Sozialpolitik: Fast jeder Sechste ist armutsgefährdet
Der Paritätische Wohlfahrtsverband sieht die Armut in Deutschland auf Rekordniveau, immer mehr Menschen seien bedroht. Der Verband fordert ein großes Sozialprogramm.
Weil immer mehr Menschen in Deutschland von Armut bedroht seien, fordert der Paritätische Wohlfahrtsverband ein Sofortprogramm, um der Entwicklung entgegenzuwirken. Seit 2006 sei die Armutsgefährdungsquote stetig gestiegen und habe 2011 mit 15,1 Prozent einen Höchststand erreicht, teilte der Verband am Donnerstag bei der Vorstellung seines Armutsberichts mit. Als armutsgefährdet gilt, wer für seine Lebensführung weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens zur Verfügung hat.
Nach der regionalen Auswertung des Verbandes sind in Bayern und Baden-Württemberg weitaus weniger Menschen von Armut betroffen. Mit Bremen landet im Länderranking erstmals ein westdeutsches Bundesland auf dem letzten Platz. Dort beträgt die Quote 22,3 Prozent. Zu den besonderen Problemregionen zählen neben Mecklenburg-Vorpommern auch Berlin und das Ruhrgebiet. Hier habe die Armutsgefährdungsquote in den vergangenen Jahren um 25 beziehungsweise 20 Prozent zugenommen. In einzelnen Ruhrgebietsstädten wie Duisburg stieg die Quote sogar um über 34 Prozent.
"Wir haben Armut wirklich auf Rekordniveau", sagte Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider. Nötig seien deshalb die Einführung eines Mindestlohnes und einer Zuverdienstrente, eine Erhöhung der Hartz-IV-Regelsätze und eine Reform des Wohngeldgesetzes. Kosten würde dies "erst mal" zwischen 10 und 20 Milliarden Euro, sagte Schneider. "Das ist viel Geld, aber (...) wir haben das Geld. Wir haben in Deutschland 4,8 Billionen Euro bei den Privathaushalten auf den Konten. Wir sind das fünftreichste Land der Welt. Wenn wir es nicht schaffen, wer dann?" Schneider verlangte, die Vermögenssteuer wieder einzuführen, die Erbschaftsteuer zu erhöhen und neu über die Spitzensätze bei der Einkommensteuer nachzudenken. Auf die Frage, ob er die Reichen zur Kasse bitten will, antwortete er: "Wen sonst, wenn nicht die Reichen?"
Darin, dass immer mehr Menschen arm sind, obwohl die Arbeitslosigkeit zurückgeht, sieht der Paritätische Wohlfahrtsverband einen Beleg für eine zunehmende Amerikanisierung des Arbeitsmarktes. "Prekäre Beschäftigungsverhältnisse und Armutslöhne sind der Preis, den Deutschland für die vermeintlichen Erfolge der Bundesregierung in der Arbeitsmarktpolitik bezahlt", sagte Schneider. Immer weniger Menschen könnten von ihrer Arbeit leben. "Armut trotz Arbeit, das ist etwas, was Deutschland durchzieht und unsere Gesellschaft derzeit wirklich umkrempelt." Dies hänge einerseits mit der wirtschaftlichen und der arbeitsmarktpolitischen Entwicklung zusammen. "Aber zu einem Gutteil ist dieses Problem natürlich auch politisch hausgemacht."






...kann man nur gutheißen.
Das sind doch blos Pflaster, die eine eitrige und verdreckte Wunde verdecken. Das bringt keine Lösung, sondern verschlimmert die Symptome langfristig blos.
1. Mindestlohn: Ok, aber bitte nicht so, dass Arbeitsplätze vernichtet werden. 7 Euro bundesweit wären ok, je nach BuLand ist mehr drin.
2. Hartz4Sätze: Nein definitiv nicht! Die sollten eher verringert werden und dafür die Abzüge bei einem Zuverdienst verringert/abgeschafft werden. Wer momentan 400 Euro dazuverdient, dem bleiben am Ende noch 160 Euro. Wie wäre es mit Null Abzug?
