Benedikts Audienz : Grazie Papa

Letzter Auftritt: Zehntausende Menschen haben Benedikt XVI. bei seiner Generalaudienz gefeiert. Bilder aus Rom

Das hat es in der Neuzeit noch nicht gegeben: Ein Papst, der zurücktritt. Benedikt XVI., der deutsche Papst, hat es gewagt und zieht sich nun in ein Kloster im Vatikan zurück. Zehntausende Menschen waren auf den Petersplatz in Rom gekommen, um den letzten öffentlichen Auftritt des 85-Jährigen zu erleben und ihn mit viel Jubel zu verabschieden.

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Kommentare

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Grazie Papa?

Der Rücktritt des Papstes ist respektabel. Falls sich das "Grazie" hierauf bezieht, kann man einstimmen.

Ob auch sein Wirken dankenswert war, könnte man allerdings auch kritisch hinterfragen. Dennn ob mit oder ohne persönliche Schuld: Das Oberhaupt der kath. Kirche hinterlässt einen Scherbenhaufen. Angefangen bei seinen unseligen Annährungen an reaktionäre, fundamental-katholische Kreise über unkluge Äußerungen gegenüber Andersgläubigen bis hin zum zaghaften Umgang mit Mißbrauchs-Opern und -Tätern.

Benedikt XVI hat seine Kirche nicht wärmer und menschlicher gemacht. Er hat - im Gegenteil - versucht, die Menschen seiner Kirche anzupassen. Seine Botschaften waren foglich nicht "froh" sondern oft deprimierend, machnmal sogar abstoßend.

Darauf, ob der neue Papst den Willen, die Kraft, vor allem aber auch die Macht (!) hat, Korrekturen vorzunehmen, darf man gespannt sein. Aber selbst eine vage Hoffnung darauf, wäre noch verfrüht

Radio Vaticano - no grazie papa ...

HABEMUS PAPAM - Ihr habt die Wahl:

Manuel Monteiro de Castro - der Geheimtipp!
Wenn DER sich als Papst "FIDEL I." nennt, mach ich ein ganzes Jahr lang keine Papstwitze. Das schwör ich bei der unbedeckten Bedrängnis...

Kardinal Manuel Monteiro de Castro aus Portugal erfüllt alle Voraussetzungen, um - entsprechender Einsatz des heiligen Geistes vorausgesetzt - aus dem kommenden Konklave als neuer Pontifex hervorzugehen. Als Castro wäre er streng genommen nur Zweiter, dürfte sich aber dennoch FIDEL I. nennen.
Dass die Diskussion um die Namenswahl 'Seiner Heiligkeit' nicht die ungeteilte Zustimmung finden wird, ist absehbar. Speziell seitens des emeritierten kubanischen Staatsoberhauptes dürfte wohl kaum stürmischer Jubel erwartet werden.
apropos Heiligkeit: angeblich darf sich der deutsche Papst-Pensionist Josef Ratzinger auch weiterhin mit 'Seine Heiligkeit' - etwa zum Seniorenkniebeugen - rufen lassen. Wenn da bloß kein Kuddelmuddel rauskommt. Gott bewahre ...
Als Kompromiss und Referenz an Italien wäre allenfalls 'Fidelio I.' anzudenken, auch und vor allem, weil's einfach besser klingt als - naja - 'Zauberflöte' ...
Ein wichtiger Aspekt - seit Jahrhunderten unbeachtet - den erst Josef 'Benedikt XVI.' Ratzinger durch seinen Rückzug in das Zentrum des öffentlichen Interesses rückte:

Im Falle eines vorzeitigen Rücktrittes als Pontifex könnte ihm das Volk adäquat und stimmig zum Abschied leise "MANU CHAO" sagen ...