Wirtschaftskrise : Suizidrate in Griechenland steigt drastisch an

Seit 2009 hat die Zahl der Freitode und versuchten Selbstmorde in Griechenland um ein Drittel zugenommen. Viele begründeten ihren Suizid mit der Wirtschaftslage.
Blumen und Beileids-Bekundungen auf dem Verfassungsplatz in Athen, auf dem sich ein Mann im April dieses Jahres erschossen hat. © Erik Kirschbaum/Reuters

In Griechenland ist die Zahl der Selbstmorde und versuchten Suizide binnen zwei Jahren um mehr als ein Drittel gestiegen. Die entsprechenden Zahlen der griechischen Polizei legte der Minister für öffentliche Ordnung, Nikos Dendias, dem Parlament vor.

Danach belief sich die Zahl der polizeilich gemeldeten versuchten oder vollzogenen Suizide im Jahr 2009 auf 677. Das war im letzten Jahr vor Ausbruch der Krise. Ein Jahr später stieg diese Zahl auf 830, 2011 auf 927. Bis zum 23. August dieses Jahres nahmen sich bereits 690 Menschen das Leben oder versuchten es. Der Minister sagte, dass der Entschluss zum Freitod nicht auf einen einzigen Faktor zurückgeführt werden könne.

Im vergangenen Jahr hatten sich in Griechenland viele Menschen in der Öffentlichkeit das Leben genommen. Einige begründeten den Suizid mit ihrer desolaten wirtschaftlichen Situation .
 

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Kommentare

46 Kommentare Seite 1 von 6 Kommentieren

Den Verursachern der Krise,

den Banken und ihren Managern, der Troika, den griechischen Politikern, die solange Schindluder getrieben haben, den Reedern, die keinerlei Steuern zahlen, denjenigen, die ihr Geld ins Ausland exportieren, denjenigen, die diese massiven Sparmaßnahmen entschieden haben - diesen allen sollte jetzt eigentlich das Gewissen schlagen.

@2 r.schewietzek - Was erzählen Sie da?

Die Verursacher der Krise sind doch die, die massiv gegen die Anpassung der Wohltaten an die eigene Wirtschaftskraft über Jahre torpediert haben. Wer ist denn auf der Strasse um gegen die Gesundung des eigenen Landes wegen eigener Besitzstandswahrung zu demonstrieren und sich mit Generalstreiks zu verweigern?

Und die viel gescholtenen Reeder haben die Steuerfreiheit von der eignen Regierung erhalten, weil sie als Allerletzte einen Scheck an die Politik gaben, als niemand mehr auch nur eine Lepta geben wollte. Klugerweise hatten die Reeder wohl damals auf Aufnahme in die Verfassung bestanden.

Und welch ein Witz, so, wie man sich jetzt bei Reedern, aber auch bei Anleihegläubigern und bei der Besteuerung der Immobilien (ja, auch da versprach der griechische Staat, offenbar betrügerisch Steuerfreiheit bei Rückkehr aus dem Ausland) nicht mehr an die einmal gegebenen Zusagen halten soll, will man Wohlhabende anderer Länder mit Goodill der U Granden nun steuerfrei stellen, um sie zum Zuzug zu bewegen. Wer soll so überzeugt werden, solange es einen Tsipras gibt und so lange man gegen die Schweiz hetzt?

Letztendlich ist es eine Sache der Denkweise, ob man die Kraft findet, sich aus einer schweren persönlichen Situation wieder hochzuarbeiten.

Wenn man aber einer Doktrin glaubt, die eigene Verantwortung ablehnt und eigene Änderungsfähigkeit zu lasten gesellschaftlicher Zusammenhänge externalisiert, muss man sich nicht wundern wenn Menschen keine Hoffnung und Energie mehr aufbringen.

Reihenfolge

Verursacher der Krise in GR sind in dieser Reihenfolge:

GR Politiker
GR Gewerkschaften
GR Beamte, die nicht arbeiten
GR Bürger, die keine Steuern zahlen
GR Lobbygruppen
GR, die Kapital ins Ausland abziehen,
GR, die lieber in London ihre Zweitwhg kaufen
GR, die bestechen oder sich bestechen lassen
GR, die für den Erhalt geschlossener Berufsgruppen kämpfen,
GR, die Subventionen kassieren, ohne dass die Voraussetzungen vorliegen,
GR Banken,

usw.

(...)

Berater, wie Goldman Sachs, die GR bei betrügerischen Aufnahme in den Euro unterstützten.

(...)

EU-Beamte, die GR Leichtfertig Subventionen mit Fehlsteuerung gewähren.

(...)

SPD/Grüne (schröder, Fischer, Eichel, Trittin und Co.), die GR - zusammen mit anderen EU-Staaten - in den Euro ließen.

CDU/SPD/Grüne, die den Euro leichtfertig einführten und die das Desaster laufen ließen (Steinbrück & Co., Kohl).

(...)

Ganz am Ende:

Banken, Exportunternehmen
Troika.

Überhaupt keine Verantwortung: Dt. Normalverdiener, die dafür jetzt dauerhaft zur Kasse gebeten werden.

Einfach nur traurig

Wirklich bitter diese Überschrift, aber vielleicht wird den Menschen in Europa so auch langsam bewußt das Finanzverbrechen keine opferlosen Verbrechen sind.

Eigentlich kann man dazu nicht viel sagen. Wie viele tragische Schicksale daran hängen ist einfach nur bitter.
Wir müssen durch Innovation einen Weg finden das Geimeinwohl wieder zu stärken. Noch nie war Wissenschaft so wichtig wie heute.

Nicht nur dort...

"Suizidrate in Griechenland steigt drastisch an"

Ich höre jede Nacht Radio und kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte mal KEINE Geisterfahrerwarnung gehört habe.
Nun wird nicht jeder in Selbsttötungsabsicht verkehrt auf eine Autobahn einfahren, aber ich habe zumindest subjektiv das Gefühl, dass es immer mehr werden...

Den potenziellen Geisterfahrern

sei gesagt, dass sie richtige Feiglinge sind, wenn sie andere Menschen gefährden bzw. mit in den Tod reißen. Wenn sich jemand umbringen will, so soll er es tun, ohne anderen Schaden zuzufügen. Es bieten sich Bäume, Autobahnbrücken, Hochhäuser etc. an. Das hört sich jetzt sarkastisch an, aber mir tun einfach die Familien der Getöteten leid.

Was die Verzweiflung vieler Griechen betrifft, so kann ich das nachvollziehen. Wenn jemand seine ganze Existenz verliert, ist es nicht verwunderlich, wenn er sein Leben nicht mehr lebenswert findet.