Der Mailänder Erzbischof Angelo Scola war laut Informationen aus dem Vatikan zunächst Favorit für die Papst-Wahl. Die erste Tendenz im Konklave hätte nicht darauf hingedeutet, dass die Kardinäle den Argentinier Jorge Mario Bergoglio zum katholischen Kirchenoberhaupt wählen, sagte der Vatikankenner Marco Politi laut CNN.        

"Die Unterstützer des Mailänder Erzbischof Scola waren fest entschlossen, ihn zum Papst zu küren. Aber in den ersten Wahlgängen konnte er keinen Lawinen-Effekt provozieren, um mehr und mehr Stimmen zu bekommen", sagte Politi. Schließlich habe Scola seine Kampagne gestoppt und sich auf eine Kompromisslösung eingelassen. Erst danach hätten sich die Kardinäle auf Bergoglio geeinigt.

Die Informationen Politis decken sich mit den Aussagen des Kölner Erzbischofs und Kardinals Joachim Meisner. "Ich habe mir das natürlich auch vorher anders vorgestellt", hatte dieser nach dem Konklave gesagt. An den Kardinal Bergoglio habe er nicht gedacht, sondern sich einen anderen vorgestellt.

Meisner fügte aber hinzu, es sei ein gutes Zeichen, dass der neue Papst ganz anders sei, als er gedacht habe. Die Entscheidung für Bergoglio beschrieb der Kölner als einen "tagelangen Prozess", sie habe sich nach und nach in den Gesprächen und Abstimmungen herauskristallisiert.

Am Mittwoch war der Argentinier Jorge Mario Bergoglio zum Nachfolger des Deutschen Benedikt XVI. zum Papst gewählt worden – als erster Südamerikaner und Jesuit in der Geschichte der Katholischen Kirche. Er gab sich den Papstnamen Franziskus, nach dem heiligen Franz von Assisi – auch dies eine Premiere.