Bürgerkrieg in Syrien"Sie haben auf uns geschossen"

Sie hungern, frieren und fliehen vor den Kugeln der Kämpfer – Hilfsorganisationen haben Kriegserfahrungen syrischer Kinder dokumentiert. Viele sind traumatisiert.

Syrische Kinder haben in Flüchtlingslagern Mitarbeitern von Hilfsorganisationen ihre Kriegserlebnisse erzählt. "Einmal haben uns bewaffnete Männer verfolgt", schildert der erst sechsjährige Nidal. "Sie haben auf uns geschossen." Eine Kugel sei direkt neben ihm im Boden eingeschlagen. "Sie hat meinen Schuh gestreift, ich habe einen Satz nach vorne gemacht und bin weitergerannt."

Nidal ist eines der Kinder, die in einem Bericht der Organisation Save the Children zitiert werden. Die Organisation beschuldigt die Konfliktparteien in Syrien, Kinder als Kämpfer und menschliche Schutzschilde zu missbrauchen. Jungen und Mädchen würden "mehr und mehr direkt in Gefahr gebracht", heißt es in dem Bericht. Sowohl Regierungstruppen als auch Rebellen rekrutierten Kinder "als Boten, Wachleute, Informationsbeschaffer und Kämpfer". 

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In dem Bericht erzählt die zwölfjährige Yasmine von Angriffen auf ihr Wohnhaus: "Ständig schlugen Bomben um uns herum ein", sagte sie. Zwei Wochen habe sie mit zwölf Personen in einem Zimmer ausgeharrt. Dann habe ihr Vater den Raum verlassen. "Ich habe gesehen, wie er draußen vor unserem Haus erschossen wurde. Ich war so traurig. Ich habe geweint."

Auch die Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer beklagt die zunehmende Not in dem Bürgerkriegsland. Die meisten Kinder seien stark traumatisiert, stellt die Organisation fest. "Weiterhin sterben täglich Kinder und Jugendliche in diesem Krieg", sagt Nothilfe-Koordinatorin Rasha Muhrez. Viele Kinder hungerten, litten unter Gewalt und müssten fliehen.

Von ständiger Bedrohung berichtet auch die zehnjährige Noura: "Wir haben eine Sandburg gebaut, dann rief plötzlich jemand von der Moschee her: Lauft, lauft!" Das Viertel wurde aus der Luft beschossen. "Furchtbar schnell sind wir gerannt", sagt sie. "Ich hatte Angst, dass Granatsplitter mich treffen." Dann fanden die Kinder Schutz in der Moschee.

Leben in Scheunen und Höhlen

Geschäftsführerin Kathrin Wieland beklagt, Krieg und Überlebenskampf zerstörten die Kindheit von Millionen Kindern. Zwei Millionen seien Opfer des Bürgerkriegs geworden, heißt es in dem Bericht. Mehrere Tausend hätten nicht genug zu essen, viele seien geflohen und lebten teilweise im Freien oder in Scheunen und Höhlen. Wenn die Kinder krank seien oder verletzt würden, fehle es an Medikamenten.

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Leserkommentare
  1. ...dass England, Frankreich und die USA weiter Öl ins Feuer gießen und die morodierenden Freischärlrbanden mit Taschengeld unf kroatischen Waffen über Jordanien versorgen. UN, Amnesty International und die nicht westliche Presse kritisieren die systematische Ermordung von Soldaten, Gefangenen und Zivilisten durch die sogenannte FSA, die Ihrr blutrünstigen Taten wie Enthauptungen und Hinrichtungen höhnisch ins Internet stellt. Es ist Zeit gemeinsam an der Seite Assads diese subversiven Elemente und Feinde des Friedens zu elemenieren und die Financiers in Katar, Saudi Arabien, USA, England und Frankreich vor gericht zu stellen und zur Strecke zu bringen.

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    Sie haben recht, es ist wirklich ungeheuerlich, wie der Westen die islamistische FSA unterstützt, mit Geld und Technik eindeckt und das Schlachten dort vorantreibt.
    Im Übrigen ist es kein Bürgerkrieg, die "FSA" besteht nicht aus Syrern.
    Hätte Assad nicht die Unterstützung der Mehrheit der Syrer hinter sich, wäre der Kampf schon längst vorbei gewesen. Also hat er sie anscheinend, egal wie die Medien sich das hinbiegen wollen.
    Die FSA-Leute sind vom gleichen Schlag wie die in Mali bekämpften Islamisten.
    Das ist doch schon pervers oder? Die Bekämpfung der einen fordern, aber andere vom gleichen Schlag unterstützen.

    Guten Tag Herr Hungerhakan:

    Deshalb ist es umso unverständlicher...

