Generationen-SoliWir sind jung und brauchen das Geld

Es wird so viel vererbt wie noch nie. Doch nur einige wenige aus der angeblichen "Erbengeneration" profitieren. Plädoyer für einen Generationen-Soli. Von W. Gründinger von Wolfgang Gründinger

Wer es als Mensch unter 30 wagt, sich Gedanken über die Zukunft zu machen, dem schallt oft genug entgegen: Jammert doch nicht, euch geht es gut! Und es stimmt ja auch: Meine Generation ist in materiellem Wohlstand aufgewachsen. Ich musste nie hungern, hatte immer ein warmes Dach über dem Kopf, und Internet, seit ich 15 bin. Sogar der Arbeitsmarkt scheint es inzwischen ganz gut mit uns zu meinen, denn trotz Krise und prekärer Beschäftigung ist die Jugendarbeitslosigkeit hierzulande bei Weitem nicht so gravierend wie in unseren europäischen Nachbarländern. Geht es uns also einfach nur zu gut?

Nein, wir jammern nicht, wie JU-Chefin Katrin Albsteiger fälschlicherweise über ihre Generation denkt. Dennoch erben wir keine schöne heile Welt. Wir spüren die Probleme nur noch nicht, die sich dafür umso massiver zusammenballen: Die Finanz- und Euro-Krise hat den staatlichen Schuldenberg auf neue Rekordhöhen getrieben. Allein die Bankenrettung kostete den deutschen Staat bisher rund 300 Milliarden. Irgendjemand muss das bezahlen: Allein die Zinsen kosten uns derzeit über 60 Milliarden Euro, Jahr für Jahr.

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Dieses Geld fehlt an anderer Stelle, um in die Zukunft zu investieren: bei der Kinderbetreuung, Bildung oder der Energiewende. Die öffentlichen Bildungsausgaben sind gerade wieder auf das Niveau der 1990er Jahre zurückgeklettert. Dabei müsste der Staat doch umso mehr in die junge Generation investieren, denn sie muss die wachsenden Kosten für Pflege, Gesundheit und Renten in einer größer werdenden Rentengeneration tragen, zugleich mehr für sich selbst vorsorgen und nebenher die Zinslasten der staatlichen Schuldenberge bewältigen.

Trotzdem lässt sich unser Sozialstaat die Alten viermal mehr kosten als die Jungen, wie eine Studie des niederländischen Politikwissenschaftlers Pieter Vanhuysse vor Kurzem ausrechnete. Auch das Vertrauen auf eine solidarische Rente hat meine Generation längst verloren. "Ich fühle mich manchmal, als ob unsere Eltern eine Party gefeiert hätten und wir nun aufräumen müssten", wie neulich Katharina Nocun, die neue politische Geschäftsführerin der Piraten, auf ZEIT ONLINE schrieb.

Oft und gern sprechen wir darüber, was die Jungen den Alten schulden. In einer älter werdenden Gesellschaft müssen wir aber darüber reden, welche Verantwortung eigentlich die ältere Generation hat. Denn die Alten sind viele, sie haben Zeit, Geld und Wählerstimmen. Im Schnitt geht es den Senioren materiell wesentlich besser als den Jüngeren. Es gibt unter den Älteren viele Reiche. Richtig Reiche. Und die sollen einen Obolus an uns abgeben – für Kinderbetreuung und Bildung. Denn wir sind jung und brauchen das Geld.

Wolfgang Gründinger

Jahrgang 1984, ist Autor des Buches Wir Zukunftssucher – Wie Deutschland enkeltauglich wird und Sprecher der Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen.

Klar: Der Reichtum der Älteren soll irgendwann einmal zu uns wandern. Laut Deutschem Institut für Altersvorsorge werden im laufenden Jahrzehnt voraussichtlich 2,6 Billionen Euro hinterlassen – mehr als ein Viertel des gesamten privaten Vermögens. Aber von diesem Kuchen bekommt die angeblich so bevorzugte "Erbengeneration" nur ein ziemlich kleines Stück ab.

