Leserartikel

Waisenkinder Gesetz am Rande der Menschlichkeit

US-Bürger dürfen keine russischen Waisen mehr adoptieren. Welche Folgen das für behinderte Kinder hat, erlebte Leserin Katharina Tjart bei ihrem Einsatz nahe Pskow.

Die Sanitäranlagen des Waisenhauses in Belskoe-Ustje bei Pskow

Die Sanitäranlagen des Waisenhauses in Belskoe-Ustje bei Pskow

Am 1. Januar 2013 trat in Russland ein Gesetz in Kraft, das es US-Bürgern verbietet, russische Waisenkinder zu adoptieren. "Wir können selbst für unsere Kinder sorgen", begründet Präsident Wladimir Putin den Erlass. Faktisch nimmt er Tausenden Kindern die Chance, Diskriminierung, Hoffnungslosigkeit und Gewalt hinter sich zu lassen. Diese Erfahrung machte ich im Sommer 2012 in Belskoe-Ustje bei Pskow. Dort arbeitete ich als Freiwillige im Sommercamp der Organisation Russian Orphan Opportunity Fund (ROOF) für ein staatliches Waisenhaus.

In der Institution leben 95 Kinder mit neurologischen und psychologischen Behinderungen. Sie sind in zehn Gruppen nach Alter und Geschlecht eingeteilt und werden von 24 Mitarbeitern betreut. Jeder Gruppe steht ein Aufenthalts- und ein Schlafraum zur Verfügung. Die Kinder werden tagsüber von einer Betreuerin oder einem Betreuer pro Gruppe beaufsichtigt.

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Waschbecken befinden sich in den Aufenthaltsräumen, türlose Toiletten auf den Fluren. Gewaschen werden die Kinder gruppenweise einmal pro Woche in der Banja, einem saunaähnlichen Dampfbad. Gröbste Beschimpfungen und Lieblosigkeit, wenn nicht gar Gewalt, gehören zum täglichen Umgang, und werden von den Kindern längst als normal hingenommen.

Besonders die Situation der Gruppe der Ein- bis Dreijährigen hat mich schockiert. Diese Altersgruppe adoptierten Amerikaner am häufigsten. Die Kinder werden auf Gymnastikmatten abgelegt und von einer jungen Putzkraft beaufsichtigt. Wer aufstehen kann, darf mit den Fingern an einer Tafel malen. Wer dazu nicht in der Lage ist, bleibt auf den Matten liegen. Dass ein Junge nicht laufen kann,  wird damit begründet dass er blind ist. Den Kindern Sprechen beizubringen lohne sich nicht, da sie ohnehin nichts könnten, hörte ich.

ROOF bemüht sich seit neun Jahren, die Zustände in Belskoe-Ustje zu verbessern. Die amerikanische Hilfsorganisation initiiert jedes Jahr ein Sommercamp für Freiwillige. Sie hat mehrfach zwischen dem Waisenhaus, den russischen Behörden und adoptionswilligen Paaren in Amerika erfolgreich vermittelt.

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Durch die geringe gesellschaftliche Akzeptanz von Menschen mit Behinderungen in Russland werden beeinträchtigte Waisenkinder selten für eine Adoption durch Russen in Betracht gezogen. "Und in den Waisenhäusern haben sie kaum eine Chance auf ein Leben in Würde" sagt Georgia Williams, Vorsitzende von ROOF. Die Institution in Belsykoe-Ustje sei nur die Spitze des Eisberges: "In Heimen ganz ohne ausländische Einflüsse ist die Situation noch dramatischer."

US-Amerikaner adoptierten im internationalen Vergleich bislang mit Abstand am häufigsten russische Waisenkinder mit Behinderungen. Durch das neue Adoptionsgesetz wurden diese Kinder zum Spielball der Politik. Auf ihrem Rücken werden Trotz, Ignoranz und eine veraltete Rivalität ausgetragen. Die Chance, dass alle Waisenkinder ein Zuhause bekommen, ist deutlich geringer geworden. Für behinderte Waisenkinder gibt es sie kaum noch.

