Migranten in einem griechischen Flüchtlingslager an der Grenzen zur Türkei © Yannis Behrakis/Reuters

Die Vereinten Nationen kritisieren den Umgang der griechischen Regierung mit Flüchtlingskindern in ihrem Land. "Ich habe Flüchtlingskinder angetroffen, die allein in verlassenen Häusern und unter Autobahnbrücken leben", berichtete der UN-Menschenrechtsbeauftragte François Crépeau nach einem neun Tage langen Besuch in Griechenland . Die Kinder seien ohne Begleitung und ohne irgendeinen regulären Aufenthaltsstatus aus Auffanglagern entlassen worden.

Crépeau kritisierte darüber hinaus, dass Migranten in Flüchtlingslagern sehr lange ohne klaren Rechtsstatus festgehalten würden, teilweise "bis zu eineinhalb Jahren", sagte der UN-Beauftragte. Die Zustände in den Lagern seien katastrophal.

"Die meisten Anlagen haben keine Heizung und kein heißes Wasser, die Insassen beklagen sich über zu wenig und schlechtes Essen", berichtete Crépeau weiter. Auch die medizinische Versorgung sei "völlig unzureichend".

"Polizei in fremdenfeindliche Angriffe verwickelt"

Nach Angaben des UN-Flüchtlingswerks gibt es derzeit in Griechenland etwa 45.000 Asylsuchende . Diese nach Crépeaus Einschätzung sehr hohe Zahl an Flüchtlingen ergibt sich, weil in den letzten Jahren die Einwanderung über die türkisch-griechische Grenze stark zugenommen habe.

Viele dieser Menschen würden in nördliche Regionen der EU reisen, bleiben aber in Griechenland, weil sie entweder von den Behörden festgesetzt werden oder nur einen unklaren Aufenthaltsstatus besitzen. Gerade in der Wirtschaftskrise würden sich kaum Perspektiven für ein menschenwürdiges Leben ergeben.

Besonders beanstandete Crépeau, dass die griechische Regierung in diesem Jahr die "Reinigungsaktion Xenios Zeus" gestartet habe. Dabei seien Migranten festgenommen und in Flüchtlingslager geschafft worden, die teilweise schon lange in dem Land lebten und arbeiteten.

Auch zeigte sich der Menschenrechtsbeauftragte besorgt über " weit verbreitete fremdenfeindliche Gewalt und Angriffe gegen Migranten". Crépeau habe bei seinem Besuch erfahren, dass auch "die Polizei in solche Angriffe verwickelt" sei.