Spiritualität: Die falsche Rückkehr zur Religion
Es ist wieder schick, religiös zu sein. Den Agnostikern hingegen wird jedwede Moral abgesprochen. Dabei sind sie die wahrhaft Gläubigen.
Es liegt nicht nur an der Weihnachtszeit, dass Zeitungen und Radiosendungen gerade vor religiösen Themen strotzen. Nein, bereits seit einigen Jahren ist es wieder schick, sein Kind taufen zu lassen, kirchlich zu heiraten, in den Gottesdienst zu gehen, die Kirchen als Hort von Anstand und Moral in einer "schnelllebigen oberflächlichen Zeit" zu preisen und Atheisten als gefühlskalte Technokraten zu belächeln.
Das Bürgertum hat eine neue Lari-Fari-Religiosität entdeckt, vor allem den zeitgeistigen Katholizismus, der nicht viel fordert, aber dem Bekennenden ein wertebewusstes Image verschafft. Auffällig, wie viele Promis derzeit betonen, religiös – vor allem: katholisch – zu sein: Harald Schmidt, Günther Jauch, Stefan Raab, Alfred Biolek, Thomas Gottschalk, Markus Lanz, Joachim Löw, Franz Beckenbauer, der offenbar diverse Scheidungen nicht im Widerspruch zu den Lehren der katholischen Kirche sieht.
Außerdem der Schriftsteller Martin Mosebach, der sich als Fan von Papst Benedikt dem XVI. outete und die Rückkehr zur tridentinischen Messe fordert (womit er hinter das Zweite Vatikanische Konzil zurückfällt), der Schauspieler Ottfried Fischer, die Unternehmer Claus Hipp und Gerhard Cromme und so weiter.
Selbst Nicole Scherzinger, Frontfrau der wilden Pussycat Dolls, beteuert mit treuem Blick in die Kamera, sie sei streng katholisch erzogen worden und ginge immer noch jeden Sonntag in die Kirche. Denn "Glaube, Moral und Anstand sind mir sehr wichtig". Haben so Rockstars in den siebziger Jahren gesprochen? Doch noch mehr als das irritiert die anmaßende Vorstellung, Anstand und Moral könne man nur unter Beweis stellen, indem man behauptet, man ginge fleißig in die Kirche.
Mehr Glauben, mehr Fortpflanzung
Selbst wenn viele der derzeit öffentlich ausgestellten religiösen Affekte reichlich kalkuliert wirken, hat man als anständiger, sich der Aufklärung und dem Humanismus verpflichtet fühlender Agnostiker Anlass zur Sorge: Wohin soll diese naiv-sentimentale religiöse Gemütlichkeitsreise gehen?
Was wird da alles ausgeblendet, um die neobiedermeierliche Krippenspielbehaglichkeit nicht zu stören? Selbst im Spiegel wird die Geschichte des Glaubens gerade, man traut seinen Augen kaum, als einzige Erfolgserzählung verkauft: Denn die Gläubigen, so weiß Autor Manfred Dworschak zu berichten, hätten schon immer mehr Kinder gezeugt als die Ungläubigen (es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, den Erfolg von Religionsgemeinschaften mit Darwin'schen Parametern messen zu wollen). Und je restriktiver eine Glaubensgemeinschaft, desto erfolgreicher sei sie langfristig, da sie ihre Mitglieder stärker zusammenschweiße. So wird am Ende des Jahres 2012 in Deutschland argumentiert: Bitte mehr Anpassung, mehr Glauben, mehr Kinder.
Auch Agnostiker haben Werte
Das ist bitter für alle Menschen, die mal an die Autonomie des Subjekts, an die Würde des Selber-Denkens und -Fühlens und an so etwas wie eine emanzipatorische Fortschrittsgeschichte geglaubt haben.
Stattdessen wird Agnostikern und Atheisten im öffentlichen Diskurs nicht vorhandenes Wertebewusstsein und ein technokratisch-inhumanes Denken unterstellt. Der Religiöse hat die sogenannten "Werte" für sich gepachtet. Doch die meisten Agnostiker und Atheisten folgen einer Moral, nur berufen sie sich hierbei nicht auf Gott. Mit Nihilismus oder Amoralismus hat der Atheismus nichts zu tun. Moralische Prinzipien können durchaus auf der menschlichen Vernunft begründet werden, wie zahlreiche Philosophen dargelegt haben, zum Beispiel Kant. Ihm zufolge sind moralische Prinzipien für eine menschliche Gemeinschaft unabdingbar, doch ist gesellschaftliche Ordnung eher durch vernunftbetonten Interessensausgleich denn durch inbrünstigen Glauben herstellbar.





Entweder man ist moralisch oder man ist es nicht. Meine Erfahrungen mit Religion waren meist die, dass die sog. Gläubigen in Wahrheit gar nicht sonderlich moralisch waren, sondern ein ziemlich unmoralisches Leben führten und sich jeden Sonntag dann mittels Beichte reingewaschen haben. Was daran moralisch sein soll, erschließt sich mir nicht.