3. Wohngeldbezug: Ok, Reform ist gut und wichtig, aber bitte in die Zielrichtung: Regionale Regelungen. Jede Gemeinde weiss selbst am besten, wem, wie wieviel geholfen werden sollte und wie die Durchmischung der Wohngebiete am besten geregelt werden sollte.
Insgesamt: Materielle Armut in Deutschland gibt es nicht, es gibt nur Armut im Kopf und gegen die gibts kein Mittel. Ach ne halt, doch gibt es: Bildung!
Es ist leider nicht allzu weit im Zufallsland, dass immer nur die nototischen Ecken des Landes (Berlin, Bremen, NRW) immer ärmer werden..
Das sind doch blos Pflaster, die eine eitrige und verdreckte Wunde verdecken. Das bringt keine Lösung, sondern verschlimmert die Symptome langfristig blos.
1. Mindestlohn: Ok, aber bitte nicht so, dass Arbeitsplätze vernichtet werden. 7 Euro bundesweit wären ok, je nach BuLand ist mehr drin.
2. Hartz4Sätze: Nein definitiv nicht! Die sollten eher verringert werden und dafür die Abzüge bei einem Zuverdienst verringert/abgeschafft werden. Wer momentan 400 Euro dazuverdient, dem bleiben am Ende noch 160 Euro. Wie wäre es mit Null Abzug?
3. Wohngeldbezug: Ok, Reform ist gut und wichtig, aber bitte in die Zielrichtung: Regionale Regelungen. Jede Gemeinde weiss selbst am besten, wem, wie wieviel geholfen werden sollte und wie die Durchmischung der Wohngebiete am besten geregelt werden sollte.
Insgesamt: Materielle Armut in Deutschland gibt es nicht, es gibt nur Armut im Kopf und gegen die gibts kein Mittel. Ach ne halt, doch gibt es: Bildung!
Es ist leider nicht allzu weit im Zufallsland, dass immer nur die nototischen Ecken des Landes (Berlin, Bremen, NRW) immer ärmer werden..
60% vom Median, nicht des Durchschnitts...
60% vom Median, nicht des Durchschnitts
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Wenn Sie jetzt noch eine Quelle nachreichen wäre es top!
60% vom Median, nicht des Durchschnitts
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Wenn Sie jetzt noch eine Quelle nachreichen wäre es top!
Peanuts...vorallem wenn man sich anschaut wofür sonst alles Geld da ist: EURO, Krieg, Banken etc...
...gäbe es erst recht kein Geld für die Armen. Es ist wirklich unsinnig immer wieder darüber zu meckern. Denken Sie, wir wären mit der DM heute da, wor wir jetzt sind? Man sieht ja, wie super es in GB läuft, ohne den Euro.
Wenn man sich mir den Fakten befasst, dann ist die dauerhafte Kritik am Euro nur Populismus.
...gäbe es erst recht kein Geld für die Armen. Es ist wirklich unsinnig immer wieder darüber zu meckern. Denken Sie, wir wären mit der DM heute da, wor wir jetzt sind? Man sieht ja, wie super es in GB läuft, ohne den Euro.
Wenn man sich mir den Fakten befasst, dann ist die dauerhafte Kritik am Euro nur Populismus.
... wer für seine Lebensführung weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens zur Verfügung hat."
und
"Nötig seien deshalb die Einführung eines Mindestlohnes und einer Zuverdienstrente, eine Erhöhung der Hartz-IV-Regelsätze und eine Reform des Wohngeldgesetzes."
Mit diesen Maßnahmen steigt dann das durchschnittliche Einkommen und noch *mehr* Menschen sind Armutsgefärdet!
Daran kann man sehen das die Bezugsgröße zur Bestimmung der Armut systematisch falsch ist. Da muss eine andere Definition her, z.B., das der-/die-jenige "arm" ist der in 40h nicht das verdient was er zum Leben innerhalb einer Woche braucht.