Denn erstens leben die Menschen heute länger als früher, was auch gut so ist. Das bedeutet aber auch, dass die nachfolgende Generation ihr Erbe später antritt als in früheren Zeiten. Der typische Erbe ist heute zwischen 40 und 65 Jahre alt, wie das Deutsche Institut für Altersvorsorge feststellt – vom Erbe profitiert also nicht die "junge" Generation, sondern die Babyboomer, ausgerechnet also die Generation, die ohnehin schon relativ reich und vor allem: zahlreich ist. Obendrein wird nur etwa ein Drittel des Erbes überhaupt an die nächste Generation weitergegeben. Zwei Drittel bleiben zunächst in der gleichen Generation, und werden beispielsweise auf Geschwister oder Lebenspartner übertragen.

Zweitens ist das Erbe extrem ungleich verteilt. Die meisten erben wenig bis gar nichts, nur wenige bekommen viel. Bei den "intergenerationellen" Erbschaften (also die Erbschaften, die der nächsten Generation hinterlassen werden) machen allein die obersten zwei Prozent bereits rund ein Drittel des gesamten Erbschaftsvolumens aus. Und auch der Rest ist äußerst ungleich verteilt. Diejenigen jungen Menschen, die am meisten Unterstützung bräuchten, haben am wenigsten von der Erbschaftswelle.

Ein Generationen-Soli in Form einer höheren Steuer auf große Erbschaften hätte mehrere Vorteile: Sie würde nur diejenigen betreffen, die es sich leisten können, weil man durch großzügige Freibeträge das Eigenheim oder die mühsam zusammengehaltenen Ersparnisse recht gut schützen kann. Zugleich würde sie mehr Chancengerechtigkeit schaffen. Denn schließlich haben die Erben dafür nicht gearbeitet und verdanken den Reichtum nur der Gnade ihrer Geburt. Die Gesellschaft kann das Geld gut gebrauchen: für erstklassige Schulen und Kinderbetreuung. Diese Investition in die junge Generation lohnt sich – für alle.

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Leserkommentare
  1. warum wird das nicht entsprechend markiert?

    tja, warum macht die Zeit eigentlich immer mit allem Strampeln sich für diesen Unsinn stark?
    Vermögen ungleich verteilt..tja, Konsumverzicht der Vorfahren etc. spielt hier ja keine Rolle..das hehre Ziel rechtfertigt wohl alle MIttel ..amüsant..

    zu den theoretischen Problemem der Abgrenzung und der von P€€r bei der IHK Siegen angekündigten Ausnahme von Betriebsvermögen (ich war dabei!), äußert sich der Autor nicht..
    ach und dsa Reihenhaus und die Ersparnisse sollen schön geschützt werden, sodass es eine regulative Strafsteuer wird..Gerchtigkeit in ihrer puren Form..

    Ehrlich gesagt, ist es nur verständlich, für den Eintrtitt dieses Unsinns Modelle wie Stiftungen, Adoptionen, Auslagerungen in Betriebsvermögen etc zu wählen , sofern das moralisierende Dogma des Schuldenabbaus dafür verwendet wird die Beamtenpensionen zu bedienen.
    Es kann nicht sein, dass der Wille des Erblassers (ja der war ja mal am Leben und formulierte rechtsstaatlich seinen Willen) so gebrochen wird, um einen Staatsmoloch weiter zu finanzieren.

    29 Leserempfehlungen
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    • dacapo
    • 11. Juni 2013 0:42 Uhr

    Hätte er deshalb Schreibverbot? Oder wäre es für Sie angenehmer, wenn die/der Autor/in ein Mitglied einer Union-Partei wäre? Der Vorschlag ist doch gar nicht so schlecht. Es gibt viel Erben, die dem zustimmen könnten/würden. Andere Betroffene reagieren eben betroffen, die muss es auch in einer Gesellschaft geben. Was wäre eine Suppe ohne Salz? Was wäre eine Gemeinschaft ohne Eigenbrötler?