Ich gehöre keiner Religion an, glaube nur bedingt (zumindest habe ich meine Zweifel), maße mir allerdings an, ein ziemlich moralisch geprägtes Leben zu führen. Bei so manchem Religiösen habe ich da meist meine Zweifel. Auch mir ist Anstand und Moral wichtig und das sage ich als Agnostiker. Mir ist es aber aus einer inneren Haltung heraus wichtig und nicht deswegen, weil der (oder die, oder das) da oben sagt, das gehöre sich so.
was moralisch ist?
Genügt hier eine bloß subjektive Bestimmung, die jeder willkürlich für sich setzen kann oder muss Ethik ein objektives Fundament haben? Im Fall der bloß subjektiven Bestimmung wäre alle Moral relativ. Gut ist dann, was meinen Interessen dient. Verkehrte sich damit aber nicht die Intention von Moral in sein genaues Gegenteil?
Setzt man ein objektives Fundament für Moral voraus, müsste man angeben, worin dies liegen sollte. Etwa in der Natur? Ist Natur durchgängig bestimmt von moralischem Handeln?
Wenn nicht, dann stellt asich doch die Frage, worauf Moral dann gründet.
was moralisch ist?
Genügt hier eine bloß subjektive Bestimmung, die jeder willkürlich für sich setzen kann oder muss Ethik ein objektives Fundament haben? Im Fall der bloß subjektiven Bestimmung wäre alle Moral relativ. Gut ist dann, was meinen Interessen dient. Verkehrte sich damit aber nicht die Intention von Moral in sein genaues Gegenteil?
Setzt man ein objektives Fundament für Moral voraus, müsste man angeben, worin dies liegen sollte. Etwa in der Natur? Ist Natur durchgängig bestimmt von moralischem Handeln?
Wenn nicht, dann stellt asich doch die Frage, worauf Moral dann gründet.
Denn auch wenn "Gott" für die Letztbegründung des Gutseins und der Moral unentbehrlich scheint (was nicht der Fall ist), macht das seine Existenz vielleicht wünschenswerter, aber keinen Deut wahrscheinlicher.
greetz, BG
"Moralische Prinzipien können durchaus auf der menschlichen Vernunft begründet werden, wie zahlreiche Philosophen dargelegt haben, zum Beispiel Kant." (Tanja Dückers)
"In diesem (praktischen) Sinn kann es also so lauten: Religion zu haben ist Pflicht des Menschen gegen sich selbst." (Immanuel Kant, Die Metaphysik der Sitten, S. 268)
die nicht notwendig als gut im moralischen Sinn bestimmt werden muss. Vielmehr lassen sich unendliche Gründe anführen, sie als negativ aufzufassen, wie es ja Schopenhauer auch getan hat. Ob es in der völligen Negativität noch etwas absolut Positives geben kann, worauf ja Moral notwendig abzielt, lässt sich fragen. Wenn nein, dann kann ich alles moralische Handeln auch als Irrtum (Schwäche) auffassen, wie es Machiavelli zumindest was die Politik angeht gesehen hat. Wo sich das Sinnhafte verliert, verliert sich eben jede positive Notwednigkeit, es gibt dann nur negative Notwendigkeiten.
"Moralische Prinzipien können durchaus auf der menschlichen Vernunft begründet werden, wie zahlreiche Philosophen dargelegt haben, zum Beispiel Kant." (Tanja Dückers)
"In diesem (praktischen) Sinn kann es also so lauten: Religion zu haben ist Pflicht des Menschen gegen sich selbst." (Immanuel Kant, Die Metaphysik der Sitten, S. 268)
die nicht notwendig als gut im moralischen Sinn bestimmt werden muss. Vielmehr lassen sich unendliche Gründe anführen, sie als negativ aufzufassen, wie es ja Schopenhauer auch getan hat. Ob es in der völligen Negativität noch etwas absolut Positives geben kann, worauf ja Moral notwendig abzielt, lässt sich fragen. Wenn nein, dann kann ich alles moralische Handeln auch als Irrtum (Schwäche) auffassen, wie es Machiavelli zumindest was die Politik angeht gesehen hat. Wo sich das Sinnhafte verliert, verliert sich eben jede positive Notwednigkeit, es gibt dann nur negative Notwendigkeiten.
Vielen Dank!
Da müssten Sie erst einmal definieren, was "gut ist. Für mich ist der Artikel an Oberflächkeit und intellektueller Unschärfe kaum zu übertreffen. Allgemeinplätze, Verallgemeinerungen, Polemik usw., da scheint kaum etwas ausgelassen. Areligös zu sein, scheint mir für viele Zeitgenossen in und daher wird diess Feld von Journalisten bedient.
Ein Artikel voller Selbstbeweihräucherung des Atheismus und einer naiven Sicht auf den Menschen.
Das findet seinen deutlichsten Ausdruck in diesem Absatz:
"Was derzeit fehlt, ist ein Plädoyer für den Zweifler und den Suchenden. Denn er ist der sympathischste, ehrlichste und am wenigsten anmaßende Menschentypus. Nur wer meint, im Dienste des Absoluten zu stehen, ist intolerant und gefährlich."
