Der Mörder der elfjährigen Lena aus Emden muss auf unbestimmte Zeit in die Psychiatrie. Das Landgericht Aurich sprach ihn am Mittwoch schuldig, das Mädchen vor mehr als sieben Monaten erwürgt zu haben. Zudem wurde der junge Mann wegen versuchten sexuellen Missbrauchs verurteilt.

"Es wird sich um ein sehr langes Wegschließen des Angeklagten handeln", sagte Richter Werner Brederlow. Das Gericht betrachtet den mittlerweile 19-Jährigen als eingeschränkt schuldfähig. Bereits während des Prozesses wurde er aus der Untersuchungshaft in eine psychiatrische Einrichtung verlegt.

Der Mann hatte die Tötung gestanden, den sexuellen Missbrauch des Mädchens bestritt er indes. Lena war am 24. März tot in einem Parkhaus gefunden worden. Die Polizei hatte den Angeklagten eine Woche später nach einem DNA-Spurenabgleich festgenommen.

Lynchaufrufe im Internet

Der Fall hatte bundesweit Aufsehen verursacht, weil es mehrere Ermittlungsfehler der Polizei gegeben hatte. Der junge Mann hatte sich Monate vor dem Mord selbst angezeigt, da er Kinderpornos auf seinen Rechner geladen und eine Siebenjährige nackt fotografiert hatte.

Die Ermittler versäumten es jedoch, weiter gegen ihn vorzugehen, eine gerichtlich angeordnete Hausdurchsuchung blieb unbearbeitet liegen. Außerdem nahm die Polizei vorübergehend einen Unschuldigen fest, gegen den es Lynchaufrufe im Internet gab.