Papst Franziskus am Abend seiner Wahl auf dem Balkon des Petersdomes in Rom © Alessandro Bianchi/Reuters

Noch ist der neue Papst nicht ins Amt eingeführt, doch er hat schon öffentliche Termine. Am Morgen fuhr er zur römischen Basilika Santa Maria Maggiore in der Nähe des Bahnhofs von Rom, um zu beten. Dutzende Menschen standen Spalier, Fotografen machten Bilder, als Papst Franziskus den Vorplatz erreichte. 

Der Papst trat erstmals öffentlich auf, seit er am Abend seiner Wahl vom Balkon des Petersdoms aus nur kurz zu den Wartenden gesprochen hatte.

Der Präfekt des Päpstlichen Haushaltes, Georg Gänswein, und weitere Kirchenvertreter begleiteten Franziskus.

Die Kardinäle hatten den Argentinier Jorge Mario Bergoglio am Mittwochabend im fünften Wahlgang zum 266. Papst gewählt. Er ist der erste Jesuit und Lateinamerikaner an der Spitze der Katholischen Kirche. Vor einem Jahr war er – nach seinem 75. Geburtstag – aus Altersgründen als Erzbischof zurückgetreten. Er folgt auf Benedikt XVI., der sein Amt Ende Februar aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung gestellt hatte. Laut Vatikan telefonierte Franziskus schon mit seinem Vorgänger. Er will ihn bald besuchen.

Seine erste Nacht als Papst hatte Franziskus in der für ihn hergerichteten Suite 201 des vatikanischen Gästehauses Santa Marta verbracht. 

Am Nachmittag will der 76 Jahre alte Franziskus in der Sixtinischen Kapelle alle Kardinäle, die in Rom sind, empfangen – darunter alle 115, die am Konklave teilgenommen hatten. Es ist zu erwarten, dass er erste Schwerpunkte für seine Amtszeit darlegt.

Am Sonntagmittag steht das traditionelle Angelus-Gebet auf dem Petersplatz an.

Am Dienstag soll Franziskus mit einer Messe im Petersdom feierlich in sein Pontifikat eingeführt werden. Zu diesem Gottesdienst reisen neben vielen anderen Gästen auch Staats- und Regierungschefs an.

Messe und Ostersegen

Einen Tag später ist die erste Generalaudienz des neuen Pontifex vorgesehen.

Am Palmsonntag, dem 24. März, feiert er in Rom die Heilige Messe. Danach spricht Franziskus erneut das Angelus-Gebet.

Ende März nimmt er am Ende der Karwoche an der Karfreitagsprozession in Rom teil. Am Samstag gibt es eine Feier der Osternacht. 

Am Sonntag des wichtigsten kirchlichen Festes steht für den Papst die Messe auf dem Petersplatz an. Danach spendet er den traditionellen Segen Urbi et orbi, den Radio und Fernsehen weltweit übertragen.

Auf Reisen geht Franziskus nach Angaben des Weihbischofs von Buenos Aires, Eduardo García, nicht gern. Ein erster Auslands-Trip könnte ihn aber im Juli zum Weltjugendtag nach Rio de Janeiro in Brasilien führen.