Leserartikel

Katholische KircheEin Papst nur für Heteros?

Als Lesbe und überzeugte Katholikin kämpft Leserin J. Christians innerhalb der Kirche um Anerkennung. Verständnis wird ihr nicht entgegengebracht, bestenfalls Duldung. von Johanna Christians

Was interessiert mich als Lesbe die Papstwahl? Eine Menge, denn ich bin katholisch wie meine Familie. Meine Mutter beichtet regelmäßig, mein Vater versäumt keine Sonntagsmesse. Der Pfarrer ist einer der wenigen Menschen, mit denen sich mein ältester Bruder über etwas anderes als seine Arbeit oder den Fußball unterhält. Ich habe mich vor acht Jahren als lesbisch geoutet.

Mit der Kirche bin ich aufgewachsen und fühlte mich in unserer Gemeinde immer geborgen. Gottesdienst, Kirchenfahrten, Sankt-Martins-Umzüge: Stets habe ich den Respekt und etwas von der Liebe, die es zwischen den Menschen geben soll, bei diesen Gelegenheiten gespürt. Noch heute verstehe ich mich als gläubig. Doch schon lange habe ich den Eindruck, nicht richtig dazuzugehören, nicht gewollt zu sein.

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Als Papst Benedikt XVI. die Liebe zu meiner Lebensgefährtin 2008 als falsch beschrieb, warnte er, dass wir "den Menschen" zerstören wollten. Zerstörung durch Liebe? Mich hat das damals tief gekränkt. Vier Monate später habe ich begonnen, offen zu unserer Liebe zu stehen. Obwohl es schwerfiel, habe ich es nie bereut, ehrlich zu meinen Gefühlen und Gedanken zu stehen. Noch heute denke ich an die Furcht und die Zweifel. Nichts gab mir damals so viel Kraft wie mein Glaube. In meinen Gebeten bat ich um die Kraft, zu meiner Liebe zu stehen.

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Weiterhin zur Messe zu gehen, war vielleicht das Mutigste, was ich je getan habe. Meine Angst war unbegründet. Der Großteil der Gemeinde akzeptiert heute mein Leben. Aber nicht, weil ich mich dafür entschieden habe, sondern bloß, weil es nun einmal so ist, wird dieser Umstand geduldet. Deshalb eine andere Religion zu wählen, kommt für mich nicht in Betracht. Lieber engagiere ich mich innerhalb der Kirche für meine Ansichten.

Kürzlich las ich von dem lächerlichen Gerücht, ein Netzwerk von Homosexuellen könnte den Papst gestürzt haben. Falls damit noch mehr Misstrauen gegenüber Schwulen und Lesben geschürt wird, sehe ich mein Ziel in weite Ferne gerückt, von der katholischen Kirche anerkannt zu werden.

Ich wünsche mir eine Kirche, die mich so akzeptiert, wie ich bin. Ich hoffe, der neue Papst hat den Mut und die Kraft, schwierige Entscheidungen zu fällen und zu ihnen zu stehen.

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Leserkommentare
  1. ...wenn Sie Ihren Glauben haben?
    Das sind doch zwei verschieden Dinge.
    Ich bin kein gläubiger Mensch und sehe das deswegen vielleicht falsch, aber wenn man an Gott/Götter/Göttinnen glaubt dann ist die von Menschen gemachte Organisation drumherum doch nebensächlich.
    Sie sind Ihrem Gewissen und ihrem Gott verantwortlich nicht dem Pfarrer, Kardinal oder dem Papst. Die sind nur Menschen und als Menschen haben die eine zweitausend Jahre alte Geschichte die voll mit menschlichen Fehlern ist.
    Wie sie schreiben auch die Gemeinde ist mit Ihnen, für eine breite Mehrheit in Europa ist Homosexualität gar kein Thema mehr - vielleicht arbeitet Gott hier direkt durch die Menschen und nicht durch seinen Fanklub :-)

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    Einer fragte Herrn K., ob es einen Gott gäbe. Herr K. sagte: " Ich rate dir, nachzudenken, ob dein Verhalten je nach der Antwort auf diese Frage sich ändern würde. Würde es sich nicht ändern, dann könnten wir die Frage fallenlassen. Würde es sich ändern, dann kann ich dir wenigstens noch so behilflich sein, daß ich dir sage, du hast dich schon entschieden: Du brauchst einen Gott." B. Brecht

    • _bla_
    • 13. März 2013 9:23 Uhr

    Sie übersehen die soziale Dimension von Kirche. So ist auch verständlich, das es sie hauptsächlich bedrückt sich ausgeschlossen zu füllen.
    Aber eigentlich gibt es dafür keinen besonderen Grund, zumindest nicht mehr als sich auch Pillen- und Kondomnutzer ausgeschlossen fühlen müssten, ganz zu schweigen von Wiederverheirateten.