 
Leser-Kommentare
  1. die Kinder im Land unterstützen würden, wäre es gut. Was dort geschah war aber Kinderhandel der übelsten Art. Und wenn die Kleinen nicht mitspielten wurden die abgeschoben!

    Da kann ich meinen Mitkommentatoren nur recht geben.

    http://de.rian.ru/society...

    4 Leser-Empfehlungen
    • KTjart
    • 31.01.2013 um 20:12 Uhr

    Vielen Dank für Ihre Reaktionen auf meinen Artikel.

    Der Bericht des Sommercamps 2011 ist mir bekannt. Ich freue mich, dass die Kinder glücklich erscheinen, denn das sind sie in der Tat oft. Dabei muss man jedoch bedenken, dass das Sommercamp nicht der alltäglichen Realität im Waisenhaus entspricht und ich denke, dass die kindliche Fähigkeit, selbst unter schrecklichen Umständen glücklich zu sein, nicht unterschätzt werden sollte. Darüber hinaus ist der Artikel keine Kritik an den Kindern, sondern beschreibt die Umstände, in denen sie leben.

    Der Fall Dima Jakowlew ist äußerst tragisch, doch die Annahme, viele russische Kinder werden in den USA misshandelt, ist glücklicher Weise falsch. Kinder werden allein nach Äußerlichkeiten ausgesucht oder gar gehandelt wie Ware ist ein gravierender Vorwurf gegenüber adoptionswilliger Eltern und ich denke nicht, dass es oft so abläuft. Auch wenn sich sollten solche Fälle herausgestellt haben sollten, sehe ich ein Adoptionsverbot nicht als richtigen Lösungsweg.

    Den Ansatz, die Probleme selbst zu lösen, halte ich auch für richtig und ich stimme mit Ihnen überein, dass die einzige Lösung für dieser schrecklichen Tragödie die Verbesserung der Lebensumstände in russischen Waisenhäusern ist. Allerdings scheint die russische Politik weit davon entfernt zu sein, dies in Betracht zu ziehen und ein Adoptionsverbot scheint nicht dazu beizutragen. Daher sehe ich das Gesetz weiterhin sehr kritisch.

    2 Leser-Empfehlungen
    • KTjart
    • 31.01.2013 um 20:42 Uhr

    Vielen Dank für Ihre Interesse am Aufenthalt im Sommercamp.

    Der Aufenthalt im Sommercamp war für uns Freiwilligen eine große Herausforderung. Jedoch fällt es mir schwer zu unterscheiden, was der Hauptgrund dafür war: die Arbeit mit den Kindern an sich oder die Konfrontation mit den Umständen im Waisenhaus. Ich als Fotografin wurde von ROOF gebeten, das Camp zu dokumentieren für den Bericht 2011 und für Werbezwecke, und ich glaube, dadurch eine etwas größere Distanz zu dem Gesehenen aufgebaut zu haben als die übrigen Freiwilligen. Und trotzdem war es schwer und sehr emotional, die Kinder am Ende des Camps zurückzulassen wissend, dass den jüngeren viele Jahre im Waisenhaus und den älteren ein Leben in der Prostitution oder im Drogenhandel bevor stehen.

    Zurück in Deutschland fühlte ich mich wie ein Verräter an den Kindern, da ich mich über Regenwetter ärgerte, während sie zu so einem Leben verurteilt wurden und fühlte mich geblendet von unseren luxuriösen Standards. Doch die Erfahrungen im Sommercamp und die Auseinandersetzung mit ihnen hinterher in Deutschland haben mich bereichert und mir neue Werte vermittelt. Darüber hinaus sind allen Freiwilligen die Kinder sehr ans Herz gewachsen und ihr Mut, ihre Ausdauer und ihre Freude wirken wie Vitamine.