    ...dass der Iran, China und Russland weiter Öl ins Feuer gießen und die morodierenden Assadbanden mit Taschengeld unf iranischen und russischen Waffen versorgen. UN, Amnesty International und die nicht westliche Presse kritisieren die systematische Ermordung von Soldaten, Gefangenen und Zivilisten durch die Assad-Armee die Ihr blutrünstigen Taten wie Enthauptungen und Hinrichtungen höhnisch ins Internet stellt. Es ist Zeit gemeinsam an der Seite der Widerstandskämpfer diese subversiven Elemente und Feinde des Friedens zu elimenieren und die Financiers in Iran, China und Russland vor Gericht zu stellen und zur Strecke zu bringen.

    und gnadenlose Menschenvernichtung wie auch gegen Deutschland in Dresden oder der US-Atombombenabwurf in Hiroshime und Nagasaki und eine Millionen Tote im Irak setzt sich ungehindert fort. Weil diese Waffenlieferungen für einige englische Waffenschmieden ein herrlich lukratives Geschäft sind, müssen die Menschen in Nahost zu hunderttausenden sterben. Gerne nimmt man zwischendurch den Friedensnobelpreis entgegen und beäumelt sich, während man gegen angeblich rückständige Religionen hetzt, segnet unser Propagandaminister Gauck die Waffen, die die Moslems abschlachten.

  2. 2. Danke

    Sie haben recht, es ist wirklich ungeheuerlich, wie der Westen die islamistische FSA unterstützt, mit Geld und Technik eindeckt und das Schlachten dort vorantreibt.
    Im Übrigen ist es kein Bürgerkrieg, die "FSA" besteht nicht aus Syrern.
    Hätte Assad nicht die Unterstützung der Mehrheit der Syrer hinter sich, wäre der Kampf schon längst vorbei gewesen. Also hat er sie anscheinend, egal wie die Medien sich das hinbiegen wollen.
    Die FSA-Leute sind vom gleichen Schlag wie die in Mali bekämpften Islamisten.
    Das ist doch schon pervers oder? Die Bekämpfung der einen fordern, aber andere vom gleichen Schlag unterstützen.

    9 Leserempfehlungen
  3. Und wieder gegen die Kinder. Diktatoren scheinen immer auf die Kinder loszugehen. Wahrscheinlich liegt das an nicht überwundenen traumatischen Erfahrungen während der eigenen Kindheit. Waffen, Waffen, nochmals Waffen - ich sagte es bereits - anders ist diesem Regime nicht beizukommen.
    Wie der Spiegel berichtet wollen die europäischen Führungsmächte Frankreich und GB nun endlich liefern (Deutschland blockiert weiterhin). Es wäre nur ein kleiner Schritt für Europa, aber ein grosser Schritt für die Demokratie in Syrien.

    3 Leserempfehlungen
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    beide Konfliktpartei instrumentalisieren die Kinder. Was ist nur los mit Ihnen??? Sind Sie mit Vollgas gegen eine Mauer gelaufen? Ok. Das war jetzt sehr persönlich, aber es ist nicht nachvollziehbar, wie man zu dem Schluss gelangen kann, dass wenn über das Leiden von Kindern gesprochen wird, die Antwort noch mehr Gewalt, mehr Waffen, mehr Soldaten sein soll. Es ist nicht nachvollziehbar.

    Etwa die wir z.Z. in Ägypten erleben,oder womöglich die in Libyen,oder meinten Sie evt.Tunesien? Schauen Sie in den Irak oder besser noch nach Afghanistan wo unsere- westl.Demokratiekrieger- viel Elend Schutt und Asche hinterlassen haben ,alles andere haben- wir - den Völkern dort gebracht,anstatt Demokratie haben wir ihnen einen anscheinend nicht endenden Bürgerkrieg gebracht. Schon mal darüber nachgedacht,was Sie fordern,oder wollen Sie das nicht sehen und fallen auf die Täuschung unserer eingebetteten Medien rein ?

  4. "Ist es womöglich gerade die Religion, welche die Araber am Vorankommen hindert?"

    Quelle: http://www.zeit.de/2005/05/Arabien

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    • Oakham
    • 14. März 2013 16:48 Uhr

    "Religion ist Opium fürs Volk" - so Lenin. Und bringt Opium den Menschen voran? Ja - in eine Traumwelt.

  5. wie weit reicht eigentlich der verstand ?

    wenn hier in foren zum krieg aufgerufen wird !

    ....."Waffen, Waffen, nochmals Waffen -"

    wir ( also EU ) sind Friedensnobelpreisträger , vergessen?