    ...hat wenig mit Konsumversicht, sehr viel hingegen mit Arbeit zu tun. Allerdings nicht der eigenen! Arbeit macht weder frei noch reich, es sei denn, man hat via Kapital die Verfügungsgewalt über fremde Arbeit(skraft). "Wo das Eigentum hinreichend geschützt ist, wäre es leichter, ohne Geld zu leben als ohne Arme, denn wer würde die Arbeit tun?... Wie die Arbeiter vor Aushungerung zu bewahren sind, so sollten sie nichts erhalten, was der Ersparung wert ist. Wenn hier und da einer aus der untersten Klasse durch ungewöhnlichen Fleiß und Bauchkneipen sich über die Lage erhebt, worin er aufgewachsen war, so muß ihn keiner daran hindern...aber es ist das Interesse aller reichen Nationen, daß der größte Teil der Armen nie untätig sei und sie dennoch stets verausgaben, was sie einnehmen... Diejenigen, die ihr Leben durch ihre tägliche Arbeit gewinnen, haben nichts, was sie anstachelt, dienstlich zu sein außer ihren Bedürfnissen, welche es Klugheit ist zu lindern, aber Narrheit wäre zu kurieren. Das einzige Ding, das den arbeitenden Mann fleißig machen kann, ist ein mäßiger Arbeitslohn. Ein zu geringer macht ihn je nach seinem Temperament kleinmütig oder verzweifelt, ein zu großer insolent und faul..." (Mandeville in aller Offenheit vor gut 250 Jahren (damals ging's noch freimütiger zu) zitiert in http://www.textlog.de/kap... )
    Dieses Eigentum zu schützen ist auch Aufgabe des Erbrechts. Ein weiteres Mittel zur Akkumulation von Kapital in immer weniger Händen.

    und ich würde es gut finden, wenn Deutschland wieder mehr in die Jugend und Familie investiert. Rentner zu unterstützen ist zwar ok, aber bringt den Deutschen nichts. Wir wollen uns doch auch weiter entwickeln. In meiner Generation haben wir oft das Gefühl, dass irgendwann der große Knall kommt.

    • GDH
    • 12. Juni 2013 13:40 Uhr

    "Es kann nicht sein, dass der Wille des Erblassers (ja der war ja mal am Leben und formulierte rechtsstaatlich seinen Willen) so gebrochen wird, um einen Staatsmoloch weiter zu finanzieren."

    Was hat das mit dem Willen des Erblassers zu tun? Wenn mein Friseur Einkommenssteuer zahlt, wird damit dann mein Wille (als Kunde) gebrochen? Schließlich habe ich ja auch meinen Willen formuliert, das Geld dem Friseur zu geben (und nicht dem Staat).

    Wenn jemand Geld bekommt, das vorher jemand anderes gehörte, ist das steuerpflichtig!

    Wieso das anders sein sollte, je nachdem ob Menschen Geld für irgendeine Gegenleistung (z.B. Arbeit) bekommen oder Menschen Geld für ihre Abstammung (oder das Wohlwollen eines Verstorbenen) bekommen, erschließt sich mit in keiner Weise.

    • krabak
    • 27. Juni 2013 9:29 Uhr

    wird die bittere Erkenntnis sein, dass bei hinreichend hoher Kapitalvermögenkonzentration in einer unvertretbar kleinen Privilegiertengruppe der Bevölkerung ein gesellschaftlicher Spaltungsbogen entstanden sein wird, dessen Energieübersprungspotential zu den gleichen Enthauptungsprozessen führt, wie wir es am Ende des Absolutismus im Jahre 1789 in Frankreich erlebt haben.

    Dass schon damals die Einsicht der damaligen Feudaladelskaste gegen Null tendierte, hat schon Friedrich II mehr als nur enttäuscht, als er die Reaktion auf sein "Epistel über die Menschlichkeit - Von der Verantwortung des Mächtigen" im Jahre 1738 veröffentlicht hatte und seine Adelsgenossen ihn nur anstierten wie die Rindviecher den Bauern.

    So gesehen scheint sich ja der gute Erich Kästner mit seinem Gedicht "Ansprache an Millionäre" in guter Gesellschaft zu befinden, der mit seiner poetischen Prognose in etwa die Reaktion der Bevölkerung auf die Verantwortungsunfähigkeit unserer jetzigen Macht- und Besitzelite zu beschreiben versucht hat.

    Mal schauen, wann die Bombe der eingebildeten Sicherheit und Geborgenheit in diesem Neuen Deutschland der Neuen Sozialen Marktwirschaft uns um die Ohren fliegt (Quelle dieser Frage: Ludwig Erhard- siehe "Wohlstand für alle")

  2. Ich bin kein Freund von immer mehr Staat, weder in der Innenpolitik (siehe USA) noch in der Wirtschaftspolitik.Eine Erhöhung der Erbschaftssteuer sollte deshalb mit einer Einkommenssteuersenkung verbunden werden. Der Staat braucht nicht noch mehr Geld.