    ROOF und auch ich selber stimmen der Leserin Susanne Berlin zu, dass es jetzt erst recht wichtig ist, den Kindern schöne Momente durch Projekte wie das Sommercamp zu geben und ich plane meinen zweiten Einsatz für diesen Sommer.

    4 Leser-Empfehlungen
  2. "Faktisch nimmt er Tausenden Kindern die Chance, Diskriminierung, Hoffnungslosigkeit und Gewalt hinter sich zu lassen."

    Mag sein, obwohl eine Adoption durch eine amerikanische Familie nicht zwingend bedeutet, dass diese Zustände überwunden werden. Es ist auch nicht klar, dass es in Russland keine Alternativen gäbe.
    Was tausenden Kinder allerdings mit Sicherheit durch internationale Adoptionen genommen wird, ist die Chance mit ihren natürlichen Familien wieder zusammengeführt zu werden; was eigentlich auch der Hauptgrund ist warum in westlicheren Ländern internationale Adoptionen eigentlich immer als letztes in Betracht gezogen werden.
    Auch sollte bedacht werden, dass die Nachfrage nach Kindern die zur Adoption freigegeben sind viel grösser ist als es eigentlich Waisenkinder gibt, weswegen das Hauptanliegen von Adoptionsagenturen oft ist Gesetze zu umgehen oder so zu verändern, dass Kinder möglichst schnell als verlassen gelten und weniger das Wohlergehen jener Kinder.
    Eine Empfehlung: http://www.romania-forexp...

    2 Leser-Empfehlungen
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    Eine Stellungnahme: http://www.againstchildtr...

    Eine Stellungnahme: http://www.againstchildtr...

  3. Ich bin entsetzt darüber, was für eine Unkenntnis über die Situation von Waisenkindern hier im ZO-Forum laut kundgetan wird. Allen, die das Adoptionsverbot für US-Bürger befürworten und die der Meinung sind, diese Kinder, die nun nicht adoptiert werden, würde in Russland eine rosige Zukunft in russischen Familien bevorstehen, lege ich die folgende BBC-Reportage ans Herz (es geht zwar um die Ukraine, aber die Zustände sind die gleichen): http://www.youtube.com/wa...! Hier ein paar Fotos aus einem solchen Kinderheim: http://obozrevatel.com/ne... Und hier eine unvollständige Auflistung von Kinderheimen in Russland, in denen in den letzten Jahren Vergewaltigungsfälle bekannt wurden (die Dunkelziffer ist selbstverständlich bei dieser hilflosen Gruppe ohne Lobby wesentlich höher): Krasnoyarsk, Sverdlovsk (Stadt Tal, 31 Fälle in einem Kinderheim), Chelyabinsk, Novosibirsk. Behinderte Kinder werden von russischen Familien nicht adoptiert, sondern im Gegensatz sehr viele Kinder in Waisenheime abgeschoben. Die einzige Chance für diese Kinder ist tatsächlich die Auslandsadoption, da gebe ich der Autorin Recht. Natürlich muss man innerhalb von Russland Veränderungen anstoßen, aber ein Adoptionsstopp für US-Bürger ist kein Schritt zur Verbesserung der Lebensbedingungen der heutigen Waisen, während diese Kinder vergeblich auf Gesetzesinitiativen und Gelder für Versorgung, Förderung und Integration vor Ort warte.

    Eine Leser-Empfehlung
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    "Behinderte Kinder werden von russischen Familien nicht adoptiert"

    Hören Sie auf solche Falschaussagen zu verbreiten. Gerade Kinderreiche Familien in Russland mit gesunden eigenen Kindern tendieren meistens dazu die behinderten Kinder zu adoptieren. Demographische Entwicklung in Russland war seit mehr als 20 Jahren eher rückläufig und wird von der Regierung inzwischen seit ein paar Jahren ernst genommen und massiv finanziell unterstützt. Statistiken zeigen bereits die ersten Erfolge. Es ist wie bei Allem in Russland: es bewegt sich am Anfang zuerst langsam, aber es bewegt sich!

