Der neue Papst Franziskus hat in seiner ersten Messe davor gewarnt, dass die Katholische Kirche ohne geistliche Erneuerung nicht mehr als eine barmherzige Nichtregierungsorganisation werden könnte. "Wenn wir uns nicht zu Jesus Christus bekennen, bekennen wir uns zur Diesseitigkeit des Teufels", sagte der bisherige Erzbischof von Buenos Aires in seiner auf Italienisch gehaltenen Predigt vor den 114 Wahlkardinälen in der Sixtinischen Kapelle. Die Kirche sollte eine Verweltlichung vermeiden und sich auf die Evangelien konzentrieren.

"Wenn wir ohne das Kreuz voranschreiten, aufbauen und bekennen, dann sind wir keine Jünger des Herrn", sagte Franziskus in seiner wenige Minuten langen und frei gehaltenen Ansprache. In all dem gehe es um Bewegung. Diese Dinge seien aber nicht immer einfach, weil es immer auch Rückwärtsbewegungen gebe.

Der Gottesdienst Pro Ecclesia (Für die Kirche) ist der Schlusspunkt des Konklave. Der 76-jährige Argentinier Jorge Mario Bergoglio war am gestrigen Mittwoch im fünften Wahlgang von den Kardinälen mit Zweidrittelmehrheit zum Papst gewählt worden. Er ist in der Geschichte der katholischen Kirche der erste Lateinamerikaner und der erste Jesuit auf dem Stuhl Petri.

Vor der Messe hatte der Papst deutlich gemacht, dass er die Beziehungen zwischen Katholiken und Juden verbessern will. An seinem ersten Arbeitstag schrieb Franziskus einen entsprechenden Brief an die jüdische Gemeinde in Rom. "Ich hoffe sehr, zum Fortschritt in den Beziehungen zwischen Juden und Katholiken beitragen zu können", heißt es in dem auf den Internetseiten der jüdischen Gemeinde veröffentlichten Schreiben. Es müsse eine neue Atmosphäre der Kooperation geschaffen werden.