Ich zweifle außerdem, dass sich die Probleme der Verteilungsgerechtigkeit überhaupt über Umverteilung lösen lassen, vielmehr bin ich davon überzeugt das es um mehr Chancen- und Teilhabegerechtigkeit gehen muss.
zu behaupten, dass das Durchschnittseinkommen in einem solchen Ausmaß steigen würde, dass bei höheren Einkommen der Armen mehr Menschen statistisch als arm klassifiziert würden. Denn dazu ist die Spreizung zwischen Arm und Reich viel zu groß. Die höheren Einkommen der Armen fielen da gar nicht ins Gewicht. Nimmt man ferner das allgemein gebräuchliche Maß von weniger als 60 % des Medianeinkommens ergibt sich ohnehin kein Problem statistischer 'Verzerrung'.
Apropos Aufstiegschancen -> http://www.zeit.de/wirtsc...
"Ich zweifle außerdem, dass sich die Probleme der Verteilungsgerechtigkeit überhaupt über Umverteilung lösen lassen, vielmehr bin ich davon überzeugt das es um mehr Chancen- und Teilhabegerechtigkeit gehen muss."
Erst muss die Basis stehen, von der aus man Chancen wahrnehmen und teilhaben kann. Also muss erst umverteilt werden. Optimal liefen mehrere Veränderungen in dieselbe Richtung.
Wer nämlich depressiv zuhause grübelt, weil er sich abgehängt und/oder veräppelt fühlt, wer zudem noch bürokratisch und/oder durch "Maßnahmen" sinnlos beschäftigt wird, der hat keine Kapazität, Chancen wahrzunehmen oder aktiv für Veränderung einzutreten. Die meisten ergeben sich ihrem Schicksal. Das ist das Schlimme.
wird nicht das Durchschnittseinkommen zur Armutsmessung herangezogen, sondern das Medianeinkommen, weshalb es keine Rolle spielt, wenn Arme höhere Einkommen erzioelen. Mir ist deshalb die Redaktionsempfehlung für einen derart hanebüchenen Kommentar unverständlich. Da der Pari eben nicht entlang des Durchschnittseinkommens, sondern des Medians rechnet.
"Mit diesen Maßnahmen steigt dann das durchschnittliche Einkommen und noch *mehr* Menschen sind Armutsgefärdet!"
Aussschlaggebend ist die vertikale soziale Mobilität.
Nimmt sie nach unten zu und nach oben ab, wie es derzeit der Fall ist, steigt das Armutsrisiko.
Nimmt sie noch oben zu und nach unten ab, sinkt das Armutsrisiko.
Eine Umverteilung von Geldmitteln von oben nach unten begünstigt die Zunahme der vertikalen sozialen Mobilität nach oben.
Und genau das sollte die Zielsetzung einer Regierung sein die am Gemeinwohl und sozialen Frieden interessiert ist.
@Messier51 20.12.2012 um 13:02 Uhr
Sie schreiben:“ Ich zweifle außerdem, dass sich die Probleme der Verteilungsgerechtigkeit überhaupt über Umverteilung lösen lassen, vielmehr bin ich davon überzeugt das es um mehr Chancen- und Teilhabegerechtigkeit gehen muss".
@Messier51, diesen Spruch hören wir doch laufend von den Neoliberalen Parteien CDU/CSU-FDP, SPD und Grünen. Dieser Spruch hat noch nicht einmal einen theoretischen Wert. Es ist einfach nur ein hohler inhaltsloser Spruch. Damit sollen die Menschen vernebelt werden. Mittlerweile merken aber die meisten, dass das System sie ausbeutet.
Erklären Sie doch mal, wie Sie ohne Geld Armut beseitigen wollen.
Und kommen Sie mir nicht mit dem Spruch, die Armen sind glücklicher als die Reichen.
warum Ihre Betrachtungsweise unsinig ist. Da ich auf die Schnelle keine aktuelleren Vergleichzahlen finden konnte, nehme ich auf das Jahr 2005 Bezug:
Die ersten sieben Dezile umfassten in dem Jahr lediglich 48,5 % des Gesamteinkommensvolumens -> http://www.bpb.de/system/... (auch ff.). Das Durchschnittseinkommen lag somit im unteren Bereich des achten Dezils, also oberhalb von 80 % der Bevölkerung. Die Armutsrisikoschwelle gemessen als < 60 % des DURCHSCHNITTseinkommens lag im unteren Bereich des sechsten Dezils. Demnach hätten über 50 % der Bevölkerung als Armutsrisikokandidaten gegolten.