    "Natürlich muss man innerhalb von Russland Veränderungen anstoßen, aber ein Adoptionsstopp für US-Bürger ist kein Schritt zur Verbesserung der Lebensbedingungen der heutigen Waisen, während diese Kinder vergeblich auf Gesetzesinitiativen und Gelder für Versorgung, Förderung und Integration vor Ort warte."

    Die richtungsweisenden Gesetze gibt es schon und Fördermittel sind im Etat eingeplant. Warum denken viele hier, dass sie klüger als die Russen sind? Den Vorschlag der Staat soll seine Kinder in die ganze Welt verscherbeln empfinde ich als Hohn.

    "Behinderte Kinder werden von russischen Familien nicht adoptiert"

    Hören Sie auf solche Falschaussagen zu verbreiten. Gerade Kinderreiche Familien in Russland mit gesunden eigenen Kindern tendieren meistens dazu die behinderten Kinder zu adoptieren. Demographische Entwicklung in Russland war seit mehr als 20 Jahren eher rückläufig und wird von der Regierung inzwischen seit ein paar Jahren ernst genommen und massiv finanziell unterstützt. Statistiken zeigen bereits die ersten Erfolge. Es ist wie bei Allem in Russland: es bewegt sich am Anfang zuerst langsam, aber es bewegt sich!

    "Natürlich muss man innerhalb von Russland Veränderungen anstoßen, aber ein Adoptionsstopp für US-Bürger ist kein Schritt zur Verbesserung der Lebensbedingungen der heutigen Waisen, während diese Kinder vergeblich auf Gesetzesinitiativen und Gelder für Versorgung, Förderung und Integration vor Ort warte."

    Die richtungsweisenden Gesetze gibt es schon und Fördermittel sind im Etat eingeplant. Warum denken viele hier, dass sie klüger als die Russen sind? Den Vorschlag der Staat soll seine Kinder in die ganze Welt verscherbeln empfinde ich als Hohn.

  4. "Behinderte Kinder werden von russischen Familien nicht adoptiert"

    Hören Sie auf solche Falschaussagen zu verbreiten. Gerade Kinderreiche Familien in Russland mit gesunden eigenen Kindern tendieren meistens dazu die behinderten Kinder zu adoptieren. Demographische Entwicklung in Russland war seit mehr als 20 Jahren eher rückläufig und wird von der Regierung inzwischen seit ein paar Jahren ernst genommen und massiv finanziell unterstützt. Statistiken zeigen bereits die ersten Erfolge. Es ist wie bei Allem in Russland: es bewegt sich am Anfang zuerst langsam, aber es bewegt sich!

    "Natürlich muss man innerhalb von Russland Veränderungen anstoßen, aber ein Adoptionsstopp für US-Bürger ist kein Schritt zur Verbesserung der Lebensbedingungen der heutigen Waisen, während diese Kinder vergeblich auf Gesetzesinitiativen und Gelder für Versorgung, Förderung und Integration vor Ort warte."

    Die richtungsweisenden Gesetze gibt es schon und Fördermittel sind im Etat eingeplant. Warum denken viele hier, dass sie klüger als die Russen sind? Den Vorschlag der Staat soll seine Kinder in die ganze Welt verscherbeln empfinde ich als Hohn.

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    Antwort auf "Erschreckend"
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    "Hören Sie auf solche Falschaussagen zu verbreiten."