Das ist eine Einteilung der Welt in Schwarz und Weiß. Schubladendenken par excellence! Wenden wir das doch einfach mal auf Naturwissenschaften an. Biologen wissen um die Evolution, einem Faktum der Natur. Folglich "verteidigen" sie diese Theorie gegenüber Nichtwissenden. Sind Biologen damit intolerant und gefährlich? Allgemeiner: ist jeder Wissenden intolerant und gefährlich? Jeder, der eine Antwort in seinem Leben gefunden hat, wird damit intolerant und gefährlich. Das ist ein Plädoyer für Dummheit und Unwissenheit, für kindische Naivität.
Kant würde sich im Grabe umdrehen ob dieser Ablehnung des Wissens, insbesondere da er hier für eine wissensverachtende Weltsicht missbraucht wird.
Da müssten Sie erst einmal definieren, was "gut ist. Für mich ist der Artikel an Oberflächkeit und intellektueller Unschärfe kaum zu übertreffen. Allgemeinplätze, Verallgemeinerungen, Polemik usw., da scheint kaum etwas ausgelassen. Areligös zu sein, scheint mir für viele Zeitgenossen in und daher wird diess Feld von Journalisten bedient.
Ein Artikel voller Selbstbeweihräucherung des Atheismus und einer naiven Sicht auf den Menschen.
Das findet seinen deutlichsten Ausdruck in diesem Absatz:
"Was derzeit fehlt, ist ein Plädoyer für den Zweifler und den Suchenden. Denn er ist der sympathischste, ehrlichste und am wenigsten anmaßende Menschentypus. Nur wer meint, im Dienste des Absoluten zu stehen, ist intolerant und gefährlich."
Das ist eine Einteilung der Welt in Schwarz und Weiß. Schubladendenken par excellence! Wenden wir das doch einfach mal auf Naturwissenschaften an. Biologen wissen um die Evolution, einem Faktum der Natur. Folglich "verteidigen" sie diese Theorie gegenüber Nichtwissenden. Sind Biologen damit intolerant und gefährlich? Allgemeiner: ist jeder Wissenden intolerant und gefährlich? Jeder, der eine Antwort in seinem Leben gefunden hat, wird damit intolerant und gefährlich. Das ist ein Plädoyer für Dummheit und Unwissenheit, für kindische Naivität.
Kant würde sich im Grabe umdrehen ob dieser Ablehnung des Wissens, insbesondere da er hier für eine wissensverachtende Weltsicht missbraucht wird.
"[...] bereits seit einigen Jahren ist es wieder schick, sein Kind taufen zu lassen, kirchlich zu heiraten, in den Gottesdienst zu gehen, die Kirchen als Hort von Anstand und Moral in einer "schnelllebigen oberflächlichen Zeit" zu preisen und Atheisten als gefühlskalte Technokraten zu belächeln."
Welche Datenbasis liegt dieser Interpretation zugrunde? Irgendwelche Erhebungen quantitativer Art?
Vielleicht ein gefühlter Zustand im Lari-Fari Bürgertum von Fr. Dückers.
Allerdings: Null Fakten zur These "Die falsche Rückkehr zur Religion"
Auch nichts im Artikel, was für Fr. Dückers eine "richtige Rückkehr zur Religion" wäre.
Viel Milch, wenig Kakao...
Die Zahl der Kirchenaustritte warin den letzten Jahren konstant bis leicht steigend http://www.kirchenaustrit...
Und zumindest bis vor 10 Jahren hat die Zahl derer, die regelmäßig einen Gottesdienst besuchen, stetig abgenommen.
http://fowid.de/fileadmin...
Daß sich der Trend in den letzten Jahren umgekehrt hätte, kann ich zumindest aus eigener Anschauung nicht sagen. Dieses Jahr waren nichtmal zu Weihnachten die Kirchen ganz voll.
Ich würde Frau Dückers dringend empfehlen "Glauben", "Agnostizismus" und "Atheismus" nicht als homogene Einheiten zu sehen.
In den zitierten Ländern ( Afghanistan, Iran, auf den Malediven, in Mauretanien, Pakistan, Saudi-Arabien und Sudan) droht nicht nur Atheisten sondern genauso Christen die Todesstrafe.
Moral und Theismus sollten auf jeden Fall eine große Schnittmenge haben. Aber historisch gesehen sammelt sich immer in den Bewegungen, die macht haben, auch ein gewisser Menschentypus an, der weit weg von Moral seinen eigenen Vorteil sucht. Sei dies nun in Theistischen Oragnisationen wie der Kirche des Mittelalters oder politischer Strömungen der Gegenwart wie beispielsweise die sozialistischen Einheitsparteien in China oder Russland.
[...]
Auf Wunsch des Users gekürzt. Des Weiteren möchten wir Sie bitten, auf haltlose Unterstellungen zu verzichten. Danke, die Redaktion/au
"Es liegt nicht nur an der Weihnachtszeit, dass Zeitungen und Radiosendungen gerade vor religiösen Themen strotzen. Nein, bereits seit einigen Jahren ist es wieder schick, sein Kind taufen zu lassen, kirchlich zu heiraten, in den Gottesdienst zu gehen, die Kirchen als Hort von Anstand und Moral in einer "schnelllebigen oberflächlichen Zeit" zu preisen und Atheisten als gefühlskalte Technokraten zu belächeln."
Was wäre denn ein "richtiger" Weg zurück zur Religiosität,
wenn er denn begangen würde?