    • wpev
    • 16. März 2013 22:00 Uhr

    +++
    Sie sind Ihrem Gewissen und ihrem Gott verantwortlich nicht dem Pfarrer, Kardinal oder dem Papst.
    +++

    Sollte es tatsächlich sein... das eine Gemeindemitglied tun und lassen kann was es will? Nein, es hat Verantwortung dem Haus Gottes gegenüber, der Gemeinschaft der Gemeindemitglieder auf dem Boden von Gottes Wort.

    Sünde befleckt die Gemeinschaft.

    Danke, so etwas wollte ich auch spontan antworten.

    Religion ist nicht zwangsläufig etwas für einsame Selbstfindung, sondern ein Kitt, der den Zusammenhalt einer Gesellschaft und ein Miteinander gewährleistet. (Das schreibe ich übrigens als einer, der im realen Leben eher agnostisch ist und höchst selten mal Gottesdienste besucht.)

    Oder wie Michel Houellebecq es in Elementarteilchen formlierte: “Diese idiotischen Hippies [...] sind immer noch davon überzeugt, daß die Religion eine individuelle Angelegenheit ist, die auf Meditation, spiritueller Suche usw. basiert. Sie können einfach nicht begreifen, daß sie ganz im Gegenteil eine rein soziale Tätigkeit ist, die auf der Festlegung von Riten, Regeln und Zeremonien basiert. Auguste Comte zufolge erfüllt die Religion ausschließlich die Funktion, die Menschheit zu einem Zustand vollkommener Einheit zu führen.”

    Nun, für mich ist Religion weder “ausschließlich” das Eine oder Andere, sondern wohl irgendwie Beides.

    Jedenfalls: Wer vom Leben religiöser Menschen keine Ahnung hat bzw. diese für irgendwie geistig minderbemittelt hält, sollte seine Kommentare vor dem Posten etwas mehr überdenken.

    vielleicht arbeitet Gott hier direkt durch die Menschen und nicht durch seinen Fanklub :-)

  2. Wenn man absolute Liebe haben möchte kann man auch zur Evangelischen Kirche/Die Grünen Partei gehen (kann man nicht mehr auseinander halten auch am Fall Göring-Eckardt) ausser man hat Ansichten die nicht konform mit dieser Glaubensrichtung laufen.

    Ich verstehe diese Dauerkritik einfach nicht, die evangelische Kirche hält jetzt schon mit Muslime in ihren Kirchen messen ab und die Pfarrerin steht daneben. Das die Pfarrerin mal in einer Moschee predigt ist bis heute nicht bestätigt aber typisch für die evangelische Kirche. Was macht den der Reiz Kirche dann noch aus? Auch die Gefahr mit der Sünde erwischt zu werden.

    Was auch immer ausser acht gelassen wird die katholische Kirche gibt es auch im Orient. Die Orthodoxen und der Kyrill würden dann einfach mal das Oberhaupt würde die Weltkriche übernehmen. Wenn vielleicht 90% der Mitglieder Tradition haben möchte in einer deutschen Gesellschaft der nichts mehr Heilig ist ist das doch Okay. Muss den alles den Zeitgeist nachlaufen so das man keine Oase hat wenn man sich von dieser weg möchte?

    Das Problem ist in Deutschland wohl eher das wir zu wenige Kirchen haben es gebe noch die russisch-orthodoxe, armenisch-orthodoxe, katholische Ostkirchen etc. und natürlich kann man der Zeitgeist Kirche der heiligen Margot von Hannover (Schutzpatronin aller angebetrunken Autofahrer) beitreten.

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    Wenn Sie morgen um kurz nach 7 schon so voller Hass sind - wie kriegt man dann eigentlich den Tag um?

  3. Entfernt. Die Redaktion/sh

    15 Leserempfehlungen
  4. Einer fragte Herrn K., ob es einen Gott gäbe. Herr K. sagte: " Ich rate dir, nachzudenken, ob dein Verhalten je nach der Antwort auf diese Frage sich ändern würde. Würde es sich nicht ändern, dann könnten wir die Frage fallenlassen. Würde es sich ändern, dann kann ich dir wenigstens noch so behilflich sein, daß ich dir sage, du hast dich schon entschieden: Du brauchst einen Gott." B. Brecht

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    "Du brauchst einen Gott." - vielleicht, aber die Kirche braucht man dafür trotzdem nicht...

  5. Es ist nicht einfach "anders" zu werden oder zu sein in einer Gemeinschaft, die recht eingeschworen ist und das Alltagsleben und Fühlen und Denken bestimmt.

    Die katholische Kirche ist an manchen Orten eine solche Gemeinschaft.

