US-KolumneWeihnachten ist pures Germanentum
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Santa Claus – eine Werbefigur für Coca-Cola

Doch was die Deutschen am meisten aufregt, ist die Sache mit Santa Claus: Eine Werbefigur für Coca-Cola!

Santa Claus ist tatsächlich typisch amerikanisch: Stark übergewichtig und amerikanisch-freundlich, mit rosigen Bäckchen und immer ein joviales "Ho Ho Ho" auf den Lippen. Und es stimmt: Coca-Cola hat ihn in den 1930ern als Werbefigur benutzt. Aber nicht erfunden. Das verdanken wir vor allem Thomas Nast.

Das erste Mal, dass "Santa Claus" (der Name kommt vom holländischen "Sinterklaas") mit Rentieren in Verbindung gebracht wurde, war in dem amerikanischen Gedicht A Visit from St. Nicholas aus 1823. Aber wirklich zur Ikone wurde der runde Wicht erst, als Thomas Nast ihn in die Hände bekam.

Thomas Nast war der Cartoonist des 19. Jahrhunderts – und ein amerikanischer Held. Es gab nur wenige Publizisten, die mehr Einfluss auf das politische Geschehen seiner Zeit hatten, vielleicht nur noch Mark Twain. Seine brisanten Zeichnungen zeigten den grausamen Bürgerkrieg, wie er war; er geißelte die Sklaverei, den Ku Klux Klan, Korruption, politische Dummheit und die Diskriminierung der Indianer und Chinesen.

Ein gemütlicher, kleiner Mann mit einem Sack voll Geschenke

Mitten im Bürgerkrieg dachte er sich, wir brauchen auch mal etwas Erfreuliches, und er begann, einen gemütlichen fetten kleinen Mann mit einem Sack voller Geschenke zu zeichnen. Er zeichnete Santa am Nordpol, unterwegs mit den Rentieren, am Kamin beim Füllen der Socken – und an der Front, wo er Geschenke an die Truppen (der Yankees) verteilte.

Und woher kam dieses Weihnachts-Genie Thomas Nast? Aus Deutschland natürlich.

Geboren wurde er jedenfalls im pfälzischen Landau (wo es heute auch einen kleinen, aber feinen Thomas-Nast-Verein gibt), und schon mit sechs Jahren kam er mit seiner Familie nach New York. Wie das so ist in Amerika, nimmt jede Einwandererfamilie die Weihnachtsbräuche aus ihrer Heimat mit: So ist stark anzunehmen, dass Nast seine Inspiration für Santa Claus aus den deutschen Traditionen seiner Familie hatte.

Die Mehrzahl der exzessiven und kitschigem amerikanischen Weihnachtsbräuche sind nichts anderes als unsere leicht übertriebene Version deutscher Bräuche. Auf der langen Listen von Dingen, die Deutschland Amerika – und der Welt – geschenkt hat, steht Weihnachten ganz oben. Danke, Deutschland.

In meinem Herzen allerdings, das muss ich gestehen, wird Weihnachten immer eine hawaiianische Angelegenheit bleiben. In meiner Heimat kommt der Weihnachtsmann auf einem Surfbrett an und trägt Shorts, Flipflops, ein Hawaii-Hemd, einen "lei" – Blumenkranz – um den Hals und wünscht jedem ein fröhliches Weihnachten auf Hawaiianisch. Dem schließe ich mich an und wünsche allen an diesen schönen Weihnachtstagen ebenso ein warmes "Mele Kalikimaka".
 

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Leserkommentare
  1. vielen Dank für diesen Artikel!
    merry X-mas
    -
    by the way, it`s just a very kewl, detailed Photo.
    love it.

    8 Leserempfehlungen
    • dachsus
    • 25. Dezember 2012 9:11 Uhr

    ... wenn wir Deutsche auch einmal an etwas anderem Schuld sind .... als sonst immer !

    20 Leserempfehlungen
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    Ich finde DEutschland und Amerika beim Konsum in eine Reihe zu stellen ist falsch. Die neue Bürgerlichkeit, insbesondere die urbane grüne Stadtbevölkerung verzichtet auf Konsum oder reflektiert diesen. In Amerika dagegen wird unreflektiert konsumiert, was wohl mit dem kindlich naiven Naturell der Amerikaner zu erklären ist. Sie reflektieren den Konsum nicht, nicht einmal den von Waffen. Dabei liegen die Probleme auf der Hand: Verarmung der Bevölkerung, zu hoher Fleischkonsum, zu viele Autos, zu viel Schnick-Schnack, zu viel IKEA, zu viel H und M, zu wenig Bio-Nahrung!

  2. "Das nächste Mal, wenn Sie den Kopf schütteln über diese amerikanischen Häuser, die mit Lichterketten, Rentieren mit blinkenden Nasen und leuchtenden Sternen überzogen sind, und ihr Nachbar sich auch schon überlegt, so einen Mist ans Haus zu hängen, sagen Sie ihm ruhig: Es geht nichts über traditionelle deutsche Weihnachten!"

    Also lieber Herr Hansen, hier im Erzgebirge gilt dieser blinkende "uramerikanische" Plastenippes aus Fernost als Sakrileg, Weihnachtsblasphemie und schwerer Sündenfall, und zwar mindestens, :).

