Die Organisation Peta setzt sich für die Rechte von Tieren ein und erregt meist mit Tierschutzkampagnen Aufmerksamkeit. Doch nun geraten die Aktivisten selbst in die Kritik: Fast 90 Prozent der ihr anvertrauten Tiere soll Peta in ihrem Hauptquartier in Norfolk im US-Bundesstaat Virginia im Laufe des Jahres 2012 eingeschläfert haben. Die meisten der getöteten Tiere waren Hunde und Katzen.

Laut einem Bericht des Landwirtschaftsministeriums von Virginia wurden im vergangenen Jahr 1.877 Tiere aufgenommen, an neue Besitzer vermittelt werden konnten aber lediglich 23 Tiere, 1.675 wurden eingeschläfert. Der amerikanische Tierschützer Nathan Winograd schreibt in der Huffington Post, die Organisation habe in den vergangenen elf Jahren mehr als 29.000 Tiere getötet. Peta behaupte zwar, sich für Tiere einzusetzen, würde ihnen aber kein Recht auf Leben einräumen, kritisierte Winograd.

Winograd leitet das No Kill Advocacy Center in Kalifornien und kritisiert seit Jahren die Tötung von Tieren in Heimen. In den USA gibt es zwei Arten von Tierheimen: Die No-Kill-Einrichtungen, die Tiere nur dann aufnehmen, wenn sie als vermittelbar gelten und Heime, die alle Tiere aufnehmen und diese notfalls einschläfern. Winograd war früher Direktor der Society for the Prevention of Cruelty to Animals (SPCA) und hat die No-Kill-Einrichtungen in den USA mit aufgebaut.

Peta steht nicht das erste Mal in der Kritik, weil die Organisation das Einschläfern von Tieren unter bestimmten Umständen als ethisch vertretbar ansieht. Peta nimmt zu den Vorwürfen auf seiner Website Stellung. Demnach würden kranke, leidende oder aus anderen Gründen nicht vermittelbare Tiere unter medizinischer Aufsicht eingeschläfert. Tierschützer Winograd behauptet dagegen, Peta würde sich nicht ausreichend um eine Vermittlung der Tiere bemühen. So steht es auch in einem Bericht des Landwirtschaftsministeriums von Virginia aus dem Jahr 2010. Demnach sollen damals 90 Prozent der Tiere, die in die Obhut von Peta gelangt waren, innerhalb von 24 Stunden nach ihrer Ankunft eingeschläfert worden sein.

Tierschützer streiten, ob es einen Überschuss an Haustieren gibt

Die Organisation Peta kritisiert jedoch gerade die Zustände in No-Kill-Tierheimen. Solche Einrichtungen seien regelmäßig überfüllt. Die Tiere würden zwar nicht getötet, dafür aber durch schlechte Unterbringung gequält. Das eigentliche Problem sei die Überpopulation von Haustieren. Deshalb unterhalte Peta unter anderem Kastrationskliniken. Solange es mehr Haustiere gebe, als Menschen, die sich um sie kümmern, müssten immer wieder Tiere eingeschläfert werden. Tierschützer Winograd dagegen bezeichnet die Überpopulation als Mythos. Es gebe genug Heimplätze für herrenlose Tiere, schuld sei das schlechte Management der Heime.

Neben dem Tierschützer Winograd fährt das umstrittene und nicht unabhängige Center Of Consumer Freedom (CCF) seit Jahren eine groß angelegte Kampagne gegen Peta. Das CCF wird von großen Unternehmen – etwa aus der Lebensmittel- und Tabakbranche – finanziert und betreibt aktiv Meinungsmache im Sinne der unterstützenden Unternehmen. Unter anderem wehrt sich das CCF gegen NGOs und Politiker, die sich zum Beispiel gegen besonders fett- oder zuckerhaltige Nahrungsmittel einsetzen und den Lebensmittelmarkt staatlich regulieren wollen. Das CCF ist nach eigenen Angeben für die Freiheit der Verbraucher, über ihre Konsumprodukte zu entscheiden.

Laut Peta werden in US-Tierheimen jährlich zwischen sechs und acht Millionen Tiere abgegeben.