Bilder aus Nigeria : Die ewige Ölpest in Ogoniland

Im Nigerdelta ist die Ölkatastrophe Alltag. Seit 1976 gelangten dort über drei Millionen Barrel in die Umwelt. Reuters-Fotograf A. Akinleye hat die Folgen dokumentiert.

Nirgendwo sonst in Afrika gibt es so viel Erdöl wie in Nigeria. Der Rohstoff ist der wichtigste Wirtschaftsfaktor für das Land, doch die Bewohner leiden unter den Folgen: Ausgelaufenes Öl ruiniert den Fischfang, zerstört die Strände und macht krank. Besonders schlimm ist die Lage in Ogoniland, dem Nigerdelta, das so groß wie Portugal ist. 2011 forderten die UN deshalb eine Dekontaminierung, die bis zu 30 Jahre dauern könnte. Der nigerianische Fotograf Akintunde Akinleye, 2006 mit dem World Press Photo Award ausgezeichnet, zeigt den Alltag im Öl.

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Kommentare

10 Kommentare Kommentieren

Urteil

Lieber Bill Mollison,

die Einschränkung ist berechtigt, dennoch wurde Shell Ende Januar in einem Fall zu einer Schadenersatzzahlung verurteilt. Nach Auffassung des Gerichts hat Shell Nigeria die Pipelines im Nigerdelta nicht ausreichend vor Sabotage geschützt. In drei anderen Punkten wurde die Klage abgewiesen. Auch der UN-Bericht, auf den verwiesen wird, macht die Ölbranche für die Umweltschäden verantwortlich.

http://www.tagesspiegel.d...

http://www.sueddeutsche.d...

Beste Grüße
CW

Was würdest Du tun?

Man kann die Leute welche illegalen Raffinerien betreiben schon kritisieren, aber was würdest du an deren Stelle machen?

Die Erdöl wird zu Spotpreisen ausser Landes geschifft, bei der Bevölkerung kommt kein Cent davon an, Fische und Boden sind vom Öl eh verseucht um sich was gutes anzubauen. Also die Pipelines die durch die Siedlung führen anzapfen, das Rohöl selbst raffinieren und verkaufen, so dass für die Kinder wenigstens ein bisschen Essen auf den Tisch kommt. Das ist ein Teufelskreis, den nur die korrupten Unternehmer und Regierungen unterbinden können.

Was würde ich tun?

Ich würde jedenfalls NICHT ein (weiteres) Landstück durch Anbohren einer Ölleitung einfach versauen. (die Bilder aus dem Link von Kommentar #2)

Eher würde ich auf diesem Landstück Bananen, Mais, Bohnen etc. anbauen und mir ein Schwein halten, könnte zweimal, vielleicht dreimal im Jahr ernten. Hätte dann halt nur paar Dollar pro Tag.

Wenn ich gierig würde, würde ich vielleicht Ölfässer durch den Schlamm schleppen. Oder wenn mich die Schulden erdrücken, wer weiss. Oder wenn ich neidisch auf's Mopped von Ali wäre, oder mich Kiara ohne Mopped nicht anguckt, und ich sie unbedingt ins Bett bekommen will... könnte passieren.

Glaub ich aber eher nicht.

Kennen Sie die *Einkommen* somalischer Piraten?

man sprach von 40 000 US$ pro Jahr -als sozusagen "Manschaftsdienstgrad". (vor Jahren in einer Analyse einer Versicherungsgesellschaft im Handelsblatt)

Wissen Sie, was das heisst? Dort heisst? Selbst wenns Fische gäbe, da fasst keiner ein Netz mehr an.

Die Gier halt. Gesetzlosigkeit.

Ansonsten sollte man bedenken, dass Somalia seit Jahrzehnten ein völlig zerfallener Staat ist, das "Fischproblem" allenfalls einen Teilaspekt darstellt und nicht ursächlich für die Zustände im GANZEN Land ist.

Noch was, ich habe mal die Bildunterschriften

aus dem Link in Komm. #2 gelesen: tatsächlich, für 50-60 $ pro Tag haben die die Landschaft verpestet, also höher als meine Schätzung.

Wenn es, wie Sie meinen, darum ginge, den Kindern lediglich Essen auf den Tisch zu bringen, wäre das Land, mit Bohnen und Mais bestellt, besser genutzt.

Und ja, korrupte Politiker, Behörden und Unternehmer sind ein Problem. (deswegen können gerade DIESE den *Teufelskreis* NICHT unterbinden*) Dennoch sollten Sie die Gier (und Dummheit) auch *einfacher* Menschen nicht unterschätzen. Auch nicht in Afrika.

Reden Sie mal mit Entwicklungshelfern oder lesen Sie deren Blogs.... Die verzweifeln manchmal auch an ihrer *Klientel*, weil sie schamlos belogen werden usw. und nicht nur Widerstände in ausländischen Unternehmen bzw. korrupten Behörden vorfinden...

Fazit:

Die Nigerianer selbst müssen zu dem Entschluß kommen, dass es unhaltbare Zustände sind. Sie selbst müssen ihre Landsleute überzeugen, dass es so nicht weitergehen kann. Dann können sie auch Druck auf Shell machen, die sich bis jetzt hinter den illegalen Ölschweinereien quasi verstecken können - und die anderen wiederum Shell die Schweinereien zustecken.

Solche Nigerianer wie Fotograf Akintunde Akinleye zum Beispiel. Er muss, mehr noch als er seine Bilder HIER bekanntmacht, dort vor Ort eine Kampagne starten, sich zuallererst dort Helfer suchen. Leicht wird das sicher nicht, denn auch der bisher an Bakschisch gut verdienende Polizist, den ihm die illegalen Brenner zustecken, wird wohl was dagegenhaben. Sein muss es trotzdem, sonst kehren die Zustände wieder zurück. Parallel weiter Druck im Ausland auf die Mutterfirma. Erst wenn ein Konsens erreicht ist, Hilfe aus dem Ausland für Dekontamination.

Sonst wird das nüscht, und es versickern Millionen und auch weiterhin Öl....

Meine Meinung.