Gemessen am MEDIANeinkommen lag die Armutsrisikoquote 2005 lt. SOEP allerdings bei 13 %. Das Einkommensvolumen des ersten Dezils betrug - Quelle: s. o. - seinerzeit 2,9 % des gesamten Einkommensvolumens, das des zweiten Dezils 4,8 %. Nehmen wir also überschlägig das erste plus ein Drittel des zweiten Dezils, um das Einkommensvolumen der Armutsrisikokandidaten großzügig abzuschätzen. Das sind dann lediglich 4,5 % des Gesamteinkommensvolumens gewesen. Wenn sich nun der EinkommensANTEIL der nach Medianeinkommen vom Armtsrisiko Betroffenen versechsfachen würde, lägen sie insgesamt immer noch unterhalb der Armutsrisikoschwelle von weniger als 60 % des DURCHSCHNITTseinkommens.
Anbei noch Wissenswertes zur Einkommensentwicklung der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen -> http://www.diw.de/documen...
Die Definition ab welchem Einkommen Armut beginnt, ist in der Tat wenig geeignet Armut/Armutsgefährdung zu messen. Nach der Definition wird es immer Armut geben.
Besser wäre eine Bestimmung der Gefährdungsgrenze durch klaren Kostenansatz. - Was braucht Mensch und wieviel kostet das.
Ob es dann aber besser aussieht und es dadurch weniger sogenannte Arme gibt. - Mir fehlt der Glaube daran. - Denn die ca. 850 bis 900 Euro, ab der man als arm gilt, reichen kaum aus, auch ein einfaches Leben vollumfänglich zu finanzieren. Nötiger Zahnersatz, Fehlsichtigkeit und ähnliche nicht vorhersehbare Dinge bringen hier leicht Unordnung in die Kalkulation.
...wenn absolut alle Menschen in der Bundesrepublik - sagen wir mal - auf dem Niveau eines Slum-Bewohners leben würden gäbe es laut dieser Definition gleichwohl keine Armut.
Schließlich würden ja alle Menschen auf demselben Niveau leben (dem eines Slum-Bewohners eben) und niemand "unterschnittlich schlecht" wegkommen...
Damit soll eine Diskussion über Verteilungsgerechtigkeit natürlich nicht abgewürgt werden, aber "Armut" ist für das im Artikel dargestellte Phänomen einfach der falsche Begriff.
zu behaupten, dass das Durchschnittseinkommen in einem solchen Ausmaß steigen würde, dass bei höheren Einkommen der Armen mehr Menschen statistisch als arm klassifiziert würden. Denn dazu ist die Spreizung zwischen Arm und Reich viel zu groß. Die höheren Einkommen der Armen fielen da gar nicht ins Gewicht. Nimmt man ferner das allgemein gebräuchliche Maß von weniger als 60 % des Medianeinkommens ergibt sich ohnehin kein Problem statistischer 'Verzerrung'.
Apropos Aufstiegschancen -> http://www.zeit.de/wirtsc...
"Ich zweifle außerdem, dass sich die Probleme der Verteilungsgerechtigkeit überhaupt über Umverteilung lösen lassen, vielmehr bin ich davon überzeugt das es um mehr Chancen- und Teilhabegerechtigkeit gehen muss."
Erst muss die Basis stehen, von der aus man Chancen wahrnehmen und teilhaben kann. Also muss erst umverteilt werden. Optimal liefen mehrere Veränderungen in dieselbe Richtung.
Wer nämlich depressiv zuhause grübelt, weil er sich abgehängt und/oder veräppelt fühlt, wer zudem noch bürokratisch und/oder durch "Maßnahmen" sinnlos beschäftigt wird, der hat keine Kapazität, Chancen wahrzunehmen oder aktiv für Veränderung einzutreten. Die meisten ergeben sich ihrem Schicksal. Das ist das Schlimme.
wird nicht das Durchschnittseinkommen zur Armutsmessung herangezogen, sondern das Medianeinkommen, weshalb es keine Rolle spielt, wenn Arme höhere Einkommen erzioelen. Mir ist deshalb die Redaktionsempfehlung für einen derart hanebüchenen Kommentar unverständlich. Da der Pari eben nicht entlang des Durchschnittseinkommens, sondern des Medians rechnet.
