Parteiengeschichte : Grüne lassen Pädophilen-Einfluss prüfen

Anlass für die Untersuchung sind problematische Forderungen der Grünen aus den 1980er Jahren. Ein Parteienforscher soll den Einfluss pädophiler Gruppen analysieren.

Die Grünen lassen den Einfluss von Pädophilen-Gruppen auf ihre Partei in den 1980er Jahren wissenschaftlich untersuchen. Der Bundesvorstand beschloss, einen unabhängigen Parteienforscher ermitteln zu lassen, wie lange und in welchem Umfang solche Gruppierungen damals in der Partei Einfluss nahmen. Welcher Wissenschaftler den Auftrag erhält, steht nach Angaben von Fraktionschef Jürgen Trittin noch nicht fest.  

Trittin sagte, Anlass der Initiative sei die "völlig inakzeptable Forderung" aus den 80er Jahren, dass Sexualität mit Kindern straffrei bleiben sollte. Dem Beschluss des Parteivorstands zufolge solle erforscht werden, "wie lange und in welchem Umfang Gruppen, die völlig inakzeptable pädophile Forderungen nach Straffreiheit für Sexualität von Erwachsenen mit Kindern vertreten haben, innerhalb der Partei wirken konnten". Gegen Jahresende soll ein Bericht vorliegen.

Der Spiegel hatte berichtet, die Grünen hätten sich seinerzeit stärker für die Interessen von Pädophilen eingesetzt als bisher bekannt: Demnach finanzierten Bundespartei und Bundestagsfraktion auf direktem Weg die sogenannte Bundesarbeitsgemeinschaft Schwule, Päderasten und Transsexuelle. Diese Arbeitsgemeinschaft sprach sich offen für eine Legalisierung von Sex mit Kindern aus.

Trittin räumte ein, dass es damals – so wörtlich – "Fehlbeschlüsse" zum Thema Pädophilie gab. Er verwies auf die Entscheidung eines NRW-Landesparteitages von 1985, auf dem sich die Delegierten für Straffreiheit von Sexualität mit Kindern aussprachen. Dieser Beschluss war aus seiner Sicht die Ursache für das Scheitern der Grünen an der Fünfprozenthürde.

Die Diskussion war durch Äußerungen des Grünen-Europaabgeordneten Daniel Cohn-Bendit aus den 1970er Jahren in Gang gekommen. Der hatte damals erotische Spiele mit Kindern beschrieben. Cohn-Bendit distanzierte sich inzwischen von diesen Äußerungen. Er sagte dem Spiegel aber auch, die Forderung nach Straffreiheit für Pädophile sei seinerzeit keineswegs eine Minderheitenposition bei den Grünen gewesen.

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Kommentare

40 Kommentare Seite 1 von 6 Kommentieren

Vereinfachte Sicht

Ist Ihnen eigentlich schonmal die Idee gekommen, dass diese fürchterlich perfide Suggestion, man solle den armen Leuten doch ihren Billigfraß und ihre Plastiktüten lassen, überhaupt erst entstanden ist, weil sich die politisch Konservativen seit vielen Jahren weigern, den Geringverdienern eine menschenwürdige Bezahlung zu garantieren, mit der man nicht mehr zum konsequenten "Penny-Shopping mit Plastiktüte" gezwungen wäre? DAS ist doch der springende Punkt! In einem Land, in dem Leute nicht aufgrund dubioser "Marktmechanismen" an den Rand der Gesellschaft gespült und dort mit fünf Euro Stundenlohn abgespeist werden, hätte das Plastiktütenverbot keine soziologisch problematische Komponente, sondern könnte als gesamtgesellschaftlich beschlossen und nachhaltig-vernünftig durchgesetzt werden...unsere Kinder würden es uns danken, egal aus welchem sozialen Milieu.

Schappoh!

Ihr Kommentar geht leider so gar nicht auf den meinen ein. Schade, dabei haben Sie sich ja offensichtlich so angestrengt. ;)

Noch kurz, bevor der Beißreflex wieder einsetzt: Während ich mich nicht zu den Grünen-Wählern zählen kann, kann ich trotzdem die Notwendigkeit einer Politik nachvollziehen, die sich mit der Ressource Öl und dem zunehmenden Problem der Umweltverschmutzung (-> Meeresverschmutzung -> Fischesterben -> weniger Iglu Fischstäbchen beim PENNY) beschäftigt.

Und jetzt wieder...