Die Bundesregierung hat den Drogenbericht 2013 vorgelegt. Rauschtrinken ist unter Jugendlichen weit verbreitet. © Marco Prosch/Getty Images

Alkohol zählt zu den gefährlichsten Gesundheitsrisiken in Deutschland. 44,6 Prozent der 18- bis 29-jährigen Männer trinken riskant viel Alkohol, zeigt der neue Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung. Bei den Frauen sind es in dieser Altersgruppe rund 32 Prozent.

Insgesamt trinken Frauen und Männer zu 27,2 Prozent gefährlich viel. Für die im Drogenbericht erstmals veröffentlichten Zahlen hatte das Berliner Robert Koch-Institut (RKI) Männer und Frauen im Alter von 18 bis 79 Jahren interviewt. Gefragt wurde, ob sie in den 30 Tagen vor der Umfrage täglich mehr als zwölf Gramm Alkohol (Frauen) oder mehr als 24 Gramm (Männer) zu sich genommen haben. Ein kleines Bier (0,3 Liter) entspricht etwa zwölf Gramm. Ein täglicher Konsum dieser Menge gilt als Risiko.

Mit 9,6 Litern pro Kopf im Jahr 2011 sei der Alkoholkonsum in Deutschland im internationalen Vergleich besonders hoch, heißt es im Drogenbericht unter Berufung auf Zahlen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen. Danach hat jeder Deutsche im vorvergangenen Jahr durchschnittlich 136,9 Liter alkoholische Getränke wie Bier, Wein oder Spirituosen getrunken. 

Die empfohlenen Trinkmengen werden in Deutschland von 9,5 Millionen Bundesbürgern überschritten. Von diesen gelten 1,3 Millionen als alkoholabhängig. An den direkten und indirekten Folgen ihres übermäßigen Alkoholkonsums sterben pro Jahr 74.000 Menschen. Die volkswirtschaftlichen Kosten durch Alkohol belaufen sich laut Drogenbericht auf 26,7 Milliarden Euro, davon sind allein 7,4 Milliarden direkte Kosten für das Gesundheitssystem.

Rauschtrinken von Kindern und Jugendlichen ist in Deutschland immer noch verbreitet. Die aktuellen Zahlen der Krankenhauseinweisung zeigen, dass die Zahl der stationär wegen Alkoholvergiftungen behandelten Kinder und Jugendlichen im Jahr 2011 auf 26.349 angestieg (2010 waren es 25.995 Personen). Eine in dem Bericht aufgeführte aktuelle Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) deutet aber einen rückläufigen Trend an: Im Jahr 2011 tranken danach 15,2 Prozent der 12- bis 17-Jährigen in den letzten 30 Tagen vor der Befragung mindestens fünf Gläser Alkohol hintereinander – 2004 waren es dagegen 22,6 Prozent. 

Weniger Jugendliche rauchen Zigaretten

Jugendliche konsumieren laut der offiziellen Expertise aber weniger Alkohol, Tabak und Cannabis als zuvor. Der regelmäßige Alkoholkonsum bei den 12- bis 17-Jährigen ist nach einer im Bericht aufgeführten aktuellen Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung von 17,9 Prozent im Jahr 2001 auf 14,2 Prozent im Jahr 2011 zurückgegangen. Der Tabakkonsum Jugendlicher hat sich den Angaben zufolge in diesem Zeitraum von 27,5 auf 11,7 Prozent mehr als halbiert. Jugendliche haben zudem weniger Cannabis konsumiert, der Wert sank von 9,2 auf 4,6 Prozent.