    Problematisch ist: Die Erbschaftssteuer ist nur fair, wenn sie auch auf Betriebsvermögen gilt, was aber Arbeitsplätze gefährend kann. Eine drastische Erhöhung könnte man schon machen, aber dann müsste man auch eine Zahlung der Steuer in Form von "Anteilen" zulassen, die über eine treuhandähnliche Struktur reprivatisiert werden. Ansonsten wäre die Liquiditätsbelastung für den deutschen Mittelstand lebensbedrohlich. Ich glaube nicht, dass ein solches Modell besonders attraktiv ist.

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    einen Staat deutscher Prägung kann man nur über Besteuerung der Masse erreichen..das müssten die GenerationY Denker einfach mal verstehen.. ist ja klar.
    Sonst würde einfach nix mehr vererbt werden..arbeiten, dass der Staat erbt mag im Rotweingürtel (also bei Beamten) durchaus der Moral entsprechen.Woanders nicht.
    Und dann behält eben jeder sein Arbeitseinkommen für sich und die riesenBeamtenapparte werden über die Esteuer finanziert ..genau..:D..

    Frage muss sein, warum jeder Lehrer verbeamtet ist..da stecken doch die bösen Schulden..

    Dass zeigt eigentlich die Gier der modernen Jugend . NAch dem Motto : ich bin Arzt und will viel Geld und will eben auch ein Haus in Beverly Hills und eben keine Steuern zahlen ,weil ich ja sooo vieel leiste, und das mir die Steuer nicht nehmen darf.
    Ein pervertiertes Leistungsprinzip, was sich bei der verzogenen neuen Generation Z breitmacht, da sie von ihren Eltern ja als "Projekte" statt als Kinder gesehen werden und deswegen wollen auch alle viel Geld haben.

  3. gleich 2 mal dieses thema lanciert wird, wenn abends bei Plasberg Trittin über Steuern dozieren wird.
    Herr Hartmann ,seineszeichen verbeamteter Prof und Attacmitlgied sic., steht mit der Zeit ja in Verbindung und hat im letzten Jahr dafür gesorgt , dass im Juli die Druckausgabe mit diesem Thema aufmachte..tja ..

    Schade, dass die Zeit hier Parteipolitik macht..wirklich schade..
    Gegen diesen ekligen Etatismus und die Staatsgläubigketi gilt es anzukämpfen..Jeder der shcon mal mit der Inkompetenz von Beamten (Bachelorstudiengänge..absolut Premium) konfrontiert wurde, versteht den Hass auf den Staat der sich breit macht..

    Außerdem sollte Herr SPD-Gründinger das Paradox der Besteuerung kennen..
    Herr Mellinghof , BFH, hat vorgeschlagen ,was ökonomisch sinnvoll wäre..:BEmessungsgrundlagen erweitern und Steuersätze senken..so hätte jeder mehr aber das Reihenhaus würde eben auch belangt..das wäre gerecht..Aufkommensneutral wäre dann schon ein Steuersatz von 2 Prozent..mit eben geringen Freibetragen.
    und steht diametral gegen diese regulativ-gerechtigkeitsgetränkte Zeitgeistrhetorik..

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    Wie groß wäre den vergleichsweise der Beitrag des Erben gegenüber dem des Arbeiters, der Beitrag des Aktienhändler, der Ackermann, Albrechts, Flicks, Hiltons...
    Alle Güter müssen erarbeitet werden, werden Sie dann auch entsprechend verteilt? Haben die (2002) 33 Milliardäre in D-Land mit ihrem Vermögen von 30Mrd/Person das Hunderttausendfache bis Millionenfache eines einfachen Krauters geleistet?
    Nein, ich bin nicht neidisch auf goldene Wasserhähne, ich frage mich nur, wessen Arbeit sie vergoldet hat? Dessen, der sich die Hände darunter wäscht?
    (Jonathan Franzen, Schweres Beben, Kap. 13): Denn letztlich muß jeder Besitz, der über das hinaus geht, was ein Mensch mit seiner eigenen Arbeitskraft leisten kann, auf Kosten der Natur oder anderer Menschen erwirtschaftet worden sein..Schau Dir unser Haus, unser Auto, unser Konto, die Kleidung, Eßgewohnheiten...an. Hätte die Arbeit einer Familie und ihrer unmittelbaren Vorfahren mit Ihrem Milliardstel Anteil an den Ressourcen wohl ausgereicht, das zu erzeugen?.)

