AfghanistanExplosion einer Landmine tötet zehn Mädchen

In der östlichen Provinz Nanagahar sind mehrere Mädchen ums Leben gekommen, als ein Sprengkörper am Boden hochging. Sie waren zum Holzsammeln unterwegs gewesen. von AFP und

Minenräumfahrzeug (bei einer Demonstration in Afghanistan 2011)

Minenräumfahrzeug (bei einer Demonstration in Afghanistan 2011)  |  © Paul Richards/Reuters

Durch die Explosion einer Landmine sind in Afghanistan zehn Mädchen gestorben. Die Kinder im Alter von neun bis elf Jahren kamen beim Sammeln von Brennholz in der östlichen Provinz Nanagahar ums Leben, wie der Bezirkschef von Tschaparhar, Mohammed Sedik Daulazai, der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Eine von ihnen habe zufällig mit einer Axt auf die Mine geschlagen. Das löste die Explosion aus.

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Die Landmine stamme noch aus den Zeiten des sowjetischen Afghanistan-Feldzugs in den 1980er Jahren, sagte Daulazai.

Seit dem Rückzug der Sowjettruppen 1989 zerstörten Räumtrupps in Afghanistan nach UN-Angaben fast 700.000 Minen und 15 Millionen weitere Explosivkörper. Trotz der internationalen Mühen um eine Säuberung gilt Afghanistan weiter als eines der am stärksten von Minen verseuchten Länder weltweit.

Strategie der Taliban

Allein im vergangenen Jahr starben dort mehr als 3.000 Zivilisten durch Kriegsgewalt . Es war laut der UN-Unterstützungsmission in Afghanistan (UNAMA) die höchste Opferzahl seit fünf Jahren. Seit 2007 steigt demnach die Zahl der Opfer kontinuierlich.

Unter den Todesopfern seien immer mehr Frauen und Kinder. Als Grund führt die UN-Organisation die geänderte Taktik der Taliban-Kämpfer an: Sie verwendeten immer häufiger ferngezündete Bomben oder Sprengsätze, die wie Landminen funktionierten.

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Leserkommentare
    • SuR_LK
    • 17. Dezember 2012 9:47 Uhr

    Taliban her, ohne Besatzer würden da keine Landminen liegen.
    Eine globale Ächtung der Landminen wäre wünschenswert, vor allem die USA könnte sich da mal entschliessen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ich zitiere kurz die Wikipedia.
    Seit 1999 ist die bis April 2006 ratifizierte „Ottawa-Konvention“ zur Ächtung von Antipersonenminen in Kraft, welcher jedoch die größten Minenherstellerstaaten nicht angehören.

    Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.
    Bertold Brecht

    Film-Tip in diesem Zusammenhang:
    "Lord of War" mit Nicolas Cage.
    > http://www.imdb.com/title...

    Abgesehen davon ist Deutschland auf Platz 3 der Waffenlieferanten.

    Ich bezweifle, daß bei diesen Statistiken Lieferungen moderner Überwachungstechnik für den "Cyberwar" von Regimes gegen die Bevölkerung enthalten ist, da sind wir Deutschen nämlich auch konkurrenzfähig.

    Aber ich gleite ins Offtopic, bei so viel Doppelmoral insbesondere bei diesen Dingen neigt man schnell zum Rundumschlag .....
    Fröhliche Weihnachten :-)

    es steht ja schon im Text, dass die Landmine aus der Zeit der ehemaligen UDSSR ist. Dies bedeutet, dass die USA für diese explodierte Mine nun wirklich nichts können.

    Nichtsdestotrotz sollte es auch der Nato ein vorrangiges Anliegen sein, diese Mienen und die eigenen zu entfernen. Leider haben die Taliban in ihrer Herrsschaftzeit ja nicht die Minen aufgeräumt. Lt. Amnesty International sollen Landminen in Afghanistan bisher mehr als eintausend Opfer gefordert haben.