Nun, was wollen Sie hier mit Zahlen wenn Sie schreiben
"Welche Datenbasis liegt dieser Interpretation zugrunde? Irgendwelche Erhebungen quantitativer Art?"
Spiritualität ist nicht in Zahlen zu fassen.
Wollen Sie einem durchgeistigten Menschen empfehlen eine Statistik des täglichen Kerzengebrauchs nebst Räucherkerze anzulegen ?
Das tägliche "Omm" ist diesen Menschen auch gegeben.
Interessiert mich nicht.
Sind Sie mit Ihren Lebensumständen ähnlich genau ?
Kann ich empirisch erhobene Daten, Ihr Leben betreffend, im Netz erfahren ?
Ich bin immer begeistert wenn sich Menschen um das Wohl anderer Menschen kümmern.
Aber Zahlen zu verlangen, Erhebungen anzumahnen...
da hört jede Freude auf.
Sie gehören sicher zu den Menschen die sich an der Kasse des Supermarks um den Bruchteil des Cents streiten.
Spiritualität ist nicht meine Welt, Erbsenzählerei schon überhaupt nicht.
Ist nur so ein Gedanke, der mir durch den Kopf ging.
Vielleicht ein gefühlter Zustand im Lari-Fari Bürgertum von Fr. Dückers.
Allerdings: Null Fakten zur These "Die falsche Rückkehr zur Religion"
Auch nichts im Artikel, was für Fr. Dückers eine "richtige Rückkehr zur Religion" wäre.
Viel Milch, wenig Kakao...
Die Zahl der Kirchenaustritte warin den letzten Jahren konstant bis leicht steigend http://www.kirchenaustrit...
Und zumindest bis vor 10 Jahren hat die Zahl derer, die regelmäßig einen Gottesdienst besuchen, stetig abgenommen.
http://fowid.de/fileadmin...
Daß sich der Trend in den letzten Jahren umgekehrt hätte, kann ich zumindest aus eigener Anschauung nicht sagen. Dieses Jahr waren nichtmal zu Weihnachten die Kirchen ganz voll.
Ich würde Frau Dückers dringend empfehlen "Glauben", "Agnostizismus" und "Atheismus" nicht als homogene Einheiten zu sehen.
In den zitierten Ländern ( Afghanistan, Iran, auf den Malediven, in Mauretanien, Pakistan, Saudi-Arabien und Sudan) droht nicht nur Atheisten sondern genauso Christen die Todesstrafe.
Moral und Theismus sollten auf jeden Fall eine große Schnittmenge haben. Aber historisch gesehen sammelt sich immer in den Bewegungen, die macht haben, auch ein gewisser Menschentypus an, der weit weg von Moral seinen eigenen Vorteil sucht. Sei dies nun in Theistischen Oragnisationen wie der Kirche des Mittelalters oder politischer Strömungen der Gegenwart wie beispielsweise die sozialistischen Einheitsparteien in China oder Russland.
[...]
Auf Wunsch des Users gekürzt. Des Weiteren möchten wir Sie bitten, auf haltlose Unterstellungen zu verzichten. Danke, die Redaktion/au
"Es liegt nicht nur an der Weihnachtszeit, dass Zeitungen und Radiosendungen gerade vor religiösen Themen strotzen. Nein, bereits seit einigen Jahren ist es wieder schick, sein Kind taufen zu lassen, kirchlich zu heiraten, in den Gottesdienst zu gehen, die Kirchen als Hort von Anstand und Moral in einer "schnelllebigen oberflächlichen Zeit" zu preisen und Atheisten als gefühlskalte Technokraten zu belächeln."
Was wäre denn ein "richtiger" Weg zurück zur Religiosität,
wenn er denn begangen würde?
Nun, was wollen Sie hier mit Zahlen wenn Sie schreiben
"Welche Datenbasis liegt dieser Interpretation zugrunde? Irgendwelche Erhebungen quantitativer Art?"
Spiritualität ist nicht in Zahlen zu fassen.
Wollen Sie einem durchgeistigten Menschen empfehlen eine Statistik des täglichen Kerzengebrauchs nebst Räucherkerze anzulegen ?
Das tägliche "Omm" ist diesen Menschen auch gegeben.
Interessiert mich nicht.
Sind Sie mit Ihren Lebensumständen ähnlich genau ?
Kann ich empirisch erhobene Daten, Ihr Leben betreffend, im Netz erfahren ?
Ich bin immer begeistert wenn sich Menschen um das Wohl anderer Menschen kümmern.
Aber Zahlen zu verlangen, Erhebungen anzumahnen...
da hört jede Freude auf.
Sie gehören sicher zu den Menschen die sich an der Kasse des Supermarks um den Bruchteil des Cents streiten.
Spiritualität ist nicht meine Welt, Erbsenzählerei schon überhaupt nicht.
Ist nur so ein Gedanke, der mir durch den Kopf ging.
Ich kann die These der Autorin, das Agnostikern von Gläubigen jedwede Moral abgesprochen werden würde, nicht nachvollziehen.