    • eklipz
    • 10. Juni 2013 20:15 Uhr

    bitte nicht noch ein "Wir"-Artikel. Was sie für richtig halten kann grundverschieden sein zu dem, was ich oder ein Millionärssohn, ein Schwerbehinderter oder Deutschtürke in dritter Generation für richtig halten.

    Sie schreiben: "Die Gesellschaft kann das Geld gut gebrauchen"
    statt "Gesellschaft" müsste hier wohl "Staat" stehen. Denn der bekommt es. Und da der Staat fest in Hand der ü45 oder ü50ziger ist, können sie doch nicht ernsthaft glauben, dass der Großteil in die junge Genereation investiert wird? Das geht für Rente, Pflege und solch super progressive Ideen wie Mütterrente oder Betreungsgeld drauf. Schule, Unis, Kindergärten, interessiert doch niemanden mehr. Die Kinder sind erwachsen ("wir"), brauchen also keine Schule und keine Kindergärten mehr. Die maroden Unis verfallen - denn welche machhabende Mehrheit hört auf die Minderheit?

    18 Leserempfehlungen
  4. Der Verfasserin ist durchaus recht zu geben, wenn sie meint, wenn sie das Gefühl hat, dass die "Eltern eine Party gefeiert hätten und wir nun aufräumen müssten". Die heutige Rentnergeneration hat eben einen recht guten Schnitt gemacht, indem sie heute gut versorgt wird, ohne selbst übermäßig in die Renten- und Sozialkassen eingezahlt zu haben (bevor das Geschrei losgeht, sollte man sich bitte die Beitragssätze und Bemessungsgrenzen der 60er-Jahre anschauen - von der Pflegeversicherung ganz zu schweigen). Die heutige 25-plus Generation zahlt das Ganze und soll obendrein noch für sich selber vorsorgen.

    Ob nun höhere Erbschaftssteuern die Lösung sind ist aber eine andere Frage. Teilweise gehen die Forderungen dabei bis zu 100% (http://www.focus.de/finan...). Die Redeweise von den "glücklichen Erben" geht mir vor allem ziemlich auf die Nerven. Vor Augen hat man natürlich nicht die Familie, die viel zu früh den Ernährer, ihren Vater oder ihre Mutter verloren haben. Ich finde es ziemlich zynisch, den Tod zum Anlass zu nehmen, die Hand aufzuhalten.

    Und auch sonst wird überall Nachhaltigkeit gepredigt. Was soll ich neue Bäume in meinem Wald pflanzen, einen Betrieb aufbauen etc., wenn ich das ganze nicht mehr (oder zu wesentlichen Teilen) an meine Kinder vererben kann? Und das, was vererbt wird wurde bereits versteuert und mit Sozialabgaben belastet.

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    • Hickey
    • 11. Juni 2013 7:44 Uhr

    mal Gedanken darüber machen, was wir unseren Kindern in den Schulen und vor allem auch außerhalb beibringen, wenn die Gesellschaft dabei so desaströse Politiker hervorbringt.

    Hier wird sich nicht viel ändern, die Deutschen sind ja nicht gerade für ihre politische Aktivät bekannt, vor allem, wie es der Artikel schon beschreibt, sind die meisten Wähler im Rentenalter und von denen sind zuviele senil und konservativ und wählen immer die gleichen.

    Wie soll man da eine Chance haben, wenn es noch Omas gibt die Schröder und Co wählen weil sie so "Süß" aussehen.

    Gute Nacht.

