VereinsverbotePolizei durchsucht Salafisten-Zentren

In mehreren Bundesländern haben Fahnder am Morgen Räume von radikalen Islamisten durchsucht, um Beweise zu sichern. Das Innenministerium verbot mehrere Vereine.

In Nordrhein-Westfalen und Hessen ist die Polizei mit Razzien gegen mehrere Salafisten-Vereine vorgegangen. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) verbot die Vereinigungen DawaFFM, Islamische Audios und An-Nussrah, eine Teilorganisation der bereits 2012 verbotenen Gruppierung Millatu Ibrahim. 

Beamte beschlagnahmten Vereinsvermögen und nahmen Unterlagen mit. Es gab Durchsuchungen bei 20 Personen, die Verbindungen zu salafistischen Vereinen haben sollen.   

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Laut dem Bundesinnenminister betätigen sich die Vereine verfassungswidrig. "Der Salafismus, so wie er von den heute verbotenen Vereinen vertreten wird, ist unvereinbar mit unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung", sagte Friedrich. Die drei Vereinigungen strebten in aggressiv-kämpferischer Weise danach, die Demokratie durch ein salafistisches System zu ersetzen und den Rechtsstaat durch die Scharia.

Verbote zum Schutz friedlicher Muslime

Die Verbote dienten auch dem Schutz der vielen friedlichen Muslime, sagte der CSU-Politiker. "Sie dürfen nicht unter Konflikten leiden, die von Extremisten planvoll geschürt werden."

Salafismus

Laut Verfassungsschutz ist der Salafismus derzeit die am schnellsten wachsende islamistische Bewegung. Die Extremisten machen Propaganda über deutschsprachige Videos im Internet und haben insbesondere unter Jugendlichen Zulauf.

Koran

Den Koran nehmen Salafisten wortwörtlich, außerdem streben sie einen Gottesstaat auf Grundlage der Scharia an. Die Mehrzahl der Anhänger sind politische Salafisten: Sie wollen ihre Ziele durch Missionierung, nicht durch einen gewaltsamen Dschihad verwirklichen. Die Übergänge sind jedoch fließend.

Zahlen

Nach Schätzungen gibt es zwischen 3000 und 5000 Salafisten in Deutschland – gemessen an den vier Millionen hier lebenden Muslimen ist das wenig.

Der Salafismus ist eine religiöse und politische Bewegung des Islam. Seine Anhänger orientieren sich an einem idealisierten Bild der Frühzeit des Islams. Sie lehnen westliche Demokratien ab und sehen eine islamische Ordnung mit islamischer Rechtsprechung (Scharia) als einzig legitime Staats- und Gesellschaftsform.

In Deutschland gibt es nach Angaben der Sicherheitsbehörden inzwischen rund 4.500 Salafisten, 2011 waren es noch 3.800. Teile der Bewegung stehen im Verdacht, gewaltbereite Islamisten anzuziehen und Verbindungen zu Terrornetzwerken zu haben.

Leserkommentare
  1. 1. [...]

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/ls

    2 Leserempfehlungen
  2. 7 Leserempfehlungen
  3. 3. [...]

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/ls

    6 Leserempfehlungen
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    Mehr christliche Werte? Bitte nicht.

    Deutschland würde eine stärkere Trennung von Religion und Staat guttun.

    • TDU
    • 13. März 2013 11:54 Uhr

    Zit.: "Zugegebener Maßen hat Einwanderung diesem Land unter dem Strich vermutlich gut getan, wie sähe das hier aus ohne französiche Philosophie, italiensche Architektur und fernöstliche Kampfkunst."

    Goethe, Kant, Hegel, die klassische Musik usw. sowie die griechischen Einflüsse und römische Zuwanderung., Letztere prägten mit denen vom Norden Kommenden die französische Sprache und haben auch die französische Philosophie beeinflusst. Und die italienische Architektur wurde von Byzanz ud Christentum massgeblich beeiflusst. Bevor die Muslime da waren. Und alles reicht für ein ganzes Leben.

    Dennoch sei die Sharia den Muslimen gegönnt. Solange sie sich nicht übers Grundgesetz erhebt und nicht gewaltsam Herrschaft erlangen will und vor allem nicht meint, sich durch Abwertung und pauschale Beschimpfung des und der "Hiesigen" definieren zu müssen.