    Wenn Sie mich der Falschaussagen beschuldigen, bitte ich Sie
    a) um eine Stellungnahme zu dem BBC-Bericht (den Sie sich hoffentlich in voller Länge angesehen haben)
    b) um eine Stellungnahme zu den weiteren von mir aufgelisteten Tatsachen (Vergewaltungsfälle - Informationen dazu gibt es in russischsprachigen Quellen zuhauf, Fotoberichte von Freiwilligen, die in diesen Kinderheimen aushelfen)
    c) Beleg Ihrer eigenen Aussagen mit Fakten

    "Demographische Entwicklung (...) wird von der Regierung inzwischen seit ein paar Jahren ernst genommen und massiv finanziell unterstützt. Statistiken zeigen bereits die ersten Erfolge."

    Fakten bitte:
    a) Was genau wird unterstützt? Wie hoch sind die finanziellen Mittel pro Kind/Familie/Kinderheim etc.? Welche Hürden muss man überwinden, um an diese Mittel zu kommen? Wie sieht die Realität vs. Gesetz aus?
    b) Welche Statistiken? Zahlen und Quellenangaben bitte.

    "Die richtungsweisenden Gesetze gibt es schon und Fördermittel sind im Etat eingeplant."

    Wie hoch sind diese Fördermittel pro Kind/Familie/Kinderheim? Die Erhöhung, von der ich Kenntnis habe, ist lächerlich, und wurde auch überhaupt erst nach diesem Gesetz beschlossen, das wiederum ausschließlich politisch und nicht sozial motiviert ist (Stichword Magnitzki-Dokument, das hat mit sozialer Fürsorge gegenüber den betroffenen Kindern nichts zu tun).

    "Warum denken viele hier, dass sie klüger als die Russen sind?"

    Es gab gerade in Russland zahlreiche Veranstaltungen, Unterschriftensammlungen etc. gegen dieses Gesetz, gerade auch von denen, die sich um diese Kinder kümmern.

    "Den Vorschlag der Staat soll seine Kinder in die ganze Welt verscherbeln empfinde ich als Hohn."

    Den Vorschlag, diejenigen wenigen Kindern, die eine Chance auf eine normale Zukunft in den USA hätten, in russischen Kinderheimen vergewaltigen oder verrecken zu lassen, oder den extrem hohen Selbstmordraten und der extrem hohen Kriminalitätsrate von Kinderheimabgängern zum Opfer fallen zu lassen, empfinde ich als Hohn. Ebenso Ihre Rhetorik vom "verscherbeln".

    Zu meinen oben getätigten Aussagen gibt es nur wenige deutsche Quellen (ich lese die Originalquellen in Russisch, aber hier ist eine:

    "Julia Latynina führte in ihren Berechnungen auch an, von russischen Waisenhauszöglingen würden zwei Drittel vergewaltigt, die Hälfte sei drogenabhängig, ein Drittel kriminell, und ein Zehntel begehe Selbstmord."

    Und diese Statistik schließt auch nicht-behinderte Kinder ein. Unter behinderten Kindern ist die Situation noch viel schlimmer. Empfinden Sie es nicht als Hohn, Kindern so etwas zuzumuten?

    http://www.faz.net/aktuel... (ich empfehle den gesamten Artikel zu lesen)

    "Hören Sie auf solche Falschaussagen zu verbreiten."

    Wenn Sie mich der Falschaussagen beschuldigen, bitte ich Sie
    a) um eine Stellungnahme zu dem BBC-Bericht (den Sie sich hoffentlich in voller Länge angesehen haben)
    b) um eine Stellungnahme zu den weiteren von mir aufgelisteten Tatsachen (Vergewaltungsfälle - Informationen dazu gibt es in russischsprachigen Quellen zuhauf, Fotoberichte von Freiwilligen, die in diesen Kinderheimen aushelfen)
    c) Beleg Ihrer eigenen Aussagen mit Fakten

    "Demographische Entwicklung (...) wird von der Regierung inzwischen seit ein paar Jahren ernst genommen und massiv finanziell unterstützt. Statistiken zeigen bereits die ersten Erfolge."