    Hier noch etwas hintergrundinfo:
    >>Mine clearance teams in Afghanistan report finding literally dozens of types of landmines, mainly from the ex-USSR, but also from Belgium, Italy, US and the UK. The most infamous mine used during the Soviet Union's occupation period was the so-called 'butterfly' mine. Helicopter crews dropped untold numbers (figures range into the millions) of the small mines from the air. They were designed to flutter to the ground without exploding, and to thousands of children they resembled butterflys or toys. But one wing of the mine was filled with liquid explosive, designed to ignite and explode on contact, severing hands. <<

    http://www.afghan-network...
    und
    http://www.auswaertiges-a...

    • Bashu
    • 17. Dezember 2012 11:04 Uhr

    Das muss auch immer wieder betont werden. Die Taliban - logistisch unterstützt durch die USA - hatten sich zum Ziel gesetzt, die sowjetische Besatzung zu beenden. Ohne die Besatzungsmacht hätte es weder irgendwelche Bewaffnung noch dieses Maß an Radikalisierung gegeben.

    http://en.wikipedia.org/w...

    Das Problem mit den Taliban ist also nicht hausgemacht, sondern dem kalten Krieg entsprungen!

  1. Ich zitiere kurz die Wikipedia.
    Seit 1999 ist die bis April 2006 ratifizierte „Ottawa-Konvention“ zur Ächtung von Antipersonenminen in Kraft, welcher jedoch die größten Minenherstellerstaaten nicht angehören.

    Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.
    Bertold Brecht

    Film-Tip in diesem Zusammenhang:
    "Lord of War" mit Nicolas Cage.
    > http://www.imdb.com/title...

    Abgesehen davon ist Deutschland auf Platz 3 der Waffenlieferanten.

    Ich bezweifle, daß bei diesen Statistiken Lieferungen moderner Überwachungstechnik für den "Cyberwar" von Regimes gegen die Bevölkerung enthalten ist, da sind wir Deutschen nämlich auch konkurrenzfähig.

    Aber ich gleite ins Offtopic, bei so viel Doppelmoral insbesondere bei diesen Dingen neigt man schnell zum Rundumschlag .....
    Fröhliche Weihnachten :-)

    Antwort auf "Taliban hin"
    • war-hog
    • 17. Dezember 2012 10:24 Uhr

    Was machen die eigentlich den ganzen Tag?
    Was machen die anderen Truppen da den ganzen Tag?
    Wo sind die Russen? Warum beseitigen sie diese Sauerei nicht?

    Es gibt doch Minenräumpanzer,oder?

    Geld ist doch auch genug da?

    Ich denke ihr seid da um Menschenleben und die Freiheit zu schützen?

    Alles Lüge?

    Bringt keinen wirtschaftlichen Nutzen?

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    Wissen Sie eigentlich wie viele Minen in Afghanistan liegen? Und glauben Sie in Ihrer zur Schau getragenen Unwissenheit eigentlich wie lange man braucht, um auch nur einen Bruchteil davon zu findne und zu beseitigen?

    Ihr Räumpanzer sind zudem für solche Aktionen ungeeignet, da deren Aufgabe nur ist, für nachfoldende Fahrzeuge eine Bresche in ein Minenfeld zu schlagen.

    Also halten Sie mal die Bälle flach, statt direkt auf 180 zu sein!

    Wenn Sie sich mal ein kleinwenig mit der Thematik Minen auseinander setzen würden, würden Sie erkennen welch geistigen Unfug Sie hier von sich geben.

    Aber mal grundlegend

    1. Minen legen ist simpel. Mit geringem Aufwand kann man in kürzester Zeit ein riesiges Gebiet verminen.

    2. Minen entfernen ist komplizierter als Sie denken und vor allem zeitaufwendiger. In Afghanistan waren 2010 noch schätzungsweise 602 km² vermint.

    3. Minenräumung in Kriegszeiten ist schwieriger als in Friedenszeiten ( sollten selbst Sie erkennen )

    Bevor man also sinnlos und geistlos auf die Bundeswehr eindrischt sollte man mal das Gehirn einschalten.

  2. Ich weiß, es ist schwierig, aber wo sind die millionenfachen Beileidsbekundungen aus aller Welt? Wo sind die RTL Sondersendungen zu dem Thema. Wo sind die Namen der Getöteten? Wo der bewegte Präsident, der Taten verspricht? Wo sind die 300+ Kommentare? Wo der Aufschrei der Eltern? Nichts...