Ich bin gläubige Katholikin und der Meinung, dass jeder gläubige Mensch immer mal wieder zum Agnostiker "mutiert" - auch ich habe Glaubenskrisen. Ein Agnostiker vertritt ja die Meinung, dass man als Mensch nicht wissen kann, ob es Gott gibt oder nicht. Ich weiß auch nicht, ob es Gott gibt, aber ich glaube und fühle es, während Atheisten der festen Überzeugung sind, dass es keinen Gott gibt.
Mit Agnostikern hatte ich noch nie Probleme. Atheisten können jedoch sehr unangenehm sein, weil sie zu wissen glauben und diese Position zum Teil sehr radikal vertreten. Ich werde nicht gerne zum Deppen erklärt, nur weil ich gläubig bin.
Wenn ich mich zwischen einem radikalen Gläubigen, einem radikalen Atheisten oder einem Agnostiker entscheiden muss, dann nehme ich den Agnostiker ;o), weil man mit diesem diskutieren kann - mit den beiden anderen nicht.
Übrigens finde ich es ebenso wie die Autorin fragwürdig, dass manche Prominenten ihren angeblichen Katholizismus wie eine Monstranz vor sich hertragen und munter die Ehefrauen wechseln. Das ist Folklore und kein Glauben.
Wie kann man als Frau mit einer durch und durch sexistischen Organisation sympathisieren, die eine große Bevölkerungsgruppe wegen ihres Geschlechts von Führungspositionen ausschließt?
Wie kann man als Frau mit einer durch und durch sexistischen Organisation sympathisieren, die eine große Bevölkerungsgruppe wegen ihres Geschlechts von Führungspositionen ausschließt?
Auch wenn der Beitrag von Frau Drückers begrüßenswert in die richtige Richtung weißt, sind einige Intentionen unzutreffend.
Beispielsweise muss darauf hingewiesen werden, dass Moral und Ethik heute von den Religionen vereinnahmt werden, diese jedoch nicht zu deren Grundwerten zählen. Tatsächlich sind die Religionen in der Regel das Gegenteil davon. Moral und Ethik mussten über Jahrhunderte und mit vielen Opfern gegen klerikale Macht erkämpft werden. Die Religionen waren stets Feind der Aufklärung, der Menschenrechte und der Herausbildung von Moral und Ethik. Religionen wollen bevormunden, kontrollieren, vorschreiben, missionieren und an Einfluss gewinnen - da sind freies Denken, bewusstes Handeln, Ethik und Moral eher hinderlich.
Zudem verfügen die Religionen auch heute nicht wirklich darüber. Per Gebot vorgeschriebene Barmherzigkeit, Nächstenliebe und Mitgefühl haben keinen Wert. Sie sind nur eine Pflichtübungen, die unter Strafandrohung vollzogen werden.
Und noch heute ist der Schaden, der durch die Religionen entsteht, ungleich größer als das bisschen geheuchelte Moral. Dabei müssen wir garnicht auf den islamistischen Fundamentalismus schauen. Schon das unmenschliche Treiben christlicher Gewerkschaften und Arbeitgeber reicht als Beleg - vom kriegsgeilen Fanatismus des religiösen Amerikas ganz zu schweigen.
Sie wissen aber schon, was mit den Begriffen "Moral" und "Ethik" gemeint ist? Denn es gehört grundsätzlich zu jeder Religion die Entsprechenden Normen und Werte und damit die Moral. In der Bibel findet sich wahrscheinlich mindestens auf jeder zweiten Seite eine Norm, wie sich der Mensch verhalten solle (vgl. die 10 Gebote). Eine Ethik ist auch nicht aus sich heraus gut oder aufgeklärt. Ansonsten erstaunen mich Ihre pauschalen Urteile. Diese sind ein gutes Beispiel, dass der Artikel wohl nicht so ganz recht hat. Denn Sie sprechen religiösen Menschen jedwede Moral ab. Eine Beobachtung, die ich in diesem Forum bei einigen Teilnehmern schon machen konnte.
Ihnen ist bewusst dass Ethik, fachlich korrekt, die "Theorie der Moral" bezeichnet? Moral ist praxis, Ethik ist theorie, etwas vereinfacht.
Und Sie wissen dass bereits seit Jahrzehnten gesicherter Stand der Wissenschaft ist dass es keine universale Moral gibt, auch wenn bis heute z.B. Abgeordnete nur ihrem "Gewissen" verpflichtet seien (die innere moralische Instanz). Dies entstammt der irrigen Annahme der frühen Aufklärer, auf der Suche nach einer individuellen Instanz welche die Menschen auf ihrer geistigen Unreife befreien solle, dass wir alle mit einem universalen Gewissen und einer universalen Moral geboren würden, welche man nur herausschälen müsse (ironischerweise solle diese, wie auch sämtliche "Naturrechte" der Aufklärung, von Gott stammen - die europäische Aufklärung war NICHT atheistisch!). Zu welchen Resultaten das führte, nun, das kann sich jeder beim Studium der Biographie von z.B. Rousseau selbst erschließen.
Moral, damit die Ethik einer Gesellschaft, bildet sich durch den persönlichen Reifeprozess, durch Selbsterkenntnis, durch Transzendenz, durch die Sozialisation. Hier Religion "auszusperren", gar einen Gegensatz zur Religion herzustellen, ist eine absurde Umdeutung der 68er gewesen. Kant, Rousseau und wie sie alle heißen waren nicht nur religiös, sondern bauten in ihren Gedanken letztlich sogar auf Gott und Religon. Aber auf eine reflektierte Weise - und man kann auch herrlich unreflektiert leben wenn man Atheist ist. Das sind zwei verschiedene Dinge.
