...

  4. Die Antwort auf Ihre Frage findet sich im folgenden Satz:

    "Bereits während des Prozesses wurde er aus der Untersuchungshaft in eine psychiatrische Einrichtung verlegt."

    Aus der Untersuchungshaft wird niemand in eine "normale" geschlossene psychiatrische Abteilung verlegt, da

    a) die Sicherheitsvorkehrungen dort nicht ausreichen
    b) dies den anderen Patient(inn)en nicht zuzumuten ist

    Die Unterbringung in einer normalen Psychiatrie wäre nur möglich, wenn der Haftbefehl gegen den Betreffenden vorher aufgehoben worden wäre, dieser nach Hause hätte gehen können und dann in eine psychiatrische Einrichtung gebracht worden wäre.

    Antwort auf "Bitte differenzieren"
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    • clair11
    • 09. November 2012 10:49 Uhr

    @leanders

    Ja.

    Warum schreibt man da "in eine psychiatrische Einrichtung" statt in eine "forensische Psychiatrie"?

    Gerade für Psychiatrie Patienten ist so eine unüberlegte Beschreibung stigmatisierend - auch und insbesondere für nicht straffällig gewordene Pädophile in Behandlung.

    (Dass hier dafür die dapd verantwortlich ist, ist mir klar).

    • clair11
    • 09. November 2012 10:49 Uhr

    @leanders

    Ja.

    Warum schreibt man da "in eine psychiatrische Einrichtung" statt in eine "forensische Psychiatrie"?

    Gerade für Psychiatrie Patienten ist so eine unüberlegte Beschreibung stigmatisierend - auch und insbesondere für nicht straffällig gewordene Pädophile in Behandlung.

    (Dass hier dafür die dapd verantwortlich ist, ist mir klar).

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dapd, dpa, tok
  • Schlagworte Gericht | Internet | Landgericht | Missbrauch | Mord | Mädchen
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