    Es gibt nicht "den Islam". Fragen Sie doch mal den Gemüsehändler um die Ecke, was er von Demokratie hält. Da werden Sie wohl eine ganz andere Antwort bekommen, als von einem Salafisten. Es gibt auch im Islam eine ganze Bandbreite von verschiedenen Interpretationen, mal mehr politisch aufgeladen, mal gar nicht. Die Mehrheit der in Europa lebenden Muslime werden von Fundamentalisten nicht ohne Grunde verächtlich als "Euro-Muslime" bezeichnet.

    Welche christlichen Grundwerte Sie sich wünschen, interessiert mich dann aber doch. Wollen Sie die "andere Wange hinhalten"? Oder wünschen Sie Sich mehr Nächstenliebe, nicht nur gegenüber den Muslimen generell, sondern auch den Salafisten?

    wenn man auf den Bilderberger-Konferenzen zuviel guten Rotwein serviert bekommt: "Deutsche Politiker haben Multikulti-Einwander-Traum nach Amerikanischem Vorbild erzwungen und das Deutsche Volk muss nun die Nebenwirkungen aushalten."

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unnötige Provokation. Danke, die Redaktion/sam

  4. 4. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Argumenten. Danke, die Redaktion/ls

    Eine Leserempfehlung
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    Entfernt. Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen, wurde entfernt. Die Redaktion/ls

  5. ...gegen Salafisten/Wahabiten mit "Vereinsverboten" (als ob das etwas nützen würde!) und bewaffnet/Trainiert diese in Syrien?

    P.S. Die Möglichkeit als gut ausgebildeter Kämpfer mit "Kriegserfahrung" nach Europa zurückzukehren sehe ich durchaus als gegeben an.

    18 Leserempfehlungen
  6. 6. [...]

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    Antwort auf "[...]"
  7. Warum, frage ich mich, sind die Webseiten der genannten Vereine dann noch online erreichbar, wenn sie doch verboten wurden?

    10 Leserempfehlungen
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    Webseiten sind nicht so einfach zu verbieten. Wenn die Webseite über einen Hostingpartner und einen Domainpartner im Ausland betrieben werden kann man von Deutschland aus wenig unternehmen. Die meisten illegalen "Angebote" im Netz bzw. dubiosen Gruppierungen hosten Ihre Seiten von irgendwo in der Karibik oder aus den Emiraten.

    Die wären geschützt im Sinne der Religionsfreiheit - und um die geht es den ultrastrenggläubigen Mitbürgern doch aus dem tiefen Grunde ihres freiheitlich pochenden Herzens.
    Keine Strömung des Islam breitet sich schneller aus als diese strenggläubig orientierte.
    "Das Bundesamt für Verfassungsschutz zählte 2011 noch 3.800 Salafisten. Den größten Zulauf habe mittlerweile die Szene in Nordrhein-Westfalen, wo sich die Zahl auf 1.000 Personen verdoppelt habe, hieß es im Januar. Dabei sind laut Verfassungsschutz die Übergänge zwischen militanten und nur politisch-aktiven Salafisten fließend."
    Dabei ist das Kraft-Ländle doch so offen und tolerant; es wird nicht gedankt.
    Man könnte verzweifeln. Man gibt alles und man erntet Ignoranz.
    Weiter so, Frau Kraft. Zusammen mit ihrem hart durchgreifenden Innenminister halten Sie die Führungsposition sicherlich noch lange in ihrem Musterländle.

  8. 8. [...]

    Entfernt. Bitte beachten Sie das konkrete Artikelthema. Danke, die Redaktion/ls

    3 Leserempfehlungen
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    ich habe mich auf das Artikelthema bezogen.

    falls der Artikel über Durchsuchungen bei Kameradschaftsheimen handeln würde. wäre "fangt sie ein" -die Faschisten unsachlich ?
    darf hier nur Faschisten kritisieren falls sie ihre Ideologie aus dem europäischen Kulturkreis bezogen haben ?

    dabei hab ich meine Anspielungen mit Quellen unterlegt.
    ihr müsst meine Meinung nicht teilen und ich bin es satt für kritisches denken reflexartig in eine ecke -grube gestellt zu werden. oder hier zensiert zu werden.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, tst
  • Schlagworte CSU | Innenministerium | Demokratie | Islam | Justiz | Konflikt
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