    Sie gibt Halt und Nestwärme.

    Hoffentlich auch bald oder weiterhin für Menschen, die "anders" sind.

    Dann gibt es weniger Leid unter den Menschen.

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    "Halt und Nestwärme" zu geben. Sondern die Menschen zu sammeln, zu einem sich als die absolute Wahrheit haltenden Glauben zu führen und sie ihr irdisches Leben lang auf diesem Weg zu begleiten und zu leiten. Sollte dabei "Halt und Nestwärme" entstehen, so ist dies allenfalls sekundär. Genau in dieser "Halt und Nestwärme"-Rhetorik liegt für mich die Unglaubwürdigkeit der römisch-katholischen Amtskirche. Ein Haufen vermutlich in Wahrheit Ungläubiger, der "Halt und Nestwärme" sucht und dafür sich selber feiert und zelebriert. Suche ich "Halt und Nestwärme", gründe ich eine Familie. Suche ich den christlichen Gott, trete ich der Kirche bei. Nichts ist Unglaubwürdiger als ein Haufen "gläubiger" Kirchenmitglieder, die ständig gegen alles, was diese Kirche als eigenständige Instituition ausmacht, anstänkern. Wenn man Lesbe ist und die christliche Lehre gelebte Homosexualität verdammt bleibt nur eines: Austreten! Alles andere ist Heuchelei, vor allem sich selbst gegenüber. Und sollte die Kirche ihre Lehre ändern: Was hat man denn von einer Institution, bei der vorne "Kirche" drauf steht, aber nicht mehr "Kirche" drinsteckt? Ein reiner Etikettenschwindel.

  6. Warum müssen Sie denn eigentlich allen erzählen, dass sie lesbisch sind?

    Verstehen Sie mich bitte nicht falsch - ich bin der Meinung, Homosexuelle sollten genauso Kinder adoptieren und Heiraten können wie Heterosexuelle, aber das ist gar nicht der Punkt.

    Die Frage ist - wenn man unbedingt in einem Homophoben Verein Mitglied sein will, warum muss man denen dann erzählen, dass man homosexuell ist? Behalten sie es doch einfach für sich und sagen, sie finden WG Leben mit einer guten Freundin toll.

    Letztenendes ist es Ihre Entscheidung. Aber irgendwie klingt das, was sie sagen, für mich so: "Ich will unbedingt Fussball spielen, aber bitte in einem Handballverein!"

    Kann man natürlich wollen, aber... ;)

    Beste Grüße,

    henry

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    • Inch
    • 13. März 2013 9:06 Uhr

    "Die Frage ist - wenn man unbedingt in einem Homophoben Verein Mitglied sein will, warum muss man denen dann erzählen, dass man homosexuell ist? Behalten sie es doch einfach für sich und sagen, sie finden WG Leben mit einer guten Freundin toll."

    Weil Sie sich nicht selbst und ihre Partnerin verleugnen will und trotzdem ihren Glauben leben möchte. Und das steht ihr meiner Meinung nach auch zu.

    "Behalten sie es doch einfach für sich und sagen, sie finden WG Leben mit einer guten Freundin toll."

    Genau, lügen Sie doch einfach. Verleugnen Sie sich und Ihre Gefühle. Lügen Sie Ihre Eltern an, lügen Sie ihre Freunde an, lügen Sie Ihre Kollegen an. Nehmen Sie sich am besten noch einen Alibi-Ehemann und lassen sich ein Alibi-Kind machen. Wenn Sie dann immer noch jemand verdächtigt, fangen Sie an über Homosexuelle zu schimpfen wie ein Rohrspatz.

    #Ironie off#

    "Aber irgendwie klingt das, was sie sagen, für mich so: "Ich will unbedingt Fussball spielen, aber bitte in einem Handballverein!"

    Auf den Punkt! Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer: Es ist als wolle die Frau sich als Opfer ausstellen; als wolle sie uns zurufen "Seht mal wie ich leide und wie leidensfähig ich bin." Irgendwie hoffärtig. Vielleicht sollte sie, bevor sie von der kath. Kirche verlangt, dass diese sich in ein weltliches Wellnessinstitut mit Anything-Goes-Marketing verwandelt, einfach mal in die Exerzitien des Ignatius von Loyola vertiefen. Die sind eine geniale Methode zur Entscheidungsfindung (Wo führt es mich hin, wenn ich diesem oder jenem Impuls folge; wie wird es mir dann gehen? Empfinde ich dann eher Trost oder Ärger, inneren Frieden mit mir selbst oder Mißmut gegenüber der Welt).
    Vielleicht findet sie dann auch heraus, dass nicht die kath. Kirche das Problem ist, sondern ihre persönlichen und sehr speziellen Vorlieben.

