Der frühere italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft wegen Sex mit einer minderjährigen Prostituierten sechs Jahre Gefängnisstrafe verbüßen. Außerdem forderte die Anklage in dem Prozess, dem 76-jährigen Medienunternehmer auf Lebenszeit das Bekleiden öffentlicher Ämter zu untersagen.

Der Multimilliardär hat eine sexuelle Beziehung zu der unter ihrem Pseudonym "Ruby die Herzensbrecherin" bekannten Karima El Maroug stets bestritten. Auch die junge Frau wies mehrfach Vorwürfe zurück, sich prostituiert zu haben. Auch habe sie keinen Sex mit Berlusconi gehabt.

Die Anklage geht aber sehr wohl von Geschlechtsverkehr der beiden aus und behauptet, Berlusconi habe sehr wohl gewusst, dass seine Sexpartnerin zu dem Zeitpunkt noch minderjährig gewesen sei. Für die Abende sei Geld direkt von ihm an die junge Frau gegangen. Mehr als viereinhalb Millionen Euro habe Berlusconi gezahlt.

Die Staatsanwaltschaft wirft Berlusconi außerdem Amtsmissbrauch vor, weil er El Maroug im Frühjahr 2010 mit einem Anruf in Mailand vor Schwierigkeiten mit der Justiz bewahren wollte. Berlusconi gab an, er habe sie für eine Verwandte des damaligen ägyptischen Staatspräsidenten Hosni Mubarak gehalten und diplomatische Verwicklungen vermeiden wollen.

Berlusconis Verteidigung wird in dem Verfahren vermutlich auf Freispruch plädieren. Sie kommt am 3. Juni zu Wort. Das Urteil könnte dann am 24. Juni gefällt werden.