Katholische KircheVatikan erreichen jährlich Hunderte neue Missbrauchsvorwürfe

Der neue Chefermittler des Vatikans will Kinderschänder konsequent verfolgen. Jedes Jahr werden der Katholischen Kirche mehrere Hundert Missbrauchsfälle gemeldet.

Die Kuppel des Petersdoms im Vatikan in Rom

Die Kuppel des Petersdoms im Vatikan in Rom  |  © Filippo Monteforte/AFP/Getty Images

Den Vatikan erreichen nach Angaben seines Chefermittlers für Missbrauchsfälle jährlich etwa 600 neue Missbrauchsvorwürfe gegen katholische Geistliche. Viele dieser Fälle stammten aus den sechziger, siebziger und achtziger Jahren, teilte der US-Geistliche Robert Oliver mit. Die bislang höchste Zahl wurde seinen Angaben zufolge im Jahr 2004 mit 800 neuen Vorwürfen erreicht.

Er werde nach dem Vorbild von Papst Benedikt XVI. eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Kinderschändern verfolgen, kündigte der neue Chefermittler an. Nach seinen Angaben sind rund Dreiviertel der 112 nationalen Bischofskonferenzen einem Aufruf des Papstes von 2011 nachgekommen und haben Richtlinien im Kampf gegen pädophile Priester ausgearbeitet.

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"Jede Kultur hat seinen eigenen Umgang mit den Problemen", sagte Oliver weiter. Als Beispiel nannte er Südkorea, in dem Diskussionen über sexuellen Missbrauch tabu sind. Vor allem in Afrika aber mit seinen "tausend Kulturen" bleibe noch viel zu tun.

Oliver hatte bis Dezember für die Diözese in Boston im Osten der USA gearbeitet. Dort war im Jahr 2002 ein großer Skandal um pädophile Priester enthüllt worden, die von der Kirche gedeckt worden waren. Sie wurden auch nach Beschuldigungen in Positionen eingesetzt, in denen sie weiter Missbräuche begehen konnten. Ähnliche Skandale wurden auch aus anderen Diözesen bekannt.

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Leserkommentare
  1. http://www.welt.de/politi...

    Möglicherweise laufen daher einige Missbrauchsvorwürfe ins Leere.

  2. 14 und 16 jährige als "Kinder" bezeichnet, was juristisch nicht korrekt ist.

    Eine Leserempfehlung
  3. 3. [...]

    Entfernt. Bitte belegen Sie ihre Behauptungen. Danke, die Redaktion/jk

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    • Ternova
    • 06. Februar 2013 12:36 Uhr

    Nicht um die Sache zu verniedlichen, aber bei einer Milliarde Katholiken handelt es sich um weniger als 0,000001 Prozent.

  4. die Verbrecher sollen sich gegenseitig bestrafen.

    Letztlich wird da nicht viel bei herumkommen - der Vatikan als größte Institution des organisierten Verbrechens in der Welt hat schlicht keinen Anreiz, Aufklärung anstelle von Verschleierung zu betreiben. Außer dem Glauben vielleicht...haha.

  5. Eine merkwürdige Zählerei: hatte doch der Vorgänger, Monsignor Scicluna, im Vatikaninterview 2010 geäußert:

    „Insgesamt haben wir in diesen letzten neun Jahren (2001 bis 2010) Anzeigen beurteilt, die etwa 3.000 Fälle von Diözesan- und Ordenspriestern betrafen und die sich auf Vergehen bezogen, die in den letzten fünfzig Jahren begangen worden sind. ….. Für 2009 ist der US-„Anteil“ auf ca. 25 Prozent der 223 neuen Fälle, die aus aller Welt gemeldet wurden, gesunken. In den letzten Jahren (2007-2009) lag tatsächlich der jährliche Durchschnitt von Fällen, die der Kongregation aus aller Welt gemeldet wurden, bei 250 Fällen.“

    http://www.vatican.va/res...

    Also müssten imo in den letzten 3 Jahren Unmengen an klerikalen Sexualverbrechen dem Vatikan gemeldet worden sein,um den Durchschnitt so zu heben!

    • TomFynn
    • 06. Februar 2013 12:35 Uhr

    Höchstens von Einreichen. Wirklich angekommen ist die Situation beim Vatikan noch nicht...

    • Ternova
    • 06. Februar 2013 12:36 Uhr

    Nicht um die Sache zu verniedlichen, aber bei einer Milliarde Katholiken handelt es sich um weniger als 0,000001 Prozent.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"
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    • TomFynn
    • 06. Februar 2013 12:50 Uhr

    sollte es doch kein Problem sein diese dingfest zu machen, oder?

    Warum also passiert das nicht?

    Natürlich verniedlichen Sie mit Ihrem post und der Prozentzahl, was sonst?

    Meinen Sie etwa, die bislang bekannt gewordenen Vertuschungshandlungen (aktuell Los Angeles, in Deutschland dokumentiert in der Diözese München-Freising)wären ein Garant für vollständige Zahlen zu muma klerikalen Sexualverbrechen an KIndern und Jugendlichen?

    Übrigens wären es 0,15 %, denn es agieren nur 400.000 Kleriker der RKK auf diesem Erdball ;)

    • TomFynn
    • 06. Februar 2013 12:50 Uhr

    sollte es doch kein Problem sein diese dingfest zu machen, oder?

    Warum also passiert das nicht?

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "das Übliche Thema"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, tis
  • Schlagworte Kirche | Vatikan | Benedikt XVI | Katholische Kirche | Bischofskonferenz | Diözese
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