    Sollte dennoch mal ein einfältiger Geist Ahnen, Gene und traditionelle Prägung vergessen, die Ächtung der Nachbarschaft ist ihm gewiß.

    Möge ihr Artikel geneigt sein, die Menschen wieder einmal darüber nachdenken zu lassen, ab wann aus Gemütlichkeit und Geborgenheit eine inhaltsleere Schau wird.

    Ansonsten, Türe zu und den Rummel draußen lassen, so haben Sie bessere Chancen den "leichten Übertreibungen (was leicht untertrieben ist, ;)) zu entgehen.

    Ich wünsche Ihnen noch eine gesegnete Weihnachtszeit.

    3 Leserempfehlungen
  3. Ein Glück, dass der Autor zugesteht:

    "Die Mehrzahl der exzessiven und kitschige amerikanischen Weihnachtsbräuche sind nichts anderes als unsere leicht übertriebene Version deutscher Bräuche."

    Betonung auf "leicht"!

    3 Leserempfehlungen
  4. dem Christkind ? Traurige Geschichte.

    12 Leserempfehlungen
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    • Nevil
    • 25. Dezember 2012 14:56 Uhr

    Wahrscheinlich sind Sie noch nie aus dem Süden Deutschlands herausgekommen, denn im Rest des Landes bringt der Weihnachtsmann die Geschenke!
    An die Adresse des Autors wäre zusagen, dass es im Erzgebirge mitnichten kitschig zugeht, sondern die einheitlich (!!!) weißen Lichter in den Fenstern einfach nur eine Augenweide sind, wenn man durch die verschneiten Städtchen und Dörfer zur Adventszeit und über Weihnachten fährt.

    • Nevil
    • 25. Dezember 2012 14:59 Uhr

    Mein obiger Kommentar bzw. Beitrag 39 gehört unter @7.

    • rpor_d
    • 25. Dezember 2012 21:27 Uhr

    Das Christkind? Was ist denn das Christkind? Wer ist das Christkind? Wer braucht das Christkind?

    Außerhalb der absonderlichen süddeutschen Bundesländer schert sich kein Mensch um das Christkind.

    Und wer bringt in den norddeutschen, d.h. sächsisch-preußischen Gegenden die Geschenke in guter alter "deutscher" Tradition? Knecht Rupprecht! Groß, dicklich, braune Kutte, weißer Rauschebart, tiefe angsteinflößende Stimme, strenges angsteinflößendes Gesicht, Geschenkesack in der linken Hand und nicht zu vergessen die Rute (Peitsche aus Birken- oder Weidenzweigen) in der rechten. Eine schlicht gekleidete, strenge wie gutherzige Version des Nikolaus.

    Rupprecht ist nicht der gütige alte Mann, der lachende amerikanische Fettsack, sondern Rupprecht bleibt ernst, wenn die Kinder sehnsüchtig, demütig, eingeschüchtert und gut erzogen ihre Gedichte und Lieder vortragen. Rupprecht schenkt herzlich, und Rupprecht straft. Rupprecht haut den vorlauten Kindern mit der Rute kräftig auf den Arsch, wenn sie sich übers Jahr nicht benehmen konnten, und läßt ihnen zur Strafe einen Sack Kohlen dar. Das und nichts anderes ist die traditionelle Gechenkezeremonie des Heiligen Abends (24. Dezember) in Norddeutschland.

    Dieser ungefragte Ausweitung und Verallgemeinerung süddeutschen Brauchtums grenzt an Kulturterror und ist irgendwie unerträglich. Aber wie sagte der vermutlich größte deutsche Politiker einst: "Der Bayer ist die Übergangsform vom Österreicher zum Menschen." [Otto von Bismark]

  5. 6. Edit:

    Geboren wurde er jedenfalls im bayerischen Landau .... müsste heißen: Geboren wurde er jedenfalls im pfälzischen Landau, welches damals zu Bayern gehörte. Ansonsten nette Geschichte...

    4 Leserempfehlungen
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    Aber schlecht recherchiert ist die Story sowieso.

    Redaktion

    Danke für den Hinweis. Der Autor entschuldigt sich ausdrücklich. Wir haben den Text jetzt geändert.

  6. Für die Geschenke in Deutschland ist allerdings das Christkind zuständig - und nicht der Weihnachtsmann!

    8 Leserempfehlungen
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    In Ihrem Deutschland vielleicht, in meinem jedenfalls nicht ;-)

    ... kann man nicht nur einen Artikel, sondern gleich eine Doktorarbeit schreiben.

    • Sauzahn
    • 25. Dezember 2012 10:47 Uhr

    Vor Luther brachte der heilige Nikolaus die Geschenke. Aber Luther konnte Heilige halt nunmal nicht leiden. Das haben die Evangelikalen in Amiland prächtig ausgenutzt: Jetzt hört der Weihnachtsmann stasiartig die Kinder aus und bringt ihnen Coca-Cola. Da braucht es auch keinen Krampus mehr.

    Eine Leserempfehlung
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    die auch von den Katholiken gerne übernommen wurde.
    Nur, warum nicht in den USA? Wenn schon die Deutschen/Germanen daran "schuld" sein sollen..

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  • Schlagworte Weihnachten | USA | Bundesrepublik Deutschland
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