    Fakten bitte:
    a) Was genau wird unterstützt? Wie hoch sind die finanziellen Mittel pro Kind/Familie/Kinderheim etc.? Welche Hürden muss man überwinden, um an diese Mittel zu kommen? Wie sieht die Realität vs. Gesetz aus?
    b) Welche Statistiken? Zahlen und Quellenangaben bitte.

    "Die richtungsweisenden Gesetze gibt es schon und Fördermittel sind im Etat eingeplant."

    Wie hoch sind diese Fördermittel pro Kind/Familie/Kinderheim? Die Erhöhung, von der ich Kenntnis habe, ist lächerlich, und wurde auch überhaupt erst nach diesem Gesetz beschlossen, das wiederum ausschließlich politisch und nicht sozial motiviert ist (Stichword Magnitzki-Dokument, das hat mit sozialer Fürsorge gegenüber den betroffenen Kindern nichts zu tun).

    "Warum denken viele hier, dass sie klüger als die Russen sind?"

    Es gab gerade in Russland zahlreiche Veranstaltungen, Unterschriftensammlungen etc. gegen dieses Gesetz, gerade auch von denen, die sich um diese Kinder kümmern.

    "Den Vorschlag der Staat soll seine Kinder in die ganze Welt verscherbeln empfinde ich als Hohn."

    Den Vorschlag, diejenigen wenigen Kindern, die eine Chance auf eine normale Zukunft in den USA hätten, in russischen Kinderheimen vergewaltigen oder verrecken zu lassen, oder den extrem hohen Selbstmordraten und der extrem hohen Kriminalitätsrate von Kinderheimabgängern zum Opfer fallen zu lassen, empfinde ich als Hohn. Ebenso Ihre Rhetorik vom "verscherbeln".

    Zu meinen oben getätigten Aussagen gibt es nur wenige deutsche Quellen (ich lese die Originalquellen in Russisch, aber hier ist eine:

    "Julia Latynina führte in ihren Berechnungen auch an, von russischen Waisenhauszöglingen würden zwei Drittel vergewaltigt, die Hälfte sei drogenabhängig, ein Drittel kriminell, und ein Zehntel begehe Selbstmord."

    Und diese Statistik schließt auch nicht-behinderte Kinder ein. Unter behinderten Kindern ist die Situation noch viel schlimmer. Empfinden Sie es nicht als Hohn, Kindern so etwas zuzumuten?

    http://www.faz.net/aktuel... (ich empfehle den gesamten Artikel zu lesen)

  5. Es ist die Arroganz der reichen Laender, bestimmen zu wollen, was fuer den Menschen, was fuer ein Kind, das "Beste" ist.

    Ich kenne aus Adoptionsforen mehrere Faelle von Kinder aus dem Ausland, die in Deutschland adoptiert wurden. Und diese "Kinder", die heute erwachsen sind, leiden darunter keine eigenstaendige Kulturbasis zu haben. Sie werden denunziert weil sie fremd aussehen, sie werden ermahnt gefaelligst "Dankbar" zu sein, sie tauchen ein in eine letztlich doch kuehle Schattenwelt.Sie sind entwurzelt und tragen schwere Identitaetskonflikte in sich.
    Sie haben nie die Chance ihre leibliche Familie kennen zulernen. Es gibt auch bei Waisen neben Vater und Mutter oft auch noch Geschwister, Onkels, Tanten, die allesamt unbekannt bleiben muessen, weil diese Kinder aus dem Ausland herausgerissen wurden, damit sich begueterte deutsche (oder nordamerikanische) Familien ein Kind kaufen koennen.
    Denn das ist die andere Seite, ein riesiges Geschaeft auf dem Rucken von Kindern.
    Niemand interessiert es, wie diese Kinder einmal darunter leiden werden, keine eigene, sonder nur eine aufgepropfte Kultur zu haben.
    Adoptierte Kinder, gerade aus dem Ausland, fuehlen sich sehr oft Minderwert und in ihrer Identitaetsfindugn behindert.