"Mit diesen Maßnahmen steigt dann das durchschnittliche Einkommen und noch *mehr* Menschen sind Armutsgefärdet!"
Aussschlaggebend ist die vertikale soziale Mobilität.
Nimmt sie nach unten zu und nach oben ab, wie es derzeit der Fall ist, steigt das Armutsrisiko.
Nimmt sie noch oben zu und nach unten ab, sinkt das Armutsrisiko.
Eine Umverteilung von Geldmitteln von oben nach unten begünstigt die Zunahme der vertikalen sozialen Mobilität nach oben.
Und genau das sollte die Zielsetzung einer Regierung sein die am Gemeinwohl und sozialen Frieden interessiert ist.
@Messier51 20.12.2012 um 13:02 Uhr
Sie schreiben:“ Ich zweifle außerdem, dass sich die Probleme der Verteilungsgerechtigkeit überhaupt über Umverteilung lösen lassen, vielmehr bin ich davon überzeugt das es um mehr Chancen- und Teilhabegerechtigkeit gehen muss".
@Messier51, diesen Spruch hören wir doch laufend von den Neoliberalen Parteien CDU/CSU-FDP, SPD und Grünen. Dieser Spruch hat noch nicht einmal einen theoretischen Wert. Es ist einfach nur ein hohler inhaltsloser Spruch. Damit sollen die Menschen vernebelt werden. Mittlerweile merken aber die meisten, dass das System sie ausbeutet.
Erklären Sie doch mal, wie Sie ohne Geld Armut beseitigen wollen.
Und kommen Sie mir nicht mit dem Spruch, die Armen sind glücklicher als die Reichen.
warum Ihre Betrachtungsweise unsinig ist. Da ich auf die Schnelle keine aktuelleren Vergleichzahlen finden konnte, nehme ich auf das Jahr 2005 Bezug:
Die ersten sieben Dezile umfassten in dem Jahr lediglich 48,5 % des Gesamteinkommensvolumens -> http://www.bpb.de/system/... (auch ff.). Das Durchschnittseinkommen lag somit im unteren Bereich des achten Dezils, also oberhalb von 80 % der Bevölkerung. Die Armutsrisikoschwelle gemessen als < 60 % des DURCHSCHNITTseinkommens lag im unteren Bereich des sechsten Dezils. Demnach hätten über 50 % der Bevölkerung als Armutsrisikokandidaten gegolten.
Gemessen am MEDIANeinkommen lag die Armutsrisikoquote 2005 lt. SOEP allerdings bei 13 %. Das Einkommensvolumen des ersten Dezils betrug - Quelle: s. o. - seinerzeit 2,9 % des gesamten Einkommensvolumens, das des zweiten Dezils 4,8 %. Nehmen wir also überschlägig das erste plus ein Drittel des zweiten Dezils, um das Einkommensvolumen der Armutsrisikokandidaten großzügig abzuschätzen. Das sind dann lediglich 4,5 % des Gesamteinkommensvolumens gewesen. Wenn sich nun der EinkommensANTEIL der nach Medianeinkommen vom Armtsrisiko Betroffenen versechsfachen würde, lägen sie insgesamt immer noch unterhalb der Armutsrisikoschwelle von weniger als 60 % des DURCHSCHNITTseinkommens.
Anbei noch Wissenswertes zur Einkommensentwicklung der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen -> http://www.diw.de/documen...
Die Definition ab welchem Einkommen Armut beginnt, ist in der Tat wenig geeignet Armut/Armutsgefährdung zu messen. Nach der Definition wird es immer Armut geben.
Besser wäre eine Bestimmung der Gefährdungsgrenze durch klaren Kostenansatz. - Was braucht Mensch und wieviel kostet das.
