Migration in Italien : Slums im Herzen von Europa

In Süditalien leben afrikanische Erntearbeiter in Camps aus Zeltplanen und Müll. Der Fotograf Andrea Miconi hat die Lebensbedingungen dort festgehalten.

In Süditalien, mitten in der EU, sind Zeltstädte und Slums entstanden. Hierher kommen zur Erntezeit Tausende Afrikaner, um Geld für sich und ihre Familien zu verdienen. Sie arbeiten für 25 Euro am Tag, zehn bis zwölf Stunden vor allem auf Plantagen. Sinkende Obstpreise und immer mehr arbeitswillige Migranten haben die Situation verschärft. Im Camp vor San Ferdinando bei Rosarno, das für 280 Menschen geplant war, lebten im Januar 1.300 unter unwürdigen Bedingungen. Der Fotograf Andrea Miconi hat mehrere Tage bei den Arbeitern gelebt.

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Kommentare

39 Kommentare Seite 1 von 6 Kommentieren

"Keiner hat sie eingeladen nach Italien zu kommen" - Wie bitte?

Lieber galun,

Ihre Sichtweise ist vermessen! Selbst wenn die MigrantInnen von diesen unwürdigen (i.S. der Würde nicht angemessenen) Zuständen gewusst hätten, die sie in Italien erwarteten, wären sie wohl kaum in der Lage gewesen, frei zu entscheiden, ob sie da nun hinwollen oder nicht! Schon gar nicht im Sinne einer Einladung, der man zu- oder absagt. Dafür sind ökonomische Push und Pullfaktoren viel zu stark. Auf den Umstand, dass viele (papierlose) MigrantInnen zur saisonalen Arbeit in Europa gezielt gebraucht werden, damit wir günstig Erdbeeren, Orangen et cetera beim Discounter bekommen, will ich gar nicht erst eingehen...

Abgesehen davon kann es nicht darum gehen, Elend gegeneinander abzuwiegen. Ja, "Die eigene Bevölkerung hat auch massive Probleme" - aber es ist verdammt wichtig, dass das, was mit dieser Fotostrecke aufgezeigt wurde, nicht in Vergessenheit gerät!