    1.Das Recht der Erbschaft ist nur insofern von sozialer Wichtigkeit, als es dem Erben die Macht, welche der Verstorbene während seiner Lebenszeit ausübte, hinterläßt, nämlich die Macht, vermittelst seines Eigentums die Früchte fremder Arbeit auf sich zu übertragen, denn das Land gibt dem lebenden Eigentümer die Macht, unter dem Titel von Grundrente die Früchte der Arbeit anderer auf sich zu übertragen, ohne einen Gleichwert zu geben; das Kapital gibt ihm die Macht, dasselbe zu tun unter dem Titel von Zins und Profit; das Eigentum in Staatspapieren gibt ihm die Macht, ohne selbst zu arbeiten, von den Früchten der Arbeit anderer leben zu können usw.
    Die Erbschaft erzeugt nicht diese Macht der Übertragung der Früchte der Arbeit des einen in die Tasche des andern, sie bezieht sich nur auf den Wechsel der Personen, welche jene Macht ausüben.
    Wie jede andere bürgerliche Gesetzgebung sind die Erbschaftsgesetze nicht die Ursache, sondern die Wirkung, die juristische Folge der bestehenden ökonomischen Organisation der Gesellschaft, die auf das Privateigentum in den Mitteln der Produktion begründet ist, d.h. Land, Rohmaterial, Maschinen usw.
    Auf dieselbe Weise war das Recht der Erbschaft auf Sklaven nicht die Ursache der Sklaverei, sondern im Gegenteil, die Sklaverei war die Ursache der Erbschaft von Sklaven.

    http://www.mlwerke.de/me/...

    Na und?

    Wenn ich mein besteuertes Nettogehalt verprasse, wird es dabei auch nochmal besteuert.

  5. einen Staat deutscher Prägung kann man nur über Besteuerung der Masse erreichen..das müssten die GenerationY Denker einfach mal verstehen.. ist ja klar.
    Sonst würde einfach nix mehr vererbt werden..arbeiten, dass der Staat erbt mag im Rotweingürtel (also bei Beamten) durchaus der Moral entsprechen.Woanders nicht.
    Und dann behält eben jeder sein Arbeitseinkommen für sich und die riesenBeamtenapparte werden über die Esteuer finanziert ..genau..:D..

    Frage muss sein, warum jeder Lehrer verbeamtet ist..da stecken doch die bösen Schulden..

    Dass zeigt eigentlich die Gier der modernen Jugend . NAch dem Motto : ich bin Arzt und will viel Geld und will eben auch ein Haus in Beverly Hills und eben keine Steuern zahlen ,weil ich ja sooo vieel leiste, und das mir die Steuer nicht nehmen darf.
    Ein pervertiertes Leistungsprinzip, was sich bei der verzogenen neuen Generation Z breitmacht, da sie von ihren Eltern ja als "Projekte" statt als Kinder gesehen werden und deswegen wollen auch alle viel Geld haben.

    6 Leserempfehlungen
  6. 700 Millionen aus Dividende...not bad...wie weit es man bringen kann mit harte Arbeit...nicht wahr?
    Man muss nur so fleißig sein wie die Quands, dann klappt das auch mit den Milliarden und alle Damen können sich dann ihren Gigolo leisten...

    Natürlich zahlen sie ja Steuern auf die Dividenden, na ja immerhin ist die MwSt. genauso hoch wie bei den Harzt 4 Empfänger...eine weitere Gemeinsamkeit wäre dann auch Sie beziehen beide leistungsloses Einkommen... wie gerecht..

    Grüße dann...

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    tja..warum sollte "harte Arbeit" denn so viel ARbeit bringen?
    was wollen sie in einem Leben leistne, dass sie das Werk von Generationen aufwiegen?

    Typischer Vertretter der GenerationY..Ich Bezogenheit, Haben-wollen..
    Viele Medizinstudenten denken ja so..dass sie nach nem 1er Abi einfach Millionen schäffeln können sollten..weil sie ja so "hart arbeiten"..

    was harte Arbeit dann ist steht auf einem anderen Blatt...Psychrembel auswendiglernen 5 Jahre lang und eine oft zweifelhafte Dissertation abgeben , ist sicherlich nicht "harte Arbeite"....
    übrigens..
    immer wenn die Rede vom Leisten und dem trittinschen "erben ist keine Leistung"..kommt..
    müssten sich die Kritiker ja auch mal die "harte Arbeit" der Erblasser anschauen..hier gilt es einen Ausgleich zu finden, der diesem Willen und der Leistung des Erblassers gerecht wird.
    Das ist die Rechtsmeinung.
    Normalerweise planen Eltern ja ihre Kinder..heute mehr als denje..