Ihr Beitrag hat mich nachdenklich gemacht, vor allem die Bemerkung, dass erzwungene Moral (durch Drohungen) wertlos ist. Ja, eine Moral, die man selbst durch Nachdenken entwickelt hat, ohne das Ganze alttestamentarische "du sollst", "du sollst nicht" etc, ist glaubwürdiger und stärker als eine aufgezwungene.
Sie wissen aber schon, was mit den Begriffen "Moral" und "Ethik" gemeint ist? Denn es gehört grundsätzlich zu jeder Religion die Entsprechenden Normen und Werte und damit die Moral. In der Bibel findet sich wahrscheinlich mindestens auf jeder zweiten Seite eine Norm, wie sich der Mensch verhalten solle (vgl. die 10 Gebote). Eine Ethik ist auch nicht aus sich heraus gut oder aufgeklärt. Ansonsten erstaunen mich Ihre pauschalen Urteile. Diese sind ein gutes Beispiel, dass der Artikel wohl nicht so ganz recht hat. Denn Sie sprechen religiösen Menschen jedwede Moral ab. Eine Beobachtung, die ich in diesem Forum bei einigen Teilnehmern schon machen konnte.
Ihnen ist bewusst dass Ethik, fachlich korrekt, die "Theorie der Moral" bezeichnet? Moral ist praxis, Ethik ist theorie, etwas vereinfacht.
Und Sie wissen dass bereits seit Jahrzehnten gesicherter Stand der Wissenschaft ist dass es keine universale Moral gibt, auch wenn bis heute z.B. Abgeordnete nur ihrem "Gewissen" verpflichtet seien (die innere moralische Instanz). Dies entstammt der irrigen Annahme der frühen Aufklärer, auf der Suche nach einer individuellen Instanz welche die Menschen auf ihrer geistigen Unreife befreien solle, dass wir alle mit einem universalen Gewissen und einer universalen Moral geboren würden, welche man nur herausschälen müsse (ironischerweise solle diese, wie auch sämtliche "Naturrechte" der Aufklärung, von Gott stammen - die europäische Aufklärung war NICHT atheistisch!). Zu welchen Resultaten das führte, nun, das kann sich jeder beim Studium der Biographie von z.B. Rousseau selbst erschließen.
Moral, damit die Ethik einer Gesellschaft, bildet sich durch den persönlichen Reifeprozess, durch Selbsterkenntnis, durch Transzendenz, durch die Sozialisation. Hier Religion "auszusperren", gar einen Gegensatz zur Religion herzustellen, ist eine absurde Umdeutung der 68er gewesen. Kant, Rousseau und wie sie alle heißen waren nicht nur religiös, sondern bauten in ihren Gedanken letztlich sogar auf Gott und Religon. Aber auf eine reflektierte Weise - und man kann auch herrlich unreflektiert leben wenn man Atheist ist. Das sind zwei verschiedene Dinge.
Ihr Beitrag hat mich nachdenklich gemacht, vor allem die Bemerkung, dass erzwungene Moral (durch Drohungen) wertlos ist. Ja, eine Moral, die man selbst durch Nachdenken entwickelt hat, ohne das Ganze alttestamentarische "du sollst", "du sollst nicht" etc, ist glaubwürdiger und stärker als eine aufgezwungene.
An sich ein guter Artikel. Die Sache mit dem Zweifeln und dem Suchen kann ich so unterschreiben. Nun sollte man aber nicht den Fehler begehen und all jenen, die einer Religion angehören, die Fähigkeit zum Selberdenken abzusprechen. Denn echte Religiösität, im Gegensatz zum in der Tat weit verbreiteten Fundamentalismus und Dogmatismus, bedeutet, sich Fragen zu stellen und Gott zu suchen. Ein Absolutheitsanspruch von Religionen ist ohnehin schwierig, denn eine Wahrheit kann es nur eine geben. Aber im Kern, denke ich, deuten alle Religionen auf diese Wahrheit hin, sie selbst besitzen aber für sich genommen keine. "Ein Finger, der auf den Mond zeigt, ist nicht der Mond", heißt es im Zen.
Zudem möchte ich anmerken, dass, so scheint es mir jedenfalls, viele Atheisten die Suche nach Wahrheit schon längst aufgegeben haben. "Gott existiert nicht" ist für die meisten eine unumstößliche Tatsache, die auch nicht mehr hinterfragt wird. Dabei kann man auch durch rationale Überlegungen durchaus zu anderen Schlüssen kommen. Und Atheisten sind es auch zumeist, die ihre Haltung am aggresivsten und lautesten verteidigen. Auch das ist eine Art von Absolutheitsanspruch.
„Und Atheisten sind es auch zumeist, die ihre Haltung am aggresivsten und lautesten verteidigen. Auch das ist eine Art von Absolutheitsanspruch.“
Vermutlich sind Sie gläubig, dann mögen Sie das so empfinden. Ich kann mich aber beim besten Willen nicht an den letzten atheistischen Bombenanschlag erinnern. Können Sie es?
