Die Nationalen Sozialisten Döbeln sind seit dem Morgen eine verbotene Vereinigung. Landesinnenminister Markus Ulbig (CDU) ließ dem harten Kern der Organisation entsprechende Verfügungen zukommen. Zu diesem Kern zählt das Ministerium sechs der Rechtsextremisten, weitere 20 aus Döbeln und Umgebung gehören zum erweiterten Kreis.

Auch sie könnten in den Fokus der Ermittler geraten. Das sollten die am Morgen in der Stadt zwischen Leipzig und Dresden gestarteten Hausdurchsuchungen zeigen, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Unter anderem durchsuchten die Ermittler ein als Neonazi-Treff genutztes Haus am Ufer der Mulde. Das Gebäude hätten die Neonazis unter anderem für Schulungen, Bandproben, Konzerte und Rechtsrockbands genutzt.

Über Jahre hinweg hatten die Fahnder Belege für Propaganda-Delikte zusammengetragen. Schon 2001 erwähnte der Landesverfassungsschutz die Nationalen Sozialisten in seinem Bericht. Die Gruppe verwende nationalsozialistische Begriffe und sei wesensverwandt mit dem Nationalsozialismus, hieß es. Hinzu komme das Bekenntnis zur NSDAP.

Treffen in Lagerhallen

Die Döbelner Nationalisten beteiligten sich zudem an Aufmärschen zur sogenannten Volkstod-Bewegung. Sie propagiert eine diskriminierende Rassenlehre und strebt auf kämpferisch-aktive Weise an, die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu überwinden.

Neonazis organisierten sich seit 2005 verstärkt in der mittelsächsischen Region. Sie trafen sich zunächst in Lagerhallen an der an Döbeln verlaufenden Bundesstraße B 169, später in dem Haus am Ufer der Mulde im Norden der Stadt. In einer Analyse ihrer Aktivitäten beobachteten Fachleute der SPD, dass die Nationalen Sozialisten zuvor schon als Division Döbeln oder Initiative für Döbeln aktiv waren. Die entsprechenden Websites sind aber mittlerweile unerreichbar und existieren nur noch in Webarchiven.