Ob es dann aber besser aussieht und es dadurch weniger sogenannte Arme gibt. - Mir fehlt der Glaube daran. - Denn die ca. 850 bis 900 Euro, ab der man als arm gilt, reichen kaum aus, auch ein einfaches Leben vollumfänglich zu finanzieren. Nötiger Zahnersatz, Fehlsichtigkeit und ähnliche nicht vorhersehbare Dinge bringen hier leicht Unordnung in die Kalkulation.
...wenn absolut alle Menschen in der Bundesrepublik - sagen wir mal - auf dem Niveau eines Slum-Bewohners leben würden gäbe es laut dieser Definition gleichwohl keine Armut.
Schließlich würden ja alle Menschen auf demselben Niveau leben (dem eines Slum-Bewohners eben) und niemand "unterschnittlich schlecht" wegkommen...
Damit soll eine Diskussion über Verteilungsgerechtigkeit natürlich nicht abgewürgt werden, aber "Armut" ist für das im Artikel dargestellte Phänomen einfach der falsche Begriff.
Das beschriebene Problem ist eines der größten unserer Zeit.
Globalisierung. Lohndumping. Drohende Werksschließungen bei Forderung nach normaler Bezahlung.
Es führt aber kein Weg an einem Mindestlohn vorbei, wenn man von seiner ehrlichen Hände Arbeit normal leben möchte. Die ursprünglich für Omis und Opis gedachten Minijobs, die unbürokratische Hilfe in Familienunternehmen unterstützen sollten, werden schamlos von der Wirtschaft ausgenutzt (z.B. Fastfoodkette Minijobbeschäftigte, die vom Amt aufgestockt werden).
Allein eine gute Arbeitsmarktbilanz und gute Wirtschaftsdaten nützen nichts, wenn immer mehr Menschen in Deutschland an die Grenze zum Existenzminimum kommen. Die Rentenarmut kommt ja erst noch richtig.
Steuererhöhungen zur Unterstützung der Rentenkassen etc. werden aber nur dann aktzeptiert, wenn ein breites Vertrauen in unsere Politiker bestünde. Bei Projekten wie Stuttgart 21, Elbphilharmonie (570 statt 70 MioEUR!, Flughafen Berlin etc., bei denen Mrd. EUR verbrannt werden, ist diese Unterstützung wohl kaum flächendeckend vorhanden.
... wenn er sich am Durchschnittseinkommen (bzw. am Median) im eignen Land orientiert. Demnach gibt es in Monaco wahrscheinlich besonders viel Arme, in der Mongolei besonders wenige. In Deutschland hat jeder Anspruch auf ein Existenzminimum (Wohnung + Hartz IV), was einem Facharbeiterlohn in anderen EU-Ländern entspricht. In einem zusammenwachsenden Europa sollte man Armutgefährdung einmal lieber am EU-weiten Median bemessen.
P.S.: Über Verteilungsgerechtigkeit kann man reden, aber bitte nicht mit der Armutskeule.
Sehen Sie es doch einmal so: Klappern gehört eben zum Handwerk.
Die Sozialverbände wie Caritas, Brot für die Welt, Arbeiterwohlfahrt usw. sind heute der größte Arbeitgeber in Deutschland - mit der dazugehörigen größten Lobby in Berlin. Und diese Lobby trommelt "wie der Teufel" zu Gunsten der ihnen angeschlossenen " Verbands-Unternehmen". Die tummeln sich heute praktisch in allen Bereichen, in denen Serviceleistungen angeboten werden.
Aber da frage man doch einmal die Mitarbeiter, was die denn "gerechterweise" so verdienen: Kaum "das Schwarze unter dem Nagel". Denen zahlt man wohl nur aus Solidarität zu der immer "stärker verarmenden Bevölkerung" solche Hungerlöhne.
Oder: Arbeitgeber unter sich eben.
... wenn es um das jeweilige land geht, in der armutsgefährdete Mensch lebt.
Dort, wo der Mensch essen, wohnen, mit dem ÖPNV fahren muss.
Deshalb gibt es ja auch einen regionalen Index.
Was nutzt es mir in Deutschland, wenn ich in Polen billiger wohnen kann?
Oder wollen Sie europäische Ghettos für Arme fördern?