Guter Punkt. Ich habe mich in meiner Aussage aber gegen jede Art von Absolutheitsanspruch gewandt, so auch gegen den der Religionen, die alle gewiss nicht frei davon sind. Tatsächlich wurden und werden Religionen dazu missbraucht, Machtansprüche einzelner zu sichern und Menschen gefügig zu halten. Ein Problem, dass der Atheismus nicht hat, das räume ich ein. Er ist hingegen nicht frei von Dogmatismus und Fundamentalismus. Und ich finde, er macht sich die Dinge zu leicht.
Agnostizismus ist eine Haltung, die ich akzeptieren kann, wenngleich ich mich dazu entschieden habe, die Existenz eines Gottes für mein Leben anzunehmen. Das heißt aber nicht, dass ich damit aufgehört habe, mir Fragen zu stellen oder im Besitz irgendeiner Wahrheit wäre.
Ich habe aber ein Problem mit Atheisten, weil sie vielfach meinen, die Wahrheit zu kennen, weil aus ihrer Sicht nicht sein kann, was nicht sein darf. Daher ist der Atheismus für mich eine Sackgasse, die das Denken beschränkt und keine wirkliche Erkenntnis zulässt.
Wir werden in dieser Frage vermutlich nicht zusammen kommen, welche rationalen Überlegungen mich dazu führen, dass Gott existiert.
Ich bin aber geradezu ein Fan der Wissenschaft und kann mich für die großen Zusammenhänge, die die Physik heute aufzuzeigen imstande ist, sehr begeistern. Indes bin ich auch der Überzeugung, dass die Wissenschaft trotz all ihrer gigantischen Erfolge niemals in der Lage sein wird, das Warum hinter den Dingen zu erklären. Und ich persönlich halte es für unlogisch, dass dieses Universum aus sich selbst und damit aus Chaos und Zufall heraus entstanden sein soll. Wie sollte eine komplexe biomechanische Maschine wie der Mensch eine ist, der zudem einen Geist entwickelt, der sich Fragen nach seiner Existenz stellen kann, "einfach so" entstehen. Gott ist auch nur ein Wort. Aber ich finde, das mindeste, was man annehmen muss, ist, dass es eine informationsgebende Quelle gegeben haben muss bzw. gibt. Das ist ein Punkt, dem auch viele Physiker zustimmen würden. Denn auch sie können nur die im Universium ablaufenden Prozesse beschreiben, nicht aber, was sie eigentlich antreibt. Empirisch ist das gewiss nicht beweisbar, da stimme ich Ihnen zu. Aber wenn alles aus Geist oder Gott hervor gegangen ist, dann kann der Beweis sich auch nicht selbst beweisen.
und Agnostiker befinden sich anders als Atheisten sehr wohl im ständigen Prozess von Suche und Zweifel.
Ein Atheist hat Antworten gefunden, ein Agnostiker wird immer weitere Fragen finden und kann sich mit dem Wissen um die Unmöglichkeit der Antwort sehr gut versöhnen.
Victor Hugo sagte mal sinngemäß:
"Die Natur kennt das Geheimnis und lächelt."
Reicht doch, oder?
> so scheint es mir jedenfalls, viele Atheisten die Suche
> nach Wahrheit schon längst aufgegeben haben.
Ich kann nicht für alle Atheisten sprechen, aber für jene, die Dawkins "Brights" nennt, ist die Suche nach der Wahrheit tägliches Lebenselixier.
> "Gott existiert nicht" ist für die meisten eine
> unumstößliche Tatsache
Nein. Es ist keine Tatsache, sondern eine mühsam und schmerzvoll gewonnene Erkenntnis.
> die auch nicht mehr hinterfragt wird.
Ein sehr früher Schritt auf dem Weg zum Atheisten ist die Erkenntnis, dass es nicht möglich ist, die Nicht-Existenz Gottes zu beweisen. Bei vielen künftigen Brights folgen ein, zwei Jahre in denen sie versuchen zu glauben. Dann finden sie im Alter von 15, 16 Jahren heraus, dass es grundsätzlich nicht möglich ist, die Nicht-Existenz oder die Nicht-Wirksamkeit von irgend etwas zu beweisen.
Der künftige Bright erkennt, dass derjenige, der die Existenz von etwas behauptet, in der Beweispflicht ist - sei er Priester, Staatsanwalt oder Mathematiker.
> Dabei kann man auch durch rationale Überlegungen durchaus
> zu anderen Schlüssen kommen.
Wie jedem gutem Bright sind mir diese Überlegungen bislang verborgen geblieben und ich warte geduldig darauf dass sie mir gezeigt werden.
> Absolutheitsanspruch
Ein Bright weiß, das jeder Mensch die Religion hat, die er braucht. Ein Bright braucht keine Religion um moralisch zu handeln, Andere brauchen dazu durchaus Religion.
Ein Bright wäre also dumm, wenn er missionieren würde.
„Und Atheisten sind es auch zumeist, die ihre Haltung am aggresivsten und lautesten verteidigen. Auch das ist eine Art von Absolutheitsanspruch.“
Vermutlich sind Sie gläubig, dann mögen Sie das so empfinden. Ich kann mich aber beim besten Willen nicht an den letzten atheistischen Bombenanschlag erinnern. Können Sie es?
