BundeswehrStaatsanwalt klagt Marinesoldaten wegen Meuterei an

Sie sollen einen Vorgesetzten bei einem Auslandseinsatz gefesselt haben. Nun droht den sechs Soldaten wegen Meuterei eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.

Die Rostocker Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen Meuterei gegen sechs Marinesoldaten erhoben. Zudem werde ihnen Freiheitsberaubung und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, teilte die Behörde mit.

Der Vorfall hatte sich im Februar auf dem Bundeswehr-Schnellboot S73 Hermelin im Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut ereignet. Die zwischen 22 und 27 Jahre alten Soldaten sollen einen vorgesetzten Bootsmann an einen Tisch gefesselt und ihm "Hier wohnen die Mongos" auf den Unterschenkel geschrieben haben.

Anzeige

Die Aktion der Soldaten sei als "Denkzettel" gedacht gewesen. Zuvor soll der Bootsmann seine Untergebenen als "Mongos" bezeichnet haben, was diese als beleidigend empfunden hätten. Sie hätten ihre Tat fotografiert. Meuterei wird mit mindestens sechs Monaten und bis zu fünf Jahren Haft bestraft.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. Beim nächsten mal besser nicht die Fotos machen, die die eigenen Schuld beweisen.

    3 Leserempfehlungen
    • Shil
    • 28. Juni 2013 11:39 Uhr

    "Nun droht den sechs Soldaten wegen Meuterei eine Freiheitsstrafe von bis zu sechs Jahren"

    oder

    "Meuterei wird mit mindestens sechs Monaten und bis zu fünf Jahren Haft bestraft."

    8 Leserempfehlungen
    • 800g
    • 28. Juni 2013 11:40 Uhr
    3. [...]

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/mak

  2. Worin begründet sich denn die Anzeige wegen schwerer Körperverletzung?

    Die Anzeige wegen Meuterei und Freiheitsberaubung erklärt sich, aber für eine schwere Körpreverletzung hätten die Soldaten ihrem Vorgesetzten so verletzen, bzw. beeinträchtigen müssen, dass eine lang- oder dauerhafte Schädigung eintritt. Haben sie ihm den Spruch eintätowiert?

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    nicht Schwere Körperverletzung.

    Gefährliche Körperverletzung (§ 224 Abs. 1 StGB):

    "Wer die Körperverletzung

    1. durch Beibringung von Gift oder anderen gesundheitsschädlichen Stoffen,

    2. mittels einer Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeugs,

    3. mittels eines hinterlistigen Überfalls,

    4. mit einem anderen Beteiligten gemeinschaftlich oder

    5. mittels einer das Leben gefährdenden Behandlung

    begeht, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft."

    Hier handelt es sich um Alternative 4, den gemeinschaftlichen Angriff.

    Anklage erhoben. Darunter fällt u.a. das Begehen einer Körperverletzung mit anderen Beteiligten gemeinschaftlich (§ 224 I Nr. 4 StGB).

    Die grundlegende Körperverletzung könnte eventuell entweder aus der Verwendung eines nicht wasserlöslichen Stiftes (lt. Süddeutsche), der Fesselung mit Panzertape (wenn dabei auch Haut beklebt wurde) oder der Fesselung an sich (je nachdem wie ruppig die vorgegangen sind) entstanden sein.

  3. die vor 4 Monaten (als über die Angelegenheit das erste Mal berichtet wurde) schon genau "wussten", dass die ganze Sache einen rassistischen/fremdenfeindlichen Hintergrund hatte (http://www.zeit.de/gesell...).

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    möchten, jedoch ist es schon rassistisch, wenn man die Mannschaft als
    Mongo(s) angesprochen und offensichtlich beschimpft hat. Die Mongo sind ein Bantu -Volk. - Allerdings hätte eine wirklich erwachsene Mannschaft sich anders wehren können. -

    ...aber ich kann auch nicht erkennen, dass jemand behauptet hätte, zu *wissen*, dass der Übergriff einen fremdenfeindlichen Hintergrund hatte.

    Es wurde seinerzeit lediglich die *Erkenntnis* infrage gestellt, dass ein fremdenfeindlicher Grund vollkommen auszuschließen ist.

