In der westafrikanischen Republik Elfenbeinküste sind in der Neujahrsnacht 60 Kinder und Jugendliche durch eine Massenpanik ums Leben gekommen, viele wurden verletzt. Die Kinder starben nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur AIP gegen ein Uhr morgens in einem Gedränge am Haupteingang des Stadions der Stadt Abidjan.

Die Massenpanik entstand gegen Ende eines Feuerwerks vor dem Haupteingang des Stadions der Stadt. Menschen seien in dem Gedränge totgetrampelt worden oder erstickt, sagte der Chef der Militärfeuerwehr von Abidjan, Issa Sako, im staatlichen Fernsehsender RTI. Eine Polizistin sagte, zwei Ströme von Zuschauern seien in entgegengesetzter Richtung unterwegs gewesen und aufeinander getroffen. Einer der Verletzten sagte, Sicherheitskräfte hätten die Menge auseinanderbringen wollen. Dies habe Panik ausgelöst. Viele Menschen seien gestürzt. Insgesamt sollen sich mehr als 50.000 Menschen das Feuerwerk angesehen haben.

Im Fernsehen waren auf der Straße liegende Leichen zu sehen sowie verängstigte Frauen, die von Rettungskräften betreut wurden. Noch am Dienstagvormittag lagen Haufen von Schuhen und zurückgelassene Kleidung am Unglücksort. Ivorische Soldaten und Polizisten sowie Mitglieder der UN-Truppe ONUCI beaufsichtigen den Ort.

Präsident Alassane Ouattara besuchte den Ort und sprach von einem Drama. Er kündigte die Ausrufung einer landesweiten Staatstrauer an. Innenminister Hamed Bakayoko sagte, der genaue Hergang des Unglücks sei Gegenstand von Ermittlungen der Sicherheitsdienste.

In Abidjan wurde zu Silvester erst zum zweiten Mal in Folge ein Feuerwerk organisiert. Die Feierlichkeiten sollten ein Symbol für den Neuanfang in dem Land unter Staatschef Ouattara sein. Bei dem von Dezember 2010 bis April 2011 anhaltenden Machtkampf der verfeindeten politischen Lager waren in dem westafrikanischen Land etwa 3.000 Menschen getötet worden.