Guter Punkt. Ich habe mich in meiner Aussage aber gegen jede Art von Absolutheitsanspruch gewandt, so auch gegen den der Religionen, die alle gewiss nicht frei davon sind. Tatsächlich wurden und werden Religionen dazu missbraucht, Machtansprüche einzelner zu sichern und Menschen gefügig zu halten. Ein Problem, dass der Atheismus nicht hat, das räume ich ein. Er ist hingegen nicht frei von Dogmatismus und Fundamentalismus. Und ich finde, er macht sich die Dinge zu leicht.
Agnostizismus ist eine Haltung, die ich akzeptieren kann, wenngleich ich mich dazu entschieden habe, die Existenz eines Gottes für mein Leben anzunehmen. Das heißt aber nicht, dass ich damit aufgehört habe, mir Fragen zu stellen oder im Besitz irgendeiner Wahrheit wäre.
Ich habe aber ein Problem mit Atheisten, weil sie vielfach meinen, die Wahrheit zu kennen, weil aus ihrer Sicht nicht sein kann, was nicht sein darf. Daher ist der Atheismus für mich eine Sackgasse, die das Denken beschränkt und keine wirkliche Erkenntnis zulässt.
Wir werden in dieser Frage vermutlich nicht zusammen kommen, welche rationalen Überlegungen mich dazu führen, dass Gott existiert.
Ich bin aber geradezu ein Fan der Wissenschaft und kann mich für die großen Zusammenhänge, die die Physik heute aufzuzeigen imstande ist, sehr begeistern. Indes bin ich auch der Überzeugung, dass die Wissenschaft trotz all ihrer gigantischen Erfolge niemals in der Lage sein wird, das Warum hinter den Dingen zu erklären. Und ich persönlich halte es für unlogisch, dass dieses Universum aus sich selbst und damit aus Chaos und Zufall heraus entstanden sein soll. Wie sollte eine komplexe biomechanische Maschine wie der Mensch eine ist, der zudem einen Geist entwickelt, der sich Fragen nach seiner Existenz stellen kann, "einfach so" entstehen. Gott ist auch nur ein Wort. Aber ich finde, das mindeste, was man annehmen muss, ist, dass es eine informationsgebende Quelle gegeben haben muss bzw. gibt. Das ist ein Punkt, dem auch viele Physiker zustimmen würden. Denn auch sie können nur die im Universium ablaufenden Prozesse beschreiben, nicht aber, was sie eigentlich antreibt. Empirisch ist das gewiss nicht beweisbar, da stimme ich Ihnen zu. Aber wenn alles aus Geist oder Gott hervor gegangen ist, dann kann der Beweis sich auch nicht selbst beweisen.
und Agnostiker befinden sich anders als Atheisten sehr wohl im ständigen Prozess von Suche und Zweifel.
Ein Atheist hat Antworten gefunden, ein Agnostiker wird immer weitere Fragen finden und kann sich mit dem Wissen um die Unmöglichkeit der Antwort sehr gut versöhnen.
Victor Hugo sagte mal sinngemäß:
"Die Natur kennt das Geheimnis und lächelt."
Reicht doch, oder?
> so scheint es mir jedenfalls, viele Atheisten die Suche
> nach Wahrheit schon längst aufgegeben haben.
Ich kann nicht für alle Atheisten sprechen, aber für jene, die Dawkins "Brights" nennt, ist die Suche nach der Wahrheit tägliches Lebenselixier.
> "Gott existiert nicht" ist für die meisten eine
> unumstößliche Tatsache
Nein. Es ist keine Tatsache, sondern eine mühsam und schmerzvoll gewonnene Erkenntnis.
> die auch nicht mehr hinterfragt wird.
Ein sehr früher Schritt auf dem Weg zum Atheisten ist die Erkenntnis, dass es nicht möglich ist, die Nicht-Existenz Gottes zu beweisen. Bei vielen künftigen Brights folgen ein, zwei Jahre in denen sie versuchen zu glauben. Dann finden sie im Alter von 15, 16 Jahren heraus, dass es grundsätzlich nicht möglich ist, die Nicht-Existenz oder die Nicht-Wirksamkeit von irgend etwas zu beweisen.
Der künftige Bright erkennt, dass derjenige, der die Existenz von etwas behauptet, in der Beweispflicht ist - sei er Priester, Staatsanwalt oder Mathematiker.
> Dabei kann man auch durch rationale Überlegungen durchaus
> zu anderen Schlüssen kommen.
Wie jedem gutem Bright sind mir diese Überlegungen bislang verborgen geblieben und ich warte geduldig darauf dass sie mir gezeigt werden.
> Absolutheitsanspruch
Ein Bright weiß, das jeder Mensch die Religion hat, die er braucht. Ein Bright braucht keine Religion um moralisch zu handeln, Andere brauchen dazu durchaus Religion.
Ein Bright wäre also dumm, wenn er missionieren würde.
Machtstreben und doppelbödige Moral gehen meist Hand in Hand.
Glaubenskriege und Frauenunterdrückung bewiesen diese Fehlentwicklung über Jahrhunderte bis zum heutigen Tage.
Danke für den Artikel.
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