AbdankungKönigin Beatrix bekommt zum Abschied totale Bewunderung

Niederlandes Beatrix wird nach der Ankündigung ihrer Abdankung mit Lob überschüttet. Selbst Rechtspopulist Geert Wilders preist die Königin.

Die niederländische Königin Beatrix und ihr Sohn Kronprinz Willem-Alexander

Die niederländische Königin Beatrix und ihr Sohn Kronprinz Willem-Alexander  |  © Robin Utrecht/Pool/Reuters

Im niederländischen Königshaus steht ein Generationswechsel an: Nach 33 Jahren Regierungszeit wird Königin Beatrix Ende April den Thron für ihren Sohn, Kronprinz Willem-Alexander, freimachen. Politiker aus dem In- und Ausland würdigten die Königin und sprachen ihren Respekt und Bewunderung aus. Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte sagte in einer Fernsehansprache: "Königin Beatrix stand immer im Herzen der Gesellschaft."

Bundeskanzlerin Angela Merkel würdigte die Verdienste der Königin um die Aussöhnung zwischen Deutschland und den Niederlanden. Dass heute Normalität und Freundschaft herrsche, sei zu einem erheblichen Teil Beatrix zu verdanken.

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Belgiens sozialdemokratischer Premierminister Elio Di Rupo dankte der niederländischen Königin für "die engen und herzlichen Beziehungen unserer beiden Länder während ihrer Amtszeit". Die niederländische EU-Kommissarin Neelie Kroes äußerte "totale Bewunderung" für die Leistungen der Staatschefin.

Niederländer wünschen Beatrix einen "wohlverdienten Ruhestand"

Der sozialdemokratische Fraktionschef im niederländischen Parlament, Diederik Samsom, lobte vor allem "ihre verbindende Rolle, die sie in der Gesellschaft gespielt hat". Auch der Rechtspopulist Geert Wilders dankte der Monarchin "für 33 Jahre treue Dienste". Wilders hatte Beatrix mehrfach scharf kritisiert, weil sie für Toleranz und die multikulturelle Gesellschaft eingetreten war.

Viele Niederländer gingen am Abend spontan zum Wohnpalast der Königin Huis ten Bosch in Den Haag. Sie gaben Blumen und Briefe ab, Kinder brachten selbst gemalte Bilder. "Ein wohlverdienter Ruhestand", hatten junge Leute auf ein orange-farbenes Transparent geschrieben.

Kronprinz Willem-Alexander tritt schweres Erbe an

Für den neuen König wird es nicht einfach, schreibt die niederländische Zeitung de Volkskrant. "An die schwierige Position eines konstitutionellen Monarchen muss er sich noch gewöhnen. Dabei kann er sich auf die Erfahrungen seiner Mutter stützen, die sich noch nicht aus dem öffentlichen Leben zurückziehen wird. Wenn Willem-Alexander nach gut 30 Jahren mit eben soviel Genugtuung auf seine Regentschaft zurückblicken kann, wie jetzt Beatrix, kann er mehr als zufrieden sein", heißt es in der Zeitung.

Die Zeitung De Telegraaf macht sich bereits Gedanken über die Aufgaben des neuen Königs: "Aber auch er muss verstehen, dass es seine wichtigste Aufgabe bleibt, die Monarchie zu erhalten und für künftige Generationen weiterzuentwickeln. Dabei sollte nicht auf Rufe nach einem nur noch zeremoniellen Königtum gehört werden. (...) Die politischen Parteien täten gut daran, nicht länger Zweifel zu säen hinsichtlich der Stellung des Königs in unserer Staatsordnung. Am Vorabend seiner Amtseinführung verdient der neue König eine standfeste und einmütige Nation."

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Leserkommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt. Bitte bleiben Sie beim Thema des Artikels. Danke, die Redaktion/jk

    4 Leserempfehlungen
  2. Da hat sich der Autor aber alle Mühe gegeben, selbst in einen Kopftext zu Beatrix mal wieder den Begriff 'Rechtspopulist' einzuflechten.

    Wenn jemand so zugetextet werden will, liest er die TAZ.
    Diese Art indirekter 'igitt-der-ja-auch' Relativierung ist lausiger journalistischer Stil.

  3. ... wenn sie die Gelegenheit nutzen würde, die Monarchie ganz abzuschaffen.

    Eine Leserempfehlung
  4. Gebt Willem-Alexander eine faire Chance und Unterstützung.

    Eine Leserempfehlung
  5. zufrieden mit ihrer Monarchie sind, warum sollte man sie dafür kritisieren. Gerade wir Deutsche sollten uns daraushalten.

  6. Die Bundeskanzlerin sagt, dass heute Normalität und Freundschaft herrsche, sei zu einem erheblichen Teil Beatrix zu verdanken.
    Das macht einen Normal-Leser wie mich neugierig. Geschichte war zwar ein Schulfach, aber wie die Beziehungen einzelner Länder untereinander waren, habe ich jedenfalls nicht mehr auf dem Schirm, sollte das überhaupt 'durchgenommen' gewesen sein.

    [...]

    Gekürzt. Bitte diskutieren Sie das Artikelthema. Danke, die Redaktion/fk.

  7. 7. [...]

    Bitte diskutieren Sie das Artikelthema. Danke, die Redaktion/fk.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, nf
  • Schlagworte Angela Merkel | Geert Wilders | Neelie Kroes | Erbe | Freundschaft | Königshaus
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