    Wenn Sie sich aber einmal die Mühe machen, die weiteren Beiträge in diesem thread durchzulesen, dann werden auch Sie möglicherweise sehen, dass dieser Verdacht nicht so vollkommen auszuschließen ist.

    Es ist juristisch nicht von Belang, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Straftat nach § 27 WStrG (http://www.gesetze-im-int...) auch jetzt noch derartig verharmlosend, relativierend und beschönigend in diesem Forum beurteilt werden würde, wenn der betreffende Bootsmann keine thailändischen Wurzeln hätte.

    • zimra1
    • 28. Juni 2013 11:52 Uhr

    ist das schon ein starkes Stück.
    Die Unteroffiziere haben von ihrem Vorgesetzten versucht einzufordern, was man von im erwarten könnte. Respekt.

    Kleine Sünden straft der liebe Gott eben sofort.

    Die Kommiszeit wo man Soldaten noch als Schnakentätscher verunglimpfen konnte ist endgültig vorbei, und das ist gut so. Wenn es das Gericht ebenso
    sieht ist alles in Ordnung.
    Uns hat man beim militärischen Grundausbildung noch wie den letzten Dreck behandelt.

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Suryo
    • 28. Juni 2013 12:48 Uhr

    "....Die Unteroffiziere haben von ihrem Vorgesetzten versucht einzufordern, was man von im erwarten könnte. Respekt."

    Soso. Respekt einzufordern, sieht bei mir anders aus. Das wäre schon imBZivilleben so. In der Bundeswehr gilt nun mal das Prinzip von Befehl und Gehorsam. Die Soldaten hätten den Wehrbeauftragten informieren müssen, nichts sonst.

    Eine Dienstaufsichtsbeschwerde wäre in einem solchen Fall wohl geeigneter, als zur Selbstjustiz zu greifen.

    Ich kann mich Suryo und abeck06 nur anschließen. Die Beleidigung durch den Vorgesetzten ist nicht hinzunehmen. Die Reaktion und die Selbstjustiz allerdings genauso wenig.

    "Uns hat man beim militärischen Grundausbildung noch wie den letzten Dreck behandelt."
    Tja so ist das halt. Es wird dem angehenden Soldaten beigebracht sich unterzuordnen. Befehl und Gehorsam halt.
    Aber man kann sich ja auch nicht danach hinstellen und überrascht tun, oder haben sie nicht gewusst wie es bei der Armee zugeht bevor sie sich freiwillig gemeldet haben?
    Und ja ich bin mir ziemlich sicher, dass sie sich freiwillig gemeldet haben. Denn sollten sie ihre "Grundausbildung" nicht vor 1961 absolviert haben, hätten sie jederzeit verweigern können. Auch während der so "unmenschlichen" Sportstunde..ehm entschuldigung "Grundausbildung"!

  4. nicht Schwere Körperverletzung.

    Gefährliche Körperverletzung (§ 224 Abs. 1 StGB):

    "Wer die Körperverletzung

    1. durch Beibringung von Gift oder anderen gesundheitsschädlichen Stoffen,

    2. mittels einer Waffe oder eines anderen gefährlichen Werkzeugs,

    3. mittels eines hinterlistigen Überfalls,

    4. mit einem anderen Beteiligten gemeinschaftlich oder

    5. mittels einer das Leben gefährdenden Behandlung

    begeht, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft."

    Hier handelt es sich um Alternative 4, den gemeinschaftlichen Angriff.

    5 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Frage zum Verständnis"
  5. Anklage erhoben. Darunter fällt u.a. das Begehen einer Körperverletzung mit anderen Beteiligten gemeinschaftlich (§ 224 I Nr. 4 StGB).

    Die grundlegende Körperverletzung könnte eventuell entweder aus der Verwendung eines nicht wasserlöslichen Stiftes (lt. Süddeutsche), der Fesselung mit Panzertape (wenn dabei auch Haut beklebt wurde) oder der Fesselung an sich (je nachdem wie ruppig die vorgegangen sind) entstanden sein.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Frage zum Verständnis"

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, rav
  • Schlagworte Behörde | Hafen | Hauptstadt | Körperverletzung | Soldat | Staatsanwaltschaft
Service