    8 Leserempfehlungen
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    Das bedeutet, dass Frieden nur als Resultat der Machtverteilung am Ende einer kriegerischen Auseinandersetzung möglich ist.
    1. In der aktuellen Situation ist es deshalb ausgeschlossen, dass es Frieden geben könnte.
    2. Wir müssen den Sieg der demokratischen Kräfte militärisch herbei führen.

  6. Das bedeutet, dass Frieden nur als Resultat der Machtverteilung am Ende einer kriegerischen Auseinandersetzung möglich ist.
    1. In der aktuellen Situation ist es deshalb ausgeschlossen, dass es Frieden geben könnte.
    2. Wir müssen den Sieg der demokratischen Kräfte militärisch herbei führen.

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    • Gehawi
    • 14. März 2013 17:24 Uhr

    Es ist sicher richtig, dass es in der syrischen Opposition Leute gibt, deren Ziel es ist, in Syrien eine Demokratie zu errichten. Aber dies ist nur ein Teil der Opposition. Und vom Wunsch, eine Demokratie zu errichten, bis zur Realisierung ist es ein weiter Weg, wie die Beispiele anderer arabischer Staaten sowie solcher Staaten wie z.B. dem Irak und Afghanistan zeigen. Richtig ist nicht, Öl ins Kriegsfeuer zu gießen sondern den Krieg auszutrocknen. Das erfordert aber, dass man nicht eine Seite unterstützt, sondern dass man verhindert, dass beide Seiten aufrüsten. Damit könnte man auch eine Basis für ein einigermaßen friedliches Zusammenleben der Syrer nach dem Konflikt legen.

    Welch Weisheit !

    v. Vollgas. Nomen est Omen. Frage: Was für welches?

    Erst schlage ich Dich tot, dann bin ich für den Frieden. BIs wieder einer tot zu schlagen ist oder ich tot geschlagen werde. Da waren die Neanderthaler weiter.

  7. Kinder sind die Zukunft der Menschheit. Traumatisierte Kinder sind die Zukunft einer traumatisierten Menschheit.

    Diese Millionen Kinder in Syrien, in Afghanistan, in Palästina, in Mali, in Libyen, im Kongo, in Somalia, in ..., in..., in... sind durch den Krieg geprägt und kennen nichts anderes. Sie werden das, was sie kennen weiter pflegen.

    Wenn sie Glück haben kommen sie nach Europa und können therapiert werden. Aber das sind die wenigsten.

    Ich sehe leider keine Hoffnung für diese Welt. Oder kann mir jemand diese geben?

    Oder doch? Nach den beiden Weltkriegen ging es auch weiter ... und friedlicher ...

    Also doch Hoffnung!

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    ihr Drohnenprogramm und Bodentruppenpräsenz in Afrika bis 2020 auf insgesamt 35 Länder diese Kontinents auszudehnen. Natürlich taucht immer kurz vorher die Al-Kaida auf, was dann unendliches Leid, Terrordrohnen, Krieg und Bombardements mit abgereichertem Uran rechttfertigen soll. Kinder leiden bei US-Bombardements meist nur recht kurz, wenn sie nicht schon vorher zu hundertausenden an US-Sanktionen verenden. Sie sehen, aber, es ist zu früh zu Hoffen. Die USA wachen gerade erst auf und wollen Ihren "Superman-Status" mit Waffengängen gegen entwicklungsländer verteidigen. Es geht gerade erst los. Für die kommenden Generationen bedeutet ein untergehendes US-Imperium Dauerkrieg und Traumatisierung als Normalzustand. Albright kommentierte den Tod von 500.000 auf Grund der westlichen Sanktionen verendeten Säuglinge im Irak als "lohnenswerter" Preis. Preis für den Tod eines Diktators, den sie selbst jahrelang einen Stellvertreter-Krieg gegen den Iran hatten führen lassen.Anzahl der Toten im Irak-Iran-Krieg der unablässlich durch den Westen mit Waffenlieferungen befeuert wurde: etwa 1Mio Tote. Viele dieser kriegstraumatisierten Opfer westlicher Aggression bilden heute den Führungsstab im Iran oder leben in Deutschland oder sonst wo und erleben einen erneuten Dauerkrieg des Westens gegen das eigene Land. Jüngst will Deutschland unbedingt "Verantwortung" übernehmen und zündelt an allen Enden und Ecken nach US-Amerikanischem Vorbild mit. Erste Konsequenzen zeichnen sich hier bereits ab.

    • Oakham
    • 14. März 2013 16:48 Uhr

    "Religion ist Opium fürs Volk" - so Lenin. Und bringt Opium den Menschen voran? Ja - in eine Traumwelt.

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  • Quelle AFP, dpa, zz
  • Schlagworte Flüchtlingslager | Gewalt | Hilfsorganisation | Jugendliche | Krieg | Medikament
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