Berliner Mauer : Bauarbeiter reißen Lücke in East Side Gallery

Der Abriss eines Stücks der Berliner Mauer ist nach wochenlangen Protesten fortgesetzt worden, am Morgen wurden Mauersegmente entfernt. 250 Polizisten sind im Einsatz.

An der weltbekannten East Side Gallery hat der Investor eines geplanten Hochhauses die Abrissarbeiten an einem Teilstücks der Berliner Mauer fortgesetzt. Bauarbeiter hätten vier Mauersegmente entfernt, um eine Baustelleneinfahrt zu schaffen, sagte Polizeisprecherin Gina Meißner dem Berliner Tagesspiegel. Dadurch sei eine etwa sechs Meter breite Lücke entstanden.

Die Arbeiten haben den Angaben zufolge gegen fünf Uhr morgens begonnen und sind noch im Gange. Als nächstes soll in die Lücke ein Tor eingebaut werden. Auch auf einem Streifen hinter der Mauer gehen die Bauarbeiten weiter. Der Investor kündigte aber an, die herausgetrennten Mauerteile später wieder einzusetzen.

Die Polizei ist nach eigenen Angaben mit rund 250 Beamten im Einsatz – und auf Proteste vorbereitet. Bislang seien jedoch keine Demonstranten vor Ort, sagte Polizeisprecherin Meißner. Am frühen Morgen waren lediglich zwei Vertreter der Initiative Mediaspree versenken mit einem Wohnmobil vor Ort und protestierten mit einer Mahnwache.

Der Investor Maik Uwe Hinkel hatte am 1. März die Bauarbeiten vorerst gestoppt. Insgesamt geht es um 22 Meter Mauer, die versetzt werden sollen. Tausende Menschen hatten vor Ort gegen die Entfernung der Mauerelemente protestiert. Nachdem Gespräche unter anderem mit Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) ohne konkretes Ergebnis geblieben waren, wird nun abgerissen.

Die East Side Gallery ist der längste erhaltene Abschnitt der Berliner Mauer. Er wurde 1990 von Künstlern aus zahlreichen Ländern mit großformatigen Wandbildern bemalt und zieht jedes Jahr Hunderttausende Touristen an. Der Abschnitt steht unter Denkmalschutz. An einigen Stellen gibt es allerdings bereits Öffnungen, um Zugänge zur Spree zu ermöglichen.

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in Berlin reißt man ab, in Bamberg baut man sie auf, nur höher

In Berlin hat man offensichtlich genug von Mauern. In Bamberg hingegen, teilt man diese Erfahrung (noch) nicht und plant deshalb eine nöch höhere (5m anstatt 3,6m) Mauer, die die Weltkulturerbestadt trennt.
Bestimmt wird Grenze in Bamberg noch besser gegen Flüchtlinge gesichert, als vor 64 Jahren.
Bamberg 21, die Bahn spaltet (erstmal die Stadt, dann) das Land.

(Quelle: http://bahnsinn-bamberg.d...)