    Seltsam, dass Menschen in der kath. Kirche sein wollen und gleichzeitig ihr strenges Glaubensregime ablehnen. Es gibt doch genug andere Kirchen und Erweckungsvereine, in denen man seine individuellen Neigungen "voll ausleben" kann. Warum also von der kath. verlangen, was andere Kirchen oder Esoterikvereine im Angebot haben? Spätestens dann, wenn die kath. Kirche sich dem Zeitgeist andient, wird sie ihren Geist aufgeben.

    Amen!

    In China können Sie als kapitalistischer Milliardär guter Kommunist sein und der neue Boss ist nicht mehr "Genosse", sondern: "Kamerad".

    Die Zeiten ändern sich und DIE ZEIT zieht mit:

    ""Ich kündige nun an, dass Kamerad Xi Jinping zum Präsidenten der Volksrepublik China gewählt wurde", sagte der Sitzungsleiter und Parteifunktionär, Liu Yunshan"

    http://www.zeit.de/politi...

    Und im Vatikan waren auch schon mal andere Zeiten:

    http://de.wikipedia.org/w...

    "Geschichtlich bezieht sich dieser Begriff auf eine Periode des Papsttums im frühen 10. Jahrhundert, welche mit Papst Sergius III. im Jahre 904 begann und im Jahre 963 mit dem Tode Papst Johannes XII. endete."

    59 Jahre voll die Party und das 500 vor der Renaissance bereits.

    • MoMo92
    • 17. März 2013 10:26 Uhr

    Ganz einfach: Weil man sonst sein gesamtes Umfeld anlügen würde und das niemand auf Dauer durchhält.
    Ich erzähle, dass ich lesbisch bin, weil es nun mal zu mir gehört, wie meine Haarfarbe.
    Ich bin eben NICHT hetero, so wie es alle zuerst und solange, bis ich das Gegenteil erkläre, denken. Für die meisten ist es klar, dass ich einen Freund habe oder zumindest danach suche. Aber warum? Warum kann es nicht genauso gut das Gegenteil sein? Und solange, bis in den Köpfen der Menschen nicht fest verankert ist, dass manche Menschen so und manche Menschen so sind, werde ich das auch weiterhin publizieren.

  7. "Doch schon lange habe ich den Eindruck, nicht richtig dazuzugehören, nicht gewollt zu sein."

    In der Tat. Die Führung der katholischen Kirche lässt ja auch keine Gelegenheit, diesen Eindruck zu vermitteln, allerdings eher durch ihre Worte, weniger durch ihre Taten. Eine Gruppe alter Männer, die von Sex, Liebesbeziehungen und Partnerschaften so viel wissen wie ein Bäcker vom Schweineschlachten, predigt Wasser, wo sie offensichtlich selber gerne Wein säuft. Die vertuschten Stricher- und KIndersexskandale der letzten Jahrzehnte offenbaren eine menschenverachtende Doppelmoral, die ihresgleichen sucht. Vor allem offenbaren sie, wie weltfern und menschenfeindlich die Sexualmoral der Kirche ist.

    Im Gegenzug zu anderen Kommentatoren sehe ich auch nicht, dass dieses kirchliche Unverständnis von Sexualität eine begrüßenswerte Position gegenüber "dem Zeitgeist" dargestellt. Die Kirche diffamiert auf eine Weise gleichgeschlechtlich veranlagte Menschen, wie sie es gegenüber ethnischen Minderheiten nicht (mehr) zu tun wagte. Aber Schwule und Lesben darf man getrost als Bedrohung für die gesamte Menschheit darstellen--um so mindestens in Afrika ihrer gewaltsamen Verfolgung ideologischen Vorschub zu leisten--während man von christlicher Nächstenliebe schwadroniert.

    Warum Sie sich das antun, müssen Sie selber wissen. Sie merken, wie schmerzhaft es ist, Liebe und Akzeptanz in einer Institution zu suchen, die Sie zum Feind erklärt. Gottes Liebe wird kaum an diese Kirche gebunden sein.

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  8. Liebe Frau Christians, die Kirche kann Sie von Ihrer "Krankheit" heilen!
    Jetzt mal im Ernst, Glauben kann eine tolle Sache sein, die einem Menschen Kraft gibt, die Kirche kann das nicht. Es ist wirklich schwer sich von diesem indoktrinierten Machterhaltungapparat zu lösen, aber es lohnt sich. Die Kirche wird sie nie akzeptieren, denn die Nächstenliebe gilt nur für die, die sich an die Gesetze der Kirche halten.
    Hier noch eine gelunge Parodie für die homophoben Christen:
    http://www.youtube.com/wa...

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  • Quelle Leserartikel
  • Schlagworte Benedikt XVI | Katholische Kirche | Arbeit | Familie | Fußball | Glaube
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