Sehen Sie es doch einmal so: Klappern gehört eben zum Handwerk.
Die Sozialverbände wie Caritas, Brot für die Welt, Arbeiterwohlfahrt usw. sind heute der größte Arbeitgeber in Deutschland - mit der dazugehörigen größten Lobby in Berlin. Und diese Lobby trommelt "wie der Teufel" zu Gunsten der ihnen angeschlossenen " Verbands-Unternehmen". Die tummeln sich heute praktisch in allen Bereichen, in denen Serviceleistungen angeboten werden.
Aber da frage man doch einmal die Mitarbeiter, was die denn "gerechterweise" so verdienen: Kaum "das Schwarze unter dem Nagel". Denen zahlt man wohl nur aus Solidarität zu der immer "stärker verarmenden Bevölkerung" solche Hungerlöhne.
Oder: Arbeitgeber unter sich eben.
... wenn es um das jeweilige land geht, in der armutsgefährdete Mensch lebt.
Dort, wo der Mensch essen, wohnen, mit dem ÖPNV fahren muss.
Deshalb gibt es ja auch einen regionalen Index.
Was nutzt es mir in Deutschland, wenn ich in Polen billiger wohnen kann?
Oder wollen Sie europäische Ghettos für Arme fördern?
Solange Armut und auch die Armutsgefährdung (also noch nicht arm) relativ berechnet wird, werden wir immer ganz viel Arme haben. Gleichgültig ob ich vom Durchschnitt oder Median ausgehe oder das untere Einkommensquintil nehme.
Aktuell bedeutet es z.B. bei einem Singelhaushalt mit einem Netto von 835 Euro von "Armut" zu sprechen. - erzählt das mal einem griechischen Arbeitslosen...
Bis wir nicht eine im gesellschaftlichen Konsens anerkannte absolute Bestimmungsgröße haben, kann sich das jeder schönrechnen oder schlechtrechnen. Und die eigentlichen Probleme werden durch Statistikschlachten an die Wand gedrückt.
Es ist schlicht Unsinn, bei einer Bestimmung deutscher Armut mit Griechenland oder sonstwem zu vergleichen. Wer bei uns mit rund 800 Euro rumkommen muss, ist im Verh. zu den durchschnttlichen lebenshaltungskosten einfach arm. Was gibts da zu hinterfragen?
Im Verhältnis zu den Menschen in Somalia ist auch der griechische Arbeitlose noch wohlhabend.
Hier werden immer wenn es um Armut geht unsinnige Ländervergleiche angeführt. Seltsamerweise fordert niemand, dass auch gleichzeitig die Gehälter unserer "Leistungsträger" denen in solchen Ländern angeglichen wird, denn dann würden diese oft auf HartzIV-Niveau landen.
Müssen Menschen erst mit Hungerödemen vor sich hinvegetieren, bis sie eventuell als Arme wahrgenommen werden?
Bei der Armut orientiert man sich an der 3. Welt, beim Reichtum an den USA.
Es ist schlicht Unsinn, bei einer Bestimmung deutscher Armut mit Griechenland oder sonstwem zu vergleichen. Wer bei uns mit rund 800 Euro rumkommen muss, ist im Verh. zu den durchschnttlichen lebenshaltungskosten einfach arm. Was gibts da zu hinterfragen?
Im Verhältnis zu den Menschen in Somalia ist auch der griechische Arbeitlose noch wohlhabend.
Hier werden immer wenn es um Armut geht unsinnige Ländervergleiche angeführt. Seltsamerweise fordert niemand, dass auch gleichzeitig die Gehälter unserer "Leistungsträger" denen in solchen Ländern angeglichen wird, denn dann würden diese oft auf HartzIV-Niveau landen.
Müssen Menschen erst mit Hungerödemen vor sich hinvegetieren, bis sie eventuell als Arme wahrgenommen werden?
Bei der Armut orientiert man sich an der 3. Welt, beim Reichtum an den USA.
Ich dachte das wäre ein "Ausdruck struktureller Verbesserung". Ich wundere mich ja sowieso, dass Frau von der Leihen oder gar schon Herr Clement nicht gleich Lebensmittelmarken eingeführt hat.
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