    Diese Grundproblematik wird hier im Beitrag dezent ausgeblendte, damit die im Herzen einsame weise aber reiche Frau ein kleines Kindlein unterm Gabentisch findet.
    Es ist hochinteressant die Motive solcher Adoptionseltern zu untersuchen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Es gibt auch bei Waisen neben Vater und Mutter oft auch noch Geschwister, Onkels, Tanten"

    Wenn diese Verwandten an den Kindern Interesse hätten, würden sie die Kinder nicht in Waisenheime stecken. Besonders behinderte Heimbewohner sind meist "Sozialwaisen", die gleich nach der Geburt weggegeben wurden. Sollten die Eltern hierbei übrigens nicht unterschrieben haben, dass sie sich von jeglichen Pflichten und Rechten gegenüber dem Kind lossagen, darf das Kind gar nicht von anderen Menschen adoptiert werden. Folglich geht es hier gar nicht um Kinder, die potentiell die Chance hätten, ihre Verwandtschaft kennenzulernen.

    "Diese Grundproblematik wird hier im Beitrag dezent ausgeblendte, damit die im Herzen einsame weise aber reiche Frau ein kleines Kindlein unterm Gabentisch findet.
    Es ist hochinteressant die Motive solcher Adoptionseltern zu untersuchen."

    Es ist hochinteressant, die Motive derer zu untersuchen, die in diesem Forum Vergewaltigung, Vernachlässigung, Selbstmord besser finden als eventuelle Identitätskonflikte.

    Das ist Quark. Ihre Banalisierung der Identitaetsfindung zeugt nur davon, dass sie die Tragik dieser Kinder nicht sehen wollen. Gehen Sie doch mal in Adoptionsforen und lesen Sie mal wie solche Kinder leiden.
    Da gibt es z.B. eine Frau aus Chile, die sehr darunter leidet von Deutschen adoptiert worden zu sein und jetzt ihre chilenische Familie nd existiert und wollen die Frau aufnehmen.

    Also reden sie lieber von Dingen die Sie verstehen.

    "Es gibt auch bei Waisen neben Vater und Mutter oft auch noch Geschwister, Onkels, Tanten"

    Wenn diese Verwandten an den Kindern Interesse hätten, würden sie die Kinder nicht in Waisenheime stecken. Besonders behinderte Heimbewohner sind meist "Sozialwaisen", die gleich nach der Geburt weggegeben wurden. Sollten die Eltern hierbei übrigens nicht unterschrieben haben, dass sie sich von jeglichen Pflichten und Rechten gegenüber dem Kind lossagen, darf das Kind gar nicht von anderen Menschen adoptiert werden. Folglich geht es hier gar nicht um Kinder, die potentiell die Chance hätten, ihre Verwandtschaft kennenzulernen.

    "Diese Grundproblematik wird hier im Beitrag dezent ausgeblendte, damit die im Herzen einsame weise aber reiche Frau ein kleines Kindlein unterm Gabentisch findet.
    Es ist hochinteressant die Motive solcher Adoptionseltern zu untersuchen."

    Es ist hochinteressant, die Motive derer zu untersuchen, die in diesem Forum Vergewaltigung, Vernachlässigung, Selbstmord besser finden als eventuelle Identitätskonflikte.

    Das ist Quark. Ihre Banalisierung der Identitaetsfindung zeugt nur davon, dass sie die Tragik dieser Kinder nicht sehen wollen. Gehen Sie doch mal in Adoptionsforen und lesen Sie mal wie solche Kinder leiden.
    Da gibt es z.B. eine Frau aus Chile, die sehr darunter leidet von Deutschen adoptiert worden zu sein und jetzt ihre chilenische Familie nd existiert und wollen die Frau aufnehmen.

    Also reden sie lieber von Dingen die Sie verstehen.

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  • Schlagworte Russland | Adoption | Kinderbetreuung | Kinder
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