    1. Als Neuling erst mal herzlich willkommen im Forum.

    2. verstehe ich Ihren persönlichen Schmäh-Feldzug ausgerechnet gegen Ärzte nicht. 3 Beiträge, und 2 davon mit abfälligen Bemerkungen - die noch völlig am Thema vorbeigehen. Ich muss hier nicht das Hohelied auf die Ärztezunft singen - aber der Artikel hat mit Ärzten rein gar NICHTS zu tun!

    3. reden Sie abschätzig von "Milchmädchenrechnung", und dann soll man dem "Willen und der Leistung des Erblassers gerecht werden", mischen demnach vermeintlich ökonomische Argumente mit moralischen.

    Fakt ist: Besteuert man bei Erben nicht die Substanz, sondern nur die Erträge, diese dann aber über Jahre zu sehr hohen Sätzen - das kann oberhalb großzügiger Freibeträge gerne auch mal weit über 50% sein - wird die Substanz eben NICHT abgeschmolzen. Reden Sie von Milchmädchenrechnung - wenn Sie es selbst nicht auf die Reihe bekommen...

    Und: Die sogenannte Leistung des Erblassers erforderte zwingend die staatliche Infrastruktur, die ihm über Jahrzehnte - womöglich über Generationen - Eigentumsrechte nicht nur verbrieft, sondern selbige - und damit auch deren Erträge - gerichtlich DURCHSETZT, sowie den physischen Schutz des Eigentums durch Aufrechterhalten der öffentlichen Ordnung garantiert.

    Gegner von Steuern auf Kapitalerträge werden bei diesem Sachverhalt - und nach wie vor ist es ein ökonomischer - recht gerne einsilbig...

    (Dass sich daraus durchaus auch ein sehr starkes moralisches Argument ergibt, liegt dann auf der Hand.)

    Entfernt. Bitte kommentieren Sie konstruktiv. Danke. Die Redaktion/kvk

  7. tja..warum sollte "harte Arbeit" denn so viel ARbeit bringen?
    was wollen sie in einem Leben leistne, dass sie das Werk von Generationen aufwiegen?

    Typischer Vertretter der GenerationY..Ich Bezogenheit, Haben-wollen..
    Viele Medizinstudenten denken ja so..dass sie nach nem 1er Abi einfach Millionen schäffeln können sollten..weil sie ja so "hart arbeiten"..

    was harte Arbeit dann ist steht auf einem anderen Blatt...Psychrembel auswendiglernen 5 Jahre lang und eine oft zweifelhafte Dissertation abgeben , ist sicherlich nicht "harte Arbeite"....
    übrigens..
    immer wenn die Rede vom Leisten und dem trittinschen "erben ist keine Leistung"..kommt..
    müssten sich die Kritiker ja auch mal die "harte Arbeit" der Erblasser anschauen..hier gilt es einen Ausgleich zu finden, der diesem Willen und der Leistung des Erblassers gerecht wird.
    Das ist die Rechtsmeinung.
    Normalerweise planen Eltern ja ihre Kinder..heute mehr als denje..

    6 Leserempfehlungen
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    haben ganz billige, eher kostenlose unterernährte Arbeitskräfte geschaffen.. Das widerwärtige an dieser Familie ist die völlige Ignoranz gegenüber den ungeheuren Kriegsverbrechen die ihre Vorfahren verübt haben.
    Übrigens, wenn ein Ingenieur bei BMW im Jahr 100.000 Euro verdient, muss er den Spitzensteuersatz von 42% bezahlen, die Quandts ohne einen Finger zu rühren nur 25% Kapitalertragssteuer. Finden Sie das gerecht? Und von 525 Millionen Euro Netto kann man, denke ich, ganz gut leben.

    Nochmals Grüße dann...

    Sie sich bitte erst einmal um Ihre Rechtschreibung, bevor Sie über Studenten lästern. Nach dem Studium dürfen sich diese nicht selten - sofern sie kein Vitamin B haben - mit miesen Jobs über Wasser halten, für die eine einfache Ausbildung völlig ausreichend gewesen wäre. Wozu sollte man überhaupt noch studieren? Schon heute lohnt sich ein Studium kaum noch!

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Alte | Arbeitsmarkt | Bankenrettung | Bildung | Chancengerechtigkeit | Eigenheim
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