    Keine Kerzen für Afghanen, nicht eine...doch, eine wird heute brennen, bei mir!

    JLC

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Die afghanischen Mädchen sind dem "Qualitätsjournalismus" ganz einfach weniger wert.

    Und wert ist wörtlich gemeint. Mit welcher Nachricht lassen sich mehr Klicks, mehr Quote, oder mehr verkaufte Exemplare erreichen?

    Da fallen 10 afghanische Mädchen hinten runter.

    Oder auch 200 Kinder als Kriegsgefangene in Afghanistan.

    Ein Riesenaufschrei? Nö. Sind sie den westlichen Medien nichts wert, oder sind sie ob der vielen westlichen Kriegsgräuel schon so abgestumpft?

    "In der Ära der Beliebigkeit, in der Skandale keine Skandale mehr sind und Handlungen gegen die Menschenwürde als “Aufreger” in Facebook gerade noch eine Halbwertzeit von 15 Stunden haben, muss man die Nachrichtenticker schon aufmerksam verfolgen, um solche Meldungen nicht zu übersehen, die vor 20 Jahren noch einen weltweit kollektiven Aufschrei ausgelöst hätten: Die USA haben seit dem Jahr 2008 hunderte von afghanische Kinder als “Kriegsgefangene” festgenommen und halten sie in der US-Basis von Baghram gefangen."
    http://www.wirtschaftsfac...

  3. Wissen Sie eigentlich wie viele Minen in Afghanistan liegen? Und glauben Sie in Ihrer zur Schau getragenen Unwissenheit eigentlich wie lange man braucht, um auch nur einen Bruchteil davon zu findne und zu beseitigen?

    Ihr Räumpanzer sind zudem für solche Aktionen ungeeignet, da deren Aufgabe nur ist, für nachfoldende Fahrzeuge eine Bresche in ein Minenfeld zu schlagen.

    Also halten Sie mal die Bälle flach, statt direkt auf 180 zu sein!

  4. 7. Unfug

    Wenn Sie sich mal ein kleinwenig mit der Thematik Minen auseinander setzen würden, würden Sie erkennen welch geistigen Unfug Sie hier von sich geben.

    Aber mal grundlegend

    1. Minen legen ist simpel. Mit geringem Aufwand kann man in kürzester Zeit ein riesiges Gebiet verminen.

    2. Minen entfernen ist komplizierter als Sie denken und vor allem zeitaufwendiger. In Afghanistan waren 2010 noch schätzungsweise 602 km² vermint.

    3. Minenräumung in Kriegszeiten ist schwieriger als in Friedenszeiten ( sollten selbst Sie erkennen )

    Bevor man also sinnlos und geistlos auf die Bundeswehr eindrischt sollte man mal das Gehirn einschalten.

    • war-hog
    • 17. Dezember 2012 10:59 Uhr

    Immer findet der Teufel eine Ausrede!

    Ihr redet Euch heraus mit billigsten Fakten.
    Wollt ihr vielleicht auch noch das Minenlegen als notwendiges Mittel der Kriegsführung legitimieren?

    Shame on you!
    Ihr habt nichts begriffen!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Ihr redet Euch heraus mit billigsten Fakten."
    Fakten sind aber auch widerwärtig, viel schlechter als eine solide Meinung!! Shame on the Facts!

    Grundlegend ist es völliger Unfug sich mit "Fakten" rauszureden. Was sollte man den mit Fakten sonst machen. Natürlich geht es auch anders. Man könnte sinnlose und geistlose Kommentare posten und diese dann als die ultimative Wahrheit hinstellen, aber nicht jeder macht es sich so einfach wie Sie. Ganz nebenbei, niemand hat Minenlegen als notwendiges Mittel der Kriegsführung legitimiert, es ist lediglich darauf hingewiesen worden, dass Minenräumen eben nicht so wie in Ihrer Bibi Blocksberg Fantasie funktioniert sondern komplexer und komplizierter ist. [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/ds

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, tst
  • Schlagworte AFP | Afghanistan | Alter | Mine | Mädchen | Nachrichtenagentur
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