Im Prozess gegen den südafrikanischen Sprintstar Oscar Pistorius hat die Polizei einen neuen Chefermittler ernannt. Südafrikas Polizeichef Riah Phiyega begründete diese Entscheidung mit den Mordermittlungen gegen den bisher leitenden Polizeioffizier Hilton Botha. Botha ist des versuchten Mordes in sieben Fällen verdächtig, wie sich am Donnerstag herausstellte.

Hintergrund ist ein Vorfall von 2009, als der Polizeioffizier zusammen mit Kollegen auf einen Kleinbus mit sieben Insassen schoss, um ihn am Weiterfahren zu hindern. Es ging um die Suche nach Verdächtigen in einem Mordfall.

Die Justiz hatte das Verfahren zwischenzeitlich eingestellt, Anfang Februar aber wieder aufgenommen. Davon will die Polizei erst am Mittwoch erfahren haben.

Der 26-jährige Pistorius wird verdächtigt, seine Freundin, das Fotomodel Reeva Steenkamp, vor einer Woche wissentlich erschossen zu haben. Er selbst hatte gesagt, dies sei aus Versehen passiert; er habe sie für einen Einbrecher gehalten. Die Anschuldigungen der Staatsanwaltschaft wies er "aufs Schärfste" zurück. "Ich hatte nie die Absicht, meine Freundin zu töten", heißt es in einer Erklärung des Sportlers. Dem widersprechen die Ermittler: Pistorius habe Steenkamp nach einem Streit geplant und gezielt ermordet.

Die Anhörung in Pretoria sollte klären, ob Pistorius auf freien Fuß gesetzt werden kann oder weiter in Haft bleibt.

Der Prothesenläufer – ihm fehlen beide Unterschenkel – ist der wohl bekannteste Paralympics-Teilnehmer der Geschichte. Er hat sechs paralympische Goldmedaillen gewonnen und zahlreiche Weltrekorde aufgestellt. Zudem nahm er als erster Sportler mit Handicap an regulären Olympischen Spielen teil.